Frankfurt im UEFA-Cup: Glas halb voll oder halb leer?

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Gute oder schlechte Ausgangssituation für den deutschen Frauenfußball-Meister? Eine Frage, die sich nach dem Hinspiel des 1. FFC Frankfurt im UEFA-Cup-Viertelfinale beim WFC Rossiyanka geradezu zwangsläufig stellt. 0:0 hieß es am Ende in Khimki, wohin das Spiel verlegt wurde, um im verschneiten Russland in einem Stadion mit Rasenheizung einen bespielbaren Boden vorfinden zu können.

Damit ist der Ausgang dieses Viertelfinal-Duells vor dem Rückspiel am kommenden Mittwoch um 13.30 Uhr im Frankfurter Stadion am Brentanobad (live im HR) völlig offen. Optimale Ausgangsbedingungen für die Zuschauer. Aber nicht ganz optimal für den Deutschen Meister, dass man es verpasst hat, zu einem wegen der Auswärtstor-Regel so wertvollen Treffer zu kommen. Da die russischen Gastgeberinnen bei einem Kopfball von Natalia Barbashina, der nur den Innenpfosten traf, jedoch die beste Chance des Spiels hatten, sollten die Hessinnen aber gut mit diesem Resultat leben können.

Stark besetzter Gegner

„Rossiyanka hat 14 Nationalspielerinnen in seinen Reihen, die sich als Profis alle nur aufs Fußballspielen konzentrieren können. Daher waren wir über die Leistung der Russinnen nicht überrascht. Denn die Zeiten, als man als deutsches Team im Viertelfinale eines Europapokals einfach durchmarschieren konnte, sind lange vorbei. Andere Nationen haben deutlich aufgeholt“, ordnete Frankfurts Trainer Hans-Jürgen Tritschoks das Remis ein. Um gleich anzufügen: „Für uns ist das Ergebnis eine gute Ausgangsbasis für das Rückspiel.“

Sein Gegenüber Wladimir Gerasimow haderte hingegen ein wenig mit dem Ergebnis, denn sein Team hatte dem zweimaligen Cupsieger aus der hessischen Metropole alles abverlangt. Von einem „schmeichelhaften Unentschieden“ spricht die Frankfurter Rundschau. „Das 0:0 spiegelt das Spiel nicht wider, wir hätten gewinnen müssen“, meinte Gerasimow.

Kleine Spitze gegen Potsdam?

Rundherum positiv bewerteten die Gäste jedoch die Platzverhältnisse. Zwar ist in der Pressemitteilung des FFC von „tiefem und weichem Untergrund“ die Rede, doch unter diesen Bedingungen sei der Platz in „optimalem Zustand gewesen.“ Ein Lob ließ auch FFC-Manager Siegfried Dietrich folgen: „Sie haben sich um alles gekümmert, waren sehr gute Gastgeber und haben bewiesen, dass sie nicht nur ein professionelles Team auf dem Rasen sondern auch im Umfeld haben.“ Ein Lob, das in dieser Überschwänglichkeit sicherlich nicht von den heftigen Diskussionen nach dem Bundesliga-Topspiel in Potsdam zu trennen ist.

Auf ein Ende des Winterwetters hoffen alle Beteiligten jetzt mit Blick auf das Rückspiel am Mittwoch. Geht alles glatt (nur im übertragenen Sinne zu verstehen), dürfte am Sonntag im Bundesliga-Heimspiel gegen den TSV Crailsheim Mittelfeldregisseurin Renate Lingor ihr Comeback feiern, nachdem sie eine Muskelverletzung im Anschluss an die WM bis heute zum Zuschauen gezwungen hatte.

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Christian
Christian

Ich denke, man sollte das Lob an die russischen Gastgeber eher vor dem Hintergrund der Bedingungen bei der vorangegangenen Minirunde in Belgien sehen. Denn die waren wohl alles andere als gut (schlechte Unterkunft und Verpflegung, kleiner Platz ohne ausreichende Beleuchtung, miserable Umkleidekabinen)!

Detlef
Detlef

@Christian,
Du kannst Katja schon glauben, wenn sie von einer „Spitze gegen Potsdam“ schreibt, sie kennt das Frankfurter Umfeld recht gut!!!
Aber WARUM muss denn schon um 13.30 Uhr angepfiffen werden???
Da es die (äußerst professionelle) Frankfurter Spielstätte so verlangt!!!
Zur allerbesten Sendezeit für Hausfrauen/-männer, Arbeitslose, Rentner und Schulschwänzer!!!

Christian
Christian

@Detlef Du glaubst jetzt auch nur das, was in dein „Weltbild“ paßt und unterschlägst auch noch geflissentlich das Fragezeichen, das hinter der Zwischenüberschrift steht (oder setzt du deshalb immer DREI Frage- oder Ausrufezeichen, weil du ein einzelnes Satzzeichen nicht mehr erkennst???)!!! Aber Spaß beiseite. Die Herstellung eines Bezugs der Aussage zum Spiel in Potsdam ist auf den ersten Blick genauso naheliegend, wie unangebracht. Für die Spielaustragung in Babelsberg war die Schiedsrichterin verantwortlich, genauso wie für das Freischippenlassen der Strafräume. Mit diesen Entscheidungen hat der gastgebende Verein wenig zu tun, das wissen auch die Verantwortlichen beim 1. FFC Frankfurt. Anders sieht… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

@Christian, wie mein „Weltbild“ aussieht, kannst Du gar nicht wissen!!! Ich kritisiere Frankfurt genauso, wie ich auch TURBINE kritisiere!!! SiDi lässt keine Möglichkeit aus, Potsdam zu kritisieren!!! Schröder im Gegenzug aber auch nicht!!! Bei beiden kommt dabei oft (nicht immer) nur „Müll“ raus, weil das Verhältnis zu emotional ist!!! So ein Disput gibt es komischerweise zwischen Duisburg und Frankfurt, bzw Duisburg und Potsdam nicht!!! Gerade weil in Frankfurt so professionell gearbeitet wird, wäre eine spätere Anstoßzeit besser gewesen!!! Der Gegner ist allerdings nicht so zugkräftig, dass man mit Teufelsgewalt, eine spätere Übertragung für unbedingt notwendig gehalten hätte!!! Aber DANKE für… Weiterlesen »

Tom Schlimme
Tom Schlimme

Frankfurts Manager Siggi Dietrich hat sich gestern in der Pressekonferenz zur Anstoßzeit geäußert. Dabei hat er auch bedauert, dass das Spiel zu einer für die Zuschauer ungünstigen Zeit angepfiffen werden muss. Grund hierfür ist letztlich einfach die Tatsache, dass im Stadion noch kein Flutlicht existiert. Da prinzipiell Zeit eingeplant werden muss für eine mögliche Verlängerung und Elfmeterschießen, läßt sich an der Anpfiffzeit nicht viel drehen, auf keinen Fall kommt man zu einer Zeit, an der der arbeitende Teil der Bevölkerung schon Freizeit hat. An dem Problem wird aber gearbeitet, ab 2009 soll es dann Flutlicht geben. Man mag es als… Weiterlesen »

Lucy
Lucy

Bravo Tom, Hauptsächlich für deinen letzten Absatz ! 🙂

Katja Öhlschläger
Katja Öhlschläger

Vielen Dank für die vielen Meinungen! Ich denke, Aussagen lassen sich immer verschieden interpretieren. Interpretationen und Spekulationen, über die man kontrovers diskutieren kann, gehören zu Blogs wie Eier zu Ostern. Wer sich ein bisschen in der Blogosphäre umschaut, der merkt, dass es gerade auch eine gewachsene Diskussionskultur ist, die eine Sportart zusätzlich reizvoll machen kann. Meiner Meinung nach hat der Frauenfußball (in Deutschland) da noch viel Nachholbedarf. Schaut man sich mal im englischsprachigen Bigsoccer-Forum um, kam ein WM-Spiel dort locker mal auf 20 oder 30 Forumsseiten. Dabei gehört es dazu, dass einem manche Meinungen weniger passen als andere und bestimmte… Weiterlesen »

Tom Schlimme
Tom Schlimme

Ich muss zugeben, dass ein Blog für mich etwas neues ist. Insofern bin ich mit der Kultur in einem Blog auch noch nicht wirklich vertraut. Für mich haben eure Beiträge in der Regel Newscharakter und sind journalistisch auch so gut gemacht, dass sie jederzeit als Nachrichten bzw. als objektive Artikel über den Frauenfußball durchgehen würden. Artikel, die Diskussionen auslösen sollen, das ist mir schon klar, aber das können objektive und journalistisch einwandfreie Artikel genauso. Übrigens bieten auch immer mehr Tageszeitungen die Möglichkeit, Artikel online zu kommentieren. Bei genauerem Nachdenken sehe ich jetzt auch, dass sich der obige Artikel, du nennst… Weiterlesen »

Christian
Christian

@Katja Im großen und ganzen kann ich dir zu deinen allgemeinen Aussagen folgen. Ich gebe aber zu bedenken, daß Artikel bei womensoccer oft so sachlich geschrieben sind, daß sie Nachrichtencharakter haben. Vielleicht – so meine Anregung als ein in der Blogosphäre auch noch nicht ganz heimischer Mensch – sollte eine persönliche Meinung eines Autors besser erkennbar gemacht werden. Und noch mal zum Diskussionspunkt: Tritschoks hat sich darüber aufgeregt, daß das Spiel in Potsdam angepfiffen wurde. Sein Ärger richtete sich damit vornehmlich gegen die Schiedsrichterin als Verantwortliche und nicht gegen Gastgeber Turbine. Im übrigen fehlen doch auch vergleichbare Verhältnisse zwischen dem… Weiterlesen »

Sant
Sant

Ich schaue mir gern das Spiel, aber ich kann nicht. Wie Tom erklärte, hat das Stadion kein Flutlicht. Meine Frage ist auch, warum verlagert sich der Spielort nicht nach Bornheim-Hang?

Und Erinnerung an UEFA-CUP-Finale 2006 in POT – es sah auf dem Platz wirklich schlimm aus.

Christian
Christian

@Sant
Am Bornheimer Hang haben gerade die Umbauarbeiten begonnen. Nächstes Jahr zu dieser Zeit wäre das erneuerte Stadion sicherlich eine Alternative.