Bloß nicht hoch verlieren

Von am 13. Juli 2008 – 13.14 Uhr 5 Kommentare

Heute um 16.00 Uhr heißt es Daumendrücken. Denn die deutsche U19-Auswahl bestreitet dann bei der Europameisterschaft in Frankreich in Amboise ihr abschließendes Gruppenspiel gegen Schottland. Selbst mit einer knappen Niederlage würde sich die Mannschaft von Trainerin Maren Meinert bereits für das Halbfinale qualifizieren, doch auf derartige Rechenspielchen werden sich die deutschen Spielerinnen nicht einlassen wollen, wenn mit Schottland noch einmal ein schwerer Brocken wartet. Denn deren Niederlagen gegen Schweden und England täuschen über das wahre Leistungsvermögen hinweg.

Und so heißt es für die deutsche Elf noch einmal 90 Minuten Vollgas zu geben und den bissigen und zweikampfstarken Schottinnen das eigene Spiel aufzuzwingen. Denn die waren in der zweiten Halbzeit gegen die Skandinavierinnen und in der ersten Halbzeit gegen England die bessere Mannschaft.

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Da der Gegner bisher nicht gerade eine bekannte Größe im Frauenfußball ist, war auch das zu sichtende Videomaterial nicht gerade üppig. Zugute mag den Deutschen kommen, dass die Schottinnen auf eine ihrer wichtigsten Akteurinnen verzichten müssen. Mittelfeldspielerin Natalie Ross wird wegen einer gegen England erlittenen Knöchelverletzung fehlen.

Gute Ergebnisse
In der Vergangenheit hatten deutsche Juniorinnen-Auswahlmannschaften wenig Mühe mit Schottland. So gewann die deutsche U15 im August 2005 ein Länderspiel mit 7:0, mit dabei waren damals Desirée Schumann, Stefanie Mirlach, Marina Hegering, Kim Kulig und Jessica Wich. 2006 gab es gar ein 9:1 gegen diesen Gegner. In der EM-Quali gab es für die U19 im Jahr 2007 einen 3:0-Erfolg. Damals stand Jana Burmeister für eine gute halbe Stunde im Tor.

Der Druck auf das deutsche Team ist hoch, denn das Erreichen des Halbfinales ist das Minimalziel, das man sich gesetzt hat. Doch wenn die deutsche Mannschaft sich weiterhin so geschlossen und zielstrebig wie in den ersten beiden Spielen präsentiert, sollte auch die Hürde Schottland zu nehmen sein. Alle Spielerinnen sind fit und gesund und brennen darauf, ihren Frankreich-Aufenthalt um eine weitere Woche zu verlängern.

Gute Ausgangsposition
Es müsste fast schon ein wenig mit dem Teufel zugehen, damit die DFB-Elf nicht das Halbfinale erreicht, denn viele der möglichen Tabellenkonstellationen sprechen für Deutschland. Bei einem Sieg, einem Remis und sogar einer Niederlage mit einem Tor Unterschied ist den Deutschen der Aufstieg ins Halbfinale nicht mehr zu nehmen. Auch bei einem Sieg Schwedens im Parallelspiel gegen England oder einem Remis ist Deutschland auf jeden Fall weiter.

Brenzlig wird es für Deutschland nur bei einem Szenario: Wenn England seine Partie gegen Schweden gewinnt und Deutschland mit mehr als einem Tor Unterschied gegen Schottland verliert. So würde etwa bei einer 0:2-Niederlage Deutschlands und einem 1:0-Sieg Englands die Fairplay-Wertung zwischen Deutschland und Schweden über den zweiten Gruppenplatz hinter England entscheiden. Und hier hat derzeit Schweden knapp die Nase vorn. Sollte England höher gewinnen, könnte sich Deutschland eine entsprechend höhere Niederlage leisten. Bei einem 2:0-Sieg Englands käme Deutschland auch mit einer 0:2-Niederlage weiter.

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

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