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2007

Inka Grings: „Der Stachel sitzt noch tief“

Beim 6:0 (2:0)-Sieg des FCR 2001 Duisburg gegen den niederländischen Ehrendivisionär AZ Alkmaar zur Saisoneröffnung war zwar naturgemäß in punkto Abstimmung noch nicht alles Gold, was glänzt. Kein Wunder, hat der komplette Kader doch noch nicht ein gemeinsames Training absolviert.

Doch ansatzweise konnten die 500 Zuschauer bei strahlendem Sonnenschein schon erkennen, dass mit den „Löwinnen“ in der neuen Saison wieder zu rechnen sein wird. Die jungen Spielerinnen sammelten fleißig Pluspunkte und Stürmerin Inka Grings machte da weiter, wo sie in der abgelaufenen Spielzeit aufgehört hatte – beim Tore schießen.

Zwei Treffer erzielte sie bereits am Freitag bei der 2:3-Niederlage gegen Twente Enschede, drei gingen diesmal auf das Konto der 28-Jährigen. Frustbewältigung der besonderen Art, denn die Enttäuschung über die Nicht-Nominierung für die WM ist nach wie vor groß.

Wie immer bei Aufeinandertreffen zwischen Teams aus Deutschland und Holland ging es wenig zimperlich zu. „Am Freitag war es noch härter. Ich finde es aber angenehm, gegen solche Gegner zu spielen. Denn genau solche Spiele erwarten uns in der Bundesliga“, so Grings gegenüber Womensoccer.de.

„Das war heute ein gutes Testspiel“, zeigte sie sich zufrieden und meinte selbstbewusst: „Wir haben einen Schub durch die jungen Spielerinnen. Wir sind sicherlich nicht schlechter als letzte Saison und der 1. FFC Frankfurt wird es mit Sicherheit nicht leichter haben durch die Mehrbelastung von UEFA-Pokal und die Abstellungen für die Weltmeisterschaft.“

Grings von Bundestrainerin enttäuscht

Apropos WM: Das Thema nagt immer noch gewaltig an Grings. „Der Stachel sitzt schon noch tief, aber ich werde das schnell verarbeiten.“ Am meisten ist sie darüber enttäuscht, dass Bundestrainerin Silvia Neid ihr nicht einmal mehr die Chance gegeben hat, sich in den Vorbereitungsspielen zu beweisen. „Das tut schon weh“, so Grings.

Neid hatte Grings gegenüber die Absage in einem persönlichen Gespräch mit Leistungsdefiziten begründet. „Natürlich weiß ich auch, dass man auf fünf Tore gegen Brauweiler nicht unbedingt stolz sein muss, aber auch diese Tore muss man erst einmal schießen.“ Doch Grings’ Kampfgeist ist ungebrochen: „Ich habe das Thema Nationalmannschaft niemals abgeschlossen.“

Obliers: Unglückliche WM-Pause

Duisburgs Trainer Thomas Obliers ist um seine Aufgabe derzeit nicht zu beneiden, muss er doch nun vor dem Meisterschaftsauftakt in Hamburg binnen einer Woche eine Mannschaft formen, die von Beginn an optimal und hoch konzentriert aus den Startlöchern kommen will, um dem Meister aus Frankfurt Paroli zu bieten.

„Das ist nicht so einfach. Erst bereitet man sich vor, dann gibt es eine lange Pause wegen der WM. Das ist schon sehr unglücklich, aber ich will zu dem Thema gar nichts mehr sagen“, biss sich Obliers auf die Lippen.

Doch auch der Chefcoach weiß, dass eine erfolgreiche Weltmeisterschaft dem Verein zugute kommt. „Eurosport zeigt ja viele WM-Spiele, das macht Hoffnung, dass auch zu den Bundesligaspielen mehr Zuschauer kommen werden. Dazu müsste man aber wohl zumindest wieder das Halbfinale erreichen.“

Beim Test gegen Alkmaar gefielen Obliers vor allem die jungen Spielerinnen. „Sie haben richtig Gas gegeben.“ Die erst 16-Jährige Marith Prießen, zuletzt noch mit der U-17-Mannschaft Deutsche Meisterin geworden, überzeugte mit einer souveränen Abwehrleistung und erntete ein Sonderlob vom Trainer. „Sie ist heute gut gestanden.“

Für Womensoccer.de in Duisburg: Markus Juchem

Schlagwörter: FCR 2001 Duisburg • Frauenfußball • Inka Grings • Marith Prießen • Silvia Neid • Thomas Obliers