DFB-Elf: Wer fliegt aus dem WM-Kader?
Das drittletzte Testspiel der deutschen Nationalmannschaft vor der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in China am heutigen Donnerstag (ab 17.20 Uhr live in der ARD) in Gera gegen Tschechien soll gleich zweierlei Funktionen erfüllen.
Zum einen soll 39 Tage vor dem WM-Eröffnungsspiel Tschechien als Sparringspartner für WM-Gegner Argentinien herhalten. Außerdem haben einige Wackelkandidatinnen die letzte Chance, sich auf den letzten Drücker bei Silvia Neid doch noch für den WM-Kader aufzudrängen. Doch wer muss am Ende zu Hause bleiben?
„Alle Spielerinnen haben die Chance, sich noch einmal zu präsentieren – ob im Spiel oder Training”, sagt Neid diplomatisch, in deren Kopf es aber wohl nur noch wenige Zweifel zu zerstreuen gilt, welche 21 Spielerinnen das WM-Aufgebot bilden werden.
Eine der Wackelkandidatinnen ist Conny Pohlers. Nach dem Vier-Nationen-Turnier im Januar für den Algarve Cup überraschend ausgemustert, machte die Neu-Frankfurterin bei ihrem Kurzeinsatz gegen Dänemark mit einem Treffer auf sich aufmerksam, der allerdings aus Abseitsposition erzielt wurde. „Ich denke, ich habe gemacht, was ich machen kann“, so Pohlers nach dem Spiel.
Besonders gut dürften ihre Karten dennoch nicht sein, deutet man Neids Worte richtig: „Pohlers hat genau die gleichen Chancen wie alle anderen Spielerinnen.” Was wohl im Klartext soviel heißt, dass nur noch eine überragende Vorstellung im heutigen Spiel ihr WM-Ticket sichern würde.
Bleiben die jungen Spielerinnen auf der Strecke?
Doch neben Pohlers gibt es weitere Spielerinnen, deren WM-Teilnahme fraglich sein dürfte. Setzt Neid bei der WM-Nominierung stark auf die Karte Erfahrung, dürfte es wohl vor allem noch einige jüngere Spielerinnen treffen, wie etwa Babett Peter, Fatmire Bajramaj oder Simone Laudehr. Andere wie Sonja Fuss, Navina Omilade oder Britta Carlson könnten dann den Vorzug erhalten.
Im Spiel gegen den Weltranglisten-19. soll weiter an der Feinarbeit gearbeitet werden und sich langsam eine Stammformation herauskristallisieren, die dann auch am 10. August in Shanghai gegen Argentinien die deutschen Farben vertreten soll. „Wir haben uns Tschechien extra als Gegner ausgesucht, weil sie genau wie Argentinien mit Libero spielen”, begründet die Bundestrainerin die Wahl des Vorbereitungsgegners.
Noch viel Arbeit bis zum WM-Beginn
Baustellen gibt es noch einige im Team. „Das Spiel nach vorn muss noch viel runder werden. Das können wir gegen Tschechien gut testen, weil die Mannschaft sehr kompakt defensiv hinten stehen wird.” Vor allem das Mittelfeld wird zeigen können, wie es in punkto Kreativität bestellt ist.
Als Test für die in diesem Jahr oftmals wacklige Defensive eignet sich das Spiel gegen Tschechien nur bedingt, denn mehr als gelegentliche Konter wird es vom Gegner wohl kaum zu bestaunen geben. Hier wird wohl die Partie am 30. August gegen Norwegen nähere Aufschlüsse bringen.
Nachdem Nadine Angerer zur Torhüterin Nummer 1 bei der WM erkoren wurde, darf man gespannt sein, ob im Spiel gegen Tschechien Ursula Holl und Ulrike Schmetz jeweils eine Halbzeit lang das deutsche Tor hüten dürfen. Ursprünglich war eh vorgesehen, dass Silke Rottenberg im Tor steht, so dass man den beiden Kandidatinnen um den dritten Torhüterinnenplatz ebenfalls noch einmal die Chance geben sollte, sich zu zeigen und zudem Spielpraxis zu sammeln.
Auch im Vorfeld der WM 2003 in den USA spielte Deutschland gegen Tschechien. Damals gewann man in Passau nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit am Ende noch sicher mit 4:0. Zwar hat sich der Gegner seitdem weiter entwickelt, dennoch sollte für das deutsche Team am Ende auch diesmal unter den Augen der englischen Nationaltrainerin Hope Powell, die ihren Besuch angekündigt hat , ein deutlicher Erfolg stehen.