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2008

Silvia Neid fordert Reform des olympischen Fußballturniers

Deutschlands Bundestrainerin Silvia Neid hat vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Nordkorea (Dienstag ab 11 Uhr) Änderungen für das olympische Frauenfußball-Turnier angeregt. So plädiert sie unter anderem für eine Entzerrung des Spielplans und eine Aufstockung der Kader.

Im Interview mit der hauseigenen DFB-Website erklärt sie: „Für die Zukunft würde ich es daher für sinnvoll halten, sich zu überlegen, wie man das ganze ein wenig entzerrt. Da wäre der eine oder andere Ruhetag mehr sicherlich hilfreich gewesen.“ Alternativ schlägt sie vor, die Kadergröße zu erweitern. „Mit einem 18-köpfigen Aufgebot ist man bei einem solchen Turnier doch eher dünn besetzt.“

Entzerrung eher unrealistisch Wie sie sich eine Entzerrung des Turniers vorstellen könnte, sagt Neid aber nicht. Denn zusätzliche Ruhetage zwischen den Spielen würden sich nur auf zweierlei Wegen gewinnen lassen: Das olympische Frauenfußball-Turnier müsste noch früher beginnen, als dies bisher der Fall ist. Denn schon jetzt, wie auch in Athen vier Jahre zuvor, erfolgte der Auftakt in die olympischen Fußballturniere vor der offiziellen Eröffnung der Spiele, um den Spielerinnen und Spielern im eng gestrickten Olympia-Fahrplan etwas mehr Zeit zu gönnen. Doch dieser vorzeitige Olympiaauftakt ist eher eine Notlösung.

Alternativ könnte eine Formatänderung den Spielplan entzerren. So könnte man anstatt in drei Vierergruppen in vier Dreiergruppen spielen, und jeweils ausschließlich die Gruppensieger und Gruppenzweiten ins Viertelfinale aufsteigen lassen. Dadurch würde jede Mannschaft ein Gruppenspiel weniger zu bestreiten haben. Doch ist diese Variante wirklich sinnvoll und attraktiv? Zumal auf mittlere Sicht wohl eher mit einer weiteren Aufstockung des Teilnehmerfelds zu rechnen sein wird.

Sind die Kader zu klein? Obwohl Neid davon spricht, dass man mit einem 18er-Kader „eher dünn besetzt“ ist, schickte sie trotz Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit zweimal dieselbe Anfangsformation ins Rennen. Und auch im dritten Gruppenspiel wird es wohl kaum große Änderungen geben. Neid räumt sogar selber ein, dass die Spielerinnen keine Verschnaufpause nötig hätten.

„Ich habe diesbezüglich bis jetzt keine Signale von Spielerinnen oder unserer medizinischen Abteilung erhalten. Wir wussten ja, was auf uns zukommt. Entsprechend haben wir uns vorbereitet und entsprechend haben wir das Trainingsprogramm hier zwischen den Spielen heruntergefahren.“ Und nicht immer werden die Spiele an Ort stattfinden, wo derart extreme klimatische Bedingungen herrschen.

2012 in London sollte sich die Problematik jedenfalls nicht stellen. Kandidaten für 2016 sind Chicago, Rio de Janeiro, Madrid und Tokio. Wäre es nicht vielmehr generell sinnvoll, die Spiele nicht im Hochsommermonat August auszutragen? Athen und Peking lieferten zumindest genügend Argumente dafür.