Die Top-10-Spielerinnen der WM-Vorrunde

Von am 21. September 2007 – 14.38 Uhr 3 Kommentare

24 von 32 WM-Partien sind absolviert, von allen 16 Mannschaften haben wir drei Spiele gesehen. Zeit für uns, einmal zu resümieren, wer uns besonders positiv aufgefallen ist. Markus und ich haben aus diesem Anlass eine Top-10-Liste der Spielerinnen aufgestellt, die der WM aus unserer Sicht bisher ihren Stempel aufgedrückt haben. Wir haben die Spielerinnen in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

Daniela Alves (Brasilien):

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Daniela Alves ist der heimliche, dafür aber umso wirkungsvollere Star im Team des Viertelfinalisten Brasilien. Die Spielgestaltung der Südamerikanerinnen liegt in ihren Händen (oder besser Füßen), sie ist die Frau für die öffnenden Pässe und die Standardsituationen. Wenn Weltfußballerin Marta glänzt, war es nicht selten Daniela, die ihr den Freiraum geschaffen oder sie mustergültig bedient hat.

Darüber hinaus beweist sie stets auch ihre Torgefahr, die in erster Linie von ihren kräftigen Distanzschüssen ausgeht. Gegen Neuseeland leitete sie im ersten Gruppenspiel mit einem 25-Meter-Hammer den 5:0-Erfolg ein.

Ragnhild Gulbrandsen (Norwegen):

Ob zum Auftakt gegen Kanada, ob gegen Australien oder gegen Ghana: Ragnhild Gulbrandsen hat immer getroffen. Ob mit dem Kopf oder mit dem Fuß – egal. Mit bisher fünf Treffern führt sie die Torschützenliste an, gegen Ghana erzielte sie das 500. Tor in der WM-Geschichte. Sie könnte damit zum entscheidenden Puzzleteil werden, das dem Gesamtkunstwerk der norwegischen Nationalmannschaft noch gefehlt hat.

Denn die Torausbeute war immer das Manko der Truppe von Bjarne Berntsen gewesen. Berntsen darf sich darüber doppelt freuen, überredete er die 30-Jährige doch zur Rückkehr ins Nationalteam, nachdem sie 2005 in Folge zahlreicher Knieverletzungen ihre Fußballschuhe bereits an den Nagel gehängt hatte.

Kara Lang (Kanada):

Neben all den Rekorden, die Kanadas Torjägerin Christine Sinclair bei dieser WM abgeräumt hat, drohte eine Spielerin ganz unterzugehen, die gemeinsam mit Candace Chapman im offensiven Mittelfeld Kanadas den Ton angab. Es ist Kara Lang von den Vancouver Whitecaps. Obwohl erst 20 Jahre alt, wusste sie sich schon durch eine enorme Spielübersicht, präzise Flanken und technische Raffinesse auszuzeichnen.

Gegen Ghana bereitete sie das 1:0 durch Sinclair mit einer weiten Flanke vor. Vor dem 3:0 umspielte sie erst ihre Abwehrspielerin und dann Torfrau Memunatu Sulemana, um Sinclair die Kugel schließlich direkt in den Lauf zu spielen. Mit Sicherheit eine Entdeckung, von der wir in den nächsten Jahren noch einiges hören werden.

Collette McCallum (Australien):

Wenn nach den positiven Überraschungen dieser WM gefragt wird, so wird oft der herzerfrischende Offensivfußball der Australierinnen genannt. Entscheidenden Anteil daran hat die erst 21-jährige Mittelfeldregisseurin Collette McCallum.

Sie schickt die schnellen Spitzen wie Sarah Walsh, Caitlin Munoz oder Jokerkönigin Lisa De Vanna. Dazu entwickelt McCallum auch bei Standardsituationen oder mit Fernschüssen ohne Ansatz eine enorme Torgefahr. Gegen Kanada gelang ihr per Freistoß der wichtige Ausgleich zum 1:1.

Perpetua Nkwocha (Nigeria):

Zwar schloss Nigeria die Gruppe B als Vierter vermeintlich abgeschlagen ab, doch insgesamt kassierte man gegen die starken Gegner aus Schweden, Nordkorea und den USA nur vier Gegentreffer. Beim 1:1 gegen Schweden wäre am Ende sogar noch ein Sieg möglich gewesen.

Die Frau, von der die dafür nötigen Impulse immer wieder ausgingen, heißt Perpetua Nkwocha. Die 31-Jährige kurbelte das Offensivspiel immer wieder an, sorgte im abschließenden Gruppenspiel gegen die USA für Entlastungsangriffe und hatte in der 75. Minute, als sie Cat Whitehill mit zwei schönen Körpertäuschungen vernaschte, sogar den Ausgleichstreffer auf dem Fuß.

Birgit Prinz (Deutschland):

Auch wenn die dreifache Weltfußballerin bisher noch nicht zur Höchstform auflief, unersetzbar war sie für ihr Team dennoch. Mit ihrer Schnelligkeit, Athletik und ihrem nie erlahmenden Kampfeswillen durfte sie sich bereits im Eröffnungsspiel über drei Treffer freuen.

Doch der wichtigste Treffer sollte Prinz im Spiel gegen Japan gelingen, als sie das so wichtige 1:0 auf dem Weg ins WM-Viertelfinale erzielte. Darüber hinaus sicherte sie sich damit einen weiteren Platz in der Historie als nun mehr beste Torschützin der WM-Geschichte mit 13 Toren.

Ri Kum-Suk (Nordkorea):

Seit vergangenem Jahr trägt die nordkoreanische Topstürmerin die Kapitänsbinde und im Auftaktspiel gegen die USA bewies sie, warum. In der hochklassigen Partie gab sie bereits nach 12 Sekunden mit einem gefährlichen Schuss die Marschroute ihrer Mannschaft vor.

In der Folge glänzte sie als Ballverteilerin im Mittelfeld und bereitete den 1:1-Ausgleichstreffer vor. Unermüdlich trieb sie ihr Team nach vorne auch in den weiteren Partien nach vorne. Gegen Nigeria erzielte sie, die bereits ihre dritte Weltmeisterschaft spielt, mit einem Kopfball das 2:0 für ihre Mannschaft.

Cheryl Salisbury (Australien):

Ohne ihren Fels in der Brandung hätte die australische Nationalmannschaft wohl nicht das Viertelfinale der WM erreicht. Die erfahrene Spielführerin der Matildas überzeugte im bisherigen Turnierverlauf durch ein gutes Stellungsspiel, mit dem die so wichtigen Punktgewinne gegen Norwegen und Kanada realisiert werden konnten.

Zudem war sie es, die im Spiel gegen die Ahornblätter mit ihrem Ausgleichstreffer zum 2:2 in der Nachspielzeit das Tor zur Runde der letzten Acht aufstieß. Ihr Job als Motivationstrainer hilft ihr auch auf dem Fußballplatz, vor allem aus den jungen Spielerinnen das Beste herauszuholen.

Kelly Smith (England):

Gegen Japan machte die 28-jährige Engländerin bei ihrem WM-Debüt mit zwei feinen Einzelleistungen aus einem Rückstand eine Führung, gegen Argentinien war sie wieder zweimal zur Stelle. Ohne Kelly Smith würde es England gewaltig an Durchschlagskraft mangeln. Mit ihrer Schnelligkeit, Athletik und Technik gehört sie bisher zu den auffälligsten WM-Spielerinnen.

Vor der ehemaligen WUSA-Spielerin fürchtet sich die Verteidigung der USA vor dem Viertelfinale am meisten. Smith ist eine heiße Anwärterin für die Auszeichnungen zum Goldenen Schuh (Beste Torschützin) und zum Goldenen Ball (Beste Spielerin).

Abby Wambach (USA):

In einer bisher nicht besonders überzeugenden U.S.-Mannschaft war es Stürmerin Abby Wambach die dem Spiel ihres Teams den Stempel aufdrückte. Weder durch eine Zehenverletzung vor dem Turnier noch durch eine blutige Platzwunde nach einem Zusammenprall mit Ri Kum-Suk im Spiel gegen Nordkorea ließ sie sich aus der Ruhe bringen.

Im Spiel gegen Schweden schoss sie eines der bisher schönsten Turniertore, als sie den Ball an der Strafraumkante mit der Brust stoppte, kurz aufkommen ließ und dann trocken im Netz des schwedischen Tores versenkte.

3 Kommentare »

  • Rainer sagt:

    Unter den 10 fehlt natürlich Marta.

    Beim 4:0 gegen China zwei Tore vorbereitet, zwei geschossen. Zwei Tore gegen Neuseeland.

    Daniela hat mir allerdings auch imponiert.

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  • michael sagt:

    Sinnvoll beim Fußball wären 11 Spielerinnen.Es fehlt eine Torfrau, z.B. Nadine oder die Norwegerin .

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  • Markus Juchem sagt:

    Hallo michael, wir fanden nicht, dass die Torhüterinnen dieser WM in der Vorrunde dem Turnier ihren Stempel aufgedrückt haben. Nadine Angerer hatte wenig Gelegenheit sich auszuzeichnen, die von dir angesprochene Bente Nordby wirkte in einigen Aktion (vor allem im Spiel gegen Ghana) alles andere als sicher.

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