Pokalfinale: Frankfurt will zurück in die Erfolgsspur

Von am 22. Mai 2007 – 14.30 Uhr 3 Kommentare

Am Dienstagmittag fiel im 49. Stock des Commerzbank-Towers mit prächtiger Aussicht auf Frankfurt der Startschuss des 1. FFC Frankfurt zum Unternehmen Pokalsieg. Bei der aufwändigen Pressekonferenz, die die ehrgeizigen Pläne des Vereins eindrucksvoll untermauerte, standen neben FFC-Manager Siegfried Dietrich und Cheftrainer Hans-Jürgen Tritschoks gleich vier Spielerinnen und auch der Commerzbank-Chef Rede und Antwort.

Die Stimmung war bei den Frankfurterinnen vier Tage vor dem DFB-Pokalfinale gelöst. Birgit Prinz und Karolin Thomas gönnten sich, bevor es los ging, erst einmal genüsslich ein Mini-Bounty, Steffi Jones kam mit Roller und schwarzem Sturzhelm, Tina Wunderlich direkt von der Arbeit.

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Neunte Finalteilnahme in Folge

FFC-Manager Siegfried Dietrich sah man die Freude an der neunten Pokalfinalteilnahme in Folge sichtlich an. „Berlin ist für uns neben dem sportlichen Aspekt auch ein wirtschaftliches Highlight, denn der DFB überweist eine stattliche Summe Geld. In Sachen Trikotvermarktung und Medienpräsenz in Deutschland ist das Pokalfinale etwas ganz Besonderes. Mit etwas Glück werden wir drei bis vier Millionen TV-Zuschauer haben. Das ist eine unglaubliche Werbung, unsere Spielerinnen wissen das.“

FFC-Trainer Hans-Jürgen Tritschoks wollte sich sportlich noch nicht in die Karten schauen lassen. „Was die Aufstellung angeht, möchte ich mich nicht festnageln lassen. Unser gesamter Kader ist verantwortlich für unsere positive Entwicklung“, so Tritschoks auf die Frage, ob denn Louise Hansen möglicherweise in der Anfangsformation stehen könnte.

Tritschoks warnt davor, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wir haben zwar zweimal in dieser Saison gegen Duisburg gewonnen, aber das zählt am Samstag nicht. Der Gegner wird hoch motiviert sein, nachdem er am Sonntag die Meisterschaft verspielt hat. Aber mein Team wird sehr selbstbewusst sein, denn wir haben in dieser Saison sehr gute Arbeit geleistet und nur das Spiel in Kolbotn verloren. Allerdings muss uns bewusst sein, dass wir noch nichts gewonnen haben. Aber die Ausgangsposition ist gut, und wir wollen das I-Tüpfelchen setzen.“

Verletzte Spielerinnen bereiten Kopfzerbrechen

Das Team plagen personelle Sorgen, denn Saskia Bartusiak (muskuläre Probleme), Renate Lingor (Oberschenkelzerrung) und Petra Wimbersky (Sitzbeinentzündung) sind angeschlagen, ihr Einsatz ist fraglich. „Petra Wimbersky wird heute trainieren. Aber wir müssen dann sehen, inwieweit die Kraft reichen wird.“ Trotz des besonderen Spiels betont Tritschoks: „Ich habe eine Fürsorgepflicht für meine Spielerinnen. Wir werden uns nicht dazu hinreißen lassen, jemanden fit zu spritzen. Es warten ja auf zahlreiche Spielerinnen Aufgaben in der Nationalmannschaft.“

Tritschoks appelliert an seine Spielerinnen: „Wir brauchen Typen, die Verantwortung übernehmen, nicht nur Birgit Prinz. Es sind auch andere Spielerinnen gefragt, die Ärmel hoch zu krempeln, wenn es eng wird. Wir haben das Potenzial dafür.“

Prinz selbst erklärte: „Wir haben uns in den vergangenen drei Finalspielen schlecht verkauft. Wir müssen einfach wieder einmal eine gute Leistung zeigen, dass stellt sich auch das richtige Ergebnis ein.“ Steffi Jones ist optimistisch: „Es ist gut, dass Birgit diesmal dabei und in Topform ist. Wir wollen nicht nur ein gutes Spiel zeigen, sondern mit dem Pott nach Hause kommen.“ Karolin Thomas ergänzte: „Meine Leistung war zuletzt sicherlich noch nicht optimal, aber es läuft immer besser.

Problemfaktor Hitze

Vor allem die Hitze dürfte den Spielerinnen am kommenden Samstag zu schaffen machen. Denn Temperaturen von rund 33 Grad werden das Berliner Olympiastadion in einen Glutofen verwandeln. „Es wird wichtig sein, dass wir die Flüssigkeitsdefizite schnell ausgleichen. Wir haben das schon am vergangenen Sonntag im Spiel gegen Hamburg praktiziert. Wenn man Durst hat, ist es schon zu spät.“

Gut für die Spielerinnen, dass es aufgrund des noch um 15 Minuten näher an das Männerfinale heran gerückten Termins (16.45 Uhr, live in der ARD) keine Verlängerung geben wird.

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • Stefanie sagt:

    Bartusiak, Lingor und Wimbersky verletzt? Na das lässt ja hoffen, dass der Ausfall von Grings nicht so ins Gewicht fällt.

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  • Markus Juchem sagt:

    Bartusiak und Lingor sollten wohl fit werden, bei Wimbersky muss man abwarten, wie sich das die Woche im Training entwickelt.

    Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass Grings das Pokalfinale spielen wird…

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  • Julia sagt:

    Klingt zwar positiv für die Nationalmannschaft, aber glaubhaft ist diese Aussage doch nicht, daß Spitzenspielerinnen wie Lingor oder Wimbersky im Zweifelsfall geschont werden sollen. Noch beim Weltfußballerinnen-Spiel musste Birgit Prinz verzichten, um gegen Freiburg mitwirken zu können. Aber bei einem Pokalfinale kann man sich diese Großzügigkeit leisten? Klingt mehr nach Taktik, um den Gegner im Ungewissen zu lassen.

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Bundesliga 2019/20
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