Vorschau: Schweden – Nordkorea

Von am 18. September 2007 – 8.47 Uhr 4 Kommentare

Therese Sjögran„Alles oder nichts“, heißt es heute für Vizeweltmeister Schweden im abschließenden Gruppenspiel gegen die bisher stark auftrumpfenden Nordkoreanerinnen. Einen Sieg mit drei Toren Unterschied benötigt die Elf von Trainer Thomas Dennerby, um noch ins WM-Viertelfinale einziehen zu können, wo Deutschland ein möglicher Gegner sein könnte.

Nordkorea reicht bereits ein Punkt für den Einzug ins Feld der letzten Acht. Doch auch die Asiatinnen werden gewinnen wollen, um sich im Fernduell mit den USA, die zeitgleich auf Nigeria treffen, möglicherweise noch den Gruppensieg zu sichern und damit Deutschland aus dem Weg zu gehen.

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Schweden:

Zweimal trafen die beiden Mannschaften bereits aufeinander, beide Male behielten die Schwedinnen die Oberhand. Doch bisher konnten sich die Skandinavierinnen bei der WM noch nicht von ihrer starken Seite zeigen. Morgen haben sie dazu die vielleicht letzte Gelegenheit.

Es passte vieles nicht in den ersten beiden Gruppenspielen gegen Nigeria und die USA. Im Mittelfeld konnte die Lücke, die die langjährige Kapitänin Malin Moström hinterließ, noch nicht geschlossen werden. Im Angriff wirkt Hanna Ljungberg nach ihren vielen Verletzungen noch lange nicht fit.

Lotta Schelin, Schwedens Fußballerin des Jahres 2006, an die viele Erwartungen geknüpft wurden, bleibt weit hinter ihren Leistungen im Verein zurück. Und Torfrau Hedvig Lindahl, die nach ihrem Kreuzbandriss fast ohne Spielpraxis nach China gereist war, patzte gegen die USA gleich mehrere Male. Ihr schwerster Fehler führte zum Elfmeter für die USA und damit zur Vorentscheidung. Sofia Lundgren, die bei Aufsteiger AIK durchgespielt hat, wäre eine Alternative.

Umso erstaunlicher ob dieser Mängelliste hören sich die Durchhalteparolen von Trainer Dennerby an. „Wir hatten bisher kein Glück und haben erst einen Punkt auf dem Konto. Trotzdem werden wir alles tun, um zu unserer gewohnten Stärke zurückzufinden und das dritte Gruppenspiel zu gewinnen.“

Mit Blick auf die Partie gegen Nordkorea meinte er trocken, man brauche ein Tor alle halbe Stunde. Eine schwedische Boulevardzeitung zog einen mehr als zweifelhaften Vergleich und nannte ihn dafür „Bagdad Bob“. Hanna Ljungberg hat eine etwas vorsichtigere Sicht auf die Dinge: „Wir geben uns keinen Illusionen hin. Nach der Niederlage gegen die USA wird es für uns verdammt hart.“

Nachdem am Wochenende mehrere Spielerinnen das Training abbrechen mussten, hat sich das Lazarett heute wieder etwas gelichtet. Lediglich Caroline Seger und Linda Forsberg konnten nicht trainieren. Forsberg wird vermutlich ausfallen, Seger meint: „Es könnte schlimmer sein.“

Nordkorea:

Die Truppe von Trainer Kim Kwang-Min gehört im bisherigen Turnierverlauf zweifelsohne zu den positiven Überraschungen dieser WM. Wusste vor dem ersten Spiel keiner, was man von den Asiatinnen wirklich erwarten konnte, boten sie schon in ihrer ersten Partie gegen die USA (2:2) eine Demonstration ihrer Klasse.

Sicher und trickreich am Ball, schnell im Passspiel und immer über 90 Minuten hochkonzentriert – alles Eigenschaften, die es den Gegnern schwer machen, den Asiatinnen eine Niederlage beizufügen. Erst recht eine hohe, wie sie die Schwedinnen brauchen. Der Rückstand gegen die USA nämlich hatte die Nordkoreanerinnen überhaupt nicht aus der Ruhe gebracht. Souverän zogen sie ihr Spiel durch.

Angeführt werden sie dabei von Kapitänin Ri Kum-Suk, die für die Wahl zur Asiens Spielerin des Jahres 2007 nominiert wurde und 2006 auch auf der Liste zur Weltfußballerin des Jahres stand. Ihre Ziele formuliert sie forsch: „Wir hatten in Asien Erfolg. Aber jetzt wollen wir beweisen, dass wir eine Weltmacht sind!“

Hautnah könnten dies im Viertelfinale die Deutschen zu spüren bekommen. Dann ist Nordkorea nämlich, sollten sie Gruppenzweiter werden, der kommende Viertelfinal-Gegner. Doppelter Grund also, morgen alle Augen nach Tianjin zu richten.

Gesperrt:
Schweden: –
N0rdkorea: –

Mit einer gelben Karte vorbelastet:
Schweden: Therese Sjögran, Stina Segerström, Caroline Seger
Nordkorea: Jong Pok-Sim, Ri Kum-Suk
Mein Tipp: 3:1 für Nordkorea
Tipp von Markus: 1:1
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4 Kommentare »

  • Rainer sagt:

    Die meisten der gestern angeschlagenen Spielerinnen werden wohl heute auflaufen. Linda Forsberg scheint die einzige zu sein, die nicht spielen kann.
    Im Fussball ist vieles möglich. Ein schnelles Tor und mehr Fluss im Spiel und das ganze über 90 Minuten und alles ist drin. Ich bin Optimist.

    Schweden gewinnt 4:0.

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  • Markus Juchem sagt:

    Schweden gewinnt 2:1 und verabschiedet sich erhobenen Hauptes vom Turnier. Nordkorea wird Gruppenzweiter und ist Deutschlands Gegner im Viertelfinale am kommenden Samstag in Wuhan.

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  • Max Diderot sagt:

    Heja Sverige! Ein tolles Spiel der schwedischen Damen. Viel Kampf, ein wenig Technik und kein Krampf. Schade, dass es für die Schwedinnen nicht zum Viertelfinaleinzug gelangt hat.

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  • Rainer sagt:

    Ich habe es geschafft, mich nicht via Internet während der Arbeit über den Spielstand zu informieren und das Spiel gerade angeschaut. Eine tolle Leistung der Schwedinnen – Therese Sjögran mit einer Weltklasseleistung und endlich konnte Lotta Schelin zeigen, was in ihr steckt, besonders das zweite Tor zeigte ihre Klasse nach einem grandiosen Pass von Victoria Svensson.
    Heute gefielen auch die jungen Schwedinnen und wie Göteborgs Trainer Martin Pringle sagte, werden Caroline Seger, Nilla Fischer und Lotta Schelin noch reifer und besser werden. Der vermeintliche Abstand zu den anderen Nationen ist so gross nicht.
    Man hat die WM durch fünfzehn schwache Minuten gegen Nigeria verpatzt, darin waren sich alle einig.
    Schaun mer mal, wie die Däninnen gegen Brasilien spielen, dann gibt es ein Play-Off gegen Dänemark um den Platz bei Olympia.

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