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2007

Der Irrweg der Inka Grings

Mit 22 Toren in 13 Spielen der Frauenfußball-Bundesliga ist Inka Grings in der laufenden Saison die treffsicherste deutsche Stürmerin. Ihr Ärger über die Nichtnominierung für die Nationalmannschaft ist aus sportlicher Sicht nachvollziehbar. Doch einmal mehr hat die 28-Jährige nun den falschen Weg gewählt, um ihren Unmut zu kanalisieren. Und sich damit wohl endgültig ins Abseits befördert.

Im Interview mit der NRZ (Neuen Ruhr Zeitung/Neue Rheinzeitung) sagt sie über ihre Nicht-Berücksichtigung: „Inzwischen ist es nicht mehr vertretbar.“ Was sie als selbstbewusste Aussage einschätzt, ist nicht weniger als die öffentliche Bloßstellung von Bundestrainerin Silvia Neid. Mit der sie Neid in die Ecke drängt und sich in den Kompetenzbereich der Trainerin einmischt. Denn was „vertretbar“ ist oder nicht, hat allein die Bundestrainerin als Verantwortliche der Nationalmannschaft zu entscheiden.

„Wir müssen in Kürze ein Gespräch führen, um zu wissen, worum es geht. Das hat jeder verdient“, sagt Grings. Doch warum hat sie dieses Gespräch mit Neid – das letzte liegt fast ein Jahr zurück - nicht gesucht, bevor sie den Weg über die Öffentlichkeit ging?

Will Neid ihr Gesicht und ihre Autorität wahren, kann sie der Duisburgerin nun kaum noch die Tür öffnen. Denn die Signalwirkung auf andere Spielerinnen wäre fatal: Man muss sich nur öffentlich beschweren, dann entwickeln sich die Dinge schon im eigenen Sinne. Genau diese Art von Unruhe ist es, die Neid bei einer Weltmeisterschaft am allerwenigsten gebrauchen kann.

Wie schon im vergangenen Jahr beim Machtkampf mit Duisburgs Trainer Dietmar Herhaus hat Grings in der Sache möglicherweise Recht, in der Wahl ihrer Mittel hat sie sich leider jedoch erneut vergriffen. Und ein Happy-End ist diesmal mehr als fraglich.