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2007

Vorschau Norwegen – Kanada

Eigentlich hätte die zweite Partie der Gruppe C am Mittwoch (14.00 Uhr) das große Wiedersehen von Even Pellerud, dem norwegischen Trainer Kanadas, und dem von ihm früher betreuten Team aus Norwegen werden sollen, das er 1995 zum Weltmeistertitel führte. Doch daraus wird nichts, denn Pellerud muss das Auftaktspiel seiner Schützlinge von der Tribüne aus verfolgen , da er gesperrt ist.

Und auch sonst könnten die Vorzeichen für sein Team vor dem Aufeinandertreffen mit einem der heißen Titelfavoriten besser stehen. Bei den deftigen Niederlagen (2:6 gegen die USA, 0:7 gegen Brasilien) in der Vorbereitung hat man nicht gerade Selbstvertrauen getankt. Und in bisher acht Aufeinandertreffen hat man die Skandinavierinnen noch nie bezwingen können und teils herbe Niederlagen kassiert.

Siebenmal gewann Norwegen bei nur einem Remis. Auch bei Weltmeisterschaften bekam man es bereits miteinander zu tun. 1995 gewannen die Norwegerinnen mit 7:0, 1999 mit 7:1. Doch derart viele Treffer dürfte man diesmal nicht zu sehen bekommen, denn beide Teams kennen sich gut und werden mit einer gewissen Vorsicht zu Werke gehen.

Die Vorbereitung der Kanadierinnen verlief unruhig, ganz anders als in Norwegen, wo Trainer Bjarne Berntsen in den vergangenen Monat gezielt und sehr geschickt seinen Kader in WM-Form gebracht hat. Gab es etwa im Februar noch eine 0:1-Niederlage gegen Japan, deutete man kürzlich bereits bei der knappen 0:1-Niederlage gegen die USA an, wozu man fähig ist. Das 2:2-Remis beim Welt- und Europameister Deutschland hat dann vollends gezeigt, dass sich das Team in China mit den Besten wird messen können.

Berntsen und sein Team fühlen sich wohl in der Rolle, nicht von vielen zu den Topfavoriten gezählt zu werden. „Ich kann das schon verstehen“, sagt der Coach. „Seit der EM 2005 waren wir nicht immer auf der Höhe der Topteams. Und wir haben noch zu beweisen, dass wir es jetzt sind“, erläutert er. Solveig Gulbrandsen soll im Mittelfeld die Fäden ziehen in einem Team, dass ganz darauf setzt, anders als früher, mit spielerischen Mitteln und nicht mit langen Bällen zum Ziel zu kommen. Und in China soll auch die Abschlussschwäche abgelegt werden.

Personell kann Berntsen nicht ganz aus dem Vollen schöpfen, Trine Rønning hat noch Trainingsrückstand und wird vermutlich noch nicht zum Einsatz kommen. Doch Spielerinnen wie die erfahrenen Bente Nordby und Ingvild Stensland sowie junge aufstrebende Talente wie Melissa Wiik werden dem Gegner das Leben schwer machen. Aus dem Spiel in Deutschland hat das Team eine Menge Selbstvertrauen gezogen, zuletzt wurde im Training noch einmal an der Chancenverwertung gefeilt. In der Vorbereitung wurde auch viel dafür getan, das Team weiter zusammen zu schweißen, etwa bei gemeinsamen Kinobesuchen.

„Wir müssen einfach an uns glauben“, gibt die erfahrene 131-fache Nationalspielerin Andrea Neil als Devise aus. „Aber ich denke, dass wir mit den weltbesten Teams mithalten können“, meint sie. Kara Lang hofft darauf, athletische Vorteile in die Waagschale werfen zu können. „Ich weiß nicht, ob sie für unsere athletische Spielweise bereit sind. Wir sind sehr stark, vielleicht das stärkste kanadische Team, das es je gab“, so die 20-Jährige, die ihre Knieverletzung überwunden hat.

Trainer Pellerud glaubt, dass das Spiel von der Taktik geprägt sein wird. „Wir kennen das norwegische Team sehr gut, und ich glaube, dass sie weniger über uns wissen, als wir über sie.“ Bei einem Geheimtraining am Tag vor dem Spiel gab der Trainer seinen Spielerinnen die letzten Anweisungen. Mit taktischen Überraschungen will Pellerud Norwegen überrumpeln, Christine Sinclair soll im Sturm für die nötigen Tore sorgen.

Mein Tipp: 1:0 für Norwegen Tipp Katja: 3:1 für Norwegen