Deutschland im Viertelfinale gegen Schweden, USA mit Mühe

Von am 24. Juni 2019 – 23.16 Uhr 35 Kommentare

Deutschland wird im Viertelfinale der Frauenfußball-WM in Frankreich am kommenden Samstag auf Schweden treffen. Die Schwedinnen rangen in einem zähen Spiel Kanada nieder. Auch die USA hatten Mühe, sich gegen Spanien dank zweier Elfmeter durchzusetzen.

Megan Rapinoe verwandelt einen Elfmeter gegen Spanien

Megan Rapinoe traf gleich doppelt vom Elfmeterpunkt

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Schweden setzte sich am Abend vor 38.078 Zuschauern im Prinzenparkstadion von Paris mit 1:0 (0:0) gegen Kanada durch. Stina Blackstenius erzielte nach einem Konter den einzigen Treffer der Partie (55.), die qualitativ nur auf durchschnittlichem Niveau stand. Die Kanadierinnen hatten anfangs der Partie mehr vom Spiel, bissen sich an den Skandinavierinnen aber zunehmend die Zähne aus.

Kanada verschießt Handelfmeter

Nach einem durch Videobeweis gegebenen Handelfmeter hatte Kanada die Chance zum Ausgleich, doch Schwedens Torhüterin Hedvig Lindahl parierte den Versuch von Janine Beckie (69.). Die Kanadierinnen wirkten nun geknickt und entfachten erst in der siebenminütigen Nachspielzeit noch einmal eine Druckphase, der die Schwedinnen jedoch standhielten. Somit kommt es am Samstag, 29. Juni, 18.30 Uhr, in Rennes zum Duell zwischen Deutschland und Schweden.

USA siegen mit Mühe

Die USA gewannen vor 19.633 Zuschauern im Stade Auguste-Delaune in Remis mit 2:1 (1:1) gegen Spanien. Der Favorit ging durch einen verwandelten Foulelfmeter von Megan Rapinoe früh in Führung (7.) – Mapi León hatte Tobin Heath von den Beinen geholt. Doch den Spanierinnen gelang der schnelle Ausgleich: US-Abwehrspielerin Becky Sauerbrunn vertändelte einen Ball unweit des eigenen Strafraums, Jennifer Hermoso reagierte blitzschnell und hob den Ball über Torhüterin Alyssa Naeher hinweg ins Netz (9.).

Ausgeglichene Partie

Die Amerikanerinnen hat zwar in der Folge noch einige gute Aktionen, wie etwa ein Abschluss von Rapinoe, doch mit aggressivem Pressing gelang es den Spanierinnen das US-Spiel zu neutralisieren. In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel gar noch verfahrener, Rose Lavelle hatte eine der wenigen Chancen (60.), auf der Gegenseite verfehlte Patricia Guijarro nur knapp aus spitzem Winkel (63.).

Megan Rapinoe sorgt für Entscheidung

Ein neuerlicher Elfmeter brachte dann die Entscheidung: Nach einem Foul von Virginia Torrecilla an Lavelle zeigte Schiedsrichterin Katarina Kulcsár erneut auf den Punkt, Rapinoe verwandelte erneut sicher (75.) und machte den Viertelfinaleinzug perfekt, in dem es nun am Freitag, 28. Juli, 21 Uhr, in Paris zum Duell mit Gastgeber Frankreich kommt.

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

35 Kommentare »

  • Rudi sagt:

    @Zaunreiter,
    ich kann mich deinem sehr sachlichen und realistischen Beitrag nur voll und ganz anschließen. Leider sind in diesem Forum viele „sogenannte Experten“ mit aufgesetzter Nationalbrille unterwegs, die nur auf das Ergebnis des Spieles schauen und nicht auf die spielerische Leistung der deutschen Elf. Mich erinnert das ein wenig an Olympia 2016 in Rio wo sich die deutsche Elf zum sehr glücklichen Sieg kämpfte und das Spielerische blieb auf der Strecke. Die Folgen hat man dann 2017 bei der EM in Holland gesehen.

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  • Bernd sagt:

    @ Zaunreiter sagt:25. Juni 2019 um 7.14 Uhr Uhr
    „Deutschland und sein Dummenglück“

    Sorry, selbst wenn Deutschland Glück hatte, verstehe ich das mit den „Dummen“ überhaupt nicht!
    „Dumm“ ist für mich zu behaupten:
    „Der „wirkliche“ Weltmeister ist dann auf dem Weg ins Finale aber schon ausgeschieden“

    Gegen wen, soll der „wirkliche“ Weltmeister denn ausgeschieden sein? Sollte ein „wirklicher“ Weltmeister nicht jeden schlagen können?

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  • fufbal van sagt:

    Also das Eventpublikum ist hier wieder einfach beneidenswert. Ball getroffen, Hand getroffen, Foul. Man sollte Fussball, einfach in Eventball umbenenen vielleicht mal.
    Wie in der Szenen wieder so die Faust aufs Auge getroffen wird. Okay, fachliches wird hier immer mit Haenden und Daumen verjagt aber, ein paar wuerden den Tip gern haben vielleicht wenn, man eine Situation bewerten will, die Reaktion der Spieler darauf mit, einzubeziehen.
    Lassen wir mal weg dass 2 ineinanderrennen auch was anderes ist als eine rennt in die andere. Wenn Mewis hingeht und sich entschuldigt dann ist es logisch anspruchsvoll sich, zu denken dass auch Mewis dabei war aols es passierte. Ok Ertz oder Mewis macht den Kohl jetzt auch nicht fet und, Warsteiner oder Jever ist schon entscheidender, kann man auch nachvolziehen.
    Man koennte aus der Naehe noch schauen ob, Losada Mitschuld hatte indem, sie Mewis den Weg ein wenig versperren wollte und wie sehr Mewis da die Schulter reindreht. Aber das ist fuer einen Eventvar auch bischen heftig und, da der Ball woanders war wahren, wohl auch nicht so viele Kameras gros drauf so, dass man es in der totalen schlecht sah und es sah wieder aus den 2 Perspektiven erst mal unterschiedlich aus.
    So, ich genehmige mir jetzt aber noch ein Becks auf jeden Fall und bereite mich dabei mental schon mal auf das Holland-Match vor. Olympia ist sicher und das ist eigentlich schon viel erreicht und die Hauptsache.

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  • Bernd sagt:

    @fufbal van 23.45
    „Olympia ist sicher und das ist eigentlich schon viel erreicht“

    Sag mal, hast Du Dir vor Deinem Kommentar schon das ein oder andere Jever, Warsteiner, oder Becks „genehmigt“?

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  • Andi sagt:

    @fufbal van

    Ein paar Hopfenkaltschalen zuviel erwischt. Nochmal für die nicht ganz so aufmerksamen Leser wie Dich. Es ging nur darum das es kein Faustschlag war. Wie es gehandhabt wurde, das ist eine andere Sache.

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  • fufbal van sagt:

    @Bernd
    gute Antwort 😉
    Das war natuerlich schon Bierseelig unvoll formuliert. Also unser Halbfinale gegen Holland meine ich natuerlich.
    Weil Schweden wird das Tunier depressiv verlassen nachdem, wir sie plattgepresst haben wie einen Volvo IV Baujahr 1972. Es gibt auch keinen perfekteren Zweitballtreffer als, den Gegner auf der eigenen Torlinie abzugraetschen.
    Da koennen die Schwedinnen mit dem ersten besser aussehen oder nicht so viehl sie wollen.

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  • Mosan sagt:

    Um als europäisches Team bei Olympia aufzutauchen, muss man mindestens WM Halbfinalist werden.

    Für andere Verbände gelten praktisch gesehen andere Regeln … da hilft es nur faule Eier nach Lousanne zu tragen, imo – und vielleicht die Schweizer ins „Fremdschämen“ für die FIFA zu treiben via social media.*shrug*

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  • bluebox sagt:

    Hallo Leute !

    Ich muss mich jetzt auch mal melden:

    Was ist schlimm daran, wenn man FAN der deutschen Mannschaft ist, sich freut, dass sie ihre Spiele gewonnen haben und das Viertelfinale erreicht ? Mir kommt es oft so vor, als ob man sich als DFB-11-Fan verstecken müsste.
    Sicher war es spielerisch nicht immer das gelbe vom Ei, jedoch haben WIR gewonnen. Und mir ist es ehrlich gesagt so was von egal, ob wir die „leichtere Turnierseite“ bespielen oder nicht und dass sich auf der anderen Seite (vermeintliche) Favoriten gegenseitig rauskegeln.
    So ist das Reglement und fertig. In sofern freue ich mich über das bisherige Abschneiden der DFB-Elf, hoffe dass sie noch einige Spiele gewinnt, bin aber auch nicht böse, wenn sie eines der nächsten Spiele verdient verliert – denn dann hat es der Gegner verdient weiter zu kommen. Und Falls die deutschen Frauen tatsächlich ins Endspiel kommen (was ich hoffe, aber nicht glaube), fragt hinterher niemand warum oder wie sie das Endspiel erreicht hat. Wünsche euch einen sonnigen Tag

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  • enthusio sagt:

    Ich finde es äußerst bemerkenswert, wieviel Vertrauen Martina Voss-Tecklenburg ihren unerfahrenen Spielerinnen im Kader schenkt und wieviel Spielzeit sie ihnen gewährt.
    Und damit meine ich nicht nur unsere drei Jüngsten (Giulia Gwinn, Lena Oberdorf und Klara Bühl), sondern auch unsere nicht eingespielte Innenverteidigung (Marina Hegering und Sara Doorsoun).

    Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
    Ohne den verletzten Dreh- und Angelpunkt Dzsenifer Marozsan wurden nicht nur alle bisherigen vier Spiele ohne Elfmeter, Verlängerung, Elfmeterschießen oder gar gütige Mithilfe der Schiedsrichterinnen gewonnen, sondern haben unsere Mädels auch als einzige Mannschaft im Turnier kein einziges Gegentor kassiert.

    Erfahrene Spielerinnen wie Goeßling, Hendrich oder Leupolz finden sich – trotz einer verletzten Marozsan – auf der Bank wieder oder bekommen (wie Maier, Elsig, Knaak) gar keine Spielzeit.
    Unter diesen Umständen kann ich vor unserer jungen Mannschaft und unserem Trainerteam nur den Hut ziehen und hoffe, dass dieser unbekümmerte Schwung sie bis ins Finale weht mit dem Titel und Olympia vor Augen.

    Vielleicht wird Marozsan ja auch erst wieder im Halbfinale benötigt. 🙂

    Und da auch Birgit Prinz psychologisch gute Arbeit zu leisten scheint, bin ich im Blick auf den weiteren Turnierverlauf sehr hoffnungsvoll.
    Die Siegesmentalität wird unsere Mannschaft noch sehr weit tragen.

    In diesem Sinne …

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  • fufbal van sagt:

    @Andi
    Ja. Du hast natuerlich voellig rechts. Es hat hier sozusagen niemand nicht, vom Eventpublikum von einem Faustschlag geschrieben und niemand nicht, vom Eventpublikum wirklich Erz gesehen.
    Ich wollte wirklich nicht den ihnen eigenen Wahrheitsraum der Eventfans verletzen.
    Und dass Eventfans lieber Becks trinken als Mewis zusehen war reine Spekulation meihnerseits die ich hiermit, bedauernswerterweise zurueckgenehmige.

    (-6) 6 Gesamt – 0 hoch – 6 runter
  • Zaunreiter sagt:

    Hmmhh…vielleicht sind da meine mittelhessischen Gäule mit mir durchgegangen.
    „Dummenglück“ = Dusel -> s.a. „Bayern-Dusel“

    Und nochmal: Der Vorsprung, den Deutschland in Europa hat (unabhängig von Skandinavien), von der sog. „Dritten Welt“ ganz zu schweigen, der schmilzt langsam. Und der Vorsprung ist emanzipatorischer Natur, auch wenn hierzulande Fußball eher männlich daherkommt. Wie konnte denn Deutschland 6x hintereinander Europameister werden? Da muss ja Potential vorhanden sein. In spielerischer und taktischer Hinsicht. Doch wo ist das momentan? Wie kann es sein, dass sich Deutschland durch die Turniere rumpelt, wenn doch Erbinnen Lingors vorhanden sind?

    Bisher wurde auch der Blickwinkel auf die USA falsch gesetzt, der als „Erzfeind“ betrachtet wird. Warum eigentlich? Im Männerfußball gibt es ja auch Kooperationen zwischen Deutschland und Frankreich. Es gibt so einige Dinge die Deutschland von den USA lernen könnten.

    Doch auch der Titelverteidiger hatte gegen Spanien seine Probleme, konnte es aber routiniert lösen. Es hat auch seine Gründe, warum Jill Ellis gewohnheitsmäßig auf ältere Spielerinnen setzt. Insofern hatten sie auch Dusel.

    Ein Halbfinale zwischen Deutschland und Italien fände ich reizvoll. Da ging es im EM-Gruppenspiel ja eher eng zu. Und die Azzurre spielen ja anders als „ihre“ Männer.

    (-4) 10 Gesamt – 3 hoch – 7 runter
  • Rudi sagt:

    @Zaunreiter,
    das mit dem „Dummenglück“ hatte ich auch nicht ganz verstanden aber so wie du es jetzt erklärst ist mir klar was du damit meintest.
    Der Vorsprung von Deutschland in Europa ist meiner Meinung schon aufgebraucht. Da haben einige Länder mit uns zumindest gleich gezogen wenn nicht sogar schon überholt. Der spielerische Abstieg unserer Natio begann bereits bei der Heim-WM 2011, wurde aber von den Gewinnen der EM 2013 und Olympia 2016 leider überdeckt.Das Ergebnis war dann bei der EM 2017 zu sehen. Auch jetzt rumpelt, wie du hier schreibst, die Elf sich durch die bisherigen Spiele und es erinnert mich sehr stark an Olympia 2016. Das habe ich schon an anderer Stelle in diese Forum geschrieben und sehr viele Daumen runter bekommen. Auch ich freue mich wenn unser Team gewinnt aber nur wenn es auch gut spielt und nicht durch einiges Glück wie bei dieser WM schon ein paar Mal wieder geschehen.

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  • Andreas sagt:

    Ich finde es immer problematisch zu sagen, dass da eine Mannschaft mit Glück weiter gekommen ist. Dies wird ja hier im Forum auch gerne mit Deutschland in Verbindung gebracht. Da muss ich dann sagen, dass ich das nicht nachvollziehen kann. Ist das Unvermögen der Gegnerinnen Glück. In meinen Augen nicht. Sicher, Deutschland hat nicht überragend gespielt, aber dass sie jetzt im Viertelfinale stehen hat mit Glück mal gar nichts zu tun.
    Wenn man anfängt so zu argumentieren, dann haben andere Viertelfinalisten eher mehr gehabt. Hier ein paar Beispiele:
    – Die USA, die nur mit Hilfe von 2 Elfmetern gegen Spanien gewonnen haben.
    – Niederlande, die Glück hatten, dass Japan mehrere Großchancen nicht nutzen konnte, und dann in der Letzten Minute einen Elfmeter zugesprochen bekommen haben.
    – Schweden, weil Kanada einen Elfmeter nicht im Tor unterbekommen hat und man selber nur eine Torchance hatte.
    Alles sehr zweifelhaft mit dem Glück beim Fussball wie ich finde.

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  • ajki sagt:

    Naja… Sprüche halt. Besser nicht ganz so „ernstnehmen“. Man kann vielleicht sagen, dass die „Null Gegentore“ ein ziemliches „Glück“ für die dt. 11 und andererseits durchaus „Pech“ für einige der Gegner sind – ein paar Mal waren die Gegnerinnen „durch“ bzw. gab es eklatante Fehler in den Ketten, aber der Abschluss ging dann (zum Teil knapp) irgendwohin, nur nicht in die Bude.

    Andererseits war z.B. das Däbritz-EinsNull keineswegs „Glück“, sondern mit massivem Willen erkämpft und durch Können ermöglicht.

    (3) 3 Gesamt – 3 hoch – 0 runter
  • bale sagt:

    Ja stimmt was du schreibst so ist das und hätte Sinclair geschossen….,,.am Ende zählen die Ergebnisse und keine Statistiken und und und
    Lese gerade in Presse das Einschaltquoten in vielen Ländern Rekorde erzielen das freut mich sehr für ALLE Teams

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