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2008

Ruanda träumt von der WM in Deutschland

Begeisterung in der Familie Zum Stolz der Eltern. Die Mutter ist bei Ligaspielen Stammgast, wenn auf einer Mischung aus Sand und Gras Meisterschaftsspiele in der zehn Teams umfassenden Liga ausgetragen werden. Der Familie geht es für ruandische Verhältnisse nicht schlecht. Doch es gibt andere ärmere Spielerinnen, die den Fußball noch viel mehr als Sprungbrett in ein besseres Leben sehen.

Im vergangenen Jahr wurde mit deutscher Unterstützung die Nationalmannschaft aus der Taufe gehoben. Aus 45 Spielerinnen musste ein 18er-Kader zusammengestellt werden. Keine leichte Aufgabe. „Wir haben allen gesagt, dass sie zu den besten Spielerinnen des Landes gehören, wir aber nur 18 auswählen können“, so Mashami. Mehrheitlich kommen die Spielerinnen aus Vereinen der Hauptstadt Kigali, einige andere spielen für Kayonza, Musanze oder Gakenke.

Unterstützung des Verbands Mit tatkräftiger Unterstützung des ruandischen Fußballverbands (FERWAFA) und deutscher Entwicklungshilfe will man in den nächsten Jahren zu einer Frauenfußball-Kraft in Ost-Zentralafrika aufsteigen. Im Juli will man sich beim geplanten CECAFA Cup mit der Konkurrenz aus Burundi, Tansania , Uganda oder auch der DR Kongo messen. Langfristig träumt man von einer WM-Teilnahme.

Marie Grâce Nyinawumuntu, selbst erst 26 Jahr alt, betreut das Team und soll ab 2009 offiziell Trainerin der Nationalmannschaft werden. Sie weiß, was es zu verbessern gilt. „Wir müssen vor allem taktisch besser werden und uns auch besser bewegen. Technisch sind wir gar nicht so schlecht. Das liegt glaube ich in den Genen und daran, dass die Spielerinnen durch Spiele und Trainings mit den Jungs schon eine Menge gelernt haben.“

Testspiele geplant Der Ehrgeiz ist groß, sich weiterzuentwickeln und sich auf bevorstehende Aufgaben in der Region vorzubereiten. „Wir wollen gegen starke Teams spielen. Ende Juni wollen wir ein Freundschaftsspiel gegen Kongo, Uganda oder Burundi bestreiten. Die Spielerinnen müssen Spielpraxis sammeln.“ Dass der Verband hinter dem Frauenfußball steht, beweist das Trainingslager in Deutschland. „Dieser Besuch wäre sonst wohl gar nicht möglich gewesen.“

14 Tage waren die 18 Spielerinnen und eine fünfköpfige Delegation in der Sportschule Koblenz-Oberwerth untergebracht und bestritten vier Testspiele, von denen zwei gewonnen und zwei verloren wurden, was sogar Kigalis englischsprachiger Tageszeitung „New Times“ eine Meldung wert war. „Wir sind stolz, dass wir uns im Land des Frauenfußball-Weltmeisters aufhalten können“, freuen sie sich über ihre Zeit in Deutschland.

Lob von DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger Dass die Spielerinnen Potenzial haben, deuteten sie in den vier Spielen nachhaltig an. Trotz der 1:5-Niederlage gegen den erfahrenen Regionalligisten 1. FFC Montabaur wusste das junge Team auch zum Abschluss in Altendiez zu gefallen. Selbst DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, der sich das Spiel in seinem Heimatort nicht entgehen ließ, war von der Leistung der Afrikanerinnen angetan. „Von der Spielanlage her haben sie mir sogar besser gefallen, wenn ich ehrlich bin“, so Zwanziger nicht ohne Bewunderung.

Trainerausbilder Andreas Spier, der das ruandische Team bei seinem Aufenthalt in Deutschland unterstützte, meint: „Es ist eine junge Mannschaft, die im B-Jugend-Bereich einzuordnen ist. Sie haben Perspektive und Zukunft, denn Qualität und eine gewisse Technik sind bereits vorhanden. Man muss im taktischen Bereich weiterarbeiten. Dann ist alles möglich.“