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2008

U19-EM: Aller guten Dinge sind drei?

Gerne würde sich die deutsche U19-Frauenfußball-Nationalelf zum dritten Mal in Folge zum Europameister küren lassen. Doch wohl selten zuvor war das Teilnehmerfeld dermaßen ausgeglichen wie bei den am Montag in Frankreich beginnenden Titelkämpfen. Die DFB-Elf muss sich bei der UEFA-U19-Frauenfußball-Europameisterschaft in der Gruppe B mit England, Schweden und Schottland auseinandersetzen und schon bei der Neuauflage des Finales von 2007 werden wichtige Punkte vergeben.

In Avoine will das Team von Trainerin Maren Meinert den Grundstein für eine erfolgreiche Titelverteidigung legen. Die deutsche Mannschaft hat zwar nur drei EM-erfahrene Spielerinnen aus dem Vorjahr im Team, doch der Kader ist bestückt mit Stammspielerinnen aus 1. und 2. Bundesliga, die in der vergangenen Saison reichlich Erfahrung sammeln konnten und sogar wie im Falle von Kim Kulig (Hamburger SV) oder Eve Chandraratne (VfL Wolfsburg) zur neuen Saison mit Erstligaverträgen belohnt wurden.

WM-Startplatz winkt Für die Spielerinnen geht es neben der EM und dem damit verbunden Erwartungsdruck darum, sich mit guten Leistungen einen Platz im Kader für die U20-WM im November in Chile zu sichern. Die DFB-Elf ist guten Mutes, in Frankreich gegen starke Konkurrenz bestehen zu können. Das Selbstvertrauen ist groß, der Teamgeist intakt und das Bewusstsein vorhanden, beim Abruf der eigenen Leistung keine der Mannschaften fürchten zu müssen.

England mit jungem Kader Im englischen Team sind es immerhin sieben Spielerinnen, die im Vorjahr auf Island mit dabei waren. Der Kader aus zahlreichen jungen und unerfahrenen Spielerinnen brennt darauf, an die Erfolge des Vorjahres anzuknüpfen. Bei einem letzten Test gegen die USA hinter verschlossenen Türen arbeitete das Team am Freitag am Feinschliff. Will man im Turnier erneut erfolgreich sein, muss man auch die Hürde Deutschland nehmen. Doch ein guter Turnierstart ist nicht immer ein Garant für den Erfolg, 2005 holte sich Russland nach einem eher mäßigen Start den EM-Titel.

Schweden will Negativserie beenden Zeitgleich treffen in Amboise, der Stadt an der Loire mit dem herrlichen Wasserschloss, die anderen beiden Gruppengegner Schweden und Schottland aufeinander. Die Schwedinnen waren bereits erleichtert, endlich wieder einmal an einer EURO-Endrunde teilnehmen zu dürfen, denn in den vergangenen Jahren ist der Zug und die Frauenfußball-Entwicklung ein wenig an den Skandinavierinnen vorbeigerauscht. Erst zum zweiten Mal in den letzten fünf Jahren nimmt man am Turnier teil.

Starke Liga als Hemmschuh Vor allem haben die schwedischen Nachwuchsmannschaften mit den Nebenwirkungen der starken Liga zu kämpfen. Denn in den Topteams bekommen die jungen Talente immer weniger Einsatzzeiten bei derzeit 55 in der Damallsvenskan tätigen Ausländerinnen aus Finnland, USA und anderen Ländern und können somit kaum Erfahrung auf höchsten Niveau sammeln. Bekannteste Akteurin im Team ist die Nummer 16, Emmelie Konradsson. Die 19-Jährige von Umeå IK spielte unter anderem 22 Minuten lang im ersten UEFA-Pokal-Finale gegen den 1. FFC Frankfurt, als sie für Ramona Bachmann eingewechselt wurde.

Selbstbewusste Schottinnen Für Schottland dürfte die Partie Schlüsselcharakter haben. Denn die Zuversicht ist groß, gerade gegen die Schwedinnen etwas ausrichten zu können und dann Selbstvertrauen für die beiden anderen Gruppenspiele zu tanken. Nicht weniger als die Finalteilnahme hat der neue Trainer Richard Wilson vor dem Turnier als Ziel ausgegeben. Einige seiner Schützlinge haben bereits Erfahrung in der A-Nationalmannschaft gesammelt und so sollte man nicht zu verwundert sein, gelänge den Schottinnen ein Erfolg.

Qualifikation auf den letzten Drücker Der Glaube kann Berge versetzen ist der Slogan des Teams, der den Spielerinnen immer weiter eingetrichtert wird. Und wer die zweite Halbzeit im entscheidenden Qualifikationsspiel gegen Dänemark gesehen hat, als man sich erst in den Schlussminuten den Sieg und die EM-Teilnahme sicherte, weiß, zu welcher Leistung das Team fähig ist. Die Qualifikation für die EM-Endrunde beweist, dass der Frauenfußball in Schottland auf einem guten Weg ist, nicht zuletzt dank eines ambitionierten, auf drei Jahre ausgelegten Jugendprogramms.

Ausgeglichene Gruppe A In der Gruppe A muss sich Gastgeber Frankreich mit Spanien, Norwegen und Italien auseinander setzen. Ausführliche Informationen rund um die U19-Europameisterschaft gibt es auf der offiziellen Website der UEFA .