Wie unparteiisch sind Schiedsrichter wirklich?
Apropos Holland – bleiben wir gleich in unserem Nachbarland und befassen uns mit einer Szene, die seit vergangenem Sonntag die Gemüter erregt, wie die zahlreichen Reaktionen belegen , auch wenn sie auf den ersten Blick nichts mit Frauenfußball zu tun hat.
Folgendes war passiert, wie das Online-Magazin Fok.nl enthüllte: Nachdem Ajax-Spieler Kenneth Perez in der niederländischen Ehrendivision beim 5:1-Auswärtserfolg der Amsterdamer kurz vor Spielende das fünfte Tor der Gäste erzielt hatte, passierte Unglaubliches.
Schiedsrichter Eric Braamhaar ballte die linke Hand zur Faust , um seiner Freude Ausdruck zu verleihen.
Wir wollen hier sicher niemanden an den Pranger stellen, doch ist dies die Reaktion, die man von einem Unparteiischen erwarten sollte?
Braamhaar rechtfertigte sich später mit den Worten: „Ich hatte vor dem Ajax-Angriff ein Foul von PSV gesehen, ließ aber weiterspielen. Dann ist es schön, wenn man sieht, dass so eine Entscheidung gut für das beim Foul benachteiligte Team herauskommt. Das war für mich mal richtiger Fußball”, wird Bramhaar etwas krumm zitiert.
Interessanter Erklärungsansatz. Wenngleich nicht gerade neu und originell. So wurde Schiedsrichter Mike Reed im Februar 2000 verwarnt , weil er sich zu offensichtlich über Patrik Bergers Tor beim 3:1-Sieg Liverpools gegen Leeds United freute.
Auch er hatte sich damals gerechtfertigt, er habe sich nur über die Richtigkeit seiner Vorteilsentscheidung gefreut. Trotzdem wurde er vom Verband damals ermahnt, seine Emotionen besser unter Kontrolle zu halten. Mehr aber nicht.
Es mag sich um bedauerliche Einzelfälle behandeln. Exakt analysiert und im Zweifelsfall hart geahndet sollten sie dennoch werden.
Sind Euch derartige Vorfälle auch aus dem Frauenfußball bekannt?