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2008

Zwanziger: „Frauenfußball-Bundesliga ist größte Herausforderung“

Am 25. Januar fällt in Frankfurt mit der offiziellen Eröffnung des Organisationskomitee-Büros der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 der Startschuss für die Titelkämpfe im eigenen Land. Zwar beträgt die Vorbereitungszeit nur dreieinhalb Jahre, doch kaum einer zweifelt, dass Deutschland 2011 wie schon 2006 eine perfekte WM organisieren wird.

Mehr Sorge bereitet hingegen die Entwicklung der Frauenfußball-Bundesliga. DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger erklärt: „Das ist die Herausforderung des deutschen Frauenfußballs. Das wird die große parallele Anstrengung zur Vorbereitung des Turniers sein. Wenn diese Weltmeisterschaft 2011 einen Sinn haben soll, dann muss nach dieser WM eine stärkere, attraktivere, spannendere und ausgeglichenere Frauenfußball-Bundesliga da sein.“

Doch wie der Weg zu einer besseren Liga konkret aussehen soll, bleibt nach wie vor im Dunkeln. Von einem konzeptionellen Ansatz oder gar einem durchdachten Konzept ist bisher nichts zu sehen. Bundestrainerin Silvia Neid regte am vergangenen Samstag eine Verkleinerung der Liga von 12 auf 8 Mannschaften an und zog sich prompt die Kritik einiger Bundesligatrainer zu. Doch immerhin ist es ein erster Gedankenanstoß, sich in Zukunft systematischer mit Entwicklung der Liga zu beschäftigen. Eigene konkrete Ideen, wie man die Frauenfußball-Bundesliga auf ein höheres Niveau hieven kann, hatten die Kritiker auch nicht parat.

In England ist man bereits einen Schritt weiter . Dort hat der Frauenfußball-Ausschuss des englischen Fußball-Verbands (FA) eine auf Sport spezialisierte Unternehmensberatung beauftragt, eine Ist-Analyse der Liga vorzunehmen, Meinungen von beteiligten Spielerinnen, Trainern, ehrenamtlichen Mitarbeitern, Fans, Sponsoren und den Medien einzuholen. Am vergangenen Wochenende diskutierte der Verband mit allen beteiligten Vereinen erste Ergebnisse, die in Handlungsempfehlungen und konkrete Anweisungen münden sollen.

Auch in Deutschland gilt es, einen ähnlichen Weg zu beschreiten. „Ich werde mit allen Bundesligaclubs, dem Frauenfußballausschuss und mit all den vielen Leuten in Deutschland, die an der Weiterentwicklung des Mädchen- und Frauenfußballs interessiert sind, darüber sprechen, auf welchem Wege wir weiter kommen können. Das setzt Gespräche und auch Entscheidungen voraus“, so Zwanziger.

„Wenn wir diese Nachhaltigkeit nicht im Blick haben und verschlafen, dann haben wir vieles von dem, was uns die Frauenfußball-WM an Chancen geben wird, nicht umgesetzt“, befürchtet Zwanziger, der einige allgemeine Handlungsanweisungen gibt. „Das Sportliche und auch das gesamte Ambiente in den Stadien muss verbessert werden. Dazu auch das Verhältnis zu den Medien. Da müssen viele Facetten ineinander greifen.“

Auch die ganz jungen Spielerinnen möchte er bereits im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankern. „Bereits unter den 17-jährigen Mädchen sind ganz erstaunliche junge Persönlichkeiten und Typen, die häufiger in die Öffentlichkeit gebracht werden müssen. Sie können für diese Gesellschaft Vorbildcharakter entwickeln.“

Auch bei der Verhandlung der neuen Fernsehrechte hofft Zwanziger, bessere Konditionen für den Frauenfußball herausschlagen zu können. „Wir werden 2009 natürlich versuchen, angemessene, ehrliche, korrekte wirtschaftliche Daten auch für den Frauenfußball zu bekommen. Speziell für die Nationalmannschaft. Dort sind die Einschaltquoten so gut, dass wir Ansprüche stellen können. Die Bundesliga ist da leider noch nicht soweit.“