UEFA-Pokal: Duisburg verschafft sich gute Ausgangsposition
Der FCR 2001 Duisburg darf weiter vom Einzug ins Finale des UEFA-Pokals träumen. Im Halbfinalhinspiel des UEFA-Pokals erzielte das Team von Trainerin Martina Voss ein hoch verdientes 1:1 (0:1)-Unentschieden. Ingvild Stensland brachte die Gastgeberinnen vor der Pause durch einen direkt verwandelten Freistoß in Führung (24.), doch die über weite Strecken überlegenen Duisburgerinnen erzielten Mitte der zweiten Halbzeit durch die Belgierin Femke Maes (67.) den Ausgleich, der für das Rückspiel alle Möglichkeiten lässt.
„Heute muss ich der gesamten Mannschaft ein Kompliment machen, wir haben gezeigt, dass wir gut sind und selbst mit dieser europäischen Spitzenmannschaft mithalten können“, so Voss. Bereits in der Anfangsphase gab Annemieke Kiesel mit einem strammen Schuss, der knapp am Tor vorbeistrich (3.) die Marschroute vor.
Die Gastgeberinnen wirkten ob des forschen Auftretens des deutschen UEFA-Pokal-Debütanten sichtlich beeindruckt und auch verunsichert.
Lehmann für Längert Im Tor der Duisburgerinnen stand überraschend die kurzfristig eingeflogene Kathrin Lehmann, die die wegen muskulärer Probleme nicht einsatzfähige Kathrin Längert ersetzte. Lehmann, die zuletzt im Oktober ein Spiel bestritten hatte, ließ sich auch durch eine Platzwunde an der linken Schläfe nicht aus der Ruhe bringen – die Brasilianerin Katia hatte sie mit dem Stollen getroffen (7.).
Viele kleine Fouls Duisburg war in einem Spieler voller kleiner Nicklichkeiten der Französinnen das deutlich aktivere Team, schaffte es aber im letzten Angriffsdrittel nicht, für gefährliche Offensivaktionen zu sorgen. Inka Grings stand oft allein auf weiter Flur, Fatmire Bajramaj leistete sich in der Vorwärtsbewegung häufig Ballverluste, Druck baute vor allem Jennifer Oster über die rechte Außenbahn auf.
Führung durch Stensland Mit seiner ersten echten Torchance ging jedoch das Team von Trainer Farid Benstiti in Führung. Stensland zirkelte einen direkten Freistoß aus 20 Metern zum 1:0 in die Maschen (24.), weder Lehmann noch die vor ihr postierte Mauer gaben beim Gegentreffer eine gute Figur ab. Trotz des Rückstands hatte weiterhin Duisburg mehr vom Spiel, den Französinnen war das Fehlen von Sandrine Dusang, Camille Abily, Sonia Bompastor und zunächst auch Louisa Nécib deutlich anzumerken, im Aufbauspiel gab es nur wenig Konstruktives zu bewundern.
Schelin enttäuscht Die blasse Lotta Schelin schob den Ball bei einer ihrer wenigen guten Aktion nach scharfer Flanke von Elodie Thomis am Pfosten vorbei, gespielt war eine gute halbe Stunde. Nach Ecke Bajramaj und einem Stellungsfehler von Lyons Torhüterin Bente Nordby scheiterte Maes nur knapp, die beste Ausgleichschance für die Duisburgerinnen (35.), die unglücklich mit einem Rückstand in die Halbzeitpause mussten.
Verdienter Ausgleich durch Maes In den zweiten 45 Minuten zunächst ein unverändertes Bild. Duisburg war bemüht, aber ohne die notwendige Durchschlagskraft, um die nicht sehr sattelfest wirkende Abwehr der Französinnen aus den Angeln zu heben. Doch die Duisburgerinnen wurden für ihre Bemühungen belohnt, als Maes Mitte der zweiten Halbzeit mit einem Vollspann-Schuss aus fünf Metern der mehr als verdiente Ausgleich gelang (67.).
Lyon mit starker Schlussphase Doch wer gedacht hatte, der Ausgleich würde das Duisburger Spiel weiter beflügeln, sah sich getäuscht. Mit den Einwechslungen von Nécib und der Schweizerin Lara Dickenmann kam mehr Zug ins Spiel der Französinnen, Duisburg wurde nun immer weiter in die eigene Hälfte gedrängt. Cruz Trana ließ nach Vorarbeit von Dickenmann eine der besten Chancen zur neuerlichen Führung aus (79.), die Duisburger Abwehr hielt der Lyoner Schlussoffensive stand. Nécib vergab per Freistoß in der Nachspielzeit die letzte Chance der Gastgeberinnen (90.+1).
Lyon-Trainer Farid Benstiti meinte: „Wir sind nicht gut in die Partie gekommen, Duisburg ist gut gestartet. Wir haben aber gut gearbeitet, manchmal vergisst man im Spiel allerdings gewisse Prinzipien. Unsere verletzten Spielerinnen (Nécib und Dickenmann) sind fundamental für unser Spiel. Über die Außenbahnen hatten wir einige schöne Aktionen, im Rückspiel werden wir unser Spiel aufziehen müssen. Das ist machbar.”
Rückspiel ebenfalls live im TV Insgesamt ein hoch verdientes 1:1 für den Bundesliga-Tabellenführer, der mit etwas mehr Zug nach vorne sogar hätte gewinnen können. Dennoch: Eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Sonntag, 5. April, 14.00 Uhr, das live in der ARD zu sehen sein wird. Dann wird allerdings Torhüterin Lehmann wegen ihrer Teilnahme an der Eishockey-Weltmeisterschaft nicht zur Verfügung stehen. „Christina Bellinghoven genießt unser volles Vertrauen, außerdem hat sie im Pokalspiel in München hervorragend gehalten“, so Voss.
Olympique Lyon - FCR 2001 Duisburg 1:1 (1:0)
Lyon: Nordby, Renard (81. Dickenmann), Dalum Jensen, Georges, Simone, Katia (57. Necib), Cruz, Thomis, Franco, Schelin, Stensland
Duisburg: Lehmann, Oster (88. Schröder), Kiesel, Grings, Bresonik, Krahn, Fuss, Hegering (69. Knaak), Bajramaj (90. Hartmann), Popp, Maes
Tore: 1:0 Stensland (24.), 1:1 Maes (67.)
Gelbe Karten: Thomis - Oster, Bajramaj