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2007

Bundesliga-Topspiel lässt Emotionen hochkochen

Nach dem 1:1 (0:0)-Unentschieden im Topspiel der Frauenfußball-Bundesliga zwischen Turbine Potsdam und dem 1. FFC Frankfurt und den ersten Punktverlusten für den Meister ließ FFC-Trainer Hans-Jürgen Tritschoks seinen Emotionen freien Lauf.

„Ich bin stinksauer“, schimpfte er über die seiner Meinung nach irregulären Platzverhältnisse. „Das war nur Kick-and-Rush und hatte mit Fußball nur noch wenig zu tun“, wetterte er. „Unbegreiflich, dass die Partie überhaupt angepfiffen wurde. Das bringt den Frauenfußball nicht weiter.“

In der FFC-Pressemitteilung wollte man sogar eine „Schneeballschlacht” im Karl-Liebknecht-Stadion gesehen haben. Potsdams Trainer Bernd Schröder hatte eine andere Sicht der Dinge und konterte: „Wir sind eine Freiluftsportart, also muss man auch mit solchen Bedingungen klar kommen. Man sollte nicht das Bild vermitteln, dass Frauenfußball nur bei Sonnenschein stattfinden kann.“

Und in der Tat fanden im deutschen Fußball in der Vergangenheit schon bei ganz anderen Verhältnissen Fußballspiele statt. Schiedsrichterin Anja Kunick war nach mehrfacher Platzbegehung zu dem Schluss gekommen, dass die Partie stattfinden kann. Eine Entscheidung, mit der beide Teams gleichermaßen klar kommen mussten, auch wenn sie die technisch versierten Frankfurterinnen nicht unbedingt begünstigte.

Pfosten und Latte verhindern Tore in Halbzeit eins

Vor den Aussagen der Beteiligten sahen die 1.102 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion auf dem schneebedeckten Boden eine spannende Partie, bei der beide Teams gute Tor- und Siegchancen hatten. Bereits nach acht Minuten hätten die Gäste in Führung gehen können. Doch die frühere Potsdamerin Conny Pohlers scheiterte zweimal am Pfosten, Nadine Angerers Vertreterin im Potsdamer Tor Desirée Schumann hatte Glück, nicht früh hinter sich greifen zu müssen.

Doch die Gastgeberinnen versteckten sich nicht. Anja Mittag hatte die beste Chance der ersten Halbzeit, bei ihrem Lattenschuss wäre Frankfurts Keeperin Silke Rottenberg machtlos gewesen (36.). Kerstin Garefrekes verpasste mit einem Schuss über das Tor kurze Zeit später die mögliche Frankfurter Führung.

Frankfurt am Rand einer Niederlage

In der zweiten Halbzeit waren es die Potsdamerinnen, die die besseren Möglichkeiten hatten. Anfang der zweiten Halbzeit scheiterte Jennifer Zietz noch an Rottenberg, doch in der 84. Minute nutzte sie eine Unachtsamkeit in der Frankfurter Abwehr mit einem satten Schuss zur viel umjubelten Führung.

Doch die hielt nur drei Minuten: Dann war Garefrekes zur Stelle und verhinderte mit ihrem Kopfballtreffer die drohende erste Niederlage der Frankfurterinnen in der Frauenfußball-Bundesliga seit dem 0:4 beim FCR 2001 Duisburg am letzten Spieltag der Saison 2005/2006.

„Meine Mannschaft hat bis zum Schluss gekämpft und zumindest den einen Punkt noch erreicht“, so die Bewertung Tritschoks nach der Partie.

Neuerliche Pleite für Wolfsburg – Essen holt Punkt in München

In den anderen vier Spielen am sechsten Spieltag - das Spiel zwischen Tabellenführer FCR 2001 Duisburg und dem SC Bad Neuenahr wurde wegen der schlechten Platzverhältnisse abgesagt – kam Aufsteiger 1. FFC Saarbrücken beim 2:1 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg zum ersten Saisonsieg. Zwei Treffer von Nadine Kraus (54., 68.) sorgten für die Entscheidung und lange Gesichter beim im bisherigen Saisonverlauf enttäuschenden Wolfsburg. Shelley Thompson gelang für die Niedersachsen, die nach der Gelb-Roten Karte gegen Anna Blässe (62.) in Unterzahl spielten, nur noch der späte Anschlusstreffer (88.).

Keinen Sieger gab es beim 3:3 (1:2) zwischen dem FC Bayern München und der SG Essen-Schönebeck. Nach der frühen Bayern-Führung durch Nina Aigner (6.) schien Charline Hartmann mit drei Treffern in der 32., 36. und 61. Minute den Bayern den K.o. zu versetzen und Essens ersten Saisonsieg unter Dach und Fach zu bringen. Doch die Bayern bewiesen Moral, Sylvie Banecki (72.) und Julia Simic (77.) konnten den Gastgebern bei Regen und böigem Wind zumindest noch einen Punkt retten.

Bundesliga-Mittelfeld rückt zusammen

Claudia Nußelt sicherte dem TSV Crailsheim beim 1:0 (1:0-)-Arbeitssieg gegen den SC Freiburg drei wichtige Punkte und vergrößerte die Sorgen der Breisgauerinnen. Die SG Wattenscheid 09 kassierte nach dem Überraschungssieg gegen Bayern München beim 0:1 (0:1) in Hamburg die vierte Niederlage im sechsten Spiel, Denise Lehmann gelang nach 32 Minuten der Siegtreffer für die Hanseaten.

Nach dem sechsten Spieltag sind die Teams in der Tabelle noch enger zusammengerückt. Hinter dem Top-Trio Duisburg, Frankfurt und Potsdam liegen zwischen dem viertplatzierten Bayern München und dem Elftplatzierten Wattenscheid 09 gerade einmal vier Punkte. Für Spannung in den nächsten Wochen ist also gesorgt.

Potsdam gegen Frankfurt - hätte das Spiel wegen des Schnees abgesagt werden müssen?