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2008

Dragon Cup: Testen für den Ernstfall

Von heute bis einschließlich Sonntag treffen sich einige der besten deutschen Frauenfußball-Mannschaften zum mit acht Teilnehmern besetzten Dragon Cup im ehemaligen adeligen Damenstift Flaesheim.

Beim zum dritten Mal ausgetragenen, best besetzten Saisonvorbereitungsturnier wollen die Teams eine Woche vor dem Bundesligastart letzte Automatismen einstudieren. Sechs Olympia-Spielerinnen sind mit dabei, eine Top-Stürmerin musste jedoch kurzfristig absagen.

Vizemeister FCR 2001 Duisburg und der 1. FFC Turbine Potsdam sind jeweils mit der ersten und zweiten Mannschaft vertreten, hinzu kommen Bundesligist VfL Wolfsburg und aus den Niederlanden Ehrendivisionär FC Twente Entschede. Darüber hinaus sind Regionalligist DJK Eintracht Coesfeld sowie Gastgeber und Westfalenligist SuS Concordia Flaesheim mit dabei.

Absage von drei Bundesligisten Gerne hätten weitere Bundesligisten am Turnier teilgenommen, doch die parallel ausgetragene erste Runde im DFB-Pokal machte einigen Teams einen Strich durch die Rechnung. „Wir sind richtig traurig darüber, dass wir in diesem Jahr nicht teilnehmen dürfen“, so etwa Achim Feifel, Trainer des Hamburger SV. Auch die SG Essen-Schönebeck und der Herforder SV Borussia Friedenstal mussten ihre geplante Teilnahme absagen.

Gespannt sein werden die Zuschauer auf die sechs Olympia-Teilnehmerinnen, zwei in Reihen von Turbine Potsdam (Anja Mittag und Babett Peter), gleich deren vier bei den Duisburgerinnen (Linda Bresonik, Annike Krahn, Fatmire Bajramaj und Simone Laudehr). Auf Bresonik, die von der SG Essen-Schönebeck nach Duisburg gewechselt ist und Viola Odebrecht, die vom SC 07 Bad Neuenahr zurück zu Turbine Potsdam kehrt, dürfte ebenso ein besonderes Augenmerk liegen wie auf U17-Europameisterin Alexandra Popp, die vom 1. FFC Recklinghausen zu den Duisburgerinnen gewechselt ist.

Duisburg ohne Längert Die Duisburgerinnen kommen direkt aus einem dreitägigen Trainingslager in Goch zum Turnier. „Es ist eine gute Gelegenheit für die Spielerinnen, mir zu zeigen, wer in einer Woche zum Bundesliga-Auftakt gegen Herford dabei sein will“, gibt Trainerin Martina Voss ihren Spielerinnen eine Portion Extra-Motivation mit auf den Weg. Wegen einer leichten Verletzung wird Torhüterin Kathrin Längert nicht spielen, auch einige andere Spielerinnen werden geschont.

Bei den Potsdamerinnen ist man gespannt, wie sich Rückkehrerin Odebrecht schlagen wird. Trainer Bernd Schröder ist optimistisch: „Man sieht schon im Training, dass sie eine Führungsspielerin ist.“ Und auch von Leni Larsen Kaurin erwartet er sich viel: „Wenn sie sich noch schneller vom Ball trennt, wird sie eine bessere Saison spielen.“

Shelley Thompson verletzt Der VfL Wolfsburg wird ebenfalls nicht in Bestbesetzung antreten. So muss Trainer Ralf Kellermann auf Shelley Thompson verzichten, die sich einer Operation am Sprunggelenk unterziehen und vier Wochen pausieren muss. „Das ist der denkbar ungünstigste Zeitpunkt für die OP“, so Kellermann, der nun beim Dragon Cup eine neue Formation testen will. „Ich habe zwei, drei Lösungen im Kopf.“ Verzichten muss er auch auf Franziska Unzeitig (Muskelverletzung), Sahra Freimuth (Gehirnerschütterung) und Eve Chandraratne (Knieprobleme).

Twente Enschede verlor die Generalprobe vor dem Turnier mit 1:2 beim FC Utrecht. Trainerin Mary-Kok Willemsen war dennoch vor allem mit der ersten Halbzeit zufrieden, wo man „fantastischen Fußball“ gezeigt habe. Man darf gespannt sein, wie sich der Ehrendivisionär im Duell mit den beiden Bundesligisten schlagen wird.

Erstmals Spiele am Freitag Bereits am Freitag werden in der Zeit von 16.45 Uhr und 19.00 Uhr jeweils zwei Vorrundenspiele auf der Sportanlage des SV Bossendorf, Marler Straße, und auf der Anlage des ETuS Haltern an der Conzeallee stattfinden. Der Samstag und Sonntag mit den weiteren Entscheidungsspielen wird in der Haardkampfbahn in Flaesheim die Zuschauer anziehen.

Die besondere Atmosphäre des Turniers, die gezielte familiäre Betreuung vor Ort durch fast 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer wissen die Bundesligisten besonders zu schätzen. Einen besonderen Anreiz für alle Frauenfußball-Fans versprechen sich die Veranstalter von der zweitägigen großen Tombola mit Preisen im Wert von 15.000 Euro. Ein Besuch könnte sich also gleich doppelt lohnen, vorbeischauen lohnt auf jeden Fall!