Der neue Ehrgeiz des FC Bayern München

Von am 14. August 2019 – 8.47 Uhr 19 Kommentare

Am Wochenende startet die Frauenfußball-Bundesliga in ihre 30. Jubiläumssaison. Meister VfL Wolfsburg gilt einmal mehr als Titelkandidat Nr. 1. Doch Bayern München bläst mit neuem Trainer, neuen Spielerinnen und einem Masterplan in dieser und den nächsten Spielzeiten zum Angriff auf die nationale und internationale Spitze.

Von Freiburg nach München: WM-Jungstar Giulia Gwinn und Trainer Jens Scheuer © imago/Lackovic

Es ist noch gar nicht so lange her, da taten sich Spielerinnen und Verantwortliche des FC Bayern München schwer damit, sich zu einer klaren Zielsetzung zu bekennen – „den Abstand verringern“ und „den nächsten Schritt machen“ waren beliebte Worthülsen dieser Zeit. Doch wenige Tage vor Auftakt in die neue Bundesliga-Saison 2019/20 war am schmucken FC Bayern Campus im Norden Münchens von der vornehmen Zurückhaltung der Vergangenheit nichts mehr zu spüren.

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Hungrig nach Titeln

So sagte etwa Abwehrspielerin Verena Schweers, die vor ihrem Wechsel nach München 2016 mit dem VfL Wolfsburg bereits zwei Mal Champions-League-Siegerin wurde: „In der Bundesliga ist dieses Jahr einiges möglich. Unser Ziel ist es, Wolfsburg endlich einmal zu schlagen. Und wenn man letzte Saison im Champions-League-Halbfinale stand, ist man hungrig nach mehr.“ Sprich: Die 30-Jährige würde nach 2013 und 2014 nicht nur gerne ihren dritten deutschen Meistertitel, sondern am Liebsten auch gleich noch den dritten Champions-League-Sieg feiern.

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Neues Selbstverständnis

Die erfrischend klaren Worte passen gut zum neuen Selbstverständnis des FC Bayern München. 2012 gewannen die Münchenerinnen noch eher überraschend den DFB-Pokal und beendeten damit eine 36-jährige Durststrecke ohne Titel. 2015 und 2016 führte Trainer Thomas Wörle das Team gar zwei Mal in Folge zur deutschen Meisterschaft, damals jedoch eher Betriebsunfälle im positiven Sinne, denn die Titel hatte damals im Vorfeld noch keiner so recht auf dem Zettel.

Nicht kleckern, sondern klotzen

Doch erst in den vergangenen Jahren hat der Verein – auch unter dem Eindruck der inzwischen in den Frauenfußball drängenden Großklubs wie Juventus Turin, Manchester United oder Real Madrid – den Ehrgeiz entwickelt, in Zukunft dauerhaft national und international auch im Frauenfußball einen Platz an der Spitze anzustreben. Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge ist bestens über die aktuellen Entwicklungen im In- und Ausland informiert. Zwar hatten die Bayern vor der neuen Saison zahlreiche hochkarätige Abgänge wie etwa die von Fridolina Rolfö (VfL Wolfsburg) und Sara Däbritz (Paris Saint-Germain) zu verzeichnen.

Namhafte Neuzugänge

Doch in Linda Dallmann, Giulia Gwinn und der schon länger ins Auge gefassten Verpflichtung von Carolin Simon konnten nicht minder hochklassige DFB-Nationalspielerinnen hinzu gewonnen werden, ergänzt um die erfahrene Neuseeländerin Ali Riley oder die schwedische Abwehrspielerin Amanda Ilestedt, die in der Vorbereitung einen starken Eindruck hinterließ. Und bis zum Ende der Transferperiode am 2. September soll womöglich noch einmal Verstärkung für die Offensive geholt werden. Noch fehlt dem Team eine Knipserin vom Schlage einer Pernille Harder oder Ada Hegerberg, doch Spielerinnen dieser Kategorie werden in Zukunft auf dem Einkaufszettel stehen.

Vierjahresplan soll Bayern an die Spitze führen

Bayern Münchens Managerin Karin Danner sagt: „Seit drei Jahren verändert sich die Frauenfußball-Landschaft sehr stark, in Deutschland ist die Zeit ein bisschen dahingeplätschert und so wie es bisher läuft, werden wir in den nächsten Jahren nicht weiterkommen. Deswegen haben wir als Verein einen Vierjahresplan erarbeitet, um für die Herausforderungen der kommenden Jahre gerüstet zu sein.“ So wurde nach neun Jahren Trainer Thomas Wörle durch Jens Scheuer vom SC Freiburg ersetzt, der sein Team nach und nach an die nationale und internationale Spitze führen soll.

Testspiele in Toulouse machen Mut

Wegen der Abstellung von neun aktuellen Bayern-Spielerinnen zur WM in Frankreich war die Saisonvorbereitung kurz, erst ab 18. Juli konnte Scheuer mit dem vollen Kader trainieren. Doch die knappe Zeit wurde genutzt und die beiden couragierten Auftritte beim Women´s French Cup in Toulouse haben das Selbstbewusstsein der Bayern gestärkt. Dort gab es zwar zunächst trotz einer über weite Strecken ansprechenden Leistung eine knappe 1:2-Niederlage gegen Paris Saint-Germain, zwei Tage später ließen die Münchenerinnen dann einen überzeugenden 5:0-Sieg gegen ein mit A-Nationalspielerinnen gespicktes Team von Chelsea Women folgen – in der Vorsaison wie die Bayern Champions-League-Halbfinalist.

Die Bayern-Spielerinnen im Austausch mit dem Trainerteam © imago/Lackovic

Gefühltes Heimspiel

Doch wo sein Team wirklich steht, wird Scheuer erst am Samstag sehen, wenn er ab 13 Uhr (Highlights in der ARD-Sportschau ab 18 Uhr) mit seinem neuen Team am ersten Spieltag an alter Wirkungsstätte beim SC Freiburg antreten muss. „Ich finde es schön, dass ich gefühlt fast mit einem Heimspiel starte, an einem Ort, an dem ich gerne war. Im Vorfeld ist das ein schwieriges Spiel für mich, aber der ganze Fokus liegt auf einem erfolgreichen Start.“

Kein Bonus für bekannte Gesichter

Ähnliche Emotionen dürften Giulia Gwinn, Lina Magull, Carolin Simon und Laura Benkarth entwickeln, die ebenfalls eine Vergangenheit beim Team im Breisgau haben – allesamt unter ihrem heutigen Bayern-Trainer Scheuer. Doch ein Bonus ist dies für das Quartett nicht. „Alle Spielerinnen müssen sich neu beweisen, auch die, die ich schon länger kenne. Allein die Leistung auf dem Platz zählt“, so Scheuer.

Die Qual der Wahl

Mit attraktivem Offensivfußball will sein Team die Herzen des Münchener Publikums erobern. „Die Zuschauer hier sollen sagen: `Das ist offensiv und mutig´. Auch wenn dann der eine oder andere Fehler mehr passiert.“ Mit seinem Kader sieht sich Scheuer für die Herausforderungen auf nationaler und internationaler Ebene gerüstet. „Wir haben sehr gute, kreative Spielerinnen und sind auf jeder Position doppelt besetzt. Ich habe wahnsinnig viele mögliche Startformationen im Kopf.“

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

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Bundesliga 2019/20
16.08.19 18.30 Uhr 1. FFC Frankfurt 3 Turbine Potsdam 2 17.08.19 13.00 Uhr FF USV Jena 1 TSG Hoffenheim 6 17.08.19 13.00 Uhr SC Freiburg 1 Bayern München 3 18.08.19 14.00 Uhr 1. FC Köln 2 MSV Duisburg 1 18.08.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg 1 SC Sand 0 18.08.19 14.00 Uhr SGS Essen 3 Bayer Leverkusen 1 23.08.19 19.15 Uhr Bayern München 1. FFC Frankfurt 24.08.19 13.00 Uhr TSG Hoffenheim 1. FC Köln 25.08.19 14.00 Uhr MSV Duisburg VfL Wolfsburg 25.08.19 14.00 Uhr SC Sand SGS Essen 25.08.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam FF USV Jena 25.08.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen SC Freiburg 13.09.19 19.15 Uhr 1. FC Köln Turbine Potsdam 15.09.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg TSG Hoffenheim 15.09.19 14.00 Uhr SC Freiburg SC Sand 15.09.19 14.00 Uhr Bayern München Bayer Leverkusen 15.09.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt FF USV Jena 15.09.19 14.00 Uhr SGS Essen MSV Duisburg 20.09.19 19.15 Uhr TSG Hoffenheim SGS Essen 21.09.19 13.00 Uhr Turbine Potsdam VfL Wolfsburg 22.09.19 14.00 Uhr SC Sand Bayern München 22.09.19 14.00 Uhr FF USV Jena 1. FC Köln 22.09.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen 1. FFC Frankfurt 22.09.19 14.00 Uhr MSV Duisburg SC Freiburg 27.09.19 19.15 Uhr Bayer Leverkusen SC Sand 28.09.19 13.00 Uhr SGS Essen Turbine Potsdam 29.09.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt 1. FC Köln 29.09.19 14.00 Uhr Bayern München MSV Duisburg 29.09.19 14.00 Uhr SC Freiburg TSG Hoffenheim 29.09.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg FF USV Jena 11.10.19 19.15 Uhr 1. FC Köln VfL Wolfsburg 12.10.19 13.00 Uhr TSG Hoffenheim Bayern München 13.10.19 14.00 Uhr SC Sand 1. FFC Frankfurt 13.10.19 14.00 Uhr FF USV Jena SGS Essen 13.10.19 14.00 Uhr MSV Duisburg Bayer Leverkusen 13.10.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam SC Freiburg 18.10.19 19.15 Uhr Bayer Leverkusen TSG Hoffenheim 20.10.19 14.00 Uhr SC Sand MSV Duisburg 20.10.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt VfL Wolfsburg 20.10.19 14.00 Uhr SC Freiburg FF USV Jena 20.10.19 14.00 Uhr SGS Essen 1. FC Köln 20.10.19 14.00 Uhr Bayern München Turbine Potsdam 27.10.19 14.00 Uhr FF USV Jena Bayern München 27.10.19 14.00 Uhr MSV Duisburg 1. FFC Frankfurt 27.10.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg SGS Essen 27.10.19 14.00 Uhr TSG Hoffenheim SC Sand 27.10.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam Bayer Leverkusen 27.10.19 14.00 Uhr 1. FC Köln SC Freiburg 03.11.19 14.00 Uhr Bayern München 1. FC Köln 03.11.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt SGS Essen 03.11.19 14.00 Uhr SC Freiburg VfL Wolfsburg 03.11.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen FF USV Jena 03.11.19 14.00 Uhr SC Sand Turbine Potsdam 03.11.19 14.00 Uhr MSV Duisburg TSG Hoffenheim 23.11.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg Bayern München 23.11.19 14.00 Uhr SGS Essen SC Freiburg 23.11.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam MSV Duisburg 23.11.19 14.00 Uhr 1. FC Köln Bayer Leverkusen 23.11.19 14.00 Uhr FF USV Jena SC Sand 23.11.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt TSG Hoffenheim 01.12.19 14.00 Uhr SC Freiburg 1. FFC Frankfurt 01.12.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen VfL Wolfsburg 01.12.19 14.00 Uhr TSG Hoffenheim Turbine Potsdam 01.12.19 14.00 Uhr Bayern München SGS Essen 01.12.19 14.00 Uhr MSV Duisburg FF USV Jena 01.12.19 14.00 Uhr SC Sand 1. FC Köln 08.12.19 14.00 Uhr TSG Hoffenheim FF USV Jena 08.12.19 14.00 Uhr MSV Duisburg 1. FC Köln 08.12.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam 1. FFC Frankfurt 08.12.19 14.00 Uhr Bayern München SC Freiburg 08.12.19 14.00 Uhr SC Sand VfL Wolfsburg 08.12.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen SGS Essen