Schweden gewinnt, doch es reicht nicht – USA und Nordkorea im Viertelfinale

Von am 18. September 2007 – 18.43 Uhr

Jubel bei SchwedenNach Deutschland und England am gestrigen Tag ziehen auch die USA und Nordkorea ins Viertelfinale der fünften Frauenfußball-Weltmeisterschaft in China ein. Den USA reichte ein glanzloser 1:0-Erfolg gegen Nigeria, um als Gruppenerster weiterzukommen und damit am Samstag um 14 Uhr Gegner Englands zu sein.

Die deutsche Nationalmannschaft bekommt es am Samstag bereits um 11 Uhr mit Nordkorea zu tun. Zwar verloren die Asiatinnen heute verdient mit 1:2 gegen Schweden, doch durch das bessere Torverhältnis rettete sich die Mannschaft von Trainer Kim Kwang-Min noch in die nächste Runde. Vizeweltmeister Schweden muss damit schon nach der Vorrunde die Sachen packen, obwohl die Mannschaft von Thomas Dennerby sich heute gut verkaufte.

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Schwedischer Offensivdrang durch Fernschuss jäh gestoppt

Die 82. Spielminute am 11. September 2007, genau vor einer Woche also, werden die Schweden vermutlich noch lange verfluchen. In diesem Moment traf die Nigerianerin Cynthia Uwak, die ausgerechnet bei Falköpings in Schweden ihre Brötchen verdient, zum späten Ausgleich gegen das Dreikronenteam und stiebitzte den Schwedinnen damit genau die Punkte, die ihnen heute fehlen.

Das 2:1 gegen Nordkorea, herausgespielt durch zwei sehenswerte Treffer von Lotta Schelin, lässt die Dennerby-Elf damit nur noch erhobenen Hauptes nach Hause fahren. Immerhin, doch der verpasste Viertelfinal-Einzug ist natürlich eine herbe Enttäuschung.

Dabei hatte es so gut angefangen. Aggressiv, mutig im Spiel nach vorne und mit viel Leidenschaft legten die Skandinavierinnen los. Dass sie ihre Chance beim Schopfe packen wollten, war deutlich zu spüren. Auch das frühe Tor, das man sich für die Aufholjagd gewünscht hatte, fiel. Schelin köpfte nach schöner Vorlage von Therese Sjögran schon nach vier Minuten zum 1:0 ein. Alles lief blendend für den Vizeweltmeister. Die meisten Zweikämpfe wurden gewonnen, die Abwehr um Hanna Marklund ließ nichts anbrennen. Zwei Tore in den noch verbleibenden 85 Minuten – das schien drin.

Umso bitterer dann in der 22. Minute die kalte Dusche. Einen Freistoß von Sjögran konnten die Nordkoreanerinnen abblocken und schnell kontern. Ri Un-Suk sah, dass Torfrau Hedvig Lindahl noch zu weit vor dem Kasten stand und zog aus fast 25 Metern mit viel Wucht ins rechte obere Eck ab. Ausgleich, 1:1. Jetzt waren wieder weitere drei Treffer nötig, um noch an den Asiatinnen vorbeizuziehen.

Die Nerven bei den Schwedinnen waren nun zum Zerreißen angespannt. Viele kleine Nickeligkeiten bestimmten die nächsten Minuten. Der Angriffsdruck der Schwedinnen war zunächst einmal gebremst. Dass noch vor der Pause Hanna Ljungberg erneut am Oberschenkel behandelt und für Sara Thunebro ausgewechselt werden musste, schlug sich auch nicht unbedingt positiv auf das Selbstbewusstsein der Schwedinnen nieder.

In der zweiten Halbzeit keimte nach dem schnellen 2:1 durch Schelin nach schöner Vorarbeit von Victoria Svensson (54.) noch einmal Hoffnung auf, doch die Nordkoreanerinnen waren nun besser im Spiel und zeigten sich auch ihrerseits regelmäßiger in der Offensive. Die Schwedinnen konnten daher ihre Defensive nicht vollends aufgeben und taten sich im Herausspielen guter Chancen zunehmend schwerer. Es blieb beim 2:1.

USA glanzlos zum Sieg

Im Parallelspiel der Gruppe B hatten die USA gegen Nigeria die vermeintlich leichteste Aufgabe zu bewältigen. Nach dem frühen 1:0 von Lori Chalupny in der 1. Minute sah auch alles nach einem klaren und hohen Sieg der USA aus. Doch keiner ahnte, dass dies bereits der letzte Treffer der Begegnung gewesen sein sollte.

Im Regen von Shanghai boten die darauf folgenden 89 Minuten fußballerische Magerkost. Die USA hatten den Schongang eingelegt und beschränkten sich darauf, das Spiel zu kontrollieren. Lediglich Abby Wambach und Kristine Lilly erarbeiteten sich unermüdlich Chancen, die dann aber teils kläglich vergeben wurden.

Die Selbstsicherheit, um auch mit halber Kraft einen Gegner wie Nigeria höher zu besiegen, fehlt der Ryan-Elf derzeit augenscheinlich. Vieles blieb auf Seiten der USA Stückwerk, Kreativität und Spielwitz Mangelware. Nigeria wusste sich dies erst im zweiten Spielabschnitt zunutze zu machen und konnte die Partie in den zweiten 45 Minuten etwas ausgeglichener gestalten. Perpetua Nkwocha in der 75. Minute und Ogonna Chikwudi hatten sogar gute Gelegenheiten zum Ausgleich. Die Abwehr der US-Girls offenbarte dabei so manche Schwäche.

So bleibt die Erkenntnis, dass auch den USA noch einiges zur Bestform fehlt. Der Schock des 2:2 gegen Nordkorea am ersten Spieltag scheint Spuren hinterlassen zu haben. Die Nordkoreanerinnen ihrerseits konnten heute nicht an die Form der ersten beiden Spiele anknüpfen, trafen allerdings auch auf eine starke, im Abschluss aber manchmal zu ungestüme schwedische Elf. Vielleicht hat Nordkorea aber auch nicht alles abgerufen. Die Viertelfinals am Samstag zwischen Deutschland und Nordkorea sowie den USA und England versprechen jedenfalls reichlich Spannung.

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