Was hat Pokern mit Frauenfußball zu tun?

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Gestern am späten Nachmittag flatterte eine Pressemitteilung in meine Mailbox, die mich stutzig machte. Darin verkündete eine schwedische Online-Poker-Plattform, ab sofort einen britischen Frauenfußball-Verein zu sponsern. Meine Neugier war geweckt. Und ich lernte die Geschichte kennen von Andrea und Karin, den Gründerinnen des Londoner Vereins K.I.K.K. United.

Es war einmal vor einiger Zeit, da begab es sich, dass die beiden Schwedinnen, die sich kaum kannten, einen Ausflug in die Londoner Pub-Landschaft unternahmen. Auf dem Heimweg in den frühen Morgenstunden kreuzte eine Coca-Cola-Dose ihren Weg, die mit ihnen zu sprechen schien: „Kick mich, kick mich!“ Und so geschah es dann auch und die Leidenschaft für den Fußball war geboren.

Nach ein paar Jahren in einem Londoner Team suchten die beiden eine neue Herausforderung und gründeten 2004 den Verein K.I.K.K. (Kick In Kulan i Krysset, was wohl soviel bedeutet wie „Schieß den Ball ins Kreuz“) United. Der spielt heute in der 2. Division Süd der GLWF Liga. Trainiert wird zweimal die Woche in oder in der Nähe von London. Spiele finden immer am Sonntagmorgen im Regent’s Park statt. 23 Damen aus vier verschiedenen Ländern frönen hier ihrer Leidenschaft. Zuletzt gab es einen 3:0-Erfolg gegen British Airways.

Der ungewöhnliche Sponsor-Deal gibt dem Verein, wie er betont, finanzielle Sicherheit für die gesamte Saison 2007/2008. Und nun hat die Fußballfrauen erst recht der Ehrgeiz gepackt, weiter nach oben zu kommen.

Der Poker-Anbieter möchte, wie er sagt, andere Sport-Gruppierungen am wachsenden Poker-Boom teilhaben lassen und unter anderem die Akzeptanz und den Respekt gegenüber Frauenfußball wachsen sehen.

Auch wenn sicherlich nicht nur pure Selbstlosigkeit, sondern die Hoffnung auf den Abbau von Vorurteilen gegenüber dem Pokerspiel die Antriebsfeder des Handelns ist, finde ich die Idee nicht schlecht. Und Ihr?

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SatineHans BauerAntje Neueste Kommentartoren
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Antje
Antje

Das Finden von Sponsoren ist nicht einfach im Frauenfussball. Das gilt fuer Vereine in den hoechsten Spielklassen, aber noch viel mehr fuer kleine Vereine mit ein oder zwei Mannschaften wie K.I.K.K. United. Als ich vor fast 5 Jahren in London mein erstes Fussballspiel in England bestritt (ebenfalls in der 2. Dvision der Greater London Womens Football League), war ich geschockt von den Gegebenheiten. Wir spielten in einem lokalen Park, die Umkleidekabine war ein miefiger Schuppen, die Toiletten funktionierten ueberhaupt nicht und vor und nach jedem Spiel mussten wir die Netze an den Toren anbringen und abnehmen. Wir hatten Trikots, die… Weiterlesen »

Hans Bauer
Hans Bauer

Für kleine Vereine ist die Gewinnung von Sponsoren ein Problem –
doch ich könnte es als Betreuer nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, für eine „Pokerfirma“ Werbung zu machen. Die Spielsucht
ist in unserer Gesellschaft ein weit verbreitetes und unterschätztes
Problem. Jugendliche sind besonders gefährdet. Mit finanziellen
Zuwendungen an Vereine durch diese, es „gut meinenden“ Verführer, als Werbeträger geködert zu werden,
ist deshalb grundsätzlich abzulehenen. Es bedarf der Mut zu Werten und Moral, manchmal auch auf Verzicht, sich gegen die Vermarktung um „jeden Preis“ zu wehren.
Hansi Bauer

Hans Bauer
Hans Bauer

Für kleine Vereine ist die Gewinnung von Sponsoren ein Problem –
doch ich könnte es als Betreuer nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, für eine „Pokerfirma“ Werbung zu machen. Die Spielsucht
ist in unserer Gesellschaft ein weit verbreitetes und unterschätztes
Problem. Jugendliche sind besonders gefährdet. Mit finanziellen
Zuwendungen an Vereine durch diese, es „gut meinenden“ Verführer, als Werbeträger geködert zu werden,
ist deshalb grundsätzlich abzulehenen. Es bedarf der Mut zu Werten und Moral, manchmal auch auf Verzicht, sich gegen die Vermarktung um „jeden Preis“ zu wehren.
Hansi Bauer
(Moralapostel)

Satine
Satine

Ich hätte keine Vorbehalte für eine Poker-plattform Werbung zu machen. Natürlich ist die Spielsucht ein unterschätzes Problem und mit der ganzen Werbung, den Reportagen und Dokus entstand auch bei mir der Eindruck, dass die Einzigen, die beim Pokern reich werden, die sind, die Spiele anbieten. Dennoch muss sich keine Spielerin vorhalten lassen, sie hätte jemanden zur Spielsucht animiert. Wie beim Konsum von Alkohol ist es ein Unterschied, ob man etwas hin und wieder macht oder ob es zur Sucht ausartet, wobei eine Sucht meines Erachtens nur ein Symptom für tieferliegende Probleme ist. Idealismus ist schön und gut, aber wenn es… Weiterlesen »