U17: Mit mehr Kaltschnäuzigkeit zum Titel

Von am 22. Mai 2008 – 13.18 Uhr 44 Kommentare

Nachwuchstalent Alexandra PoppAm Freitag, 23. Mai, 13.00 Uhr (live auf Eurosport und uefa.com), steht für die deutsche U17-Frauenfußball-Nationalmannschaft die bisher größte Bewährungsprobe an. Im Finale der erstmals ausgetragenen U17-EM trifft das Team von Ralf Peter auf Frankreich.

Die Partie dürfte eine harte Nuss werden. Sechs Siege in sechs Spielen feierte der Gegner in der Qualifikation, schoss dabei 36 Tore und kassierte nicht einen einzigen Gegentreffer.

Vor allem im Torabschluss wird sich das DFB-Team steigern müssen. „Diese Probleme hatten wir schon in der Vergangenheit in dieser Altersstufe“, so Peter, der meint: „Vielleicht fehlt uns einfach jemand, der vorne im Sturm kaltschnäuzig verwertet.“

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Im Halbfinale gegen Dänemark am vergangenen Dienstag war die Mannschaft überlegen, doch machte sie sich das Leben selbst ein wenig schwer ob der zahlreichen ausgelassenen Chancen.

Chancen besser verwerten
„Wir hatten diese Probleme schon in der Qualifikation. Ich hoffe, dass dies gegen Frankreich besser wird, denn in dem Spiel werden wir weniger Chancen bekommen als gegen Dänemark“, erläutert Peter. Und auch Torschützin Dszenifer Marozsan räumt ein: „Wir haben nicht allzu gut gespielt und auch ein bisschen Glück gehabt.“

Gegen Dänemark war Peters Schützlingen der Druck anzumerken, will man doch Geschichte schreiben, indem man den Erfolg deutscher Nationalmannschaften krönen will, die derzeit in allen Altersstufen europäische Titel halten.

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Mit Druck zum Titel
„Dieses Turnier ist sehr wichtig für uns“, weiß Peter um die hohe Erwartungshaltung an sein Team. „Wir sind schon zufrieden mit dem, was wir erreicht haben, aber man erwartet jetzt natürlich den Titel und das ist auch unser Ziel.“ Für Marozsan ist klar: „Wir müssen einfach Druck machen, dann werden wir das Spiel auch gewinnen.“

Peter erwartet, dass das französische Team offensiver ausgerichtet sein wird als Dänemark, was seiner Mannschaft entgegenkommen würde. „Wir haben normalerweise mehr Probleme gegen Teams, die tief verteidigen“, so Peter.

Im Halbfinale gegen England ließ sich Frankreich auch durch den 0:1-Rückstand nicht aus der Ruhe bringen. Doch auch Frankreichs Trainer Gérard Sergent bemängelte den Torabschluss. „Wir haben zu viele Chancen gebraucht.“

Herausforderung Deutschland
„Gegen Deutschland zu spielen ist immer eine Herausforderung. Aber wir wollen dieses Spiel gewinnen“, so Sergent, der sich auf die Partie freut: „Es wird ein offenes Spiel werden, das unseren Sport in ein positives Licht rücken wird.“ Er sieht Deutschland in der Favoritenrolle.

„Diese Mannschaft hat ein Riesenpotenzial. Aber wir brauchen uns nicht zu verstecken, wir haben diese deutsche Elf bereits beim Nordic Cup mit 3:2 geschlagen.“ Und Marine Augis, Torschützin im Halbfinale, ergänzt: „Wir haben nicht das Recht, dieses Spiel zu verlieren, nachdem wir diesen langen Weg gegangen sind.“

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

44 Kommentare »

  • Satine sagt:

    Deutschland ist Europameister! Und Schluss. Doch keine Highlights. Max, es war mir eine Freude mit dir zu ticken. Ich hoffe, wir können das bald wiederholen.

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  • Satine sagt:

    Da gebe ich dir Recht, Max. Das war auch mein erstes U17 Spiel. Wenn man bedenkt, dass mance der Spielerinnen tatsächlich noch U17 sind, dann sieht die Zukunft gut aus.

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  • Max Diderot sagt:

    Kompliment an die deutschen Mädchen, Damen, Diven, Kämpferinnen oder was auch immer. Selten hat mich ein Match so begeistert, wie das Finale um die U17w-Europameisterschaft. Und das nicht nur aus patriotischer Stimmung heraus. Deutschland gewinnt mit 3:0 gegen Frankreich

    Joachim Löws Dogma, Balleroberung ohne Foulspiel, war das überwiegende Motto der deutschen Defensive. Und die technischen Fertigkeiten einiger Akteurinnen, dürften beim hochdotierten männlichen Pendant, zumindest bei Teilen von ihnen, die Frage aufwerfen, ob sie nicht ihr Berufsziel verfehlt haben. Sollte DFB-Präsident Dr. Zwanziger, der als ehemaliger Politiker auch nicht immun ist gegen temporäre populistische Agitationen, Bestätigung für seine Worte, „Die Zukunft des Fußballs ist weiblich“, finden wollen, dann bei den U17-Damen des DFB.

    Kompliment für eine tolle, spiel- und zweikampfstarke deutsche Mannschaft.

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  • Markus Juchem sagt:

    Und Chapeau an Satine und Max Diderot für die unterhaltsame und informative Berichterstattung. Das könnt Ihr gerne wieder machen! 🙂

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