Schul-WM: Lyn Meyer schießt Deutschland ins Finale
Am Ostersamstag hat sich im Halbfinale die Vorhersage von Trainerlehrer Jürgen Theuerkorn bewahrheitet, dass das Spiel noch schwerer werden würde als gegen China. Durch einen knappen 1:0-Sieg gegen Finnland hat die deutsche Mannschaft bei der Schul-Weltmeisterschaft in Antalya aber dennoch das Finale erreicht. Dort geht es gegen einen alten Bekannten.
„Die Finninnen standen sehr kompakt und waren sehr robust und haben sehr mit Körpereinsatz gespielt. Sie haben uns gleich von Anfang unter Druck gesetzt. Aber wir haben dagegen gehalten und versucht unser Spiel zu machen. Das hat dann auch irgendwann geklappt und wir hatten sie teilweise im Griff“, berichtet Jennifer Cramer.
Latte und Pfosten verhindern frühe Führung Aber der Führungstreffer wollte zunächst nicht gelingen. Cramer: „Zur Halbzeit stand es noch 0:0. Aber wir hatten in der ersten Hälfte drei sehr gute Chancen. Auch bei den Ecken. Jalila Dalaf hat einmal an die Latte geköpft. Sandra Starke hat einmal aus weiter Entfernung an den Pfosten geschossen.
Es war ein offenes Spiel mit Chancen hüben wie drüben. „Unser stärkster Gegner“, meinte Torhüterin Friederike Mehring, die allein zwei 1:1-Situationen gewinnen und so einen Rückstand verhindern konnte. Auch von Zimmerkameradin Cramer gab es ein Sonderlob.
Starke Torhüterin „Freddy hat sehr gut gehalten. Einmal zum Beispiel stand eine Finnin direkt vor ihr und hat geschossen. Wir haben gedacht, der geht jetzt rein, aber Freddy hat sehr gute Reflexe gezeigt“, sagt Cramer. „Und einmal hat sie sehr gut entschieden, ist aus dem 16er rausgekommen. Sonst wäre die Finnin alleine aufs Tor und hätte ihn rein gemacht, weil kein Abwehrspieler mehr da war. Ansonsten stand unsere Abwehr aber gut.“
Mit jeder Spielminute länger wurde die Partie spannender und die Hitze größer. Keine Trinkpausen auf dem Acker. Unruhe in den Köpfen auf dem Spielfeld. Und auf der Bank rutschte die übrige Mannschaft hin und her. „Wir müssen viel Geduld haben und die Ruhe bewahren“, hatte Trainer Theuerkorn seinen Spielerinnen immer wieder eingeprägt. In der Tat erlöste Lyn Meier ihr Team erst in der 59. Minute mit dem alles entscheidenden Treffer.
Finalgegner China Cramer:„Die Torhüterin ist rausgekommen und noch eine Spielerin war da. Sandra Starke hat eine Flanke gespielt und Lyn Meyer hat ihn sozusagen weitergeleitet und zwischen Torwart und Spielerin durch. Das Ding war drin.“ Die Entscheidung: Deutschland auf Goldkurs, Bronzekurs Finnland.
Das zweite Halbfinale konnte China mit 3:0 gegen Frankreich gewinnen, so dass es im Endspiel am Sonntag, wahrscheinlich um 14 Uhr im Stadion von Antalya, erneut gegen China geht. „So genau wissen wir das nicht, weil sich stündlich etwas ändert und die Organisation weit unter Niveau ist“, sagt Theuerkorn. Diese Paarung übrigens war schon 2007, 2005 und 2003 das Finale. Zweimal gewann bisher China, 2005 Deutschland.
Mit hohem Tempo zum Erfolg „Wir haben die Chinesinnen schon beeindruckt. Wenn wir noch mal dieses Tempo gehen können, haben wir gute Chancen, denn dann ist der Gegner anfällig“, hofft Theuerkorn. „Ein Spiel noch, nur noch ein Spiel. Hoffentlich reichen Kraft und Kondition. Noch einmal so ein Wahnsinnsding wie gegen Finnland.“ Finalfieber pur, beim Trainer und bei den Spielerinnen.
Am Montagnachmittag ist der Rückflug nach Berlin angesagt. Ankunft der Mannschaft ist gegen 17 Uhr. Soll heißen: der ganz große Empfang wird wohl später stattfinden. Denn um 14 Uhr steigt Turbine Potsdams Halbfinale im DFB-Pokal gegen die SG Wattenscheid 09.
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