Frauen-WM 2011 macht fast acht Millionen Euro Gewinn

Von am 22. Juli 2011 – 10.50 Uhr 22 Kommentare

Die Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Deutschland war ein wirtschaftlicher Erfolg. Nach dem vorläufigen Ergebnis verbleibt ein Netto-Überschuss nach Steuern in Höhe von 7,6 Millionen Euro.

„Höhere Einnahmen durch mehr verkaufte Tickets bei weniger Ausgaben – so lautet die Erfolgsformel für dieses auch für uns überraschend positive Ergebnis“ erklärt DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger. Darüber hinaus lobt Zwanziger „die hoch professionelle und sehr anerkennenswerte Arbeit des gesamten Organisations-Teams von OK-Präsidentin Steffi Jones und Gesamtkoordinator Ulrich Wolter“.

10,6 Millionen Euro Überschuss
Als Einnahmen werden derzeit 50,6 Millionen Euro prognostiziert, davon 23 Millionen Euro direkte Zuwendungen über die Partnerschaft mit den sechs Nationalen Förderern und 25 Millionen Euro aus dem Verkauf der insgesamt 782 000 Eintrittskarten. Weitere 2,6 Millionen Euro werden voraussichtlich aus sonstigen Einnahmen erzielt, wie zum Beispiel Lizenzen oder Cateringeinnahmen aus dem Kioskbetrieb. Wegen des insgesamt reibungslosen Turnier-Verlaufs und des sehr verantwortungsvollen Budget-Umgangs aller involvierten Abteilungen mit den finanziellen Ressourcen rechnet das OK mit Ausgaben in Höhe von etwa 40 Millionen Euro. Der Gesamt-Etat des deutschen Organisationskomitees war ursprünglich mit 51 Millionen Euro kalkuliert worden.

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Steffi Jones

OK-Präsidentin Steffi Jones darf sich auch über den wirtschaftlichen WM-Erfolg freuen © OK FIFA Frauen-WM 2011/Getty Images

Vier Haupt-Verwendungszwecke für WM-Überschuss
Für den WM-Überschuss sind derzeit vier generelle Verwendungszwecke vorgesehen. Insgesamt eine Million Euro soll als Solidarbeitrag an den deutschen Sport gehen, davon 500 000 Euro an den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), jeweils 150 000 Euro an den Deutschen Behinderten-Sportverband und an Special Olympics sowie 200 000 Euro an die Stiftung Deutsche Sporthilfe. Eine weitere Million Euro sind als Sonderprämien und Überbrückungsgelder für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des gesamten Organisations-Teams vorgesehen, deren Verträge zum 31. August 2011 auslaufen. Das OK beschäftigte in der Schlussphase inklusive der Außenstellen und der involvierten DFB-Kolleginnen und –Kollegen insgesamt 250 Personen.

Sonderzahlung für Stadionbetreiber
Daneben sind 640 000 Euro eingeplant zur Verteilung unter den neun Stadionbetreibern. Je stattgefundenem WM-Spiel sollen sie 20 000 Euro zusätzlich erhalten. „Damit bedanken wir uns bei den Stadionbetreibern für den hohen organisatorischen Aufwand, der nicht zuletzt durch die große Auslastung der Arenen entstanden ist“, so Dr. Zwanziger. Somit bleiben rund fünf Millionen Euro, die speziell für den Mädchen- und Frauenfußball verwendet werden sollen.

Fünf Millionen Euro für Mädchen- und Frauenfußball
„Die Idee ist, diesen Betrag in die Entwicklung des Mädchen- und Frauenfußballs fließen zu lassen. Am 1. September startet die neu gegründete DFB-Direktion Frauenfußball unter der Leitung von Steffi Jones. Zu deren erster Aufgabe wird es gehören, hierfür geeignete Projekte und Kampagnen im Sinne der nachhaltigen Entwicklung an der Basis zu erarbeiten“, sagt die zuständige DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

22 Kommentare »

  • pinkpanther sagt:

    @Lucy, @Kolibri: Das mit der Abzocke sehe ich genauso! Ebenso die allgemeine Kartenpolitik der Fifa/dfb.
    Beispiele gefällig?
    1.
    Ich wollte meine Städteserie Wolfsburg Kat2 gegen Kat1 eintauschen (natürlich unter Zahlung des Aufpreises, Verwaltungsgebühr usw.), was abschlägig beschieden wurde mit dem Kommentar, dass ich ja eine zusätzliche Serie kaufen und die Kat2-Serie dann gerne an Freunde weitergeben könnte. Da ich aus Süddeutschland komme war klar, dass ich niemanden finden würde … die Fifa blieb stur!
    2.
    Ich hatte mich auf die vollmundigen Versprechungen der Fifa/dfb verlassen, dass die Städteserien die besten Plätze der jeweiligen Preiskategoriee enthalten und mich frühzeitig eingedeckt. Analog kam noch ein mieser Platz fürs Eröffnungsspiel dazu. Als dann die tatsächlichen Plätze klar waren und Bestellung über Saalplanbuchung möglich wurde, habe ich mich natürlich für einzelne Spiele nochmal mit – jetzt sehr guten Plätzen – eingedeckt, die dann als „echte“ Kat1-Tickets ihren Preis einigermaßen wert waren. Unterm Strich stand natürlich finanziell ein dickes Minus, meine mit Abstand schlechtesten Plätze waren letztlich die aus der ersten Verkaufsphase mit den Städteserien, die ich behalten hatte.
    3.
    Die Fifa/dfb kannte auch keine „Gnade“, als ich ihnen sagte, dass ich extra Urlaub genommen und von Spiel zu Spiel reise (alle reisetechnisch möglichen Spiele, nicht nur die deutschen), quasi ein Stammkunde für die WM war.
    4.
    Die Preise für das Eröffnungsspiel waren natürlich extrem überzogen für das bisschen Folklore, das einem – unter Ausbeutung der Kinder/Jugendlichen TeilnehmerInnen – vor dem Spiel geboten wurde.

    P.S. Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, mir Top-Plätze für das HF in Frankfurt und das Finale zum halben Preis zu sichern, als die Preise nach dem VF-Aus der deutschen Mannschaft auf dem Ticketmarkt so dramatisch in den Keller gegangen sind.

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  • ws sagt:

    @herfoRDer
    ja, das mit der guten Presseresonanz in OWL in Bezug auf Gütersloh und Herford ist mir auch positiv aufgefallen, als ich letztes Jahr anlässlich der U20-WM mehrere Wochen als „Volunteer“ in Bielefeld war. Und ein sehr schönes Poster als Werbung für den Saisonauftakt gegen Bayern München habe ich auch bewundert. Schade, dass es trotzdem nicht mit dem Klassenerhalt geklappt hat.
    Allerdings scheint mir der Ostwestfale an sich wirklich eine echte Stimmungskanone zu sein. Bei „Weltklasse in Jöllenbeck“ waren ja viele Herforder da, aber hören konnte man keinen so recht…;-)

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  • herfoRDer sagt:

    @ws: das ist leider richtig, der Ostwestfale gehts eher ruhig an…

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  • Detlef sagt:

    @WS,
    Stimmt, letztes Mal waren die Herford-Fans ziemlich leise in Jöllenbeck!!!
    War früher aber schon mal besser, was da von den Lokalmatadoren kam!!!

    @herfoRDer,
    ist mir auch schon negativ aufgefallen, daß die Zweite Mannschaft des HSV weniger Aufmerksamkeit bekam, als der BuLi-Vertreter!!!
    Da sind zB die Bayern-Ladies sehr lobend zu erwähnen!!!
    Da schauen auch noch viele der Besucher der zweiten Mannschaft zu, und der Stadionsprecher beginnt seine zweite Schicht!!!

    Mittelfristig sehe ich übrigens das gleiche Schicksal wie Du für die Hanseatinnen!!!
    Stück um Stück werden die guten Spielerinnen nach Bremen, Wolfsburg oder anderswo „auswandern“, bis der Verein den Geldhahn ganz zudrehen wird, da dann auch keine sportlichen Perspektiven mehr vorhanden sind!!!

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  • Lucy sagt:

    Ich frage mich gerade, wo haben denn dann die Kat. 4 in Berlin gesessen, wenn wir mit 3 schon hinterm Tor in der letzten Reihe waren ? Hatten die draußen die erste Reihe beim Public Viewing sicher oder wie ? 😉

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  • pinkpanther sagt:

    @Lucy: Meinem Eindruck nach ist das ganz einfach: Die Plätze der Kategorie 1 waren jeweils mindestens das halbe Stadion, nämlich sämtliche Plätze an den Geraden, die Plätze der Kategorien 2-4 wurden ausgewürfelt, selbstverständlich mit deutlich sinkender Anzahl bei sinkendem Preis 😉
    In Berlin waren das dann vielleicht die 5-10 Plätze neben euch, dann war die Kategorie ja schon erschöpft … Merke: Je mehr Plätze zu überhöhten Preisen, desto größer der Gewinn 🙂

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  • johann sagt:

    wer har gewinn gemacht? Sollte der dfb gewinn gemacht haben.oder die fifa, vieleicht kann mir noch einer helfen.wer hat noch gewinn gemacht haben, Frau Johns ?

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