Algarve Cup: DFB-Elf nach Niederlage gegen Dänemark Vierter

Von am 11. März 2009 – 18.30 Uhr 4 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft hat sich mit einer enttäuschenden 0:1 (0:1)-Niederlage vom Algarve Cup verabschiedet und somit das Turnier auf dem vierten Platz abgeschlossen. Den einzigen Treffer der Partie erzielte die Dänin Julie Rydahl-Bukh kurz vor der Halbzeit (41.).

Bereits im Vorjahr hatte das Team von Bundestrainerin Silvia Neid mit dem identischen Ergebnis zum Auftakt gegen die Däninnen den Kürzeren gezogen. Neid veränderte die Anfangsformation auf zwei Positionen: Nicole Banecki durfte erstmals von Beginn an ran, Inka Grings spielte nach überstandener Grippe wieder von Beginn an.

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In der an Höhepunkten armen Partie kam die deutsche Elf nur zu wenigen Chancen, die wie einige andere Spielerinnen müde wirkende Melanie Behringer vergab mit einem Schrägschuss über das Tor die einzige nennenswerte Aktion der ersten 45 Minuten (13.).

Tor durch Rydahl-Bukh
Das Spiel der Däninnen wirkte insgesamt spritziger und durchdachter, DFB-Torhüterin musste gegen Dänemarks Stürmerin Merete Pedersen Mitte der ersten Halbzeit erstmals auf der Hut sein (21.). Kurz der Pause ging das Team von Trainer Kenneth Heiner-Møller nicht unverdient in Führung.

Nach einer Flanke von Line Røddik leitete Cathrine Paaske Sørensen den Ball per Kopf im Luftduell gegen die zu weit entfernte Babett Peter zur freistehenden Julie Rydahl-Bukh weiter, die aus fünf Metern wenig Mühe hatte, den Ball per Flugkopfball im Tor unterzubringen. Erneut sah die deutsche Innenverteidigung bei der Aktion alles andere als sattelfest aus (41.).

Deutschland bemüht
In den zweiten 45 Minuten war der DFB-Elf das Bemühen anzumerken, besser ins Spiel zu finden, doch insgesamt wirkte das Auftreten weiterhin ideen- und konzeptlos, aus dem Mittelfeld kamen nur wenig Impulse, so dass auch von Grings und der für Nicole Banecki bzw. der eingewechselten Martina Müller nur wenig Gefahr ausging. Das dänische Spiel war nun weniger druckvoll, Pedersen blieb zur Pause für Nadia Nadim in der Kabine, Nanna Christiansen kam für Camilla Sand.

Erst spät wechselte Neid, brachte Fatmire Bajramaj für Behringer und Lena Goessling für Linda Bresonik. Die besten Chancen erspielte sich Deutschland in der Schlussviertelstunde. Sonja Fuss vergab in den Schlussminuten die letzte gute Möglichkeit, der Ball landete in den Armen der dänischen Torhüterin Tine Cederkvist Viskær.

Verdienter dänischer Sieg
„Der Sieg der Däninnen geht insgesamt in Ordnung. Durch den Rückstand wurden wir für unsere Spielweise bestraft. In der zweiten Halbzeit waren wir bemüht, aber die Spielerinnen wirkten sehr müde“, räumte Neid nach der Partie ein.

Heiner-Møller meinte: „“Ich bin sehr erfreut über die Art und Weise, wie wir heute als Mannschaft gekämpft haben. Wir haben gegen den Weltmeister keinen Gegentreffer zugelassen, da kann ich nur zufrieden sein. Das war richtig gut in Vorbereitung auf die EM in Finnland.“

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

4 Kommentare »

  • Marta sagt:

    Was heißt denn hier nur vierter Platz? Nur weil wir von unseren Damen so verwöhnt sind, können wir doch nicht enttäuscht sein, wenn sie mal nur den vierten machen. Finde das ist auch schon ein sehr guter Platz. So lernen sie, dass sie an gewissen Dingen arbeiten müssen und machen es beim nächsten Turnier besser.

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  • Jonos sagt:

    In der Vergangenheit hat man oft den Eindruck gewonnen, als befinde sich die Nationalmannschaft auf einen Familienausflug. Angeschlagene Spielerinnen wurden in den Kader aufgenommen, anstatt hierfür jüngeren Spielerinnen eine Chance zu geben. Immer schön im eigenen Saft schmoren. Jetzt rächt sich die Liebelei der vergangenen Jahre. Die Natio braucht einen Neuanfang!!!
    Bis zur WM ist noch genügend Zeit! Hierfür muss die Bundestrainerin jetzt aber in die Stadien um die Leistungsträgerinnen der einzelnen Mannschaften herauszufiltern. Ein enger Kontakt und Vertrauen in die Einschätzungen der Vereinstrainer ist ebenfalls notwendig.
    Ich denke, es gibt für uns alle einfach Spielerinnen – ich lasse einmal bewusst zukünftige Altersabgänge wie z.B. Stegemann, Prinz und Garefrekes außen vor – die unumstritten sind und die man setzen kann wie Angerer, Laudehr, Bresonik, Behringer, eine gesunde Okoyino da Mbabi vielleicht auch schon junge Spielerinnen wie Kulig oder Baunach; aber der Rest ist doch auch nur Durchschnitt. Diese Spielerinnen unabhängig von den gezeigten Leistungen immer wieder zu nominieren ist nicht in Ordnung und bekommt den Geruch eines Inzuchtbetriebes. Vielleicht gelingt es uns gemeinsam, die Verantwortlichen beim DFB wachzurütteln und den – leider – fehlenden Mediendruck ein wenig zu ersetzen.
    Spielerinnen, die Woche für Woche in den Vereinen gute Leistungen zeigen, müssen eine Chance auf Berücksichtigung für einen Lehrgang der Nationalmannschaft erhalten. Verlieren sie letztlich die Motivation und die Hoffnung auf Nominierung, werden sie sich sportlich nicht mehr weiter entwickeln. So geht über die Jahre viel Potential verloren.
    Jonos

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  • schmidt sagt:

    deftige, heftige und klare Worte von Jonos,
    seiner Meinungsäußerung kann ich mich anschließen.

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  • Pinguin sagt:

    @Jonos: Ganz recht! Auch wenn ich in einem anderen comment Dramatisierungen ablehne, finde ich die Entwicklung auch alles andere als prickelnd.

    Wenn es angeblich darum geht, Fehler zu erkennen, um sie dann abzustellen, muss man leider sagen:

    Es werden schon seit einiger Zeit immer die gleichen Fehler gemacht und nicht abgestellt:
    S.N. hat auch diesmal Spielerinnen immer wieder aufgestellt, die sich schon mehrfach nicht durch Leistung ausgezeichnet haben (- das kann man dann auch nicht als Test bezeichnen), und ich fürchte, das wird so bleiben …

    Hinzu kam wie eben schon öfter, Mängel in Zusammenspiel, Kreativität und Chancenverwertung,
    hinzu kam, dass Gegentore das Team jeweils sehr verunsichert haben, statt Trotzreaktionen hervorzurufen,
    hinzu kam das Verletzten- und daraus resultierende Defensivproblem.

    Aber auch das Verletztenproblem steckt im System, das immer die gleichen Spielerinnen in zu vielen Wettbewerben belastet (ich weiß, wenn ich jetzt eine Verkleinerung der BL herbeisehne, werden die Fans der ‚kleinen Vereine‘ aufschreien – aber wir sollten die jungen Frauen eben auch nicht verheizen.)

    Jede Menge Baustellen …

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