Schmeichelhaftes Remis für den 1. FFC Frankfurt

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Das Hinspiel im UEFA-Pokal-Finale zwischen Umeå IK und dem 1. FFC Frankfurt war gerade einmal 12 Sekunden und vier Ballkontakte alt, da weckte die zweifache Weltfußballerin Marta mit ihrem Tor zum 1:0 böse Erinnerungen an 2004. „Hoffentlich schießen sie uns nicht wie beim letzten Finale ab“, ging es Geburtstagskind Katrin Kliehm unwillkürlich durch den Kopf.

Dass der deutsche Meister nach 90 Minuten dann trotzdem mit einem 1:1-Wunschresultat den Rasen verlassen konnte, lag am prompten Ausgleich von Conny Pohlers, dem sich nach einer halben Stunde steigernden Frankfurter Team und der Unfähigkeit der schwedischen Stürmerinnen, ihre Chancen gegen die wacklige Defensive der Deutschen in Tore umzumünzen.

„Es ist eine gute Ausgangsbasis, aber auf uns warten wieder 90 Minuten harte Arbeit gegen einen exzellenten Gegner“, so Frankfurts Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks. Sein Gegenüber Andrée Jeglertz meinte leicht gereizt: „Ich habe Frankfurt schon feiern sehen, als hätten sie bereits gewonnen. Das ist uns absolut recht. Wir haben heute gesehen, dass wir sie schlagen können.“

Vor diesen Aussagen hatten die 4.128 Zuschauer im Gammliavallen vor allem in der Offensive europäischen Spitzenfußball zu sehen bekommen, denn beide Abwehrreihen hinterließen nicht den sichersten Eindruck. Vor allem die Anfangsviertelstunde bot hohes Tempo, packende Zweikämpfe und knisternde Spannung, danach ließ die Intensität ein wenig nach.

Schock nach 12 Sekunden
Frankfurts routinierte Innenverteidigerin Tina Wunderlich hatte nicht gerade ihren besten Tag erwischt. Schon nach wenigen Sekunden klärte sie einen weiten Schlag der dänischen Nationalspielerin Johanna Rasmussen mit dem Kopf nach hinten statt nach vorne, Marta reagierte schneller als Kliehm und die herbeieilende Gina Lewandowski, umkurvte Silke Rottenberg und schob den Ball souverän zur 1:0-Führung ins Netz. „Ich wollte den Ball per Kopf verlängern, habe ihn aber nicht richtig erwischt“, so Wunderlich.

Doch Frankfurt reagierte auf den schnellen Rückstand im Stile eines Champions und schlug blitzschnell zurück. Erst ließen noch Kerstin Garefrekes (2.) und Petra Wimbersky (4.) gute Chancen aus, doch dann setzte die bissige Meike Weber mit einem präzisen Pass Wimbersky ein, die ließ gekonnt Karolina Westberg aussteigen und legte mustergültig auf Pohlers, die aus kurzer Distanz kaltschnäuzig einschob (5.). „Das Tor war sehr wichtig für uns und es hat Umeå geschockt“, so Tritschoks über die Schlüsselszene des Spiels.

Überlegene Schwedinnen
Nach einer guten Viertelstunde hatte der 1. FFC Frankfurt Glück, dass Umeå IK nicht erneut in Führung ging. Marta passte scharf nach innen, Madeleine Edlund kam vor Wunderlich an den Ball, doch ihren etwas zu unplatzierten Schuss aus fünf Metern konnte Rottenberg per Fußabwehr klären (16.). Kurz darauf hätte Frida Östberg einen verunglückten Abschlag der FFC-Torhüterin fast ausgenutzt, doch Rottenberg machte ihren Fehler wieder gut und hielt den 20-Meter-Schuss (17.).

Die Schwedinnen blieben weiter am Drücker, doch sie schafften es nicht, aus ihrer Überlegenheit und den leichten Frankfurter Schwierigkeiten mit dem Kunstrasen Kapital zu schlagen. Rasmussen scheiterte mit ihrem Linksschuss knapp (20.), Mami Yamaguchi setzte einen 25-Meter-Schuss nur knapp über das Tor (23.).

Gute Chancen für Wimbersky und Pohlers
Doch in der Folge kamen die Frankfurterinnen wieder besser ins Spiel, Birgit Prinz misslang kurz vor der Pause der Versuch, den Ball am Fünf-Meter-Raum an Torhüterin Ulla-Karin Rönnlund vorbeizuspitzeln (41.).

Mit dem Wind im Rücken lief es in der zweiten Halbzeit zunächst weiter gut für Frankfurt, doch auch die Hessinnen gingen zu fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um. So vergaben etwa Wimbersky freistehend und überhastet aus 18 Metern (54.) und Pohlers (62.) beste Chancen.

0:0 im Rückspiel reicht
Frankfurt hatte aber erneut Glück, dass Edlund im Abschluss mehrfach Mängel offenbarte, etwa als sie aus kurzer Distanz den Ball nicht richtig traf, nachdem Marta im Strafraum zuvor Wunderlich und die eingewechselte Sarah Günther hatte alt aussehen lassen (64.). Mit den schnellen Spitzen Marta und Edlund hatten Wunderlich und auch Gina Lewandowski ihre liebe Müh’ und Not.

Marta vergab mit einem Schrägschuss (86.), der nur um Zentimeter das Ziel verfehlte, die letzte gute Möglichkeit der Schwedinnen. Am Ende blieb es aber beim Unentschieden zweier Mannschaften auf hohem Niveau, die im Rückspiel in einer Woche beide noch Chancen haben. Doch den Frankfurterinnen würde in der Commerzbank-Arena dank der Auswärtstorregel bereits ein 0:0 zum Titel reichen.

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Markus Juchem
Markus Juchem

Hier schon mal der Spielbericht von uefa.com als Diskussionsgrundlage.

ViolA
ViolA

beim hr-tv haben sie heute übrigens angemerkt, dass nun bereits 13.000 tickets weg sind.

oliist
oliist

Ich bin mir nicht ganz sicher,was denn nun häufiger vorkam.Entweder,daß Frankfurt den Ball sehr schnell verlor(Kunstrasen!?!),oder die unzählbar vielen langen Bälle der Umeànerinnen in die Spitze(Mittelfeld braucht kein Mensch).Letzteres war zwar effektiv,aber auch nicht schön anzusehen.
Sollte sich insbesondere der 1.FFC noch steigern,ja meine ich vorallem dich Abwehrriegel,wird das Rückspiel vor viermal(?) sovielen Zuschauern sicherlich nocheinmal ein gutes Stück hochwertiger werden.

schmidt
schmidt

Wieso der geschätzte Forenbeitragschreiber Tom-FFC-Fan in seinem Kontext

siehe

Umea mit Potsdam abwertend vergleichen mußte, bleibt sein Geheimnis. Die persönliche Anmerkung sei bitte gestattet. Am Pfingstmontag im Heimspiel gegen Potsdam ließ Frankfurt auch mit einer Feldspielerin mehr auf dem Platz eine Vielzahl von großen Torchancen ungenutzt, die auch wieder hier gegen Umea die Achillesferse von Frankfurt aufzeigte „die schlechte Chancenverwertung“.
Gleichwohl denke ich, wird sich im Rückspiel in Frankfurt zeigen, ob das erreichte 1:1 Spielergebnis die Ausgangsposition definitiv ausreichend war.
Ich schätze Umea auswärts sportlich stärker ein als zu Hause. Also Frankfurt seid auf der Hut. Leicht wird es nicht. Glückauf

Bianca
Bianca

Die Abwehr muß sich im Rückspiel deutlich steigern, denn Umea hat die Schwachstelle des FFC deutlich erkannt und wird die Chancenauswertung bestimmt verbessern. Aber da sieht, wo es beim FFC mangelt, fast alle Abwehrspielerinnen haben ihren (Alters)Zenit überschritten oder hören auf, da muß der Dietrich in der Sommerpause auf große Einkaufstour gehen.

Max Diderot
Max Diderot

Viele Mittelfeldpassagen im Frauenfußball, gerade im defensiven Bereich, lassen an einen Filmtitel von Pedro Almodóvar erinnern: „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“. Anstatt den Ball, wenn nicht schon als besten, so zumindest als guten Freund zu behandeln, wurde die Kugel schnellstmöglich in die schwedischen Weiten befördert und dem Prinzip Zufall überlassen. Dabei war phasenweise, zumindest auf Frankfurter Seite, zu sehen, was ein schnelles Kurzpassspiel für effektive Wirkung haben kann. Von der Spielanlage Umeas war ich enttäuscht. Einige bemerkenswerte Einzelspielerinnen, aber als Team wenig harmonisch, taktisch medioker. Nun hat Frankfurt zwar alle Chancen im Rückspiel, trotzdem ist es für überschäumenden Optimismus zu… Weiterlesen »

schmidt
schmidt

Danke sehr unterhaltsam und zunehmend passend Deine angebotenen Filmtitel lieber Max.

Tom Schlimme
Tom Schlimme

Insgesamt bin ich mit Ergebnis und Spiel natürlich zufrieden. Wenn man bedenkt, wieviele den FFC gegen Umea in diversen Postings schon untergehen sahen, sogar sehr zufrieden. Aber der Käse ist noch lange nicht gegessen. Umea ist eine absolute Spitzenmannschaft, mit die beste Vereinsmannschaft Europas. Man mag die Spielanlage kritisieren, wie Max es tut, und mir persönlich gefällt das Kurzpassspiel der Frankfurterinnen auch besser als das holzhammermäßige Nachvorneschlagen des Balles. Aber man muss fairerweise auch zugeben, dass die Schwedinnen mit dieser Methode nicht nur ihr Tor gemacht haben, sondern auch etliche gute Chancen erarbeiteten. Also gefährlich ist Umea allemal, und ein… Weiterlesen »

Bianca
Bianca

Ehrlich gesagt, Kliehm, Lewandowski und auch Bartusiak hauen mich von ihrer leistung her nicht vom Hocker. Und wenn eine von Ihnen ausfällt richten eine Künzer und Hansen auch nicht mehr viel aus. Von den jüngeren sticht mir einzig eine Meike Weber im Mittelfeld besonders ins Auge

Tom Schlimme
Tom Schlimme

Ob die Frankfurter Abwehrspielerinnen dich vom Hocker hauen, Bianca, ist mir völlig egal. Mir ging es nur darum, deine Aussage: “fast alle Abwehrspielerinnen haben ihren (Alters)Zenit überschritten oder hören auf” richtigzustellen. Die genannten Spielerinnen sind weder besonders alt, noch hören sie auf. Louise Hansen hat in den letzten Jahren immer im Mittelfeld gespielt, auf der 6er Position. Sie im Zusammenhang mit der Abwehr zu bringen, ist schon wieder nicht richtig. Aber wenn du schon die 6er Position ins Spiel bringst: Da spielen ja jetzt Meike Weber, eine ganz junge, die du ja selber positiv hervorhebst, und Alexandra Krieger, die ist… Weiterlesen »

oliist
oliist

Aber zumindest sahen beide Abwehrreihen immer mal wieder sehr alt aus. 😉

Tom Schlimme
Tom Schlimme

Sicher, oliist, alt aussehen tun wir alle immer mal wieder, egal wie alt wir wirklich sind! Aber trotzdem sollte man schon bei den Fakten bleiben und die Geburtsdaten der Spielerinnen nicht völlig ignorieren. Übrigens sind mir Mannschaften, die ihren Schwerpunkt im Angriff haben, immer schon sympathischer gewesen, als solche, die vor allem auf eine starke Abwehr bauen. Es macht die Spiele einfach interessanter, wenn munter nach vorne gespielt wird. Gerade im Vergleich mit dem Finale letztes Jahr, als Umea und Arsenal in zwei Spielen gerade mal ein Tor zustande brachten, das dann dieses Finale entschied, ist es mir dann doch… Weiterlesen »

schmidt
schmidt

@ Tom Schlimme Du bist ja wirklich ein auffälliger, vehementer wortreicher Verfechter und Verteidiger des 1. FFC Frankfurt. Toleranz, Souveränität und Akzeptanz gegenüber anders lautenden Meinungen, wie die von Bianca etc. geäußert werden, stehen jedem Beitragschreiber im respektvollem Miteinander gut zu Gesicht, im Gegensatz von verbaler Gleichgültigkeit. Viele wissen, dass speziell der frankfurter Abwehrriegel viel durch gutes Stellungsspiel, Kopfballspiel, Doppeldeckung gegenüber der ballführenden gegnerischen Spielerin, etc. mittels Unterstützung von anderen Mannschaftsteilen meist kompensieren konnten, was an Schnelligkeit fehlte. Die Schwachstellen, auch die des frankfurter Abwehrriegels treten immer dann zutage, wenn der Gegner ihn stark fordert, gefahrvolle Akzente setzt und zu… Weiterlesen »

Tom Schlimme
Tom Schlimme

Tut mir leid, aber es ist anscheinend nicht jedem gegeben, zwischen Meinung und Fakten zu unterscheiden. Eine Behauptung, die Frankfurter Abwehr sei alt und die meisten Spielerinnen würden aufhören, ist falsch. Die fünf in dieser Saison zumeist eingesetzten Spielerinnen sind 23, 25, 25, 27 und 30 Jahre alt. Die Spielerinnen auf der Doppelsechs vor der Abwehr sind 21 und 24 Jahre alt. Außerdem stimmt es nicht, dass auch nur eine dieser sieben Spielerinnen aufhören will. Ich habe doch nichts gegen Meinungsvielfalt, aber wenn jemand morgen behauptet, die Erde sei eine Scheibe, dann ist das doch auch keine Meinung, sondern einfach… Weiterlesen »

Max Diderot
Max Diderot

Mir sind die Auffassungen, dass die Abwehrreihen schwach waren, zu kurz gegriffen. Im Moment will mir nicht einfallen, wer den Spruch geprägt hat, dass die Verteidigung im Angriff beginnt. Und ich will auch nicht gegenüber den Frankfurter Stürmerinnen unfair sein, wenn ich anmerke, dass mir einige ihrer Aktionen kopf- und konzeptlos erschienen. Bezeichnend war eine Szene in der zweiten Halbzeit, als sich die Damen Pohlers und Garefrekes Raum und Ball nahmen. Vielleicht hat es ja damit zu tun, wenn Herr Dr. Tritschoks die Gegebenheiten und Entwicklungen in anderen Klubs rühmt, dass auch Meisterinnen immer und immer wieder Abläufe üben und… Weiterlesen »

schmidt
schmidt

Lieber Tom, wir beide haben so einige konkrete Altersangaben erwähnt, Bianco eigentlich noch nicht konkret. Auf welcher Höhe liegt denn denn für Dich und für andere der von Bianco eingebrachte „(Alters)Zenit“ einer Buli-Spielerin? Dann kann Behauptung, Information und Meinung für alle leichter unterschieden werden, wenn hier eine Übereinkunft gefunden wird.

Tom Schlimme
Tom Schlimme

schmidt, willst du jetzt wirklich allen ernstes die These verteidigen, Spielerinnen im Alter von 23, 25, 25, 27 und 30 Jahren, dazu noch die Doppelsechser von 21 und 24 Jahren, seien über das beste Fußballalter hinüber? (Mit Karolin Thomas habe ich da übrigens noch eine weitere 23-jährige gar nicht genannt) Soll ich mir jetzt wirklich die Mühe machen, dir anhand zahlreicher Kader und Statistiken zu belegen, dass diese Aussage nicht haltbar wäre? Ich mache dir einen Vorschlag: sieh dir einfach selber mal die Kader führender Nationalmannschaften an, dann siehst du selber, wie es aussieht. Wenn du es drauf anlegst, erkläre… Weiterlesen »

schmidt
schmidt

meine Frage ist doch hoffentlich klar, wo liegt denn definitiv für Euch der “(Alters)Zenit” einer Spielerin in der Frauenbundesliga?

Tom Schlimme
Tom Schlimme

Umfragen sind ja dein Hobby, schmidt 🙂

Conny68
Conny68

Zunächst – ich fand das Spiel sehr gut und kurzweilig. Umea hatte mehr vom Spiel, aber sie mußten auch mehr tun, um ein gutes Ergebnis mit nach Frankfurt zu nehmen. Insgesamt war das Unentschieden sicherlich eher schmeichelhaft für die Frankfurterinnen, die das eine oder andere Mal doch mit Fortuna im Bunde standen. Das Spiel nach vorne ist natürlich zu verbessern, aber ich denke, die Frankfurterinnen waren mit dem 1:1 sehr zufrieden. Deswegen fehlte vielleicht auch die letzte Konsequenz bei den Angriffsbemühungen. Bezüglich der Diskussion über das Alter von BULI-Spielerinnen bin ich doch etwas irritiert. Ist man als Abwehrspielerin mit 30… Weiterlesen »