ÖFB-Frauenliga: Ohne Play-offs in die neue Saison

Von am 6. August 2010 – 19.05 Uhr 5 Kommentare

In der Schweizer Nationalliga A hat man zur neuen Saison 2010/11 Play-offs eingeführt, im Nachbarland Österreich geht man genau den umgekehrten Weg. Denn nach drei Saisons kehrt die höchste Spielklasse Österreichs wieder zum klassischen Modus zurück, wenn am Samstag, 7. August, die neue Saison beginnt.

Bisher wurden nach der Herbstsaison aus den Teams mit den Tabellenplätzen 1 bis 5 bzw. 6 bis 10 zwei Gruppen gebildet, die im Frühjahr mit den halbierten Punkten aus dem Herbstdurchgang und zusätzlichen  Bonuspunkten das „Obere und Untere Play-off“ bestritten.

Entscheidung mehrheitlich begrüßt
Die Mehrzahl der Trainer befürwortet diese Entscheidung.  FC-Wacker-Innsbruck-Cheftrainer Robert Martini erklärt: „Mir gefällt der neue Modus wesentlich besser, er ist sportlich einfach gerechter und besser vermarktbar.“ Sogar  Trainer der „schwächeren“ Teams, etwa Kleinmünchen-Trainer Andreas Gerard, meint: „Obwohl wir vom alten Modus profitieren würden, ist es für die Liga sicher sinnvoll, ohne diesen Modus zu spielen. Für die Beibehaltung des Play-off-Systems sprach sich hingegen Arnold Freiberger, Trainer des Sensationsaufsteigers  FC Stattegg,  aus: „Schade,  ich denke, dass es für alle Mannschaften besser gewesen wäre,  dieses System weiter zu behalten!“

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Transfers: Exporte nach Deutschland
Die spektakulärsten Wechsel betrafen den Herforder SV und zwei ÖFB-Ligisten: die ÖFB-Internationalen Laura Feiersinger (USK Hof), Marion Gröbner, Verena Aschauer (beide USC Landhaus) wechselten zum Herforder SV in die deutsche Frauenfußball-Bundesliga, im Gegenzug kehrte Isabelle Berger endgültig zum USC Landhaus zurück. Ebenso schloss sich Bayern-München- Küken Stephanie Schachner wieder ihrem Stammklub FC Stattegg an. ÖFB-Teamkapitänin Marlies Hanschitz verabschiedete sich aus Innsbruck und wird in der neuen Saison für den  SK Kärnten spielen. Die Italo-Schweizerin  Fabiana Pammeringer (Pulimeno), die bereits vor einige  Jahren bei den LASK Ladies in Linz Regie führte, wechselt vom Ostschweizer Klub FC Staad  nach Salzburg zum USK Hof.

Nationalspielerin Marion Gröbner wechselt nach Herford. (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

Importe aus der Slowakei
Neu in Österreichs höchster Spielklasse sind die slowakischen Nationalstürmerinnen Simona Gregorovicova und Denisa Stefanova (jeweils USC Landhaus) sowie Jana Roziakova (Slovan Bratislava) beim Serienmeister SV Neulengbach. Prominenteste Abgänge betreffen die Brasilianerin „Fabiana“, die aus dem Wienerwald in ihre Heimat zurückkehrt  und Gabriele Fiedler, die Innsbruck mit unbekanntem Ziel verlässt. Weiterhin fehlen werden die ÖFB-Internationalen Melanie Fischer (Innsbruck) und Natascha Celouch mit langwierigen schweren Verletzungen.

Neulengbach erneut Favorit
Nach dem gesundheitsbedingten Rücktritt von Trainerin Olga Hutter leiten Sabine Brand und Maria Gstöttner als lizenzierte UEFA-B-Lizenz-Trainerinnen die Geschicke beim Abonnement-Meister SV Neulengbach. Für den Bereich Kondition, Fitness und Taktik konnte der prominente Sportwissenschaftler und ÖFB-U17-Trainer Dr.  Johannes Uhlig gewonnen werden. Manager Direktor Bruno Mangl erklärt: „Unser Ziel ist das neunte Double in Folge und das Achtelfinale in der UEFA Womens Champions  League.“

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Zielsetzungen
„Wir wollen die Jugend forcieren“, sind sich Hans Gröss (SK Kärnten), Robert Martini (Wacker Innsbruck) und Andreas Janota (USC Landhaus) einig, und „peilen Rang 2 oder 3“ (Gröss), „zumindest einen guten Mittelfeldplatz an“ (so Martini, Janota, Hans Enzinger (USK Hof) und Kerstin Weber (FC Südburgenland)). „Wir wollen uns  in der Tabelle verbessern“, gibt Gerhard Vidovic (LUV Graz) nach einer sensationellen Aufholjagd im Frühjahr klar die Linie vor, „und uns  im taktischen Bereich steigern sowie noch mehr  Fußball –‚spielen‘“, ergänzt sein steirischer Kollege Arno Freiberger (FC Stattegg).

Traditionsklub Kleinmünchen „pünktlich“ wieder im Oberhaus
„Den Klassenerhalt schaffen“ wollen Ardagger/Neustadtl und Union Kleinmünchen, wobei sich die Aufsteigerinnen aus der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz heuer als besonders „pünktlich“ erwiesen: Just im 30. Jahr der Vereinsgründung schafften sie nach dem bitteren Abstieg vor zwei Jahren wieder den Aufstieg in Österreichs Top-Liga. Im Entscheidungsspiel gewann der Traditionsclub (Achtfacher österreichischer Meister, sechsfacher Cupsieger, Supercupsieger) mit einem sensationellen 2:0 (2:0)- Auswärtserfolg beim favorisierten ASV Spratzern das Turnier der Zweitliga-Meister um den Aufstieg in die ÖFB-Frauenliga. Obendrein sorgte der Stammklub der früheren Bayern-München-Stars Gerti Stallinger und Nina Aigner mit dem  Meistertitel der 2. Liga-Mitte-West, sowie den oberösterreichischen Pokalsiegen für einen ausreichend gedeckten „Gabentisch“ zum Jubiläum.

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5 Kommentare »

  • expert1 sagt:

    ich hätte einen VORSCHLAG an WOMENSOCCER. der Meister Deutschland ,der Schweiz und Österreich sollten sich mal messen.

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  • salamander sagt:

    Was für einen Sinn sollte das machen?!

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  • Markus Juchem sagt:

    Ergebnisse 1. Spieltag

    FC Wacker Innsbruck – LUV Graz 4:3
    Union Kleinmünchen – SK Kärnten Frauen 1:3
    USC Landhaus – SV Neulengbach 1:3
    FC Südburgenland – USG Ardagger/Neustadtl 12:0
    FC Stattegg – USK Hof 2:2

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  • expert1 sagt:

    salamander welchen sinn, man kann sehen welche QUALITÄT BEI UNSEREN NACHBARN VERHANDEN SIND. UND MAN SIEHT MAL ANDERE GESICHTER……………………..ODER WILLST DU IMMER NUR prinz UND kO SEHEN………………

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  • Markus Juchem sagt:

    Ergebnisse, 2. Spieltag:

    USG Ardagger/Neustadl – USC Landhaus 1:1
    SK Kärnten Frauen – LUV Graz 2:1
    USK Hof – FC Wacker Innsbruck 2:1
    SV Neulengbach – FC Stattegg 9:1
    Union Kleinmünchen – FC Südburgenland 3:5

    Tabelle:

    1. FC Südburgenland, 17:3 Tore, 6 Punkte
    2. SV Neulengbach, 12:2 Tore, 6 Punkte
    3. SK Kärnten Frauen, 5:2 Tore, 6 Punkte

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