Vier Spiele Sperre für Nicole Banecki

Von am 25. März 2009 – 16.50 Uhr 28 Kommentare

Nicole Banecki vom Frauenfußball-Bundesligisten FC Bayern München wurde am 25. März 2009 vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Einzelrichter-Verfahren nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss wegen eines unsportlichen Verhaltens mit einer Sperre von vier Meisterschaftsspielen belegt.

Darüber hinaus ist Banecki bis zum Ablauf der Sperre auch für alle anderen Meisterschaftsspiele ihres jeweiligen Vereins gesperrt. Die Spielerin beziehungsweise der Verein haben dem Urteil bereits zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.

Banecki hatte in der Partie der Frauen-Bundesliga zwischen dem FC Bayern München und dem VfL Wolfsburg am 22. März 2009 in Essen Aschheim in der 55. Spielminute die Gelb-Rote Karte gesehen und sich danach ungehalten gegenüber Schiedsrichterin Daniela Schneider (Limbach-Oberfrohna) geäußert.

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Die Sperrstrafe ist nach Ablauf der Sperre wegen der im gleichen Spiel verhängten Gelb-Roten Karte (automatische Sperre für ein Meisterschaftsspiel) zu verbüßen. Somit wird Banecki insgesamt sogar fünf Spiele pausieren müssen.

Sie wird ihrem Team somit bei den Spielen in Jena, Duisburg und Freiburg genauso fehlen wie bei den Heimspielen gegen Bad Neuenahr und Herford. Erst beim Auswärtsspiel gegen den Hamburger SV am 10. Mai wird sie wieder ins Geschehen eingreifen können.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

28 Kommentare »

  • Alex sagt:

    Frau Banecki ist als Nationalspielerin ein Vorbild für andere und hat sich dementsprechend zu verhalten. Ich weiß nicht, was für ein Wort sie zur Schiedsrichterin gesagt hat, war ja nicht beim Spiel dabei. Aber das wird schon seine Richtigkeit haben, dass sie solange gesperrt worden ist und das macht man nicht. Erst recht nicht als Nationalspielerin. Sie hat es ja nicht im privaten Umfeld gesagt, sondern in einem für die Öffentlichkeit zugänglichen Spiel.

    Ach, noch was Linda. Achte doch nächstes mal auf deine Interpunktion, du weißt schon Komma usw….

    „diskusion ihrer Langenweile“

    Du meinstest wohl aus Langeweile zu diskutieren…

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  • Linda sagt:

    Natürlich ist sie für viele junge Mädels ein Vorbild und sollte auch versuchen sich dementsprechend zu verhalten.Trotz alledem sollte man bedenken,dass sie noch jung ist und auch noch nicht soviel Lebenserfahrung mitbringt.Man lernt aus seinen Fehlern.
    Auf dem Fußballplatz bzw bei einem Spiel das man liebt,spielen Emotionen eine große Rolle,die man nicht immer unter Kontrolle haben kann.Wie oft sieht man sowas bei den Männern….Beispiel Podolski der dem Ballack im Länderspiel einfach eine geklatscht hat.Sowas passiert ein mal im leben.Naja ich bleibe Nicole Banecki`s größter Fan.Ole ole Bayern holt die Meisterschaft!

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  • GrisSouris sagt:

    Bei all diesen vielen Kommentaren fällt mir auf, dass das Interesse immer nur an einer Person orientiert ist: Der Spielerin! Es gibt aber ZWEI Beteiligte! Hier wird die Zweite vergessen! Die Schiedsrichterin.
    Zum Verständnis: Die Unparteiische!
    Bisher habe ich alle Heim- und einige Auswärtsspiele meiner favorisierten Mannschaft (BL) gesehen. Es verging nicht eine Begegnung, bei der haaresträubende Fehlentscheidung(en) der Schiris Wogen von Wut bei den Zuschauern auslösten.
    Wie muss es denn erst in den Spielerinnen aussehen? Sie spielen doch auch den Ball mit ihren Emotionen!
    Eine Nation, die die WM 2011 austragen will, sollte solch unfähige Schiedsrichterinnen auszusondern oder in harten Schulungen trainieren!

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  • Max Diderot sagt:

    So leicht lässt sich also der Bock zum Gärtner machen. Jetzt trägt die Schiedsrichterin also eine Teilschuld oder gar die gesamte Schuld dafür, wenn eine Spielerin für einen Moment das Denken vergisst. Es ist ein Phänomen, das selbst die intelligentestens Menschen befällt, die die Ursache für eine sportliche Fehlleistung bei den Referees suchen. Würden alle Beteiligten den gleichen Maßstab für die Leistung von Unparteiischen, nämlich alles immer richtig zu machen, auf ihr eigenes Tun beziehen müssen, wären sie vermutlich zukünftig kleinlauter und demütiger gegenüber den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern.

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  • Conny68 sagt:

    @Linda – klar, wenn man großer Fan einer Mannschaft oder einer Spielerin ist, dann fällt es oft schwer, objektiv zu bleiben. Damit tut sich wohl jeder etwas schwer. Aber auch gute Freunde zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht nur „ja und amen“ sagen, sondern auch kritisch bleiben. Im Sinne des Sports, des Fair plays – und im Rückblick auf unsere Geschichte – sollte Nicole Baneki dieses Wort zur SR gesagt haben, dann ist diese Sperre völlig berechtigt. Das sie sich hinterher dafür entschuldigt, kann doch nicht zur Strafmilderung führen. Eine Entschuldigung für so einen verbalen Ausspruch muss man doch erwarten können!

    Jede Sportlerin/jeder Sportler kann nachvollziehen – dass durch vermeintlich ungerechte SR-Entscheidungen oder vielleicht klappt auch mal im Spiel nicht alles usw. – Emotionen hochkochen. Aber das kann und darf nicht als Entschuldigung herhalten. Wie Max schon schreibt – die Spieler/innen werden in einer Partie wahrscheinlich viel mehr Fehler machen, als die/der SR.

    Der Fußball wird meiner Meinung in der heutigen Gesellschaft völlig überbewertet, wenn man sieht, wie wichtig dieser Sport manchen Menschen ist (Lebensinhalt). Aber ich habe gleichzeitig das Gefühl, dass doch unterschätzt wird, welche Auswirkungen solche Sprüche und Taten (Podolskis Ohrfeige) nach sich ziehen können. Es sind wieder die Jugendtrainer, die den Kindern begreiflich machen müssen, dass man solche Worte nicht in den Mund nimmt oder eben seinen Kapitän nicht schlägt, wenn er mal laut wird. Auch hier – Emoitionen hin oder her – eine Spielsperre für Podolski im nächsten Länderspiel wäre das wenigste, was ich in diesem Fall als notwendig angesehen hätte. Buli/Natio-Spieler/innen usw. sind Vorbilder für die Jugend (aber leider auch für manchen Erwachsenen) und dieser Verantwortung müssen sie sich bewußt sein. Leider reichen oft keine Appelle oder Worte, sondern eben nur entsprechende Strafen.

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  • GrisSouris sagt:

    @Max Diderot
    Ein langes Leben hat mich gelehrt , auch „kleinlaut und demütig“ zu sein. Aber nicht blind!
    Was seit einiger Zeit in anderen Sportarten geschieht – Handball, Radsport, was sonst noch – das muss die Augen öffnen und die Sinne schärfen.
    Ich habe nicht die eine kleine Fehlentscheidung angesprochen – sondern die Tendenz.
    Übrigens: Ich halte die Strafe von 4 Spielen an sich für gerechtfertigt, wenn auch etwas zu hoch.
    Trotzdem sind die Leistungen der Schiris unakzeptabel!
    Warum äußert sich keine dazu? Anonym? Oder bist Du einer?
    Betreibe doch einfach „Aufklärung“ in diesem „Trauerspiel“.

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  • Max Diderot sagt:

    Kleine graue Maus, was an Eskapaden im Schiedsrichterwesen geschieht mag manchesmal recht bizzar sein. Möglicherweise auch in hiesigen Gefilden. Aber daraus den Schluss zu ziehen, es handele sich dabei um eine Tendenz, könnte durchaus mit jenen Phobien zu tun haben, die kleine graue Mäuse entwickeln müssen, um sich vor großen Gegnern zu schützen. Sollte denn wirklich jeder Unparteiische darauf reagieren, wenn ein Sack Reis in China umfällt? Eine Schiedsrichterin, ein Schiedsrichter sollte bestmöglich entscheiden, und sich nicht im Nachhinein in der Öffentlichkeit rechtfertigen.
    Nein, ich bin kein Schiedsrichter. Aber manchesmal führt mich der Weg an einer Sportanlage vorbei. Dort spielen unterklassige Teams. Und wenn ich das Gezeter und Geschimpfe gegenüber den Unparteiischen vernehme, wächst in mir der Respekt gegenüber den Referees. Ich an ihrer Stelle würde viel öfter, anstatt die Pfeife meinen Fuß betätigen und diesen angeblichen Sportkameraden einen heftigen Tritt versetzen wollen. Soweit habe ich nun auch zu meinem pazifistischen Gedankengut Stellung genommen.

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  • GrisSouris sagt:

    @Max Diderot
    Danke für dieses Statement. Genau so hatte ich es erwartet.
    An alle Anderen: Bitte nicht nachahmen.

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