Daumendrücken für Deutschlands U17
Am heutigen Dienstag, 15.00 Uhr, beginnt für die deutsche U17-Frauenfußball-Nationalmannschaft das Abenteuer Europameisterschaft. In Sichtweite des UEFA-Hauptsitzes in Nyon trifft die Elf von Trainer Ralf Peter im Colovray-Stadion auf Dänemark, einen Gegner, der kein Unbekannter für das Team ist.
Auch für Peter ist das hochkarätige besetzte Turnier eine neue Erfahrung. „Ich bin seit 2001 beim DFB, aber dies wird mein erster großer internationaler Wettbewerb“, freut er sich auf die Herausforderung.
„Das wird eine exzellente Erfahrung für mich und für mein Team. Wir sind stolz, dabei zu sein, und werden hoffentlich Fußball von hoher Qualität zeigen.“
Diesen zeigte der talentierte Jahrgang bereits in den beiden ersten Qualifikationsrunden, so zuletzt in Bottrop und Essen, wo die Schweiz, Polen und Schweden nur ansatzweise Prüfsteine für das Team waren.
Starker Jahrgang Nur selten konnte Peter in der Vergangenheit dermaßen aus dem Vollen schöpfen, nur der Jahrgang 1988 mit Spielerinnen wie Fatmire Bajramaj, Célia Okoyino da Mbabi und Babett Peter war von ähnlicher Leistungsstärke, wie er betont.
Die deutsche U17-Elf wird sich in der Schweiz also alles andere als verstecken müssen. Das Niveau ist bereits jetzt enorm hoch. „Unsere erste Elf könnte auf jeden Fall in der Bundesliga mithalten“ , ist Peter von seinen Schützlingen überzeugt. Denn in allen Mannschaftsteilen ist die U17 gut besetzt, angefangen von der starken, erst 15 Jahre alten Torhüterin Anna-Felicitas Sarholz.
Ehrgeizige Sarholz „Europameister werden, im November in Neuseeland Weltmeister, Abitur machen und mit der A-Nationalmannschaft die WM 2011 in Deutschland spielen“, mangelt es Sarholz nicht an Ehrgeiz und klarer Zielsetzung.
Vor zehn Jahren hatte sie gegen den Willen ihrer Mutter mit dem Fußballspielen begonnen, seit 2004 ist sie beim 1. FFC Turbine Potsdam. Mit Gelassenheit sieht sie ihrem erst vierten Länderspiel entgegen. „Für mich ist das nur ein Spiel. Da versuche ich so lange wie möglich ruhig zu bleiben.“
Torloses Remis im Vorjahr Auch Dänemarks Trainer Bent Eriksen weiß um die Stärke des deutschen Teams. „Wir wissen, dass sie gute Spielerinnen haben, besonders Valeria Kleiner in der Verteidigung, Dzsenifer Marozsan im Mittelfeld und Svenja Huth im Angriff.“
Doch die Däninnen schöpfen Hoffnung daraus, dass sie im Vorjahr dem deutschen Team ein torloses Remis abtrotzten. „Deutschland hat eine gute Mannschaft und kann viele Tore schießen, aber wenn wir individuelle Fehler vermeiden, haben wir eine Siegchance.“
Finale live im Fernsehen Neben Deutschland und Dänemark stehen Frankreich und England im Halbfinale und für alle Teams wird das Turnier wertvolle Erkenntnisse im Hinblick auf die Ende des Jahres stattfindende U17-Weltmeisterschaft in Neuseeland liefern. Eriksen erklärt: „Es ist wichtig hier zu sein. Die Qualifikation war eine Sache, doch hier gewinnt man Erfahrung aus harten Spielen.“
Mit einem Erfolg gegen Dänemark könnte sich die deutsche Nationalmannschaft auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen. Denn das Endspiel wird am Freitag, 23. Mai, ab 13.00 Uhr, live auf Eurosport übertragen.