Iranische Frauenfußballerinnen dürfen doch kommen
Das für vorigen Freitag abgesagte Frauenfußballspiel zwischen dem Viertligisten BSV Al-Dersimspor aus Berlin-Kreuzberg und der Frauen-Nationalelf des Iran soll nachgeholt werden. Dieses bestätigte eine Vereinsvertreterin jetzt auf Nachfrage.
„Wir haben Faxe vom Iranischen Fußballverband mit neuen Terminen. Das Spiel kann demzufolge bis Mitte Juli nachgeholt werden“, sagte Marlene Assmann als eine der Initiatorinnen dieses interkulturellen Fußballspektakels.
Die Absage hatte politisch hohe Wellen geschlagen. „Auch die deutsche Botschaft ist bereit, kurzfristig Visa auszustellen“, so Assmann. Der Spielversuch vor Wochenfrist war wegen angeblich „technischer Probleme“ des Fußballverbands in Teheran gekippt worden. Tatsächlich wurde das Team jedoch am Flughafen an der Ausreise gehindert.
Angekündigte Demonstration wahrer Grund für Spielabsage
Politische Brisanz aufgrund einer angemeldeten Demonstration von 60 Personen gegen die Kopftuchpflicht bei Frauen zeitgleich zum Spiel am Stadion in Kreuzberg waren jedoch der wahre Grund, wie die iranische Botschaft und Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit jetzt bestätigten.
Sportliche Veranstaltungen könnten dazu dienen, „Gegensätze zu überbrücken“, dürften aber nicht für politische Zwecke instrumentalisiert werden, meinte Wowereit. Diese Gefahr habe bestanden. Die Demo von iranischen Regimegegnern sei „unakzeptabel“ gewesen, erklärte der Regierende Bürgermeister jetzt im Berliner Abgeordnetenhaus.
Die Botschaft des Iran hat die Absage von Demonstrationen zur Bedingung gemacht. Al-Dersimspor ist für einen neuen Spielversuch jetzt bemüht, im Einvernehmen mit der Polizei zu garantieren, dass keine Demonstrationen im Umfeld des Spiels stattfinden.
„Gelingt es uns, diese Sicherheit darzustellen, dürfte es keine Hinderungsgründe mehr für das Spiel geben“, meint Assmann. Große Verärgerung herrsche jedoch, dass die Behörden zunächst nicht mit der Wahrheit ans Licht gegangen waren.
Außerdem werde der neue Spielversuch zur Vorsicht versichert, weil der Kreuzberger Viertligist als Amateurklub nicht erneut einen fünfstelligen Organisationsbetrag an Euro in den Sand setzen könne.