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2007

Die Nationalmannschaft vor der WM: Angriff

Gerade mal ein Tor gelang der deutschen Nationalmannschaft in den ersten fünf Spielen des Jahres 2007. Da ist es sicher nicht ganz falsch, den Angriff als Problemzone zu betrachten. Im Abschluss fehlte oftmals die Kaltschnäuzigkeit, fehlten nach langen Laufduellen Kraft und Konzentration. Die starke deutsche Offensive lief Gefahr, für ihre Gegner nicht mehr ausreichend furchteinflößend zu sein.

Doch abseits bloßer Statistik ist der Angriff im Vergleich mit den anderen Mannschaftsteilen ( Abwehr , Mittelfeld ) nüchtern betrachtet keine größere, sondern eher eine kleinere Problemzone.

Läuft das Bällchen wieder, mangelt es Silvia Neid nicht an Spielerinnen, die wissen, wie man das Runde ins Eckige bringt. Unter der schlechten Mannschaftsleistung bis hin zum Algarve Cup litten sie, nicht zuletzt mangels (präziser) Vorlagen, schlichtweg sichtbarer, weil sie keinen zählbaren Erfolg nachweisen konnten. Und wenn das Selbstvertrauen des gesamten Teams gerade im Keller ist, fällt es auch einfach nicht mehr so leicht, die Gesamtsituation vor dem Torabschluss aus dem Kopf zu verbannen und locker und cool einzunetzen.

Im Verein Selbstvertrauen getankt

Alle sechs nominierten Spielerinnen konnten jedoch seit Jahresbeginn in ihren Vereinen Selbstvertrauen tanken oder sind wie die in Potsdam zuletzt nicht mehr berücksichtigte Neu-Frankfurterin Conny Pohlers doppelt motiviert, im Nationaltrikot Ausrufezeichen zu setzen.

Nominiert sind folgende Spielerinnen:

Anja Mittag, Martina Müller, Conny Pohlers, Birgit Prinz, Sandra Smisek, Petra Wimbersky

Gemeinsam haben diese sechs Spielerinnen in der abgelaufenen Bundesliga-Saison 80 Tore erzielt . Anja Mittag bildet dabei mit sieben Treffern das Schlusslicht. Vor dem Hintergrund ihres Schweden-Aufenthalts in der Hinrunde (in der Rückrunde erst wieder für Potsdam spielberechtigt) jedoch umso höher zu bewerten. Am erfolgreichsten waren Birgit Prinz (28) und Petra Wimbersky (17). Allerdings brachte es ihr Verein, der 1. FFC Frankfurt, auch auf insgesamt 91 Saisontore.

Flügelstürmerinnen und Strafraumstürmerinnen

Da spricht es für sich, wenn 11 von 20 Wolfsburger Treffern auf das Konto der drittbesten der Nationalstürmerinnen, Martina Müller, gehen. Doch ihr Problem, das sie mit Sandra Smisek (9 Tore für den FFC Frankfurt) teilt, könnte sein, dass sie beide klassische Strafraumspielerinnen sind. Entweder sie kommen als Sturmspitze zum Einsatz - z.B. dann, wenn Silvia Neid mit zwei Stoßstürmerinnen spielen lässt. Aller Wahrscheinlichkeit nach neben Birgit Prinz.

Oder aber die Bundestrainerin entscheidet sich für einen Dreiersturm mit zwei starken Flügelspielerinnen. Dafür wiederum wären Petra Wimbersky, Conny Pohlers, Anja Mittag oder auch Simone Laudehr Kandidatinnen. Dann würde es für Smisek und vor allem Müller - Smisek spielte einige Jahre im Mittelfeld - eng, während Mittag, Pohlers und Wimbersky auch die eine Hälfte eines Zweiersturms bilden können.

Mittag erste Kandidatin auf Part neben Prinz

Bei den letzten beiden erfolgreichen Länderspielen gegen die Niederlande und in Wales stürmte jeweils Anja Mittag neben Prinz. Sie dürfte ihren Kontrahentinnen eine Fußspitze voraus sein, wenn sie diese positiven Eindrücke in den nächsten Spielen bestätigen kann. Ihr klares Plus ist zweifelsohne auch ihre Vielseitigkeit: Schnelligkeit, Torgefährlichkeit (auch bei Freistößen), gutes Flügelspiel und Durchsetzungsfähigkeit im “16er” kommen bei ihr zusammen. Neben Birgit Prinz die kompletteste Angreiferin.

So würde denn auch ich - unter der Voraussetzung eines Vierer-Mittelfeldes mit offensiv ausgerichteten Flügelspielerinnen - für einen Zweiersturm aus Prinz und Mittag votieren. Zu erwarten ist, weil auf der einen Seite Smisek und Müller und auf der anderen Seite Wimbersky und Pohlers jeweils ähnliche Spielertypen sind, dass zumindest eine der beiden Stoßstürmerinnen Müller und Smisek die WM zu Hause vor dem Fernseher verfolgen wird. Wer das sein wird, scheint aber noch lange nicht ausgemacht.

Mein Tipp für die Aufstellung von Bundestrainerin Silvia Neid: