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2008

UEFA-Pokal-Finale: Spielen statt reden

Rund 60 Medienvertreter hatten sich einen Tag vor dem Rückspiel im Finale des UEFA Women’s Cup zwischen dem 1. FFC Frankfurt und Umeå IK (ab 14.00 Uhr live auf ZDF und im Streaming von ZDF und uefa.com) im Presseraum der Frankfurter Commerzbank-Arena eingefunden, um letzte Informationen von den beiden Teams und den Spielerinnen zu erhalten. Doch eine der Hauptdarstellerinnen fehlte zunächst.

Birgit Prinz kam mit einer Verspätung von 45 Minuten, weil sie im Stau stecken geblieben war. Doch sie gestand später ein, dass sie auch gar keine rechte Lust auf die Veranstaltung hatte.

Die ewige Leier vom Duell der beiden Weltfußballerinnen der vergangenen fünf Jahre, Prinz gegen Marta , hatte ihr Nervenkostüm sichtlich strapaziert. „Das ist eine reine Pressegeschichte“, raunzte sie in die Runde.

Und auch Marta schien sich nicht so recht wohl in ihrer Haut zu fühlen. Nervös blies sie die Backen auf, ihr angespannter Blick wurde nur selten von einem Lächeln verdrängt, etwa als die Übersetzerin die Sprachen Deutsch und Schwedisch verwechselte und damit für Heiterkeit in der Runde sorgte.

Lob für die Rahmenbedingungen Es wird Zeit, dass der Ball endlich rollt, dachten sich wohl alle anwesenden Spielerinnen, Trainer und Verantwortliche. Marta antwortete artig, dass sie sowohl auf Kunst- wie auch auf Naturrasen gerne spiele und sie lobte Essen, Hotel und den perfekten Rasen im Stadion. „Wir fühlen uns hier alle sehr wohl“, sagte sie, um dann urplötzlich auf das Sportliche überzuleiten: „Wir müssen einfach gewinnen, aber es wird sehr schwer“, so die Weltfußballerin von 2006 und 2007.

Birgit Prinz blieb trotz der nach dem 1:1 im ersten Finale guten Ausgangsposition vorsichtig. „Wir haben uns im Hinspiel gut verkauft, ich bin relativ zufrieden mit unserer dortigen Leistung. Aber jetzt haben wir ein richtiges Endspiel, die Chancen stehen 50:50.“ Bei angekündigten sommerlichen Temperaturen von knapp 25 Grad und des wegen der Fernsehübertragung geschlossenen Stadiondachs wollen die Frankfurter ihren dritten Erfolg im UEFA-Pokal unter Dach und Fach bringen.

Attraktives Spiel FFC-Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks meint: „Ich erwarte morgen ein tolles Spiel zweier offensivstarker Teams. Dieses fantastische Erlebnis wird den Frauenfußball weiter nach vorne bringen.“

Sein Gegenüber Andrée Jeglertz haderte immer noch ein wenig mit den verpassten Chancen der Vorwoche. „Leider haben wir dort nicht mehr Tore geschossen.“ Die routinierte Kapitänin Frida Östberg soll für Ruhe sorgen. „Sie ist eine sehr wichtige Spielerin für das Team. Sie kann mit ihrer Erfahrung die Hektik aus dem Spiel nehmen.“

Vorstoß in neue Dimensionen Die beiden Manager, Siegfried Dietrich und Roland Arnquist, freuen sich auf die Partie. Dietrich meint: „Wir haben eine neue Dimension im Frauenfußball erreicht. Mehr als 21.000 Tickets sind bereits verkauft, die Nachfrage ist ungebremst.“ Und Arnquist erklärte: „Es kann keine bessere Paarung morgen geben.“

Es ist also angerichtet und man darf gespannt sein, welches dieser beiden starken Teams am Ende die Oberhand behält. Für Marta steht das außer Frage: „Ich habe es satt, immer Zweiter zu werden. Ich will endlich einmal den Geschmack des Sieges kosten.“