Fusion zwischen Eintracht Frankfurt und 1. FFC Frankfurt perfekt

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Eintracht Frankfurt und der 1. FFC Frankfurt planen, ab der Saison 2020/2021 unter der Flagge der Eintracht in der Frauenfußball-Bundesliga anzutreten.

Logo Eintracht Frankfurt/1. FFC Frankfurt
Ab 2020/2021 startet Eintracht Frankfurt in der Frauen-Bundesliga © Eintracht Frankfurt / 1. FFC Frankfurt

In den vergangenen Monaten haben die Gremien der Eintracht Frankfurt Fußball AG einen möglichen Zusammenschluss mit dem 1. FFC Frankfurt intensiv geprüft und nunmehr in der zurückliegenden Sitzung von Vorstand und Aufsichtsrat
den Entschluss gefasst, einen Zusammenschluss mit Wirkung zum Saisonbeginn 2020/21 herbeizuführen.

Neustrukturierung als logischer Schritt

Bereits vor anderthalb Jahren war FFC-Manager Siegfried Dietrich im Auftrag des Vorstands an die Eintracht herangetreten, um die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit auszuloten. Aufgrund der gestiegenen wirtschaftlichen und infrastrukturellen Anforderungen im Zuge der Professionalisierung der Frauenfußball-Bundesliga ist eine Neustrukturierung des Frauenfußball-Traditionsstandorts Frankfurt aus Sicht des FFC notwendig.

Bobic: „Tolles Zeichen“

Fredi Bobic, Sportvorstand der Eintracht Frankfurt AG, sagt: „Als eines der ersten Mitglieder des FFC freut mich diese Entscheidung ungemein. Es ist nicht zuletzt auch ein tolles Zeichen für den Frauenfußballstandort Frankfurt, den wir als Eintracht auf diese Weise gezielt weiterentwickeln möchten. Das rege Zuschauerinteresse und die sehr guten TV-Einschaltquoten für die aktuell laufende Weltmeisterschaft unterstreichen die gestiegene Bedeutung des Frauenfußballs in den vergangenen Jahren.“

Dietrich: „Außerordentlich glücklich“

Siegfried Dietrich, Manager und Vermarkter des 1. FFC Frankfurt sowie seit 2016 auch Lebenslanges Mitglied von Eintracht Frankfurt e.V. sagt: „Der 1. FFC Frankfurt ist außerordentlich glücklich, dass sich die Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt mit ihren Gremien dafür entschieden haben, einen gemeinsamen Weg unter einem Dach realisieren zu wollen. Mit dem angedachten Zusammenschluss liegen beide Vereine nicht nur im Trend der Zeit, sondern sie nutzen konsequent den Standort FrankfurtRheinMain, an dem der deutsche und europäische Frauenfußball in den letzten 20 Jahren Geschichte geschrieben hat.“

Verantwortung für den Sportstandort Frankfurt

Axel Hellmann, Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt, begrüßt das Vorhaben ausdrücklich: „Der 1.FFC Frankfurt ist ein großer Name im deutschen und europäischen Frauenfußball und dieser hat sich in den letzten Jahren sehr stark professionalisiert. Ich habe mich vor mehr als zehn Jahren für die Gründung eines Frauenfußballbereichs bei Eintracht Frankfurt e.V. stark eingesetzt und bin froh, dass wir nun einen weiteren großen Schritt in diesem Bereich machen können. Wir haben als größter und wirtschaftlich starker Klub der Region auch eine Verantwortung für den Sportstandort Frankfurt und wollen den Frauenfußball auf Topniveau erhalten. Insbesondere in der Internationalisierung der Eintracht wird uns dieser Schritt weiterhelfen. Unsere Partner begrüßen diesen Schritt ausdrücklich.“

Eintracht Frankfurt ab 2020/21 in der Frauenfußball-Bundesliga

Verläuft die Eingliederung planmäßig, könnte Eintracht Frankfurt mit der Lizenz des 1. FFC Frankfurt ab der Saison 2020/21 in der Frauenfußball-Bundesliga antreten. Der gesamte Profi-Bereich wäre dann dem Lizenzspielerbereich unter der Gesamtverantwortung von Sportvorstand Fredi Bobic zugeordnet. Für die genaue Eingliederung der weiteren Frauen- und Nachwuchsmannschaften des FFC wird gemeinsam mit den verantwortlichen Personen vom Eintracht Frankfurt e.V. und dem 1. FFC Frankfurt ein Konzept erarbeitet.

Sportdirektor Frauenfußball gesucht

Die operative sportliche Verantwortung soll nach einer Übergangsphase mittelfristig ein eigener für den Frauenfußball zuständiger Sportdirektor übernehmen, bis dahin übernimmt weiter Dietrich als Generalbevollmächtigter für den Frauenfußball der Eintracht Frankfurt Fußball AG auch für die sportlichen Belange im Profi-Frauenfußball die operative Verantwortung.

Mein Leben als Hope Solo
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Mein Leben als Hope Solo
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Letzte Aktualisierung am 20.01.2020 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

24 KOMMENTARE

  1. Die beste Lösung für den nicht jünger werdenden SiDi in einem nicht leichter werdenden Geschäfts-, Sponsoren und Ligaumfeld; von daher Glückwunsch für diesen Deal!

  2. Bravo super Idee alle müssen eben sich modernisieren schade das St.pauli da nix tut haben doch riesige Gewinne durch Merchandising und us reisen

  3. Geht wohl einfach nicht anders.

    Ich verlasse mich FEST darauf, dass das schönste Fußball-Vereinslogo der Welt _*NICHT*_ !! geändert wird. (klar, von mir aus der Vereinsnahme, wenn die Fusion das erfordert – aber auf keinen Fall Bild und Struktur)

  4. Und wieder stirbt ein reiner Frauenfussballclub.

    Mal sehen wie lange sich die restlichen noch halten können bis wir nur noch Anhängsel von Männerprofivereinen in den beiden Bundesligen haben.

  5. Der geldgeile DFB (reichster Sportverband der Welt) lässt die armen Frauen-Vereine so lange verhungern, bis sie von den Kommerz-Männchen geschluckt werden…
    Nächster Schritt: Die „Controller“ der Profi(t)-Clubs streichen dann das Geld für die Nachwuchsarbeit und zocken stattdessen am „Transfer-Markt“ rund um den Globus.
    So endet der Sport im Frauenfussball und wird zum vulgären Show-Geschäft; siehe England, Spanien, PSG Paris, Bayern München, etc…

  6. @ Rolex
    „Und wieder stirbt ein reiner Frauenfussballclub.“

    Wer stirbt, ist tot.
    Bei einer Insolvenz, bei der Spielerinnen und Vereinsmitarbeiter ihre Jobs verlieren, würde ich den Begriff „stirbt“ noch verstehen.
    Hier würde ich eher von „Wandel“ sprechen. Diesen kann man begrüßen, oder verurteilen.
    Aus meiner Sicht ist er eher bedauerlich, aber notwendig! Mittelfristig hat ein reiner Frauenfussballverein gegenüber den finanziellen und strukturellen Möglichkeiten eines Bundesligisten der Männer keine Chance. Daher ist dieser Schritt sinnvoll und sichert das Überleben des Frauenfussballbundesligastandorts Frankfurt.
    Bedauerlich ist der Schritt natürlich auch, allein schon weil damit immer ein Stück Traditin verloren geht.
    Jedoch ist dieser Schritt alternativlos, will man nicht, dass Frauenfussballbundesliga in Frankfurt tatsächlich stirbt.

  7. Nachruf

    Hier stirbt ein weiterer Traditionsverein des deutschen FF nach langer, schwerer und schmerzhafter Erfolglosigkeit, durch eine „Überdosis“ Finanzinjektion!!!
    Dieser Verein war einmal der „Leuchtturm der Professionalität“ in Deutschland, und wurde als solches von vielen/allen Journalisten, Moderatoren, Kommentatoren und DFB-Experten in den Himmel geschrieben, geredet und gelobt!!!

    Was ist jetzt noch davon übrig, nachdem der große Geldsegen ausgetrocknet ist, bzw die Budgets von früher heute nur noch Mittelmaß bedeuten!!!
    Das ist jetzt also die Antwort des großen „Machers“ in Mainhatten, auf die Herausforderungen des globalen Finanzkapitals in Wolfsburg und München!!!
    Noch nicht lange her, da sagte SiDi mal in einem Interview, daß man diese Herausforderungen annehmen, und eigene Lösungen dazu finden muß!!!
    Jetzt verscherbelt er also das ganze Tafelsilber samt Tischtuch an den großen Stadtnachbarn für ein paar lumpige Silbergroschen???
    Damit verliert man dann natürlich auch die Eigenständigkeit, die eigene Identität, und muß immer bei den Profis betteln gehen!!!
    Man kann ja mal in Duisburg nachfragen, was aus den einst so stolzen Löwinnen geworden ist!!!

    Ist das jetzt also der Jakobsweg, den alle „noch übrigen“ reinen FF-Vereine gehen-, oder ansonsten eben untergehen müssen???
    Hat der DFB das Stöckchen jetzt endlich hoch genug gehalten, daß nur noch die Profi-Anhängsel die Hürde überspringen können???
    Ist die Büchse der Pandora jetzt komplett leer, und das ganze Unheil des MF wiederholt sich nun auch bei den Frauen???
    Wenn das die Zukunft des FF bedeutet, dann wird sie ohne mich stattfinden!!!
    Denn ich habe mich schon einmal vor ca 15 Jahren angeekelt vom MF abgewendet, und werde dies auch beim FF tun, wenn der Sport nur noch eine Randnotiz ist, und auch hier nur noch das Geld den Ton angibt!!!

  8. Die Mädels der Frankfurter Eintracht werden wohl über diese Nachricht nicht gerade begeistert sein. Denn sportlich gesehen, sind erste und zweite Mannschaft des FFC deutlich besser. Und wer dann im Kader einer fusionierten Frankfurter Mannschaft stehen würde, kann sich wohl jede Eintracht-Spielerin halbwegs ausrechnen.
    Damit Siggis Projekt aber langfristig überleben und weiter in der Bundesliga bestehen kann, ist die Fusion wohl okay. Bleibt die Frage, ob die Worte von Fredi Bobic wirklich ernst gemeint oder ob es nur hohle Phrasen sind und die Mädels nur mit dem allernötigsten abgespeist werden. Zweifel sind schon angebracht. Denn wenn der Eintracht wirklich so viel am FF läge, hätte man ja auch mal die eigene FF-Abteilung etwas pushen können, um sie zumindest in die zweite Liga zu bringen.

  9. Ob das eine langfristig gute Entscheidung ist, das werden wir sehen.

    Man darf nicht vergessen, dass sowohl Frankfurt als auch Potsdam als auch Duisburg als auch Rheine als auch Jena nicht als reine Frauenfußballmannschaften gegründet wurden, sondern als Unterabteilung in bestehenden Sportvereinen.

    Der Schritt, sich vor etwa 20 Jahren jeweils selbstständig zu machen war damals konsequent und richtig, um dem Sport aus dem Amateurstatus heraus zu bekommen und voran zu bringen. Nun hat SD in Frankfurt am Main aufgrund seines Berufs sehr viel für die Professionalisierung getan zu einer Zeit, wo reine Fußballvereine mit hochklassig spielenden Männermannschaften nur kaum bis kein Interesse hatten, den Frauenfußball entsprechend zu fördern. Er hat einen entscheidenden Anteil auch daran, dass Deutschland im FF kein weißer Fleck auf der Landkarte blieb wie viele andere Länder.

    Ob die Eintracht tatsächlich voll dahinter steht, wird sich zeigen. Man erinnere sich an den FSV damals oder auch an den HSV. Oder schaue sich an, was Leverkusen (bislang) aus dem einstigen serienmeister Bergisch Gladbach gemacht hat.

    Sowohl Bayern als auch Wolfsburg sind in gewisser Hinsicht organisch gewachsen – Geld wurde erst reingepumpt, als auch die Eigenleistung stimmte. Bayern hat sich auch mit dem Basketball breiter aufgestellt und wirtschaftet für die vorhandenen fianziellen Mittel sehr solide. Der WSV Wendschott war früher auch nicht schlecht dabei und der VFL hat langfristig die Chance gesehen, dort ein positives Aushängeschild für eine kleine Mono-Industriestadt aufzubauen.

    Man kann nur hoffen, dass die Eintracht mindestens das jetzige Niveau zu halten gedenkt, ja vielleicht durch Synergien auch weitere Mittel locker macht, um Frankfurt auch wieder etwas voran zu bringen.

    Wie die Zukunft sein wird für die reinen FF-Vereine bzw. die Breitensportvereine ohne hochklassige MF-Abteilung, kann man schwer vorher sagen. Zu begrüßen wäre es schon, wenn der DFB hier Anstrengungen unternehmen würde, die Ligen nicht als reiner Abklatsch der DFL-Ligen zu machen und die Besonderheiten im FF zu bewahren schafft. Aus eigenem Antrieb hätten es ansonsten nicht nur die SGS und der USV, sondern auch Turbine sehr schwer. Auch Potsdam wird langfristig kaum nennenswert mehr Zuschauer generieren können als sie in der Vergangenheit hatten, und damit bleiben auch die finanziellen Möglichkeiten begrenzt. Dafür ist die Sportlandschaft einfach zu breit aufgestellt. Neben Turbine und Nulldrei gibt mit American Football, Volleyball, Wasserball, Judo und Kanu andere erstklassige „Mannschaften“, und im Vorort Berlin unter anderem noch Basketball und Eishockey. Berliner verlassen aber nur ungern die Stadtgrenze, sodass auch im zweitgrößten Ballungsgebiet Deutschlands kaum mit mehr Zuschauern zu rechnen sein wird.

    Nulldrei hat mit sich selbst genug zu tun, Unions Frauen machen seit Jahren den Fahrstuhl und das Engagement von Hertha bei FF-Bereich von Lübars ist seit Jahren Geschichte.

    Wenn die Eintracht also ein langfristiges Interesse mit einem überzeugenden Konzept aufweisen kann, dann ist das für den FFC Frankfurt und deren Fans eine gute Sache, um langfristig guten Erstligafußball am Main zuhaben. Warum so etwas verteufeln? Weil andere Vereine die Möglichkeit nicht bekommen werden?

    Sowohl für den USV als auch für Turbine wäre es ein Gutes, würden DDR1 und DDR2, äh, MDR und RBB regelmäßig Spiele live und komplett übertragen, und zwar im Normalprogramm. Dann wären auch potentere Sponsoren an einem finanzkräftigen Einstieg interessiert. Das wird aber kaum passieren. 🙁

  10. Grundsätzlich gesehen hat der FFC keine Chance, eigenständig zu bleiben, wenn denn der Fußball der Frauen irgendwann mal boomen sollte. Dazu fehlt ihnen das Geld und die Infrastruktur. Nur wo ist der Boom? Auch der SC Sand und die SGS Essen sind eigentlich chancenlos, wenn denn wirklich Geld fließen sollte. Aber wo ist das Geld, wo sind die Zuschauer, wo sind die Fernsehübertragungen, wo ist das Interesse der Allgemeinheit? Die beiden Bundesligen haben nur 12+14 Teams, keines aus Hamburg, Berlin, Dortmund, Stuttgart, Leipzig usw. Werder ist gerade abgestiegen, aber immerhin engagiert – ein wenig.

    Ich sehe zwar Hoffnungen, aber keine gerechtfertigten Erwartungen.

  11. Es braucht also die Herrenwelt um das „schwache Geschlecht“ zu Emanzipieren?!Traditioneller Chauvinismus!

  12. Ja meine Güte immer dieses negative was heißt Tradition? Schalke=Gazprom. Bvb-Börse so viel dazu und spie Spielerinnen brauchen auch Anerkennung Geld/Arbeit/Modell
    Muss ja nicht meine kritische Haltung und die Auseinandersetzung ablegen
    So das ist meine Meinung es gibt ja kreis/Bezirk/regionale Ligen, wir haben ja die Wahl

  13. Also ich als Hesse, der was gegen die „launische Diva vom Main“ hat, bin gegen die Fusion. Einmal wegen des Bildes der Eintracht von sich selbst, dann von ihren borderlinenden Ultra-Fans her und ihrer FF-Abteilung at least. In dieser Großstadt muss man doch in der Lage sein können, 2 Frauenfußballteams auf hohem Niveau haben zu können.
    Das die Eintracht im Männerfußball im Rhein-Main-Gebiet alles auffrisst, das ist mir herzlich egal. Aber im FF sollte es doch mehrere Angebote geben.

  14. „… muss man doch in der Lage sein können, 2 Frauenfußballteams auf hohem Niveau haben zu können.“

    1. Wenn das für „Frankfurt“ (=kleine Großstadt) gilt (bzw. gelten soll), dann müsste es im Analogieschluss auch für andere „Großstädte“/Ballungszentren gelten. Das ist aber eindeutig nicht der Fall. Mithin war/ist eine große Bevölkerungsmenge rundherum um einen FF-Verein noch nie eine Absicherung dafür gewesen, erfolgreich (Mitgliederanzahl, Fan/“Fan“-Anzahl, Besucheranzahl, Kadergröße/-qualität, Strukturqualität…) eine/n FF-Verein/Abteilung zu betreiben. Damit ist das Argument schon widerlegt.

    2. Verfolgt man über die diversen Jahre der Vergangenheit die Zuschauerzahlen, und zwar über alle Klubs, dann ist es völlig eindeutig so, dass der FF eine Nischensportart ist (soweit es das Publikumsinteresse und -engagement betrifft). Wichtig: daran ist nichts Schlimmes und es ist auch nichts daran auszusetzen! Viele Mannschaftssportarten sind Nischensportarten und es kümmert keinen, am Allerwenigsten die sportlichen Akteure.

    Soweit es den FF betrifft, verursacht dieses „Nischendasein“ aber ein paar Probleme bzw. hat es ganz konkrete Folgen. Zuoberst muss man bei einer Nischensportart feststellen (nicht bewerten, einfach nur feststellen), dass wenig Geld durch Mitgliederbeiträge und Besucher hereinkommt. Ebenfalls von nur geringfügiger Größenordnung ist allgemeines Merchandizing (Trikots etc.) und Werbungserlöse (die paar Banden-/Trikotwerber etc. muss man eigentlich eher als „Lokal-Sponsoren“ bezeichnen – für ihre Werbeausgaben bekommen sie auf gar keinen Fall entsprechende Mehrverkäufe heraus). An dieser Stelle wird „klassisch“ nach „Sponsoren“ gerufen – je nach Gusto sind das z.B. der Grossverein drumherum oder ein „Oligarch“ oder der „DFB“.

    Hier muss man zunächst mal klarstellen, dass der/die FF-Verein/Abteilung kein „Recht“ auf so ein Sponsoring hat. Weder vonseiten des umgebenden Vereins über die gerechte Aufteilung über alle Abteilungen hinaus, noch vom DFB, dessen Aufgabe es genau nicht ist, als „Sponsor“ zu wirken – seine Aufgabe ist breitenwirksame Unterstützung der Ausbildung und gerechte Verteilung der generierten Einnahmen für ebendiese breitenwirksame Strukturunterstützung. Bis zu einer gewissen Schlüsselhöhe können dabei die „Kleinen“, darunter und unter „ferner liefen“ der FF, einen höheren Anteil der Erlöse bekommen als ihnen vom Ertragsanteil her zusteht – und man kann sich über eben diese Schlüssel auch verbandsintern endlos streiten (und tut das auch). Aber „grundsätzlich“ muss jeder Verein zunächst und vor allem selber für seinen wirtschaftlichen Erfolg einstehen (genau deshalb existiert so ein Verein – er bündelt sportliche Interessen von Einzelnen, um diese Interessen langfristig abzusichern).

    Verbleibt hinsichtlich des FF ein Typus von „Sponsor“, der in den Fan-Szenen Deutschlands ganz prinzipiell „unbeliebt“ ist (aus durchaus guten Gründen…). Das ist der „Mäzen“, der „Oligarch“, der „Konzern“… – also ein Einzelsponsor mit großer Wirtschaftskraft, der unermüdlich und über „Jahrzehnte“ Unsummen (im Wortsinn) in den/die Verein/Abteilung steckt.

    Das ist angesichts der Nischensportartnatur des FF die einzige Methode, wie (viel) Geld hereinkommt. Und derzeit (seit ein paar Jahren) scheint das exakt die Art und Weise zu sein, wie europäische Vereins“konkurrenten“ zu ihren Erfolgen kommen (von guter Basisarbeit und Ausbildung mal abgesehen). Der FFC kennt aus ganz ureigener Erfahrung einen extremen Beispielfall: dem Vernehmen nach bezahlt Lyon (der Sponsor von Lyon) für Marozsán die *10*-fache (!) Menge dessen, was der FFC bezahlte. Und der Lyon-Sponsor zahlt ja auch noch für ein paar andere Frauen und da wird es wohl nicht weniger sein. Anderswo sieht es ähnlich aus (und der FCB und Wolfsburg werden ja auch hier nicht deshalb kritisiert, weil sie nicht durchaus gute Arbeit leisten, sondern weil da ein großer Geldbeutel eines „Sponsors“ tätig ist – allerdings offensichtlich noch lange nicht in den Grössenordnungen, wie sie anscheinend derzeit anderswo zur Anwendung kommen, was wiederum für Wolfsburg und den FCB ein echtes Problem darstellt auf internationalem Parkett).

    Wenn es also so ist, dass keine hohen Einnahmen durch eigenwirtschaftliche Tätigkeiten erzielt werden können und Werbeeinnahmen sich nun mal auch nur durch „Popularität“ in relevante Höhen bewegen (das betrifft auch „TV-Einnahmen“, das ist auch nur Werbegeld) und es diese Popularität nun mal nicht gibt – dann bleibt eben nur noch das Setzen auf den „Sponsor“. In Deutschland gibt es für den FF anscheinend nur „Kleinsponsoren“ – so etwas wie einen Oligarchen findet man anscheinend nicht (obwohl der FFC ganz sicher danach gesucht hat in den vielen Jahren). Also beispielsweise jemand wie SAP-Hopp oder vgl. scheint in Deutschland und hinsichtlich des FF ziemlich Mangelware zu sein.

    Also kann man als FF-Verein/Abteilung im Grunde nur eine Sache versuchen: Eingliederung in einen Grossverein mit hohen Umsätzen in der Hoffnung, dadurch Struktur, Qualität und langfristige Entwicklung zu gewährleisten.

    Das heißt NICHT, dass man mit Sponsor-Klubs im In-/Ausland „sicher“ mithalten können wird – es verbessert „nur“ die Chancen.

    Manche FF-Klubs haben diese Möglichkeit (der FFC im Ballungsgebiet Frankfurt zum Beispiel). Viele andere Vereine/Abteilungen haben diese Möglichkeit nicht, bzw. nur dadurch, dass sie sich „auflösen“ und an gänzlich anderem Ort unter völlig neuer Flagge neu anfangen (wie schon so oft geschehen).

    Der FFC hat seinen Weg hier gewählt und er hat als FF-Verein ganz sicher über viele Jahre alle möglichen Alternativen ausgelotet. Aber es sollte jedem völlig klar sein: solange es international Gross-Sponsoren gibt (kann ja auch sehr wohl schnell wieder vorbei sein, die Sponsor-Mode), ist auch durch eine Einbindung in finanzstarke MF-Klubs sowas wie das Zahlen des „10-fachen“ eher nicht möglich.

  15. @bale.
    die Frauen vom FC St. Pauli spielen mittlerweile Regionalliga, bzw bestreiten jetzt die 4. Saison schon in der Regionalliga. Langfristig gesehen, ist der ansporn schon da, irgendwann mal Bundesliga zu spielen. Aber lieber alles in kleinen Schritten und mit viel Geduld.

  16. @tarsen, das ist so nicht ganz richtig. Es gibt bei pauli keine Ambitionen mal BL zu spielen. im gegenteil pauli fährt eher im ff runter wie hoch. es ist nur noch eine frage der zeit wann pauli wieder absteigt.
    man will das weiterhin nur auf dem niveau halten. das traurige ist an der ganzen angelegenheit das niemand aus der regionalliga nord sich für die quali zur zweiten bl gemeldet hat.

  17. Ja und wieder werden die Frauen nicht gefördert
    Schade gerade bei pauli aber vielleicht wollen die mädels selber nicht?keine Ahnung Zuschauer bei Heim und auswärts wären ja eine gute Basis
    Sie äußern sich nicht eindeutig weder bei Männern noch bei Frauen um es sich nicht mit den Ultras/selbstdarsteller/Egos (teilweise)zu verscherzen

  18. @bale. in der regionalliga sind eine handvoll fans dabei. das sind angehörige der spielerinnen freunde partner usw.

  19. @ ajki,
    Du hast die Dinge sehr richtig beschrieben!!!
    Deshalb ist es totaler Wahnsinn, was da gerade im FF geschieht!!
    Es könnten bei diesen Bedingungen niemals diese Summen erwirtschaftet werden, um solche Gehälter wie in Wolfsburg oder München (von Lyon oder Arsenal ganz zu schweigen) bezahlen zu können!!!

    Wie nennt man dann also so ein Konstrukt, wo die Kosten um ein Vielfaches höher liegen als die Einnahmen??? 🤔
    Wo also permanent durch externes Kapital, daß nicht durch die Verursacher selbst generiert werden kann, immer wieder die Verluste ausgeglichen werden müssen??? 🤔
    Nennt man so etwas dann etwa Professionalitat??? 🤔

    Für mich wächst da eine riesige Blase, die jederzeit platzen kann/muß!!!
    Die Frage lautet nur, ob danach noch ein paar Strukturen übrig bleiben, die auch ohne diese „Professionalitat“ überleben kann, oder ob dann alles den Bach runter geht??? 🙄

  20. Mit diesem Verkauf ist eindeutig klar: Der FF ist als eigenständige Sportart gescheitert. Fortan wird er, wie der Juniorenfußball nur noch eine Unterkategorie des „echten“ Fußballs sein, für den es maximal dann Aufmerksamkeit gibt, wenn der „echte“ Fußball mal wieder nix zu bieten hat.

    Der FF hatte mit der WM 2011 die einmalige Chance, seinen eigenen Weg zu gehen, seinen eigenen „deutschen“ Weg, den er zuvor schon über ein Jahrzehnt unglaublich erfolgreich gegangen war. Doch spätestens jetzt ist klar: Der FF hat diese Chance einwandfrei in den Sand gesetzt. Potsdam, Essen, Jena, Sand werden folgen. Der FF, der doch immer so stolz auf seine Eigenständigkeit war, macht sich zum absoluten Anhängsel der MF-Fußballs.

    Wie konnte es soweit kommen? @ajki hat schon darauf hingewiesen, dass der FF eine Nischensportart ist. Das ist durchaus richtig. Falsch ist aber, dass er wie andere Nischensportarten funktioniert: Erstens sind andere Nischensportarten in eigenen Verbänden organisiert, zweitens verdient man bei anderen Nischensportarten nicht annähernd dasselbe, was man im FF verdient bzw. für den FF fordert. In den meisten anderen Nischensportarten gibt es keine Vollprofis, wie es sie beim FF gibt. Wenn der FF eine Nischensportart ist, dann wäre es sinnvoller gewesen, sich mit anderen Nischensportarten (z.B. Hockey o.Ä.) zu vergleichen und ähnliche Wege zu gehen.

    Das hätte aber bedeutet, dass von vornherein klar gewesen wäre, dass sich der FF, zumindest der Vereins-FF eigenständig hätte organisieren müssen. Die Posse gegen die Liga 2011, wo Neid darüber verfügte, dass die Liga bereits im März endete, hätte Warnung genug sein müssen. Schon damals hätte man die Lehren ziehen müssen und sich ähnlich wie die DFL eine eigene Organisationsstruktur als Gegenüber zum DFB geben müssen. Man hätte einheitliche, strenge Wirtschafts- und Wettbewerbsregeln, eine gute Vermarktungsstrategie etc. etablieren und so verhindern müssen, dass das passiert, was dann passiert ist, dass nämlich die größsten reinen FF-Clubs kaputtgemacht und in die Übernahme gedrängt werden. So hätte man gerade für die MF-Clubs, die in der Liga spielen, sehr, sehr strikte Auflagen für ihre Verbindungen zu den Männerclubs etablieren müssen, um ungerechte Wettbewerbsvorteile zu verhindern, die aus diesen Kooperationen resultieren.

    Man sollte sich vor Augen halten: 2011 spielten noch 8 mehr oder minder reine FF-Clubs in der Bundesliga und nur 4 MF-Bundesligisten (Bayern, Wolfsburg, Freiburg, HSV). Mittlerweile sind es nur noch 4 FF-Clubs (Potsdam, Jena, Essen und Sand). Und das ist noch lange nicht das Ende. Der FF hat hier einfach massiv geschlafen.

    Deutschland war immer gut darin, in allen Sportarten einen Sonderweg zu gehen. Der FF hat sich jetzt von dem deutschen Sonderweg verabschiedet, weil es bequemer ist, sich MF-Teams anzugliedern. Damit ist das Ende des deutschen FFs eingeleitet. Nicht mehr lange, dann wird Deutschland nicht mehr zu den 5-6 besten FF-Nationen Europas gehören: England, Holland, Italien, Frankreich, Spanien – sie alle überholen Deutschland in riesigen Schritten. Und da sind andere traditionelle FF-Nationen wie Schweden, Norwegen, Dänemark sowie weitere Nationen wie die Schweiz noch gar nicht genannt.
    Sie alle schaffen es, den FF zu befördern. In Deutschland interessiert sich dafür aber mit zunehmender Zeit keine Person mehr, nicht nur, weil Fußball als eine Männersportart in Deutschland gesehen wird, sondern auch, weil der FF keine eigenständige Sportart mehr ist, keine Ingenieurssportart, sondern eine Investmentsportart. Und damit keine „deutsche“ Sportart.

  21. @Fan2 „Damit ist das Ende des deutschen FFs eingeleitet. Nicht mehr lange, dann wird Deutschland nicht mehr zu den 5-6 besten FF-Nationen Europas gehören: England, Holland, Italien, Frankreich, Spanien – sie alle überholen Deutschland in riesigen Schritten. Und da sind andere traditionelle FF-Nationen wie Schweden, Norwegen, Dänemark sowie weitere Nationen wie die Schweiz noch gar nicht genannt.“

    Alles Länder, in denen es seit geraumer Zeit Usus ist, dass pure Frauenfußballvereine Raritäten geworden sind. Die Argumentation, wieso das Konzept das gleiche Konzept ‚überholt‘, erschließt sich mir nicht.

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