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Nationalliga A: Mehr Spannung durch neuen Modus?

Von am 6. August 2010 – 14.17 Uhr 5 Kommentare

Mit der Partie FC Basel 1893 gegen  FFC Zuchwil 05 startet am Samstag, 7. August, die Schweizer Nationalliga in ihre neue Saison. Mit einem neuen Modus soll die Entwicklung des Frauenfußballs weiter vorangetrieben und die Spannung für die Zuschauer erhöht werden.

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Um den Frauenfußball weiter zu verbessern, wird ein Playoff-System eingeführt.  Nach den 18 Meisterschaftsspielen kämpfen die ersten acht der zehn Teams in einer Finalrunde um die Meisterschaft. Die beiden Letztklassierten treten zusammen mit den beiden Erstklassierten der Nationalliga B zu einer Auf-/Abstiegsrunde an, die sie in einer Doppelrunde bestreiten. Die beiden Erstklassierten bleiben in der höchsten Liga, die beiden Letztklassierten spielen in der Nationalliga B.

Aderlass beim Meister
Der 15fache Meister FC Zürich Frauen gehört auch in der neuen Saison zum Favoritenkreis, obwohl die Mannschaft namhafte Abgänge zu verkünden hat. Nationalspielerin Bettina Baer (Verletzungspause) wechselt in die USA zu University of Tennessee und Muriel Bouakaz verlässt nach der enttäuschenden U20-Frauenfußball-WM in Deutschland Zürich Richtung Frankreich. Dazu unterzeichnete Vanessa Bernauer in Spanien einen Profivertrag. Neu in die erste Mannschaft kommen einige Spielerinnen aus der eigenen U18-Jugend und die U20-Spielerin Cora Canetta. Die Vorbereitungsphase des FC Zürich war etwas holprig: Ein knapper Sieg gegen den Aufsteiger FC St.Gallen, im Wyler-Cup verlor man gegen Yverdon und trennte sich remis von BSC Young Boys und beim letzten Testspiel gegen den SC Freiburg verlor man 1:3. Alles andere als gute Voraussetzungen.

Grashopper holt Thalmann
Der Lokalgegner Grashopper Club Zürich hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Isabell Meyer, Torschützenkönigin der letzten Saison zusammen mit Caroline Abbé, verlässt den Verein Richtung Deutschland in die 2. Frauenfußball-Bundesliga Süd zum SC Freiburg. Auch ins Ausland geht Marina Keller, sie unterschreibt einen Vertrag in Spanien. Doch im Gegenteil zum FC Zürich hat Grashopper auch interessante Neuzugänge: Torhüterin Gaëlle Thalmann kommt vom Hamburger SV nach Zürich, die deutsche Spielerin Janine Partzsch (spielte bei Tennis Borussia Berlin und FC Bayern München) wechselt von Young Boys wie auch die U20-Spielerin Vanessa Pittet vom Pokalsieger FC Yverdon Féminin. In der Sommerpause absolvierte Grashopper eine Handvoll Spiele, die man mit großem Vorsprung gewann, bis auf ein Unentschieden gegen den Aufsteiger FC St. Gallen.

Auch Young Boys und Yverdon Titelkandidaten
Beim  15fachen Pokalsieger und Dritten der letzten Saison, BSC Young Boys, macht sich eine deutliche Verjüngung im Kader bemerkbar. Nach den Rücktritten von Mirjam Berz (38), Nicole Schäpper (25), Rahel Grand (26) und dem Wechsel von Partzsch (28) stoßen sechs ambitionierte junge Spielerinnen, alle mit Jahrgang 92/93 in den Kader. Einige sind aus dem U18-Team YB/Seeland in die erste Mannschaft aufgerückt. Der vierte Topkandidat für den Meistertitel ist der FC Yverdon Féminin. Seit Jahren findet man das Team in der oberen Tabellenhälfte. Mit Caroline Abbé, der Torschützenkönigin und Fußballerin der Saison 2009/10, und Maeva Sarrasin haben sie zwei Torgaranten, die ein Spiel wenden können. Die Neuzugänge und Abgänge halten sich die Waage, aber auch hier wurden vor allem junge Spielerinnen aus der französischen Schweiz in die erste Mannschaft geholt.

Torhüterinnenwechsel
Im Mittelfeld der Liga (SC Kriens, FC Thun, FC Staad und FFC Zuchwil 05) gab es keine spektakulären Wechsel, obschon auch hier die Verjüngung der Liga zu spüren ist. Viele Mannschaften holen  Spielerinnen aus der eigenen Jugend, z. B. der U18 und müssen deshalb nicht Spielerinnen aus anderen Vereinen verpflichten. Einen interessanten Wechsel gab es zwischen dem FC Thun und dem SC Kriens, nämlich einen Torhüterinnentausch. Die Nr. 1 und 3 der U20-Nationalmannschaft tauschten ihren Verein untereinander. Nathalie Schwery geht zu Kriens, Stephanie Kaderli wechselt nach Thun. Dazu verließen den FC Thun mit Jennifer Oehrli und Samira Susuri zwei A-Nationalspielerinnen.

Basel will überraschen
Überraschen könnte der FC Basel. Letzte Saison mussten sie in die Barrage und gewannen beide Spiele souverän. Vor den beiden Spielen um den Klassenerhalt verpflichtete Basel die Zürcher Meistertrainerin Susanne Grubler, die ihren neuen Verein durch die Barrage begleitete. Zusätzlich holten sie in der Sommerpause die Nr. 2 im Tor der Nationalmannschaft, Oehrli, nach Basel, damit die größte Schwachstelle der letzten Saison beseitigt wird. Mit einer weiteren A-Nationalspielerin aus Thun, Susuri können die Baselerinnen in der neuen Saison angreifen und nicht mehr um die letzten Plätze spielen, obwohl sie mehr Abgänge als Zuzüge haben. Neuling FC St.Gallen wird es in der Nationalliga A schwer haben. In der Vorbereitung waren viele Spielerinnen verletzt und man konnte nie mit der Wunschelf testen. Dazu kommen happige Gegner in den ersten sieben Tagen. Nicht einfach für einen Aufsteiger, obwohl sie in Testspielen gegen Grashopper ein Unentschieden schafften und gegen den FC Zürich nur knapp verloren.

Tatjana Haenni steht seit einigen Jahren an der Spitze des FC Zürich. (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

Topspielerinnen im Ausland
Auch dieses Jahr drehte sich das Wechselkarussell, und die Tendenz Richtung Ausland zeigt sich immer deutlicher. Mit Meyer, Bernauer, Keller und Baer verliert die Liga talentierte und ambitionierte Spielerinnen. Nun spielt die halbe A-Nationalmannschaft im nahen oder fernen Ausland, die großen Namen sieht das Schweizer Publikum nur noch bei Heimspielen der Nationalmannschaft. Trotz des Weggangs einiger Spielerinnen bleibt die Liga interessant. Ob der neue Modus mehr Spannung und Zuschauer in die Schlussphase bringt, wird sich sehen lassen. Was auffällt ist, das die Liga immer jünger wird und vermutlich deshalb die Stabilität fehlt.

Infos zur Schweizer Nationalliga
1970 wurde offiziell die erste Frauenliga der Schweiz gegründet, jedoch mit der Auflage, dass die Frauen- den Männervereinen unterstellt sind. So entstanden die ersten Mannschaften. Die erfolgreichsten Klubs in den 1980er-Jahren bis heute waren der DFC Bern (FFC Bern, BSC YB) und der SV Seebach Zürich (FFC Zürich Seebach, FC Zürich Frauen). Einen großen Schritt Richtung Professionalität wurde gemacht, als man 1993 den Frauenfußball in den Schweizerischen Fussballverband (SFV) aufgenommen hat, dadurch stiegen die Zahlen der Teams und Spielerinnen rapide an. Erst 2005 ermöglicht der SFV die Eigenständigkeit der Frauenmannschaften. Viele lösen sich von den Männervereinen und so entstehen die ersten reinen Frauenfußball-Mannschaften. Doch an die Eigenständigkeit  waren Anforderungen des SFV gekoppelt. Einige Vereine konnten diesem Druck nicht standhalten und der Erfolg blieb aus. So wurden wieder Kontakte zu den Männervereinen gesucht. Inzwischen haben alle Super-League-Mannschaften der Männer Frauenabteilungen, mit einigen Juniorinnen-Mannschaften wie z. B. U18. Vor der Übernahme der Männervereine wurde die Liga auf zehn Mannschaften aufgestockt.

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5 Kommentare »

  • labrys696 sagt:

    Die Ergebnisse der ersten Runde:

    FC Basel 1893 3 – 3 FFC Zuchwil 05
    FC Staad 2 – 3 SC Kriens
    BSC Young Boys 3 – 1 Grasshopper Club Zürich
    FC Zürich Frauen 12 – 0 FC Thun

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  • Markus Juchem sagt:

    Ergebnis, 1. Spieltag:

    FC St. Gallen – FC Yverdon Feminin 0:2

    Ergebnisse, 2. Spieltag:

    FC Thun – BSC Young Boys 0:6
    SC Kriens – FC Zürich Frauen 0:0
    FC St. Gallen – FC Staad 0:1
    FC Yverdon Feminin – FFC Zuchwil 05 4:2
    Grasshopper Club Zürich – FC Basel 0:2

    Ergebnisse, 3. Spieltag:

    FC Zürich Frauen – FC St. Gallen 3:0
    FC Basel – FC Thun 8:0
    BSC Young Boys – SC Kriens 2:1
    FC Staad – FC Yverdon Feminin 0:2
    FFC Zuchwil 05 – Grasshopper Club Zürich 0:3

    Tabelle

    1. BSC Young Boys, 11:2 Tore, 9 Punkte
    2. FC Yverdon Feminin, 8:2 Tore, 9 Punkte
    3. FC Zürich Frauen, 15:0 Tore, 7 Punkte

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  • labrys696 sagt:

    SPITZENREITER 😀

    Aber Thun tut mir leid, nach den 2 A-Natio Abgängen ist der Wurm drin. Nun mal ne Woche Pause, weil die A-Nationalmannschaft gegen Kasachstan spielt.

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  • Ulf sagt:

    Auf dieser Seite kann man/frau auch viele internationale Ligen verfolgen:
    http://j.mp/cwhz46

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  • eisbär sagt:

    @ Ulf
    Vielen Dank für den Link.

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