Bibiana Steinhaus vor Beförderung
Dem deutschen Fußball steht eine Premiere bevor. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus aus Hannover soll nach Angaben von DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel ab der kommenden Saison Zweitliga-Partien im männlichen Profifußball leiten.
Schon seit 2001 pfeift die 28-Jährige Regionalliga-Spiele und fungiert seit 2004 als Linienrichterin in der 2. Liga. “Ich gehe davon aus, dass Bibiana Steinhaus aufsteigt”, sagte Strigel nun dem Fachblatt “Kicker” .
Von dieser Entscheidung dürfte eine Signalwirkung ausgehen, Steinhaus steht ab sofort verstärkt im Visier der Beobachter. Denn nur schwer vorstellbar ist, dass die Fußball-Fans Steinhaus wie jeden neuen männlichen Schiedsrichter registrieren und einfach nur zur Kenntnis nehmen werden.
Macht sie ihre Sache gut, wird das der weiblichen, pfeifenden Zunft Balsam auf die Seele sein angesichts der harschen Kritik, die die deutschen Unparteiischen Woche für Woche in Empfang nehmen “dürfen”. Läuft’s schlecht, so werden der Spruch “Frauen können das nicht” oder ähnliche pauschalen Verbalkeulen nicht lange auf sich warten lassen.
Es wird ein Test für alle Seiten: Für Bibiana Steinhaus im Speziellen. Für die Frauen an der Pfeife im Allgemeinen. Aber auch für abertausende Fußball-Fans, ob sie der alten Machokultur noch verhaftet sind oder ob aufgeklärte Fans ohne Scheuklappen mittlerweile die Oberhand gewonnen haben.
Und nicht zuletzt auch für die Frauenfußball-Fans, die Steinhaus nun im direkten Vergleich mit ihren männlichen Kollegen begutachten können. Mit Videobeweis, Zeitlupen, verschiedenen Kameraperspektiven und allen anderen Hilfsmitteln, die im Frauenfußball noch fehlen. Das dürfte helfen, so manches Fehlurteil zu korrigieren. Für alle Beteiligten.