Abstellungen zur Militär-WM
Der Bericht auf Womensoccer.de hat eine Diskussion zu dieser Thematik entfacht. Wir möchten an dieser Stelle als SG Wattenscheid 09 Frauenfußball - Abteilung unsere Sicht der Dinge darstellen.
Im Fall Kerstin Stegemann war es so, dass bereits während der Vertragsgespräche klar war, dass Kerstin auf jeden Fall zur Militär-WM fahren möchte. Die damals angebrachten Gründe sind für uns vollkommen nachvollziehbar. Unsere Spielerin möchte ihrem Hauptarbeitgeber etwas von dem zurück geben, was sie an Vorteilen genießt. Das ist vollkommen legitim und auch moralisch korrekt.
Die Bundeswehr ist Arbeitgeber von hunderten Leistungssportlern. Ohne diesen Arbeitgeber könnten die Atlethen ihrem Sport nicht in dieser Intensität nachgehen. Als bestes Beispiel dienen hier die Wintersportarten. Gäbe es die Bundeswehr nicht, hätte Deutschland kaum eine Medaille bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften geholt.
Wenn also nun der 1. FFC Frankfurt eine Silke Rottenberg nicht gehen lässt, dann ist das sicher Sache des Vereins und der Spielerin. Gegenüber der Bundeswehr ist es aber eher nicht korrekt.
Wir sehen eines der Hauptprobleme auch darin, dass der DFB aufgrund der Abstellungen die Spiele der betroffenen Vereine nicht verschiebt, weil es sich bei dem CISM -Turnier nicht um eine offizielle FIFA- oder UEFA-Maßnahme handelt. Der DFB profitiert aber auch von den Spielerinnen der Sportfördergruppe (Stegemann, Laudehr, Bajramaj, Pohlers, Rottenberg etc.).
Hier müsste dringend eine Lösung her, denn es kann nicht sein, dass man auf einer Seite die Vorteile nutzt, und auf der anderen Seite die Vereine im Regen stehen lässt, die solche Spielerinnen unter Vertrag haben.
Hans Peter Agreiter ist Abteilungsleiter für Frauen- und Mädchenfußball bei der SG Wattenscheid 09, bei der Nationalspielerin Kerstin Stegemann unter Vertrag steht. Stegemann wechselte vor der aktuellen Saison nach Wattenscheid und nimmt als Trainerin an der Militär-WM in Indien teil.