Kristianstad: Mit nackten Tatsachen den Verein retten

Von am 8. Juli 2009 – 19.31 Uhr 2 Kommentare

„Vi behöver ert stöd!“ („Wir brauchen Eure Unterstützung!“) – mit einem Hilferuf der besonderen Art versucht der finanziell schwer angeschlagene Erstligaverein Kristianstads DFF frisches Geld in die Kasse zu spülen. Die Spielerinnen ließen sich mit nacktem Oberkörper ablichten, auf dem sie nichts weiter trugen als  aufgemalte Rückennummern.

Was auf den ersten Blick wie eine nette PR-Aktion aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ernste Angelegenheit. Die schwachen Zuschauerzahlen gepaart mit dem mangelnden Interesse der Sponsoren haben bei einem der budgetschwächsten Vereine der Damallsvenskan für eine finanzielle Schieflage im Verein gesorgt.

Hoffnung auf mehr Zuschauer
Man hofft, beim heutigen Heimspiel gegen AIK Stockholm eine größere Zuschauerzahl ins Stadion zu locken als die durchschnittlich 800 Zuschauer, die sonst die Heimspiele besuchen.

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Bis zum 31. August diesen Jahres muss der Verein schuldenfrei sein und so lässt man nichts unversucht, um dem drohenden Zwangsabstieg zu entkommen. „Ohne Euch kein Fußball“, ließ man auf der vereinseigenen Website vermelden.

Und so bittet der Verein um Zahlung von 10 000 Schwedische Kronen (rund 900 Euro), um den Verein zu unterstützen. Im Gegenzug nimmt man an einer Verlosung teil, wo man unter anderem eine halbseitige Anzeige im lokalen Kristianstad Bladet im Wert von 30 000 Schwedischen Kronen (rund 2 700 Euro) gewinnen kann.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • Rainer sagt:

    Das Foto ist ja recht harmlos, auch wenn man sich fragt, was das soll. Aber die finanzielle Krise schlägt erbarmungslos zu. Nicht nur Kristianstad, auch Djurgården (siehe auch Thunebro-Wechsel), AIK und Umeå sind gewaltig (relativ gesehen, bei Djurgården sind es ca. 160.000 €) im Minus.
    Der schwedische Fussballverband ist aber erbarmungslos. Auf der anderen Seite wird man wohl kaum mehr als einen Verein aus wirtschaftlichen Gründen absteigen lassen, dann kippt die ganze Liga.
    Kristianstad schreibt zwar, dass man eine der „billigsten“ Mannschaften hat, was Spielergehälter angeht, aber Fakt ist auch, dass man ausländischen Spielerinnen schon so viel zahlen muss, dass sie vom Fussball leben können. Immerhin haben die vier Isländerinnen und ihre isländische Trainerin durchzufüttern.

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  • Markus Juchem sagt:

    Viel gebracht scheint es ja erst mal nicht zu haben, gegen AIK waren 736 Zuschauer im Stadion, aber zumindest 3:2 gewonnen.

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