Die Nationalmannschaft vor der WM: Neue Torwartfrage
Heute Vormittag gegen halb elf lief die Meldung über den Ticker, dass die Potsdamerin Nadine Angerer bei der Weltmeisterschaft vom 10. bis 30. September in China das deutsche Tor hüten wir d. Die etatmäßige Keeperin Silke Rottenberg, die zuletzt wegen eines Kreuzbandrisses sechs Monate pausieren musste und am Donnerstag in Gera gegen Tschechien (17.20 Uhr, live in der ARD) ihr Comeback feiern wollte, hatte sich im Training einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen. Zwar könne sie für das letzte Testspiel gegen Norwegen am 30. August wieder fit werden, aber gegenüber Angerer werfe sie das weiter zurück, so die Bundestrainerin.
Kämpft die dritte Torfrau um Platz zwei?
Kaum hatten weite Teile der Medien ihr Kahn-Lehmann-Revival zu inszenieren begonnen und die “T-Frage” zu DEM bestimmenden Frauenfußball-Thema dieser Tage auserkoren - als ob es nicht spannendere Mannschaftsteile gäbe -, da war die Medienblase schon geplatzt. Zugegeben, auf diesem Weg hatte sich das niemand gewünscht. Doch die Torwartposition, um die Rottenberg und Angerer nach Aussagen von Silvia Neid mit gleichen Chancen gekämpft hatten, wirft auch nach der Entscheidung für Angerer noch Fragen auf.
Zum Beispiel die, wer neben Angerer und Rottenberg als dritte Torfrau ins Reich der Mitte mitreisen wird. Ulrike Schmetz (FC Bayern München) und Ursula Holl (SC 07 Bad Neuenahr) heißen die Bewerberinnen. Überhaupt, geht es dabei wirklich nur um Platz drei bei den Torfrauen? Oder ist Rottenberg nach ihrer langen Verletzungspause möglicherweise körperlich anfälliger, sodass der Auswahl der dritten Torfrau eine höhere Bedeutung beizumessen ist, als man bisher dachte?
Vertrauen in Rottenberg berechtigt
Um das klar zu sagen - einer so erfahrenen und verdienten Torhüterin wie Silke Rottenberg trotz ihrer neuerlichen Verletzung das WM-Ticket zu garantieren, ist mehr als nachvollziehbar und richtig. Sie wird ihre Rolle bei der WM, wie auch immer diese geartet sein wird, mit Sicherheit zum Wohle der Mannschaft ausfüllen. Ob auf oder neben dem Platz.
Testspiel gegen Tschechien bietet Chance für Holl und Schmetz
Doch es geht um eine Weltmeisterschaft, da muss sich Bundestrainerin Neid auch für den Fall, dass der Heilungsprozess bei Rottenberg nicht wie gewünscht verläuft und Angerer das Verletzungspech ereilen sollte - wir wünschen es ihr nicht, aber der Teufel hat es gesehen… -, absichern. Gut möglich, dass die Trainerin deshalb das Testspiel gegen Tschechien, für das Rottenbergs Comeback vorgesehen war, dazu nutzen wird, den beiden Kandidatinnen Schmetz und Holl jeweils eine Halbzeit Spielzeit zu geben.
Wer sollte neben Nadine Angerer und Silke Rottenberg als dritte Torfrau zur WM mitreisen?