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2008

Fragwürdige deutsche Unterstützung

„Der afrikanische Frauenfußball hat sehr großes Potenzial und die Begeisterung für unseren Sport ist nahezu grenzenlos“, freut sich Steffi Jones , Präsidentin des Organisationskomitees der FIFA Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland, über den Besuch der U17-Frauenfußball-Nationalmannschaft Ghanas in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Freitag.

Das Team bereitet sich derzeit in Deutschland auf die U17-Weltmeisterschaft in Neuseeland vor, wo man im zweiten Gruppenspiel am 1. November in Christchurch auf Deutschland treffen wird . Das zweiwöchige Trainingslager im hessischen Heusenstamm wird aus Mitteln des Auswärtigen Amts finanziert - ein fragwürdiges Unterfangen.

Das Auswärtige Amt hat in der Vergangenheit schon häufiger wertvolle Unterstützung im Frauenfußball geleistet, etwa bei Projekten zum Aufbau des Sports in Afghanistan oder Ruanda .

Doch ist dieses Engagement vergleichbar mit der finanziellen Unterstützung eines afrikanischen Spitzenteams in direkter Vorbereitung auf ein WM-Turnier, bei dem die deutsche Elf als Gruppengegner wartet?

Starker Gegner Die Westafrikanerinnen sind alles andere als Kanonenfutter, in der WM-Qualifikation bezwang man unter anderem den zweiten afrikanischen WM-Teilnehmer Nigeria mit 1:0. Neben dem zweiwöchigen Aufenthalt in Deutschland, wo man unter anderem Testspiele gegen die 2. Mannschaft des 1. FFC Frankfurt, den 1. FC Schweinfurt 1905 und eine hessische Verbandsauswahl bestreiten wird, steht ein weiteres dreiwöchiges Trainingslager in Australien auf dem umfangreichen Trainingsprogramm.

Ergänzt durch Testspielserien in der Elfenbeinküste und in Südafrika. Möglichkeiten, von denen Deutschlands U17-Nationaltrainer Ralf Peter im eng gestrickten Terminkalender seiner Schützlinge nur träumen kann.

Ghanas Spielführerin Mercy Myles erklärt : „Wir fahren ja nicht als Reisegruppe dahin, sondern als echte Fußballerinnen aus Ghana und wir wollen nach Möglichkeiten in die Fußstapfen der Starlets und der Black Stars treten.“

Unterstützung beim Aufbau neuer Strukturen im Frauenfußball ist begrüßenswert, finanzielle Hilfe für einen deutschen WM-Gegner in der direkten Turniervorbereitung schießt meines Erachtens über das Ziel hinaus. Eure Meinung ist gefragt.

Ist es richtig, dass das Auswärtige Amt das WM-Trainingslager Ghanas in Deutschland finanziert?