Kim Kulig: „Ich bleibe in Hamburg“

Von am 12. Mai 2009 – 9.29 Uhr 13 Kommentare

Das Tauziehen zwischen dem Hamburger SV und dem 1. FFC Frankfurt um die frisch gebackene A-Nationalspielerin Kim Kulig hat offenbar mit einem vorläufigen Punktsieg für die Hanseaten geendet. Doch der Burgfrieden erscheint wacklig, der Weggang der talentierten Nachwuchsspielerin nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

„Es ist alles geklärt, ich bleibe hier in Hamburg, habe hier Vertrag, mehr will ich dazu gar nicht sagen“, so Kulig, deren Kontrakt bis 2011 läuft, aber eine Ausstiegsklausel im März 2010 beinhaltet, gegenüber Womensoccer. „Ich habe mich in Hamburg immer wohl gefühlt und fühle mich auch immer noch wohl und jetzt bleibe ich hier, und für mich ist die Sache gegessen“, so die 19-Jährige, die der Rummel um ihre Person sichtlich unangenehm berührt.

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Pikantes Schreiben
„Natürlich klopfen immer wieder neue Vereine an, aber dazu will ich nicht mehr sagen. Ich konzentriere mich jetzt auf den HSV, versuche, meine Leistung zu bringen, um auch weiterhin in der Nationalmannschaft zu spielen, alles andere interessiert mich wenig “, ruderte Kulig kräftig zurück. Denn zuvor soll in einem Schreiben an den HSV noch von plötzlich veränderten Lebensumständen und Heimweh die Rede gewesen sein. 

„Ich weiß, wie es wirklich war, und deswegen lasse ich mich auch nicht beirren“, prangert sie eine verzerrte Darstellung in der Öffentlichkeit an, ohne aber die Gelegenheit zur Klarstellung zu nutzen. „Dazu will ich nicht mehr sagen“, so Kulig, die nach eigener Aussage „seit einiger Zeit“ von Frankfurts Vereinsmanager Siegfried Dietrich persönlich beraten wird. Auch die anderen Beteiligten sind sichtlich bemüht, kein Öl ins Feuer zu gießen.

Erfolgreiche Kopfwäsche
„Eine Spielerin, die sich nach eigener und Aussage der Eltern das ganze Jahr pudelwohl fühlt, sportlich eine gute Entwicklung nimmt und nächstes Jahr hier Abitur machen soll – welches Argument sollte ein anderer Verein haben?“, konnte sich  HSV-Trainer Achim Feifel einen kleinen Seitenhieb in Richtung Frankfurt dennoch nicht ganz verkneifen.

Die eingeschaltete Bundestrainerin Silvia Neid, Kuligs Eltern und auch die HSV-Verantwortlichen scheinen der 19-Jährigen gehörig den Kopf gewaschen und einen Meinungsumschwung bewirkt zu haben. Denn die sportliche Leitung des HSV ist weiterhin fest entschlossen, das Supertalent nicht ziehen zu lassen.

Kulig als wichtiger Baustein
„Kim Kulig ist ein wichtiger Baustein in unserem Gesamtkonzept und auf solche Störfeuer würden wir gerne verzichten, wenn man gerade den Kader für die neue Saison plant“, so Feifel. Umso wichtiger, da Tanja Vreden zum Saisonende ihre Karriere beendet und in Patricia Hanebeck eine weitere Schlüsselspielerin den Verein verlassen wird.

Christian Lenz, Leiter Frauenfußball beim HSV, versucht das Thema Kulig nüchtern zu betrachten und den Ball flach zu halten. „Wenn man mit einer Spielerin fest plant, ist das keine gute Nachricht, aber wir haben uns sachlich mit ihr und dem Thema auseinander gesetzt. Wenn man auf der sachlichen Ebene bleibt, findet man auch Lösungen.“

DFB soll zu Dietrichs Doppelrolle Stellung beziehen
Ein bisschen Klarheit erhofft man sich in Hamburg vom DFB, der auf HSV-Initiative Stellung zu den aktuellen Vorgängen um Kulig beziehen soll. „Wir haben Fragen an den DFB, aber solange es keine Stellungnahme gibt, muss man nicht spekulieren“, so Lenz, der keine weiteren Details nennen wollte. In Hamburg will man geklärt wissen, wie sich Dietrichs Doppelrolle als Vereinsmanger und Spielerberater mit den Statuten vereinen lässt.

Dietrich erklärt, dass „ich Kim Kulig in PR- und Medien-Angelegenheiten berate – aber mehr auch nicht.“  Und er fügt hinzu: „Ich bin definitiv kein Spielervermittler, ich kenne die Regularien sehr genau. Ich bin kein Neuling im Frauenfußball.“ Er rate Spielerinnen, „Verträge durch ihre Eltern oder einen Rechtsanwalt abschließen zu lassen.“ Ob Kulig in Hamburg bleibe, sei alleine eine Angelegenheit zwischen „ihr und dem HSV“.

Abschied auf Raten?
HSV-Trainer Feifel wischt Bedenken zur Seite,  die Spielerin könnte nun auf stur schalten, um einen vorzeitigen Abschied zu erreichen. „Ich bin mir sicher, dass sie die Persönlichkeit hat, zumindest noch in der kommenden Saison für den HSV vollen Einsatz zu zeigen.“

Auf Dauer wird man allerdings eine unzufriedene, abwanderungswillige Spielerin kaum halten können und wollen, zumal man einem Talent mit Ambition auf die WM 2011 im eigenen Land allein schon aus Imagegründen für den eigenen Verein keine Knüppel zwischen die Beine werfen und auch sicherlich nicht auf die Tribüne verbannen will.

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

13 Kommentare »

  • laasee sagt:

    Wohin geht Hanebeck?

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  • labrys sagt:

    @laasee, laut weltfussball.de hat Patti einen Vertrag bis 2011…

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  • tina sagt:

    wie jetzt!!!
    geht Patti doch!!!
    sie hat doch nen festen Vertrag bis 2011!!!!
    das sind doch wieder nur gerüchte!!!

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  • mrx sagt:

    Der Frauenfußball sollte doch professioneller werden, die Fans sind es anscheinend noch nicht 😉

    Vertrag ist zwar Vertrag, aber:

    a.) Hat sie vielleicht eine Ausstiegsklausel, die keiner kennt?

    oder

    b.) Bei diversen Sportarten (z.B. Fußball) wird als Ablösesumme der Geldbetrag bezeichnet, der vom neuen an den alten Verein für den Vereinswechsel – den Transfer – eines Spielers gezahlt wird. Dieses Vorgehen wird von den Sportverbänden seit vielen Jahren gestützt.

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  • tina sagt:

    ja denk ich auch!!!!

    aber egal, so lange patti glücklich ist bin ich es auch!!!!

    sie soll dahin wo sie will!!!

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  • Jarmusch sagt:

    Wohin sollte Hanebeck denn gehen? – Zurück nach Duisburg? Weiter zurück nach Bad Neuenahr? Oder ganz weit zurück zum Regionalliga-Aufsteiger FC Sankt Augustin?

    Ehe da der neue Verein nicht bekannt ist, glaube ich gar nichts!“

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  • tina sagt:

    nee ich denk mal sie geht nach Köln!!!!

    sie ist ja bekennender fan vom 1 fc köln!!!!!

    und heimweh hat sie bestimmt auch 😉 ( aber alles nur ne vermutung)

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  • laasee sagt:

    Frankfurt ? und nachstes Jahr geht Kulig auch dort.

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  • Tim sagt:

    ich tippe auf dem FC Köln

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  • laasee sagt:

    So erhalt Koln drei neue Madchen – Hanebeck, Fuss und ……..Podolski.

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  • Ralf sagt:

    @laasee
    😉
    That’s an affront for Patti and Sonni!

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  • laasee sagt:

    Ja. Poldi scored tonight. He’s worried that the girls are going to show him up next season in Cologne.

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  • laasee sagt:

    @pingback

    „Ich bleibe in Hamburg (fur zwei wietere Spiele)“ Und dann kauft Dietrich ihr Abendessen in Frankfurt.

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Bundesliga 2019/20
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