Favoritensiege, drei Remis und verschossene Elfer
Mit klaren Siegen haben sich Meister 1. FFC Frankfurt, FCR 2001 Duisburg und Turbine Potsdam in die WM-Pause verabschiedet. In Duisburg stellte Inka Grings einmal mehr ihre Treffsicherheit eindrucksvoll unter Beweis, obwohl gegen einen überforderten Gegner sogar noch mehr Tore drin gewesen wären.
Frankfurt und Potsdam taten sich eine Halbzeit lang schwer, bis die erwarteten Siege unter Dach und Fach gebracht waren. In Wolfsburg und Saarbrücken teilte man sich die Punkte ebenso wie in Aschheim, wo Bayern München in letzter Minute den möglichen Sieg gegen den HSV verschenkte.
In Bad Neuenahr roch es vor 760 Zuschauern noch zur Pause nach einer Überraschung. Die wieder genesene Isabell Bachor hatte die Gastgeberinnen nach 22 Minuten in Führung gebracht, das Zweikampfverhalten der Frankfurterinnen ließ zunächst zu wünschen übrig, Uschi Holl hielt gegen ihren Ex-Club zunächst, was es zu halten gab.
Doch in den zweiten 45 Minuten drehte der FFC den Spieß noch um, Kerstin Garefrekes gelang bereits wenige Augenblicke nach Wiederbeginn der wichtige Ausgleich (47.), zwei Treffer von Birgit Prinz (70. und 87.) sowie ein Tor von Petra Wimbersky (89.) sorgten am Ende doch noch für ein standesgemäßes Endergebnis. Doch immerhin sah der Gastgeber deutlich besser aus als in der Vorsaison, wo man auf heimischem Platz 0:9 unterging.
Unter die Räder kam diesmal hingegen der SC Freiburg bei Vizemeister FCR 2001 Duisburg. Vor 900 Zuschauern präsentierte sich Inka Grings (6., 50., 61., 88.) beim 8:1 (3:1)-Sieg in bester Torlaune und sorgte mit ihren vier Treffern dafür, dass das Team von Trainer Thomas Obliers die WM-Unterbrechung dank der besseren Tordifferenz als Tabellenführer überbrücken kann.
„Es klingt komisch, wenn man bei einem 8:1 nicht mit der Chancenauswertung zufrieden ist, aber es ist so”, kritisierte Obliers die mangelnde Torausbeute. Die Freiburgerinnen hätten sich an diesem Nachmittag über eine zweistellige Niederlage nicht beschweren dürfen. „Wir spielen einfach zu brav und machen zu viele Fehler. In der zweiten Halbzeit waren wir ein Spielball für die Gegnerinnen”, so Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig.
Neuzugang Wich trifft für Potsdam
Turbine Potsdam feierte mit dem 3:1 (1:1)-Sieg über Aufsteiger Wattenscheid 09 den ersten Saisonsieg. 1113 Zuschauer freuten sich nicht nur über ein gute Leistung der jungen Turbinen, sondern auch über den ersten Saisontreffer von Neuzugang Jessica Wich, die das wichtige 1:0 schoss. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit schalteten die Potsdamerinnen in der zweiten Halbzeit einen Gang höher und gewannen am Ende verdient. Nationalspielerin Anja Mittag verschoss beim Spielstand von 1:1 einen Foulelfmeter.
In den anderen drei Partien des zweiten Bundesligaspieltags gab es jeweils Remis. Der VfL Wolfsburg und die SG Essen-Schönebeck trennten sich vor 389 Zuschauern 1:1 (0:0). Martina Müllers Treffer (47.) reichte den Wölfinnen nicht zum zweiten Saisonsieg, denn deren Nationalmannschaftskollegin Linda Bresonik gelang noch der Ausgleich (68.). Wegen der verletzungsbedingten Auswechslung von Shelley Thompson mangelte es Wolfsburg in den zweiten 45 Minuten an Durchschlagskraft. Wolfsburgs Trainer Bernd Huneke meinte: „Wir sind absolut zufrieden mit dem Punkt.“
Neuzugang Vágó rettet Punkt für Crailsheim
Der zweite Aufsteiger 1. FC Saarbrücken blieb auch im zweiten Saisonspiel ohne Niederlage. Gegen den TSV Crailsheim erzielte das Team ein 2:2-Unentschieden, verspielte aber eine zweimalige Führung. Vor 300 Zuschauern schien nach Treffern von Nadine Kraus und Dzsenifer Maroszan bei einem Gegentreffer von Carolin Hörber der erste Sieg zum Greifen nah, doch Crailsheims erst 16 Jahre alter ungarischer Neuzugang Fanni Vágó verdarb den Saarbrückerinnen mit dem späten Ausgleich (87.) die Party.
Saarbrückens Trainer Guido Mey lamentierte ein wenig mit dem verpassten Sieg: „Wir hätten in den letzten Minuten mehr mit Kopf statt Bauch spielen müssen. Wir wollten unbedingt das dritte Tor erzielen, hätten aber die Führung nur verteidigen müssen.” Crailsheims Trainer Günther Wörle war zufrieden: „Wir haben zwar bei weitem nicht das Niveau des Potsdam-Spiels erreicht, aber wenn man zweimal einen Rückstand aufholt, zeugt das von der tollen Moral meiner Mannschaft.“
Bayern trifft das Tor nicht– Simic vergibt Elfer
In Aschheim musste sich Bayern München im Spiel gegen den Hamburger SV vor 480 Zuschauern trotz überlegenem Spiel mit einem 0:0 begnügen. Julia Simic vergab in der Schlussminute mit einem verschossenen Foulelfmeter die Chance, ihrem Team drei Punkte zu bescheren.
Bereits in der ersten Halbzeit hatte Sylvie Banecki eine hundertprozentige Torchance gegen die in der Abwehr kompakt stehenden Hamburgerinnen mit der starken Bianca Weech im Tor ausgelassen.
Überraschend kam auch Stürmerin Nina Aigner zum Einsatz, die auf den Länderspieleinsatz mit Österreich gegen Israel verzichtete. Hintergrund: Wegen bevorstehender Prüfungen wollte Aigner so wenig Zeit wie möglich verlieren und verzichtete auf die Reise nach Österreich. Auch ohne ihr Mitwirken gewann das ÖFB-Team mit 5:0.
Bayern-Trainerin Sissy Raith war enttäuscht, dass nur ein Punkt heraussprang: „Wir haben es dem Gegner zu leicht gemacht und den Hamburgerinnen zu oft den Ball überlassen. Ich habe keine Erklärung dafür. Unser Problem war aber heute der Abschluss.“ HSV-Trainer Achim Feifel meinte: „Nachdem wir die letzten Jahre hier sang- und klanglos untergegangen sind, bin ich zufrieden, dass wir einen Punkt geholt haben. Für mich war es kein Elfmeter, deswegen war das ausgleichende Gerechtigkeit.“