Keine Psycho-Spielchen vor Bundesliga-Gipfel
Provokationen, Sticheleien, raue Töne – wer in diesen Tagen vor dem Endspiel in der Frauenfußball-Bundesliga zwischen dem FCR 2001 Duisburg und dem 1. FFC Frankfurt am Sonntag (live ab 14.00 Uhr im hr) verbale Auseinandersetzungen erwartet hat, sieht sich anders als in der Vergangenheit getäuscht.
Hoch konzentriert bereiteten sich beide Teams auf das Saison-Highlight in der Bundesliga bevor. Und ganz im Gegenteil: Vor dem Topspiel gehen die Duisburgerinnen sogar auf Schmusekurs mit dem UEFA-Pokal-Sieger.
So sagt Duisburgs Trainerin Martina Voss, die ihren Vertrag als Trainerin vor dem Topspiel um drei Jahre verlängerte: „Der 1. FFC Frankfurt ist ein klasse geführter Klub mit einer tollen Mannschaft.“
Duisburg weist Favoritenrolle von sich Und schüttet im Gespräch mit der „Frankfurter Rundschau“ weiter Lob über die Frankfurterinnen: „Für mich steht Frankfurt für eine Hochburg des Frauenfußballs, lange Jahre sogar mit zwei Bundesligisten, dem 1. FFC und dem FSV. Und das Uefa-Cup-Finale vor zwei Wochen mit fast 28 000 Zuschauern hat gezeigt, dass der Frauenfußball in Frankfurt verwurzelt ist. Das finde ich gut.“
Und so schiebt Voss trotz des Heimvorteils auch die Favoritenrolle auf die Gäste. „Frankfurts Spielerinnen haben über 1.000 Länderspiele im Rücken, wir nur 300.“ Die Erfolgsformel? „Man muss sich auf den Erfolg freuen und nicht vor ihm Angst haben.“
Frankfurt ist gewarnt Doch in Frankfurt ist man alles andere als gewillt, sich von den Lobeshymnen einlullen zu lassen. „Wir haben Respekt vor der Duisburger Mannschaft, die über sehr starke individuelle Klasse verfügt.“ Es würde nicht reichen, Inka Grings, die mit 24 Toren Führende in der Torschützenliste, in den Griff zu bekommen. „Das Team von Trainer-Kollegin Martina Voss verfügt über eine Reihe weiterer kreativer und torgefährlicher Spielerinnen.“
Durch den 2:1-Sieg im Nachholspiel gegen den 1. FC Saarbrücken hat Frankfurt die Tabellenspitze zurückerobert und sich einen kleinen Vorteil verschafft. Denn dem UEFA-Pokal-Sieger würde am Sonntag bereits ein Remis reichen, um den hauchdünnen Vorsprung von einem Punkt zu verteidigen.
Psychologischer Vorteil? „Unser Vorsprung beträgt zwar nur einen Punkt, aber gerade dieser ist psychologisch wichtig und stellt für uns eine gute Ausgangsposition dar.“ Dennoch wollen die Frankfurterinnen nichts dem Zufall überlassen und auf Sieg spielen. Tritschoks erwartet ein „hochklassiges Spiel“ mit insgesamt elf Weltmeisterinnen auf dem Platz.
Doch auch die Duisburgerinnen können durchaus psychologische Pluspunkte für sich geltend machen. Denn erstens hat das Team durch den UEFA-Pokal-Sieg der Frankfurterinnen bereits einen Platz im internationalen Wettbewerb sicher, und zudem meinte Martina Voss schon vor einigen Monaten : „Wir können es bei optimalem Verlauf schaffen, aber wir müssen es nicht.“