Vorschau: Nigeria – Schweden

Von am 10. September 2007 – 12.00 Uhr 6 Kommentare

schelin_diamantbollen.jpgAfrikameister Nigeria hat sich für sein WM-Auftaktspiel (Dienstag, 14.00 Uhr, 75-minütige Aufzeichnung ab 16.00 Uhr auf Eurosport) besonders viel vorgenommen. Gegen den favorisierten Vizeweltmeister aus Schweden wollen die Westafrikanerinnen für die erste Überraschung der WM sorgen.

Und ein Blick in die Statistik dürfte dem Team Mut machen. Denn die Skandinavierinnen verloren bisher alle ihre WM-Auftaktspiele: 1991 mit 2:3 gegen die USA, 1995 mit 0:1 gegen Brasilien, 1999 mit 1:2 gegen China und 2003 mit 1:3 gegen die USA.

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Können Schwedens Spielerin des Jahres 2006, Lotta Schelin, die wiedergenesene Hanna Ljungberg und Spielführerin Victoria Svensson den Fluch der Vergangenheit überwinden?

Bisherige Spiele:

Nigeria und Schweden treffen zum zweiten Mal in Folge in den Gruppenspielen bei einer Frauenfußball-Weltmeisterschaft aufeinander. Bei der WM 2003 in den USA gab es einen klaren 3:0-Sieg für die Schwedinnen, die später erst im Finale an Deutschland scheiterten. Damals beim Spiel in Columbus erzielten Hanna Ljungberg (2) und Malin Moström die Tore zum Sieg erst nach der Pause. Nigeria musste ohne Punkte und Tore und mit elf Gegentreffern im Gepäck bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten.

Zuletzt traf man im Rahmen eines größeren Turniers bei den Olympischen Spielen 2004 aufeinander. Damals hatten die Schwedinnen in Volos große Mühe, um gegen die athletischen Nigerianerinnen nach dem 0:1-Rückstand durch Mercy Akide-Udoh durch zwei Treffer von Hanna Marklund und Malin Moström die Partie noch mit 2:1 zu gewinnen.

Schon einmal gelang Nigeria bei einer WM ein Sieg gegen ein skandinavisches Team. 1999 bezwang man Dänemark mit 2:0 und ist somit die einzige afrikanische Elf, die je ein europäisches Team bezwungen hat. Nigeria hält jedoch auch einen Rekord der negativen Art: Man hat die meisten WM-Spiele verloren (zehn von 13) und teilt sich mit Ghana und Japan den Negativrekord von vier Spielen in Folge ohne Torerfolg in diesem Wettbewerb. In den 13 WM-Partien fingen sich die Nigerianerinnen im Schnitt 3,38 Treffer pro Partie ein, die schlechteste Defensive der Mannschaften, die bisher bei allen Titelkämpfen dabei waren.

Nigeria:

Cynthia UwakDer verletzungsbedingte Ausfall der erfahrenen Spielführerin und Verteidigerin Kikelomo Ajayi (Rückenverletzung) ist genauso ein herber Verlust wie das Fehlen der routinierten Stürmerin Vera Okolo, die sich bei den All African Games im Juli eine Knieverletzung zuzog.

Ajayi ist dennoch nach China gekommen, um ihr Team zumindest moralisch zu unterstützen. Für gute Laune in der nigerianischen Mannschaft sorgte eine aufmunternde Botschaft der früheren Topspielerin Akide-Udoh, die am vergangenen Freitag ein gesundes Mädchen zur Welt brachte.

Acht Spielerinnen haben in den vergangenen Jahren im Ausland wertvolle Erfahrung gesammelt. Perpetua Nkwocha, Afrikas Spielerin der Jahre 2004 und 2005, spielte erst in China bei Tianjin Huisen, ehe sie vor einigen Monaten zu Sunnanå nach Schweden wechselte. Dort hinterließ sie schnell einen nachhaltigen Eindruck. Ihre Erfahrung gepaart mit dem Talent von Stürmerin Cynthia Uwak und der Übersicht von Stella Mbachu soll den Favoriten vor Probleme stellen.

Schweden:

Caroline Jönsson, Josefine Öqvist, Frida Nordin – die Liste der verletzten schwedischen Stammspielerinnen ist lang. Fragezeichen stehen zudem hinter dem Leistungsvermögen von Topstürmerin Hanna Ljungberg, die nach einer langwierigen Verletzung erst kürzlich wieder ihr Comeback gab, dort allerdings gleich zwei Tore schoss. Und damit noch nicht genug: Nilla Fischer klagt seit Samstag über Fieber, am Dienstag verzichtete sie deswegen auf das Abschlusstraining. Ihr Einsatz ist fraglich.

Nach einer laut Trainer Thomas Dennerby „rundum zufriedenstellenden Vorbereitung“ brennen die Spielerinnen auf ihren ersten Einsatz. Die Generalprobe zur WM gelang mit einem 2:1-Sieg gegen Dänemark. Im Tor wird als Jönsson-Ersatz Hedvig Lindahl stehen, die sich selbst erst im Januar einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Hanna Marklund soll der Abwehr Stabilität verleihen, offensiv ein Quartett aus Svensson, Ljungberg, Schelin und Therese Sjögran für Druck nach vorne sorgen.

Mein Tipp: 2:1 für Nigeria
Tipp Katja: 2:1 für Nigeria

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

6 Kommentare »

  • Markus Juchem sagt:

    @Rainer: Ich hoffe, Du kannst Katja und mir unsere Tipps verzeihen 😉

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  • Detlef sagt:

    @Markus,
    Komisch, plötzlich funktionierte der Link!!!
    Also ich habe ja nie ein Hehl daraus gemacht, das ich den SCHWEDINNEN diesmal den ganz großen Wurf zutraue!!!
    Leicht wird es gegen die geschmeidigen Afrikanerinnen sicherlich nicht, aber die individuelle Klasse der Svensson, Marklund und Schelin, wird am Ende den Unterschied ausmachen!!!
    Also mein Tip lautet 3:1 für Schweden!!!

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  • Rainer sagt:

    Habe kein Problem mit euren Tips, auch wenn ich davon ausgehe, dass Schweden das nach Hause schaukelt. Zu akribisch die Vorbereitung von Dennerby und seinen Damen. Nilla Fischer spazierte heute beim Training über den Platz. Falls sie ausfällt kommt vielleicht Sara Larsson, Alternative wäre Therese Sjögran zurück ins Mittelfeld zu holen und vorne Therese Lundin zu bringen, aber Nigerias gefährlichste ist Perpetua Nkwocha, deshalb rechne ich mit Larsson falls Fischer nicht fit ist.
    Nkwocha gegen Marklund, das Duell der beiden Vereinskameradinnen aus Sunnanå wird interessant. Ich habe die Finnin Sanna Valkonen in dieser Saison nur einmal in Verlegenheit geraten sehen und das war gegen Nkwocha.
    Dennoch, Schweden gewinnt mit 2:0.

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  • Markus Juchem sagt:

    Schweden wie vermutet ohne Nilla Fischer.

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  • Markus Juchem sagt:

    Halbzeitstand 0:0. In einer durchschnittlichen Partie hatte Schweden bisher die besseren Chancen, Nigerias Keeperin Precious Dede vereitelte aber einige gute Gelegenheiten. Victoria Svensson hatte Pech mit einem Lattenschuss, doch auch Nigeria weiß mit Einzelaktionen zu gefallen.

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  • Katja Öhlschläger sagt:

    Endstand 1:1 nach Treffern von Victoria Svensson (50.) und Cynthia Uwak (82.).

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