Thomas Dennerby: „Wir verfallen nicht in Panik“

Von am 9. Mai 2007 – 14.19 Uhr 1 Kommentar

[youtube 94Y6iIYDSb4 EM-Quali: Italien gegen Schweden]

Mit einem 2:0-Erfolg in Italien ist Vizeweltmeister Schweden erfolgreich in die EM-Qualifikation gestartet (Womensoccer.de berichtete). Doch das Team präsentierte sich in Trento noch weit von der Bestform entfernt. Womensoccer.de wollte von Trainer Thomas Dennerby im Blitzinterview wissen, warum.

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Womensoccer.de: Herr Dennerby, der 2:0-Sieg in Italien war nicht gerade leicht heraus gespielt.

Thomas Dennerby: Es war sogar ein sehr enges Spiel. Wir haben das vorher aber so hart erwartet. Italien hat wie wir auch ein sehr athletisches Team.

Womensoccer.de: Was hat Ihnen denn an Ihrer Mannschaft am besten gefallen?

Dennerby: Ich bin sehr zufrieden mit unserer Defensivleistung, aber unserem Offensivspiel mangelte es gelegentlich an der nötigen Geschwindigkeit. Wir haben zu lange gebraucht, um bei unseren Pässen Anspielstationen zu finden und oftmals den komplizierten, statt den einfachen Weg gewählt. Der Ball lief insgesamt zu langsam. In der ersten Halbzeit haben wir auch etwas zu stereotyp gespielt.

Womensoccer.de: Wie wichtig war, dass der Führungstreffer noch vor der Halbzeit fiel?

Dennerby: Das war schon sehr wichtig. Denn beim Stande von 0:0 kann man immer einen Gegentreffer kassieren, selbst wenn man das bessere Team ist und mehr Ballbesitz ist. Wenn man die eigenen Chancen nicht nutzt, geht der Schuss oft nach hinten los. Auch eine 1:0-Führung kann manchmal sehr trügerisch sein.

Womensoccer.de: Victoria Svensson und Lotta Schelin haben viel gearbeitet, waren aber nicht sehr effektiv. Sie sahen ein wenig müde aus.

Dennerby: Dieser Aufzählung würde ich noch Josefine Öqvist hinzufügen. Vor dem Spiel dachten wir, dass diese drei Spielerinnen für uns sehr wichtig sein und eine tragende Rolle spielen würden. Das war allerdings nicht der Fall. Ich habe keine richtige Erklärung dafür. Aber manchmal hatte ich das Gefühl, dass alle ein wenig zu passiv waren. Victoria hat gelegentlich den Ball zu lange gehalten, anstatt gleich abzuspielen.

Womensoccer.de: Ein Wort zu Hanna Ljungberg. Wie geht es ihr?

Dennerby: Ich habe mich in Abstimmung mit Umeå-Trainer André Jéglertz sehr früh entschieden, sie nicht mit nach Italien zu nehmen und ihr vier, fünf Tage Pause zu gönnen. Sie ist noch lange nicht wieder bei 100 Prozent, sie trainiert zuhause. Sie braucht einfach noch ein wenig Zeit.

Womensoccer.de: Was für eine Verletzung hatte sie genau?

Dennerby: Eine ganz komische am hinteren Oberschenkel, die sie sowohl beim Laufen als auch beim Schießen behindert hat. Die bekommen sonst vor allem Tänzer. Es gibt nur wenige Ärzte, die mit diesem Problem überhaupt Erfahrung haben. Aber es geht ihr jetzt wieder besser und sie hat beide UEFA-Cup-Spiele gegen Arsenal bestritten. Wenn das heute das WM-Finale gewesen wäre, hätte sie sicherlich auch mitgespielt. Jetzt hat sie aber noch vier Monate bis zur WM, wir verfallen also nicht in Panik.

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • Stefanie sagt:

    Danke für das interessante Interview! Es ist doch ganz beruhigend zu sehen, dass auch bei den Konkurrenten noch nicht alles so glatt läuft. Auch im Hinblick auf ein mögliches Viertelfinale gegen Schweden.

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