DFB-Elf zu hektisch und unkonstant

Von am 25. November 2011 – 15.12 Uhr 21 Kommentare

13 Spiele, 11 Siege, 1 Remis und 1 Niederlage – das schnöde Zahlenwerk des Frauenfußball-Jahres 2011 mag auch nach dem 2:2 gegen Spanien weiterhin beeindrucken, doch es kann nicht kaschieren, dass die neu formierte deutsche Frauenfußball-Nationalelf von der Dominanz und Stärke früherer Tage derzeit ein gutes Stück entfernt ist – Prinz, Hingst und Garefrekes lassen grüßen.

Zum ersten Mal seit 12 Jahren hat die DFB-Elf einen Zwei-Tore-Vorsprung nicht in einen Sieg ummünzen können, zum ersten Mal nach 36 Qualifikationssiegen in Folge ging das Team nicht als Sieger vom Platz – zuletzt hatte man beim 4:4 in Italien im Jahr 1999 Federn lassen müssen und auch damals einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielt.

Straucheln in wichtigen Spielen
Und das ausgerechnet im ersten von zwei direkten Duellen mit Emporkömmling Spanien, dem schärfsten Konkurrenten um den Gruppensieg, der einen direkten Startplatz für die Frauenfußball-EM 2013 in Schweden garantiert. Nach dem WM-Aus im Viertelfinale gegen Japan war es bereits das zweite wichtige Spiel in diesem Jahr, in dem es dem Team von Bundestrainerin Silvia Neid nicht gelang, die eigene Überlegenheit in einen zählbaren Erfolg zu verwandeln.

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Den Faden verloren
Die Spielerinnen werteten die in Motril aus der Hand gegebene Führung als Betriebsunfall. „Ich sehe nicht alles schwarz“, sagte etwa Torhüterin Nadine Angerer, die sich aber wie beim Gegentor gegen Japan auch diesmal eine Teilschuld zumindest am zweiten der beiden spanischen Treffer ankreiden lassen musste. „Wir haben ein bisschen unser Konzept und auf verschiedenen Positionen den Faden verloren und uns von unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen beeinflussen lassen.“

Mangel an Konstanz
Eine Halbzeit lang dominierte die DFB-Elf den Gegner nach Belieben, eine konzentrierte und solide Leistung reichten nach dem Treffer von Lena Goeßling und dem Eigentor von Ruth García zur verdienten Zwei-Tore-Führung gegen ein spanisches Team, das unter dem Eindruck des 17:0-Siegs Deutschlands gegen Kasachstan 45 Minuten lang vor Ehrfurcht zu erstarren schien und nicht einmal aufs deutsche Tor schoss. „Wir wollten in der zweiten Halbzeit daran anknüpfen, aber wir wurden in unserem Spiel immer hektischer“, so die Analyse von Silvia Neid, die einen Großteil der zweiten Halbzeit von der Tribüne aus verfolgen musste, wohin sie nach einem wegen Abseits nicht gegebenen deutschen Treffer wegen Meckerns verbannt worden war.

Melanie Behringer

Stolperte mit der DFB-Elf in Spanien: Melanie Behringer © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Zunehmende Hektik
Denn nach dem 1:2-Anschlusstreffer der starken Verónica Boquete, deren Qualitäten sich bis in die deutsche Mannschaft noch nicht herumgesprochen zu haben schienen, so viel Raum wie ihr gewährt wurde, verfiel die DFB-Elf in Hektik und ließ sich auch von den hoch kochenden Emotionen der knapp 3 000 Zuschauer im Estadio Municipal Escribano Castilla beeindrucken. „Wir haben uns von der Atmosphäre ein bisschen anstecken lassen“, räumte Lena Goeßling ein, die mit ihrem zweiten Treffer im Nationaldress die DFB-Elf in Führung gebracht hatte und zu den Besseren im Team gehörte.

Da Mbabi vergibt Matchball
Und so wurden zwar die Bälle weiterhin schnell zurückerobert, aber genauso schnell auch wieder verloren. Die Passgenauigkeit ließ zu wünschen übrig und die zwar defensiv gut arbeitende, aber offensiv unglücklich agierende Célia Okoyino da Mbabi vergab nach Pass von Bajramaj den Matchball, als sie aus sechs Metern den Ball über das Tor setzte und dann etwas zu spät zehn Minuten vor Schluss ihren Platz für Martina Müller räumen musste.

Die alte Garde fehlt
Schmerzlich vermisst wurde in der letzten halben Stunde die Abgeklärtheit von Spielerinnen wie Birgit Prinz, Ariane Hingst oder Kerstin Garefrekes, die der Mannschaft Halt in schwierigen Situationen gaben und in der Lage waren, das Tempo wenn nötig aus dem Spiel zu nehmen. „Wir hätten einfach insgesamt mehr Ruhe gebraucht“, meinte Neid.

Effektive Spanierinnen
Annike Krahn, die zur zweiten Halbzeit eher unverständlich und ohne ersichtlichen Grund für die starke Saskia Bartusiak eingewechselt wurde, ärgerte sich: „Nach einer 2:0-Führung darf man am Ende nicht 2:2 spielen. Wir haben uns das Heft aus der Hand nehmen lassen, das darf nicht passieren.“ Fatmire Bajramaj erklärte hingegen: „Wir haben uns das Spiel gar nicht aus der Hand nehmen lassen, wir haben nur unsere Chancen nicht verwertet. Spanien hat gut dagegen gehalten und aus zwei Chancen zwei Tore gemacht.“

90 Minuten Konzentration gefragt
Die nach den Rücktritten etwas umformierte deutsche Mannschaft wird wohl noch eine Weile brauchen, um die frühere Stabilität und Souveränität zurückzugewinnen und neue Führungsfiguren herauszubilden. Und die Spielerinnen werden begreifen müssen, dass gegen aufstrebende internationale Teams vom Kaliber Spaniens über volle 90 Minuten die Konzentration hoch gehalten werden muss, um als Sieger vom Platz zu gehen. „Wenn Spanien zum Rückspiel zu uns kommt, müssen wir es vom Anfang bis zum Ende durchziehen. Wir haben noch alles in der eigenen Hand“, so Neid.

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

21 Kommentare »

  • Jenny sagt:

    Verstehe gerade den Beitrag nicht. Natürlich ist die junge Nationalmannschaft noch nicht auf dem gewohnten Weg angekommen. Aber das ist doch eigentlich klar, überwiegend junge talentierte Spielerinnen, aber noch keine meister in ihrem fach. dass an vielen ecken und enden eine erfahrung wie die von birgit prinz, kerstin garefrekes oder ariane hingst fehlt, ist auch keine überraschung. trotzdem fand ich gerade melanie behringer oder fatmire bajramaj gestern auf weiten strecken sehr gut! dass annike krahn eingewechselt wurde verstehe ich allerdings auch nicht, zumal saskia bartusiak keine fehler gemacht hat, eher im gegenteil, sie war sehr gut drauf und hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. sich ein sicheres 2:0 abnehmen zu lassen ist nicht schön, aber lässt sich jetzt erst mal nicht ändern. also alles in allem doch eine positive bilanz und der glanz kommt mit der zeit, ein guter wein reift auch nicht an einem tag.

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  • jochen-or sagt:

    Man wird sich eben – wie überall im Sport – daran gewöhnen müssen, dass international die Mannschaften in der Leistungsfähigkeit immer näher zusammen rücken. Dies ist im Sinne des Sports, aber gerade auch des jungen FF, begrüßenswert, weil Konkurrenz das Interesse belebt.

    Man kann dann aber eben nicht ohne Weiteres mit einer unerfahrenen Mannschaft sofort in die Weltspitze rücken.
    Es zeigt sich aber, dass bei dem jetzigen Kader genügend Potential vorhanden ist und deshalb habe ich keine Sorge für die Zukunft des deutschen Frauenfußballs.
    Mal nach 5 aufeinanderfolgenden Titeln einen anderen Europameister werden lassen, wäre ja auch ganz nett.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Korrekte Schilderung der Mißstände im Spiel, die auch völlig meinem Empfinden entspricht!
    Ich habe insbesondere bei Mbabi, Popp und Laudehr genau die selben Unzulänglichkeiten wie zur WM ausgemacht, was Rückfall bzw. Stagnation bedeutet. Die Bälle wurden viel zu schnell wieder hergegeben und eine Passfolge mehr als 3 Stationen selten zu sehen o. von Erfolg gekrönt.
    Zwei aufeinanderfolgende Quali-Spiele mit zwar unterschiedlich starken Gegnern, aber eben auch oder gerade deswegen sehr viel Licht und Schatten a la „Wundertüte FF“!
    Meinte auch gestern das eine oder andere Fitnessproblem (Laudehr) erkannt zu haben, was ja kontraproduktiv für die notwendige (Ab-)Spielkonzentration ist.

    @jochen-or
    > Mal nach 5 aufeinanderfolgenden Titeln einen anderen Europameister werden lassen, wäre ja auch ganz nett.

    Ich will aber nicht auf diese Art nett sein!

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  • Sheldon sagt:

    @SF: Achja, der große Meckerer! Anscheinend haben wir seit einiger Zeit die Rollen hier getauscht 😉

    Es stimmt, die N11 hat noch sehr viel Luft nach oben. Aber ist das nicht gut so? Ist das nicht verständlich?
    Und ist es nicht sehr viel wichtiger, dass sie sich jetzt Zeit nimmt, um bei der EM gut zu spielen und nicht im Vorfeld wie vor der WM total gut zu sein und dann zu selbstsicher ans Werk zu gehen?

    Ich sehe nicht die fehlende Erfahrung das Problem, sondern das Fehlen einer Hierarchie. Die muss natürlich erst langsam entstehen. Die Mannschaft, die da gestern auf dem Platz stand, war gerade mal 25,1 Jahre alt.
    Da fehlt einfach noch die Reife!

    Es kristallisieren sich schon Führungsspielerinnen heraus, Bartusiak und Odebrecht scheinen zumindest verbal dazu befugt, eine Leitwolffunktion auszuüben! Dadurch haben die beiden insbesondere das Stellungsspiel in der Defensive gut im Griff, obwohl letztere noch eine Menge an sich selbst arbeiten muss.

    Vorne fehlt einfach noch die letzte Entschlossenheit, die Kaltschnäuzigkeit, aber man muss auch sagen: Bajramaj ist 23, Celia ist 23, Popp ist 20 und keine von ihnen war bisher Stammspielerin in der Nationalmannschaft. Was kann man da erwarten? Dass die von heute auf morgen ideal miteinander harmonieren? Wohl kaum!

    Ansprüche darf man schon haben, aber bitte: KEINE WUNDER ERWARTEN!

    Und das kreide ich auch dem Artikel an: Wo sind die Erfolge, die Umstellungen unter Neid? Wo werden mal die ganzen Veränderungen, die seit der WM stattgefunden haben im DFB-Team? Ich sehe davon hier überhaupt nix!
    Es scheint neuer Volkssport geworden zu sein, ohne Sinn und Verstand auf der Nationalmannschaft rumzuhacken, ohne Produktives beizutragen! Da scheint doch der ein oder andere wohl noch nicht das WM-Aus verkraftet zu haben… Schade, schade…

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  • Winter sagt:

    Viele Spielerinnen der deutschen Nationalmannschaft haben kein internationales Top-Niveau und die dazugehörige regelmäßige Konstanz.
    Es genügt nicht, von Zeit zu Zeit mal gute Spiele zu machen und wenn es darauf ankommt, brechen einige Spielerinnen in sich zusammen.
    Popp, Goeßling, Krahn, Faißt, Behringer, Maroszan sind gute Spielerinnen, mehr nicht und von TOP-Niveau weit entfernt.
    Bsp.: Popp – durch ihre körperliche Größe und Robustheit macht sie Tore und ist anderen Spielerinnen überlegen, teils auch sehr schöne, technisch ist sie für mich aber bestenfalls Mittelmaß.

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  • Krissi sagt:

    Also ich denke mal, dass Sheldon es hier wirklich auf den Punkt gebracht hat – Luft nach oben ist noch da, aber das ist ja auch gut so, denn wenn das gestern schon die bestmöglichste Leistung unserer N11 gewesen sein sollte – dann sehe ich (gerade im Hinblick auf HZ 2) schwarz für weitere internationale Titel.

    Spanien hat sich auch mE den Punkt aufgrund einer starken, kämpferischen Leistung in der 2. HZ verdient – auch wenn manche Aktionen schon stark am Rande der Legalität waren. Deutschland hat es weiterhin selbst in der Hand, sich als Gruppenerster für die EM 2013 zu qualifizieren – also freuen wir uns einfach aufs nächste Jahr!

    Ach, und zu der Kritik an Angerer möchte ich sagen, dass z.B. eine Almuth Schulth oder eine Kathrin Längert noch längst nicht soweit sind, der N11 in solch wichtigen Spielen wirklich weiterhelfen zu können (auch was das Antreiben der Vorderleuzte angeht!) – eine von beiden hätte man aber z.B. (spätestens) in HZ 2 des Kasachstan-Spiels einwechseln können – Natürlich macht auch Natze hin und wieder einen Fehler, aber das machen alle – blöd ist halt nur, dass wenn die Torfrau einen Fehler macht, der Ball auch meistens drin ist 😉 Für mich gehört Natze nach wie vor als Nummer 1 ins deutsche Tor!
    😉 😉 😉

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  • Michael sagt:

    @all

    Theoretisch Kritik zu üben ist eine Sache. Aber auf dem Spielfeld in einer Natio zu spielen eine völlig andere Angelegenheit.
    Wer von Euch kann sagen, dass er die Kritik aus praktischer Erfahrung einbringt? Denn dann müsste Er/Sie einfach wissen, dass man auch mal nach einer 2:0-Führung gegen ein gutes Team noch 2 Tore kassieren kann.

    PS: Ich habe selbst Wasserball in der höchsten Liga gespielt, national und international. Da gibt es solche Spiele hin und wieder, weil man auch und gerade als Leistungssportler Schwankungen unterliegt, die der Gegener dann einfach ausnutzt.

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  • Krissi sagt:

    @Michael: „Theoretisch Kritik zu üben ist eine Sache. Aber auf dem Spielfeld in einer Natio zu spielen eine völlig andere Angelegenheit.
    Wer von Euch kann sagen, dass er die Kritik aus praktischer Erfahrung einbringt?“ – Also ich für meine Verhältnisse habe und werde auch nie für die deutsche Frauenfussball-Mannschaft spielen (dafür hats bei mir leider nicht gereicht) 😉 Aber Kritik muss auch uns als Fans erlaubt sein – gerade die 2. HZ gegen Spanien braucht man mE nicht sonderlich schön zu reden (und das bei dem Anspruch, den gerade die Mannschaft selbst an sich haben wird und muss!). Die Mädels können es besser und ich denke, das wissen sie auch. Des Weiteren ist es ja so, das die Kritik bei den bisherigen Kommentaren ja nun auch nicht SOOO unterirdisch ausfällt… 😉 😉

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  • XQSILKE sagt:

    Eigentlich sollte ich mich jetzt zurücklehnen, im Wissen, dass das, was ich zum Kasachstan-Spiel schrieb, eintrat. Die Mehrheit der User hier sah das nicht so,is auch okay. Doch ich denke, dass der bundesdeutschen Nationalelf ein SpielGESTALTER fehlt. Frau behringer mit ihren monotonen Flanken ist da einfach überfordert. Bevor jetzt jemand meckert, ich nehme jetzt nur die Summe der letzten beiden Spiele. Das Spanien-Spiel als unglücklich zu Werten, ist zu einfach. Auch gegen Japan wurde unglücklich verloren, oder unfähig. Was Japan und Spanien unterscheidet ist das Niveau….

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  • Detlef sagt:

    @Michael,
    Du erzählst uns damit nix Neues!!!
    Wenn es keine Fehler geben würde, gäbe es auch keine Tore, und jedes Spiel würde Unentschieden enden!!!

    Das ändert aber nix an der Tatsache, daß unsere Offensivabteilung die Fehler der Spanierinnen nicht konsequent ausgenutzt hatte, und dies aber anders herum zu fast 100% klappte!!! 😉

    Na klar kann so etwas passieren, aber eigentlich sollte die Kunst darin bestehen, solche Spiele nicht im falschen Moment abzuliefern (siehe WM)!!!
    Und es wird wohl am Ende die Mannschaft Champion, deren Leistungsschwankungen die geringste Amplitude hat!!!

    Aber noch ist nix schief gegangen, was sich nicht später ausbügeln ließe!!!

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  • Michael sagt:

    @all
    Ich meine, Kritik ist nur dann wirklich konstruktiv, wenn man auch in der Lage ist, es selbst praktisch besser zu machen. Geht doch einfach mal hin und spielt 90 Minuten in der Natio. Man sollte nur Kritik üben auf einem Terrain, das man selbst beherrscht.

    Sicher fand ich die 2. Halbzeit auch misslungen, aber ich weiß einfach, dass so etwas immer wieder passieren kann.

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  • sodalith7 sagt:

    @ Michael: Das ist ein Forum, wo es um Meinungsaustausch geht. Jeder kann hier positive oder negative Kritik äußern, so lange man die Richtlinien des Forums einhält.

    Ich folge mal Ihrer „Logik“:
    Man darf/sollte sich nicht kritisch zu einem Buch äußern, wenn man kein Schriftsteller ist.
    Man darf/sollte sich nicht kritisch zu einem Film äußern, wenn man nicht selbst Schauspieler ist.

    Macht irgendwie wenig Sinn – oder???

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  • MatzeM sagt:

    @Michael:
    „Ich meine, Kritik ist nur dann wirklich konstruktiv, wenn man auch in der Lage ist, es selbst praktisch besser zu machen.“

    Lächerlich! 😉
    Nach Deiner Argumentation dürfte z.B. ein Jürgen Klopp, der es als Spieler nur bis in die 2.Liga geschafft hat, seine Mannschaft also auch nicht kritisieren. Eigentlich dürfte kein Trainer Kritik üben, weil die schon rein altersmäßig nicht in der Lage sind, 90 Minuten Spietzenfußball zu spielen.

    Matze

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  • Sheldon sagt:

    @All:

    Natürlich darf die Kritik nicht nur von denen kommen, die es besser machen, da habt ihr schon recht!

    Doch zwei Dinge sollten wir alle beachten:

    1. Wir können nicht den Einsatz von Spielerinnen fordern, die wir nicht haben! Und es ist Fakt, dass wir keine Nummer „10“ in Deutschland haben, das ist nunmal so zur Zeit. Die haben wir nicht und hatten wir nicht seit Lingor!
    Es ist auch Fakt, dass wir keine vollkommen funktionierende Abwehr zur Zeit haben! Aber wer soll es besser machen? Bis auf Bartusiak und peter haben wir keine Weltklasseverteidigerin in Deutschland! Weder Schmidt, Krahn, Kemme, Wensing, Faißt oder Goeßling bringen (schon) die Qualitäten einer Weltklasseverteidigerin mit, was soll man dagegen tun?
    Das ist die jahrelange verschlammte Arbeit in den Vereinen, die nie konsequente Jugendförderung betrieben haben!
    Also müssen wir uns mit dem zufrieden geben, was zur Zeit da ist! Und ganz ehrlich, bessere Spielerinnen haben wir zur Zeit in Deutschland (mit vielleicht 2 oder 3 Ausnahmen nicht)!

    2. Trainiert ihr erst einmal so eine Mannschaft! Zugegeben, im Moment ist der Stand nun wirklich nicht hervorragend, aber das kommt nicht von hier auf jetzt! Das war jahrelange Schlamperei! Und die kann man nicht so einfach wegwischen.
    Ich finde es gut, dass sich Silvia Neid dieser Aufgabe stellt, den Mist, den sie selbst verbockt hat, wiedergutzumachen, auch, wenn das bedeutet, dass das deutsche Team zur Zeit nicht die spielerische Qualität hat, die wir gewohnt sind!
    Doch: Viel steiler bergauf als zur Zeit kann es doch wohl nun wirklich nicht gehen! Betrachten wir mal einfach nur die neuen Strukturen, die Veränderungen, die geschehen sind, so lässt sich doch zweifelsohne sagen, dass Deutschland auf einem Weg ist, von dem keiner auch nur im Entferntesten vor 4 Monaten geträumt hat: Man sollte nicht vergessen, man hat immerhin Schweden, den WM-3. geschlagen, ohne Prinz, Garefrekes und Kulig!
    Letztlich geschieht so viel im N11-Team und wenn man da mal nach einem 17:0 in einem gar nicht mal so wichtigen Spiel auswärts mal nur einen Punkt gegen den Weltranglisten-18. holt, der sehr wahrscheinlich als bester Gruppenzweiter zur EM fahren wird, was ist daran auszusetzen?

    Allgemein war das gestern kein Auftritt, wegen dem man die Spanier großartig im Rückspiel fürchten müsste. Nur weil einmal nicht das Ergebnis stimmt, gleich den Schwanz einzukneifen, ist ziemlich albern!

    PS: Ich erinnere nur an das 1:5 von Deutschland gegen England in München vor etwas mehr als 10 Jahren, die größte Blamage Deutschlands auf heimischem Rasen! Nicht einmal ein Jahr später wurde Deutschland Vizeweltmeister!

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  • pinkpanther sagt:

    @MatzeM: Du hast Jogi Löw vergessen, der war auch nie Nationalspieler 😉

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  • Michael sagt:

    @MatzeM @pinkpanther

    Klopp und Löw haben beide die Fußballtrainer-A-Lizenz. Die wissen sicher genau, was sie tun, wenn sie kritisieren. Man hat da einfach einen anderen, professionelleren Hintergrund und damit auch Blickwinkel. – Wem das nicht einleuchten will, der soll von mir aus weiterlachen.

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  • Detlef sagt:

    @Nora und Markus,
    dann solltet Ihr in Zukunft Eure Regeln hier ändern!!!

    Nur diejenigen dürfen hier noch Beiträge verfassen, die entweder Erstligaerfahrung, und/oder eine Trainer-A-Lizenz besitzen!!!
    Vielleicht gilt Michaels „Grundvorraussetzung“ ja auch für Euch beide???

    Alle anderen wissen ja nicht genau, was sie hier tun, und wen sie warum kritisieren!!!
    Also SORRY für meine unprofessionellen Kommentare!!!

    Ich kann auch nicht mehr weiterlachen, da mir jetzt vor lauter Kopfschütteln ganz schwindelig geworden ist!!!

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  • Paul sagt:

    Sheldon—deine Weltklasse Verdeitigerinnen— die aufgezählten Spielerinnen sind zum Teil 3 Jahre und zu Batusiak fast 10 Jahre jünger (Krahn ausgenommen)– und mit Sicherheit waren diese beiden mit 19-21 Lenzen auch nicht weiter als unsere Küken.
    Was noch dazu kommte deren damaligen Gegner sind mit den heutigen Gegner nicht zuvergleichen (Nationen haben alle aufgeholt–Spanien usw.)
    Die Küken brauchen auch ihrer Zeit und was sie am wenigsten brauchen deine Kritik.

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  • Sheldon sagt:

    @Paul: Habe ich das bestritten? Ich habe geschrieben „zur Zeit“!

    Und wenn du mal deine Anti-Sheldon-Brille abnehmen würdest, dann würdest du sehen, dass ich genau das Gegenteil von dem gemacht habe, was du mir hier ankreidest: Ich habe den Druck von ihnen genommen, es sind nunmal unsere besten Spielerinnen zur Zeit, die nunmal nicht Weltklasse sind, aber müssen sie das (schon) sein? Das habe ich mit keinem Wort auch nur angedeutet, dass dies der Fall sein müsse!

    Also lies lieber mal die Kommentare genau und reiß hier nicht Aussagen derartig entstellend aus dem Zusammenhang!

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  • Jan sagt:

    Die Spanierinnen wollten Deutschland unbedingt das – gegenüber der Schweiz wohl vorentscheidende – Remis abtrotzen. Dazu mussten sie ihre wenigen Chancen, die sie sich in Überraschungsmomenten erarbeiteten, konsequent nutzen. Gegen solche Überraschungsmomente scheint die dt. Elf bisher wenig gewappnet zu sein. Auch ein David sucht ja wirksame Waffen gegen einen Goliath.

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  • Andreas sagt:

    Ich fand das Spiel der N11 nicht so schlecht, wie einige es hier machen. In der 1.HZ hatten sie es gut im Griff und haben es anfangs der 2.HZ verpasst, den Sack zuzumachen, als da wären der Pfostenschuss von Lira, das nicht gegebene Tor und die 2 Großchancen von Celia. Dann fällt irgendwo dazwischen der Anschlußtreffer und natürlich wird es dann hektischer. Das ist schon ganz anderen Mannschaften passiert. Unglücklich ist natürlich der späte Ausgleich, obwohl die Spanierinnen schon länger körperlich platt waren. Aus so einer Situation kann aber auch viel Gutes entstehen, wenn die Spielerinnen daraus lernen. Ich habe jedenfalls eine ganze Menge Vielversprechendes gesehen. Die Abwehr der 1.HZ hat sehr viel Perspektive. Goeßling hat mir in der Innenverteidigung sehr gut gefallen. Sie tut der Spieleröffnung sehr gut. Außerdem nimmt sie da etwas den Druck aus dem Überangebot an 6´ern, das da ist, wenn Kulig zurückkommt. Mir gefällt auch Viola Odebrecht sehr gut, auch wenn noch nicht alles funktioniert bei ihr, vor allem im Spiel nach vorne. Man sieht aber schon, dass sie vor allem in der Defensive ein Fels in der Brandung sein kann. Dann hat mir Lira sehr gut gefallen, gute Dribblings und teilweise tolle Flanken ins Sturmzentrum. Leider wurden diese Zuspiele heute nicht verwertet. Das ist natürlich zu verbessern, aber immerhin standen die Stürmerinnen oft an der richtigen Stellen. Mit etwas mehr Kaltschnäuzigkeit, die sicher noch kommen wird, braucht man sich dann auch keine Sorgen zu machen, dass so ein Spiel noch kippen kann. Leider fehlte den Zuspielen auf Lira auch häufig die Präzision, so dass sie das ein oder andere Mal dem Ball nur auf dem Weg ins Aus hinterherschauen konnte. Da muss sich auch noch einiges tun, wie an der Passgenauigkeit insgesamt. Im Spiel nach vorne sehe ich die größten Baustellen momentan bei Melanie Behringer und Binca Schmidt, wobei es bei der Behringer schon ein Schritt in die richtige Richtung wäre, wenn mal jemand anders die Standards ausführt.

    Alles in allem sehe ich deutlich positiver in die Zukunft als noch kurz nach der WM. Ich hoffe, dass sich die vielen positiven Dinge, die sich gerade entwicklen noch vertiefen. Dazu dient dann auch der Algarve Cup im nächsten Jahr, wo auch einige Top-Mannschaften teilnehmen. Ich bin recht optimistisch, dass der Weg zum EM-Titel auch 2013 nur über Deutschland geht.

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