Die Aussage des Tages
Stimmt, eine so betitelte Kategorie gibt es bei uns nicht. Und wir haben in dieser Woche auch schon unter der Überschrift “Quo vadis Turbine Potsdam?” über den brandenburgischen Vorzeigeclub berichtet. Aber ich kann jetzt nicht anders, denn eben habe ich eine Aussage der Potsdamer Torfrau Nadine Angerer gelesen, die mich wirklich beeindruckt hat.
“Es ist kein guter Charakterzug, das sinkende Schiff zu verlassen. Natürlich macht man sich Gedanken, wenn fast alle gehen. Doch ich habe mit Turbine viele Erfolge gefeiert, das darf man nicht von heute auf morgen vergessen”, fand sie gegenüber der Märkischen Allgemeinen deutliche Worte. Bumms, das sitzt! Und sie zeigt damit zweifellos Größe. Ich habe das also gelesen und mir überlegt, ob ich das bringe. Nach längerem Überlegen habe ich mich dafür entschieden. Obwohl das irgendwie traurig ist, denn es zeigt: diese Einstellung ist eine Seltenheit geworden.
Sie passt aber auch zu Bernd Schröder , denn der sagte jüngst den Potsdamer Neuesten Nachrichten , der Frauenfußball brauche “eine Gegenphilosophie zum Männerfußball. Es kann nicht nur um Angebot und Nachfrage gehen.” “Fernab der Realität!”, werden einige einwenden. Sie haben nicht Unrecht, starke Spielerinnen sind immer begehrt und man muss ihnen regelmäßig zeigen, dass man sie braucht. Mit den Gesetzen des Marktes, die auch im Frauenfußball stetig an Bedeutung gewinnen, ist diese Einstellung nicht vereinbar. Diese Entwicklung geht mit dem Werben um mehr Medienaufmerksamkeit und mehr Zuschauer einher.
Und doch hat Schröders Position ihren Wert. Und auch Angerer hat Recht, wenn sie anmerkt, dass, “wenn Jenny Zietz und Babett Peter bleiben”, Turbine weiterhin eine gute Mannschaft hat, die oben mitspielen kann. Für ganz oben wird das aller Wahrscheinlichkeit nicht reichen, aber immer noch zu einer Platzierung in Reichweite der Tabellenspitze. Wenn, ja wenn der Aderlass ( Ariane Hingst nimmt Angerer aus ihrer Kritik übrigens ausdrücklich aus ) jetzt gestoppt werden kann. Ich persönlich kann Angerer bei ihren Bemühungen nur viel Erfolg wünschen.