UEFA-Pokal: So will Frankfurt den Zuschauerrekord knacken
Während sich die Spielerinnen von Tabellenführer 1. FFC Frankfurt auf das schwere Heimspiel in der Frauenfußball-Bundesliga gegen den 1. FFC Turbine Potsdam am Pfingstmontag vorbereiten, arbeiten die Vereinsverantwortlichen Tag und Nacht fieberhaft daran, dass das Final-Rückspiel im UEFA Women’s Cup gegen Umeå IK am 24. Mai in der Frankfurter Commerzbank-Arena ein voller Erfolg wird.
Zehn Tage nach Vorverkaufsstart zeichnet sich bereits ab, dass das Zuschauerinteresse für dieses Highlight des europäischen Frauenfußballs groß sein wird. Schon über 7.000 Tickets wurden verkauft, dabei begann erst gestern im Rhein-Main-Gebiet eine großflächig angelegte Werbe- und Promotionskampagne, die den Ticketverkauf richtig in Schwung bringen soll.
„Wir wollen einen neuen Rekord schaffen“, so FFC-Manager Siegfried Dietrich. Der liegt im UEFA Women’s Cup derzeit bei 13.200 Zuschauern, aufgestellt 2006 am Bornheimer Hang beim Finalrückspiel (3:2) zwischen dem 1. FFC Frankfurt und dem 1. FFC Turbine Potsdam. Doch das ehrgeizige Ziel heißt 20.000 Zuschauer. Und dann wäre man im Bereich weiterer Rekordmarken des europäischen Frauenfußballs.
Europas Bestmarken Beim EM-Finale 1989 sahen 22.000 Zuschauer in Osnabrück den 4:1-Sieg Deutschlands gegen Norwegen , das kürzliche FA-Cup-Finale im City Ground von Nottingham zwischen Arsenal und Leeds verfolgten sogar 24.582 Zuschauer. Und das erste Spiel der englischen Nationalmannschaft gegen Finnland bei der EM 2005 sahen in Manchester gar 29.092 Besucher .
Mit einem „Stadion im Stadion“ soll dafür gesorgt werden, dass die Commerzbank-Arena optimal gefüllt wird. „Wir haben den Unterring komplett in den Kartenvorverkauf gegeben. Wenn wir den füllen können, können wir von einer vollen Arena für den Frauenfußball sprechen“, erklärt Dietrich. Und damit sowohl Frauenfußball-Fans wie auch neue Besuchergruppen gleichermaßen ins Stadion strömen und sich das Event nicht entgehen lassen, haben sich die Macher einiges einfallen lassen.
Umfangreiche Promotionsaktivität So werden in Frankfurt 20 Brücken mit Werbebannern versehen, ab heute werden zudem über 1.500 Werbesäulen auf das Spiel aufmerksam machen. Hinzu kommen City-Light-Werbung sowie Kooperationen und Gewinnspiele mit Medien, die die konzentrierte Promotion abrunden. Das Rückspiel wird darüber hinaus live im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) und auf Eurosport übertragen und erhält somit die größte Medienpräsenz, die es bei einem Vereinsspiel im Frauenfußball je gegeben hat.
Trotz der fast sechsstelligen Kosten für die Anmietung der Commerzbank-Arena steht heute schon fest, dass das Spiel ein wirtschaftlicher Erfolg wird und schwarze Zahlen geschrieben werden können. Dafür sorgen die zahlreichen hochkarätigen Sponsoren, die maßgeblichen Anteil an dem erfolgreichen Event haben werden. Der Bandenbereich im Stadion ist bereits ausverkauft. „Wir stehen zum vierten Mal im Finale und die Sponsoren sind mit Hinblick auf die WM 2011 davon überzeugt, noch mehr zu investieren. Alles ist bestens vorbereitet.“
Einladung an die Bundesligisten Auch Klaus-Peter Müller, Vorstandssprecher der Commerzbank AG, meint: „Die Aussichten auf ein sportliches Großereignis sind gut, wir erwarten hervorragenden Fußball von beiden Seiten. Die Live-Übertragung im Fernsehen hat für uns eine bundesweite Werbewirkung, das will ich nicht geringschätzen. Man kann es nicht in Zahlen fassen, aber hier geht es um Sympathiewerte.“
Und Georg Kemper, Leiter des Sportamts der Stadt Frankfurt, ergänzt: „Der 1. FFC ist ein sympathisches Aushängeschild für die Stadt.“ FFC-Vorstandsvorsitzende Doris Dietmayr fügt an: „Das Finale soll auch positive Auswirkungen auf unsere Mitgliederzahlen haben.“
Und damit auch die Frauenfußball-Bundesliga in den Genuss dieses herausragenden Ereignisses kommt, hat sich der Verein etwas Besonderes einfallen lassen. „Wir werden alle Bundesligisten zu dem Spiel nach Frankfurt einladen, 25 oder 30 Personen pro Team“, so Dietrich.