Schweden und USA im WM-Achtelfinale

Von am 16. Juni 2019 – 20.36 Uhr 27 Kommentare

Schweden und die USA haben sich wie erwartet vorzeitig für das Achtelfinale der Frauenfußball-WM in Frankreich qualifiziert. US-Stürmerin Carli Lloyd und Chiles Torhüterin Christiane Endler standen dabei im Rampenlicht.

US-Spielerin Carli Lloyd (re.) bejubelt ihren Treffer zum 3:0

US-Spielerin Carli Lloyd (re.) bejubelt ihren Treffer zum 3:0 © imago / foto2press

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Schweden kam vor der bisherigen WM-Minuskulisse von 9.354 Zuschauer im Stade de Nice von Nizza zu einem 5:1 (3:0)-Sieg.

Schweden sorgt früh für klare Verhältnisse

Linda Sembrant per Kopf (6.), Kosovare Asllani mit einem Bauerntrick (19.) und ein satter Schuss von Fridolina Rolfö (42.) sorgten für eine komfortable Pausenführung der Schwedinnen. In der zweiten Halbzeit ließen es die Schwedinnen bei sommerlichen Temperaturen ruhiger angehen. Es dauerte bis zur 81. Minute, ehe Lina Hurtig per Kopf erhöhte (81.).

Thailand jubelt

Thailands Kapitänin Kanjana Sung-Ngoen sorgte dann für Jubel, als sie in der Nachspielzeit mit einem Schuss ins kurze Eck gegen die falsch positionierte schwedische Torhüterin Hedvig Lindahl für den Ehrentreffer der Thailänderinnen sorgte (90.+1). Für den Schlusspunkt der Partie sorgte Elen Rubensson, die einen nach VAR-Entscheid gegebenen Handelfmeter zum Endstand für insgesamt wenig überzeugende Schwedinnen ins Netz setzte (90.+6).

Lloyd trifft doppelt und sorgt für Rekord

Die USA kamen im Prinzenparkstadion von Paris zu einem 3:0 (3:0)-Erfolg gegen Chile. US-Trainerin Jill Ellis änderte ihre Startformation gegenüber dem 13:0-Rekorderfolg gegen Thailand gleich auf sieben Positionen. Dem US-Spiel tat das aber nur wenig Abbruch, Carli Lloyd sorgte mit einem Drehschuss früh für die Führung (11.) und stellte damit einen neuen Rekord auf, im sechsten WM-Spiel in Folge ein Tor erzielt zu haben. Julie Ertz erhöhte per Kopf auf 2:0 (26.), dem Treffer ging allerdings ein irregulärer Eckball voraus. Noch vor der Pause war Lloyd noch einmal zur Stelle, als sie sich in die Höhe schraubte und die Führung ausbaute (35.).

Endler bringt US-Spielerinnen zur Verzweiflung

In der zweiten Halbzeit hatten die Amerikanerinnen zahlreiche weitere Chancen, doch Chiles Torhüterin Christiane Endler erwies sich einmal mehr als Meisterin ihres Fachs und parierte gleich dreimal glänzend gegen Christen Press. Carli Lloyd leistete sich sogar noch den Luxus eines Lattentreffers und eines verschossenen zweifelhaften, per VAR-Entscheids gegebenen Foulelfmeters. Endler wurde bemerkenswerterweise trotz der 0:3-Niederlage ihres Teams zur Spielerin des Spiels gekürt.

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

27 Kommentare »

  • Ludwig sagt:

    Nachdem im Fernsehen deutlich gezeigt wurde, dass der Eckball zum 2:0 der USA zu Unrecht gegeben wurde, habe ich auf „Death in Paradise“ umgeschaltet. Das ist ja noch nicht mal mehr eine Posse.

    (11) 13 Gesamt – 12 hoch – 1 runter
  • Der Zuschauer sagt:

    Hallo Mitschreiber hier auf der Seite,
    Ich schreibe hier nicht oft,aber heute muß ich mal wieder meine Meinnung und Fragen loswerden.
    Habe das Spiel der USA gesehen. 13:0 gegen Thailand, 7-10:0 hätten unsere Frauen auch geschaft. Aber die USA hat eine gefühlte Qualität seit ca. 25 Jahren, die unbestritten mehr als gut ist. Darum auch unbestritten die Nr.1 in der WRL.
    Jetzt meine Frage an Euch: Was macht die USA besser als alle anderen Teams auf der Erde? Ist es das Geld, ist es eine richtige Profie Liga,wo die Frauen wie die Männer sich nur auf Fußball konzentrieren können oder investieren die lokalen Verbände viel mehr in den Frauenfußball,als alle anderen?Ja die Frauen dort studieren auch nebenbei,ja aber ich habe das Gefühl nicht um finanziell abgesichert zu sei, sondern nur aus Selbstbestätigung.
    Das find ich natürlich gut ,kommt eine Verletzung ,hat Frau noch ein anderes Standbein.
    Aber jetzt zu meiner zweiten Frage. Warum schaut der DFB,die Vereine alle sogenannten
    Verantwortlichen des DFB bei denen nicht mal über den Zaun?
    Oder haben wir in Deutschland wirklich nicht mehr die Qualität an Spielerinnen die es braucht,um international die genannte Nr 2 der WRL zu repräsentieren.
    Ich habe vor Jahren schon behauptet,die Wurzel allen Übels sitzt in Frankfurt.Mann will es einfach nicht.
    Wo man es will und wo es Untestützung auf allen Ebenen gibt sieht Mann zum Beispiel in England,Holland,Spanien und Italien. Vielleicht liege ich mit meiner Meinung ja nicht ganz richtig,aber es ist halt meine Sicht der Dinge.
    Geld schießt also nicht nur bei den Männern Tore!!!!!!!!!!!!

    (9) 13 Gesamt – 11 hoch – 2 runter
  • Zaunreiter sagt:

    @Der Zuschauer:

    Das liegt am Kulturunterschied zwischen Nordamerika und Europa. Fußball war bisher der Sport der weiblichen Angehörigen der weißen Mittelklasse. Mädchen erlernten das Fußballspielen und Jungen erlernten Baseball, American Football und Basketball. Hier und da verirrten sich auch Schwarze zum Fußball, wie man an Brianna Scurry, Angela Hucles oder Shannon Boxx sah. Heute sind das viel mehr, wie z.b. Crystal Dunn, Jessica McDonald, Christen Press, Maya Hayes, Casey Short oder auch Taylor Smith.

    Was die Legendenbildung angeht, das sind die „99ers“ sowas wie die „Helden von Bern“. Nur halt ohne Pervitin, Gelbsucht, Schraubstollen und Regen.
    Da wurden dann die Frauen um Hamm, Lilly, Fawcett und Foudy berühmt. Und auch Role Models für die heutige Generation.

    Die Profi-Liga – die NWSL – an der liegt es nicht. Die lebt zwar jetzt schon länger als ihre Vorgängerinnen (WPS + WPSL), hat aber auch ihre Schattenseiten. Fußballspielerinnen wird es in Nordamerika immer geben.

    Deine Frage zum DFB. Der DFB ist ein konservativer „gemeinnütziger“ Verband, vor 100 Jahren gegründet von Männern und heute geführt von Männern, die mit Diversität, Frauenfußball, etc. nicht wirklich was anfangen können. In Deutschland war der Fußball von Frauen jahrzehntelang verboten. Schon vor dem Krieg aber auch seit den 50ern. Da konnte sich halt nichts entwickeln.

    Und warum sollte der DFB beim „Erzrivalen“ über den Gartenzaun gucken?

    Dass in England, Spanien, den Niederlanden oder Italien den Umständen entsprechend ein wenig Geld in die Hand genommen wurde, um die Entwicklung voranzutreiben, nimmt man in Frankfurt wohl zur Kenntnis, aber mir scheint, da sind sie eher unbesorgt.

    (3) 15 Gesamt – 9 hoch – 6 runter
  • Uncle Jack sagt:

    @Der Zuschauer:

    Interessante Frage, die ich mir auch oft gestellt habe. Vielleicht ist es eine Kombination von zwei Faktoren:

    [1] Die USA sind, nach China (hey, was ist aus dem 1999 so konkurenzfähigem chinesischem Frauenfußball geworden?) und Indien (wo sowohl Männer- als auch Frauenfußball ja offenbar keine nenneswerte Rolle spielen), das bevölkerungsreichste Land der Welt. Es gibt hier also eine relativ große Anzahl von Mädchen, die – potenziell – für den Frauenfußball gewonnen werden könnten. Und damit eine große Wahrscheinlichkeit, daß sich, pro Jahrgang, unter all diesen Mädchen und Frauen ein paar wirklich extrem außergewöhnliche Talente befinden und erkannt werden.)

    [2] Die USA sind ein relativ reiches Land mit einer immer noch relativ großen (wenn auch schrumpfenden) Mittelklasse. Dadurch – und natürlich auch von etlichen andere Faktoren – begünstigt, gibt hier eine enorme Mädchen- und Frauenfußball-Infrastruktur. Nicht nur in den Colleges sondern auch schon in den High Schools.

    Bzgl. [2]: Ich bin vor kurzem, auf soccerdonna.de, auf ein interessantes Interview mit einer Birte Speck, die derzeit bei den Black Bears an der University of Maine (also einer sog. public university, die u.a. von Steuergeldern finanziert wird) Fußball spielt und Psychologie studiert gestoßen, in dem sie sagt, “Mir gefällt sehr, dass wir als Spielerinnen von Experten umzingelt sind. Side-Coaches, Athletikspezialisten und taktische Experten.“ Das kriegt sie also alles umsonst … auf Kosten der Steuerzahler des Bundesstaates Maine und der in den USA ganz erhebliche Studiengebüren zahlenden, sich nicht athletisch betätigenden Studenten. (Denn jemand wie Birte Speck bezahlt, aufgrund ihrer athletic scholarship, für alles dieses nichts.) Das U.S. System fördert also auch ausländische Spielerinnen … aber natürlich vor allem U.S.-amerikanische.

    Macht der U.S. Frauenfußball und das USWNT nun wirklich das Meiste aus all diesen Vorteilen? Spielt das USWNT – vor allem gemessen an dem enormen Spielerinnenpotential, das es hat – eher ‘Heldinnen-Fußball‘ als wirklich ‘guten,‘ ‘mannschaftsintegrierten,‘ taktisch ausgeklügelten Fußball? Das wären mal ein paar Fragen an die Experten…

    ( Referenz: https://www.soccerdonna.de/de/birte-speck-in-den-usa-laeuft-es-ganz-anders/news/anzeigen_5575.html )

    (6) 6 Gesamt – 6 hoch – 0 runter
  • Karl sagt:

    @Der Zuschauer: Was macht die USA besser als alle anderen Teams auf der Erde?

    Ich denke es gibt mehrere Gruende:
    Die sind eingespielter als alle anderen weil sie mehr Trainingseinheiten miteinander haben und wesentlich mehr Spiele machen.
    Die Anzahl potentieller Kandidatinnen ist riesig weil es fast auf jeder Schule ein Frauenfussballteam gibt.
    Die oertlichen Gegebenheiten , man kann auf 4000 m Hoehe lange Trainingspassagen durchfuehren , was , zumindest zum Teil, die unglaubliche fitness erklaert.
    […]

    Dieser Beitrag wurde den Womensoccer-Leitlinien entsprechend editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] versehen

    (3) 5 Gesamt – 4 hoch – 1 runter
  • Schicke sagt:

    @Der Zuschauer,

    ich denke, der große Unterschied liegt in der Vorbereitung und im Fokusieren.

    Die US Nationalmannschaft ist quasi das ganze Jahr eine KLub-Nationalmannschaft. Die Spielerinnen werden quasi ein paar Wochen/Monate pro Jahr an die NWSL Vereine „ausgeliehen“. Das Gehalt wird auch in dieser Zeit von der Nationalmannschaft gezahlt.

    Die Nationalmannschaft hat absolute Priorität. NWSL Spiele gibt es oftmals ohne Nationalspielerinnen, wenn diese sich vorbereiten müssen.

    Die US Nationalmannschaft ist über Monate zusammen. Deswegen sind sie um ein vielfaches eingespielter. Alle Trainingspläne werden auf die WM abgerichtet (wäährend unsere Spielerinnen sich nach Ligaende erst einmal erholen müssen)

    Ich halte das beinahe schon für Wettbewerbsverzerrung. Bei Turnieren spielt die eingespielte und optimal vorbereitete US-Klub-Nationalmannschaft gegen andere Nationalmannschaften, die gerade ein mal ein paar Wochen pro Jahr zusammen sind und sich nicht optimal vorbereiten können.

    Aber – sollten wir es den US Amerikanerinnen nachmachen? Bundesliga nur noch ein paar Monate im Jahr und auch dann noch manchmal ohne Nationalspielerinnen? ich denke nicht?

    Und deswegen hoffe ich auch, dass ein anderes Land Weltmeister wird. Die ganzen „Greatness has been found“ Sprüche mag ich in dem Kontext, dass die USNWT ganz anders vorbereitet ist und damit einen Wettbewerbsvorteil hat, nicht unbedingt hören.

    (9) 15 Gesamt – 12 hoch – 3 runter
  • Bernd sagt:

    @ Schicke
    Wenn Du so argumentierst ist der Fussball insgesamt eine einzige „Wettbewerbsverzerrung“. Nach der Anzahl der Spielerinnen, der Qualität der nationalen Ligen, den unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten und der Qualität der WM-Vorbereitung, gehört Deutschland wohl eher zu den Priveligierten bei der WM.
    Eine Wettbwerbsverzerrung könnte ich da z.B. eher aus thailändischer Sicht nachvollziehen.

    (2) 14 Gesamt – 8 hoch – 6 runter
  • Zaunreiter sagt:

    @ Schicke:

    Ich möchte dir widersprechen. Das USWNT ist nicht „über Monate zusammen“, so wie du schreibst. Sie kommen im Januar zu einem Trainingslager zusammen, spielen dann den SB-Cup und in den Sommern der letzten Jahre das „Tournament of Nations“.
    Wenn die Bundestrainerin in den Zeiten, wo kein Liga-Betrieb stattfindet, ebenfalls mal ein Januar-Trainingscamp machen würde, wären auch die Deutschen eingespielter.

    Einen weiteren Unterschied den ich festgestellt habe, ist der Punkt des Ligabetriebs nach Länderspielen. Während hier wie da Nationalspielerinnen Länderspiele durchführen, hab ich festgestellt, dass bei einem Spiel der NCC die Kamera über die Tribüne von Cary/NC schwenkte und dort Sam Mewis, McCall Zerboni oder Crystal Dunn einfing, die geschont wurden. Während hier an einem dieser Sonntage nach Länderspiel sich Bayern und Wolfsburg beharkten, natürlich mit all ihren deutschen Nationalspielerinnen.

    Unter Wettbewerbsverzerrung verstehe ich was anderes.

    Und ein Paradigmenwechsel würde dem geneigten deutschen Fußballmichel mal ganz gut tun.

    (-8) 14 Gesamt – 3 hoch – 11 runter
  • jochen-or sagt:

    Es mag sein, dass die USA bisher 2 Leichtgewichte als Gegner hatte.
    Dennoch muss ich gestehen, dass ich beeindruckt bin und diese Truppe überragend finde – und zwar auch mit ihrer 2. Garnitur, die gestern teilweise eingesetzt wurde.
    Alle wirken äußerst athletisch und austrainiert, haben eine herausragende Schussstärke und auch Schusstechnik (gestern :Press!), das Kombinationsspiel läuft dynamisch und wie geschmiert, lange Seitenwechsel wie bei den Männern.
    Da wirkt das Spiel unserer Mannschaft wie zweitklassig.

    Ich weiß gar nicht, wer die USA aufhalten soll.
    Schweden mag jetzt ein Prüfstein sein – dennoch sehe ich nicht, dass dies für die USA eine Herausforderung ist.
    Da ist es schon schade, dass das nach den ersten Eindrücken gemeinte Endspiel Frankreich – USA wohl schon im Halbfinale statt findet.

    Allerdings hat sich auch im Herrenfussball in der Vergangenheit gezeigt, dass nicht imnmer die bessere Mannschaft weiterkommt.
    Bei den letzten olympischen Spielen hielten ja die Schwedinnen überraschend die USA auf.

    Man kann für die anderen nur hoffen, dass die bisher nicht geprüfte Abwehr der USA nicht so gut ist wie das Mittelfeld und der Angriff.

    PS:
    Übrigens nerven mich die vielen Elfmeter nach VAR, insbesondere bei Hand(an)spiel aus nächster Nähe. Immerhin führt VAR bei Absseitsstellungen zu gerechten Behandlungen. Also alles hat seine Schatten- und Sonnenseiten.

    (5) 9 Gesamt – 7 hoch – 2 runter
  • Schicke sagt:

    @Bernd,

    Wettbewerbsverzerrung ist natürlich ein heftiges Wort. Ich denke aber trotzdem, dass sie durch den Klub-Nationalmannschafts Charakter einen großen Vorteil gegenüber Ländern haben, in denen ein großer Fokus auf die individuellen Ligen, sowie nationale und internationale Pokale gelegt wird. Chancengleichheit ist das auf jeden Fall nicht. Wie immer man das nun bezeichnet

    @Zaunreiter
    Natürlich ist die USWNT viel öfter zusammen, als nur im Januar Camp. Es gibt etliche Trainingscamps. Die USWNT hat sich mit der Unterbrechung von ein Urlaub und ein paar NWSL Spielen im April und Anfang Mai mit etlichen Trainingscamps und Testspielen (bei denen auch immmer Camps vorausgingen) seit Anfang Oktober auf diese WM vorbereitet. Darauf wirde alles ausgerichtet.

    Die Deutsche Nationalmannschaft hält sich wie fast alle anderen Nationalmannschaften an sogenannte Abstellungsphasen (die USWNT hält sich nicht daran). Wenn Du ein Janzuar Trainingscamp forderst, solltest Du auch Erholgsphasen für Spielerinnen und Vereinsvorbereitungszeiten mit berücksichtigen. Die „Probleme“ hat die USWNT nicht.

    Und Dein Beispiel zum Ligabetrieb in der NWSL unterstreicht doch, was ich geschrieben habe. Die NWSL ist in Relation zur US-Vereins- Nationalmannschaft unwichtig. Bei uns werden eher die stark beanspruchten Vereinsspielerinnen bei Nationalmannschafts Trainingsspielen geschont – in den USA hat sich alles der Nationalmannschaft unterzuordnen.

    Wie sollte der Paradigmen-Wechsel in Deutschland den aussehen?

    (7) 11 Gesamt – 9 hoch – 2 runter
  • Bernd sagt:

    @Zaunreiter
    „Wenn die Bundestrainerin in den Zeiten, wo kein Liga-Betrieb stattfindet, ebenfalls mal ein Januar-Trainingscamp machen würde, wären auch die Deutschen eingespielter.“
    @Schicke
    „Wenn Du ein Janzuar Trainingscamp forderst, solltest Du…“

    Verstehe Euch nicht, das gab es doch:
    https://www.dfb.de/frauen-nationalmannschaft/news-detail/voss-tecklenburg-holt-30-spielerinnen-ins-wintertrainingslager-197211/

    Zudem Schicke, „Chancengleichheit“ bei einer WM, wie soll es die geben? Da kann Litauen das ganze Jahr zusammen trainieren und hat trotzdem aus vielfältigen Gründen nicht die gleichen Chancen wie Deutschland. Wie bereits gesagt, was Chancengleichheit angeht gehören wir aus vielen Gründen weltweit gesehen sicherlich zu den Priveligierten.

    (2) 4 Gesamt – 3 hoch – 1 runter
  • Schicke sagt:

    @Bernd,

    es wird nie Chancengleichheit geben. da hast Du Recht. Ich fordere das auch nicht ein. Und natürlich gehört auch Deutschland zu den „Priviligierten“

    Die Frage, so wie ich sie verstanden habe, war allerdings, wieso die USA überlegen zu sein scheint.

    Und auf die USA bezogen, habe ich versucht, darzulegen, dass das meiner Meinung nach in der intensiven Vorbereitung der US Nationalmannschaft begründet liegt.

    Die US Nationalmannschafts-Spielerinnen haben im gesamten Winterhalbjahr keine „Vereins-Verpflichtungen“ und ihr Fokus liegt ausschliesslich auf der WM Vorbereitung.

    Das ist in vielen anderen Ländern (insbesondere Europa) nicht der Fall. Da gibt es den regulären Liga und Pokalbetrieb bis Anfang/Mitte Mai.

    Ich prangere nicht an und möchte auch den europäischen Ansatz nicht verändern (ich bin ein Fan der Bundesliga),versuche aber mögliche Gründe für die Vorteile (nicht auch zuletzt im physischen Bereich) der USWNT während der WM darzulegen.

    (5) 5 Gesamt – 5 hoch – 0 runter
  • Bernd sagt:

    @ Schicke
    Das der DFB-Vorbereitungslehrgang im Januar nicht nur von Zaunreiter gefordert wird, sondern bereits stattgefunden hat, hast Du aber mitbekommen? Wenn Du die USA und Deutschland vergleichst dann bitte mit zutreffenden Fakten.

    Nordkoreas Nationalteam müsste eigentlich nach Deinen Argumenten perfekt vorbereitet sein, schied aber in der Vorquali gegen Südkorea aus, obwohl die Gruppenspiele alle in Nordkoreas Hauptstadt stattfanden.
    Geregelter Ligenbetrieb vor einer WM hat sicherlich auch einige Vorteile.
    Die alle aufzuführen würde aber hier zu weit führen.

    (1) 7 Gesamt – 4 hoch – 3 runter
  • never-rest sagt:

    Nachdem ich vor 2 Tagen noch das überschaubare spielerische Niveau der Vorrunde beklagt habe, bin ich von den dem Auftritt der US-Girls beeindruckt. Auch wenn der Gegner „nur“ Chile hieß, war das der FF, den ich mir vorstelle: Technisch und läuferisch ganz stark, dazu mit einer enormen physischen Präsenz und viel Selbstbewusstsein,wie man es von den USA allerdings auch gewohnt ist, schnelle und harte Pässe, ohne dass es an der Genauigkeit fehlte und schließlich variable und rasante Angriffe über die Außen, mit einer Vielzahl fein heraus gespielter Torchancen, gerne auch mal per Direktabnahme. So soll es sein. Einzig die tolle Chilenische Torhüterin hat ein Desaster für ihr Team verhindert.

    Gegen viel stärke Gegner wird sich zeigen, was die leichten Erfolge der USA gegen Thailand und Chile wirklich wert sind. Momentan sind die USA für mich der absolute Top-Favorit. Frankreich traue ich bei der Heim-WM am ehesten zu, dem Titelverteidiger ein Bein zu stellen.

    Wünsche mir, dass unsere N11 irgendwann mal (wieder) einen ahnlichen guten Ball spielt wie die Amis. Heute abend gegen die Südafrika besteht Gelegenheit dazu, einen weiteren Schritt nach vorne zu machen.

    (4) 4 Gesamt – 4 hoch – 0 runter
  • ollerRentner sagt:

    @Bernd sagt: Verstehe Euch nicht, das gab es doch:
    https://www.dfb.de/frauen-nationalmannschaft/news-detail/voss-tecklenburg-holt-30-spielerinnen-ins-wintertrainingslager-197211/

    Dieses Trainingslager war aber eher dazu gedacht, dass potentielle Nationalmannschaftskandidaten erst einmal das neue Trainerteam und dessen Vorstellungen detaillierter kennenlernen.

    Bezüglich der DFB-Auswahl sind die Ansprüche offensichtlich ganz andere, jedenfalls wenn ich die Aussagen nehme: Man will ein zukünftiges Team aufbauen und empfindet das aktuelle Turnier wohl eher als ein Trainingslager unter Realbedingungen, weil es viel zu früh kommt. Es gibt keinen Zieldruck von aussen, aber man hofft die Qualifikation für die Olympischen Spiele zu erreichen.

    Es ist aus meiner Sicht schon ein Erfolg, dass sie die Vorrunde heil überstanden haben und, falls sie heute am Nachmittag zumindest unentschieden spielen, gute Chancen haben den relativ leichten Achtelfinalgegner zu besiegen.

    Einen Sieg im Viertelfinale zu erwarten halte ich für Wunschdenken. Es wäre schön wenn sie ins Halbfinale kommen würden, aber das ist eine Riesenhürde für die sich gerade im Anfang des Aufbaus befindliche Mannschaft.

    (3) 7 Gesamt – 5 hoch – 2 runter
  • Schicke sagt:

    @Bernd,

    ich weiß nicht was Dein Anliegen ist?

    ich habe den Januar Vorbereitungslehrgang nicht ins Spiel gebracht. Das war Zaunreiter.

    Natürlich gibt es auch in Deutschland Nationalmannschafts-Lehrgänge. Die sind aber auf die von mir erwähnten Abstellungsperioden begrenzt und stehen in keiner Relation zu der gemeinsamen Vorbereitungszeiten der USWNT

    Und ja, im Wettbewerb zu bleiben hat auch seine Vorteile.

    Aber viel Zeit dazu zu verwenden, Spielzüge einzustudieren, die Fitness exakt auf ein Turnier auszurichten, Abstimmungen über Wochen und Monate zu verfeinern eben auch. Es heißt ja nicht umsonst, dass Vereinsmannschaften bei den Männern mühelos eine WM gewinnen würden, weil sie so eingespielt sind.

    Aber das ist natürlich Ansichtssache. Und deshalb nur eine Meinung/Hypothese von mir.

    Noch mal – ich wollte nur eine -mögliche- Erklärung liefern (die ja auch nicht stimmen muss bzw. auch nur ein Teil des Puzzles sein mag).

    Hätte ich das nicht machen sollen/dürfen? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hierauf eher agressiv reagiert wird („dann bitte mit zutreffenden Fakten“).

    Der Deutsche Lehrgang im Januar dauert übrigens eine Woche. Vorher hatten die Spielerinnen Urlaub (Erholung nach der Hinrunde) und danach (Ende Januar) waren Sie bei ihren Vereinen (Vereinsvorbereitung).

    (7) 9 Gesamt – 8 hoch – 1 runter
  • fufbal van sagt:

    Das ist natuerlich die Super-ober-Satire was die FAZ da in pervona vanMeuren Tweet lappert. Absicht oder Nicht-Absicht ist allerdings die Frage?
    „hoert endlich mit den Vergleichen auf und geniest, dass die Frauen weniger spucken“.
    Vor Fussball-Eventliebhabern und Fachleuten die sich sowas von der Faz ohne Zwerchfellzerrung schmerzfrei reinziehen koennen muss, man denn Hut gezogen halten meiner Meinung nach.
    Andererseits hat ers vieleicht nur gemacht um, bei optastats gute Karten als Analyse-Chefstartege zu haben.

    (-2) 4 Gesamt – 1 hoch – 3 runter
  • Schicke sagt:

    @Bernd

    und zu Deiner „Nordkorea-Aussage“

    – Glaube ich, dass jede Mannschaft, wenn Sie eine lange, gemeinsame, zielgerichtete Vorbereitung hat, Weltmeister werden kann – Nein

    – Glaube ich, dass eine lange, gemeinsame, zielgerichtete Vorbereitung bei in etwa gleich starken Mannschaften den enstscheidenden Unterschied ausmachen kann – Ja, absolut

    Aber wie Du auch richtigerweise schreibst – zu dem Thema gibt es pros und cons

    (5) 5 Gesamt – 5 hoch – 0 runter
  • Ingrid Novosad sagt:

    Die USA haben mit ihrer 2. Besetzung schon mehr zusammen gebracht, als die deutschen „Erste“ in Regensburg. Und eine Lloyd oder Morgan hat die die deutschen Mannschaft auch nicht. Vorne fehlt einfach jemand mit dem absoluten Torinstinkt. Vielleicht werden das mal eine Bühl oder Schüller, eine Gwinn dürfte sich eher in Richtung „Arbeitstier“ Huth entwickeln. Spielführerin Popp kann zwar Kopfball, braucht aber immer zu viele Möglichkeiten. Zudem kommen fast alle Flanken zu weit vors Tor. Die heutigen Torhüterinnen, früher fast immer ein Sorgenkind, haben sich da enorm verbessert. Nur die Asiatinnen haben da – schon allein von ihrer Körpergröße her – oft Schwierigkeiten, wie sich auch des Öfteren die französische und die brasilianische Torhüterin als „Fliegenfängerinnen“ erweisen. Also gehören die Flankenbälle auf Elferhöhe geschlagen.
    Was der deutschen Mannschaft auch fehlt ist im Mittelfeld jemand, der ein Spiel „lesen“ kann, wie früher (um nur zwei zu nennen) Meinert und Lingor. Eine Marozsán ist am Ball die Genialität in Person (bei Pässen manchmal zu genial für ihre Mitspielerinnen), aber ein Spiel lenken, also schnell machen oder verlangsamen, wenn erforderlich, oder auch mal eine Stunde lang über die Flügel zu verteilen mit zwischenzeitlichen Spitzen in die Mitte (wenn der Gegner „mauert“), das ist nicht ihr Fall. Wie anfällig, die deutsche Abwehr bei Kontern ist, haben (nicht nur) die Spanierinnen bewiesen. In solchen Situationen, gerade wenn bekannt ist, dass der Gegner schnelle Leute hat, steht man besonders in der Innenverteidigung zu sehr auf einer Linie und lässt die Lücke, durch die die Sturmspitzen einfach stoßen können. Kommen diese durch, brennt es, wenn das nicht klappt hält schon eine Verteidigerin ihren Fuß hin, über den man fliegen kann, am besten im Strafraum. Hier müsste sich die eine Verteidigerin auf die Stürmerin konzentrieren und die andere dahinter absichern. Raumdeckung ist nur dann angebracht, wenn der Gegner breitflächig und langsam kommt. Das zu organisieren braucht jemand mit Erfahrung in der Abwehr.
    Zusammen gefasst, gebe ich der deutschen Mannschaft nicht mehr als das Viertelfinale. Sollte mich freuen, wenn sich die Mannschaft noch steigern kann, aber ich werde nicht enttäuscht sein, wenn sie nicht drüber hinaus kommt.
    Enttäuscht sein, muss man aber, wenn man sieht, was jetzt ARD und ZDF von der letzten Gruppenphase im TV überträgt. Da sind die Österreicher besser, obwohl deren Mannschaft nicht vertreten ist.
    Aber auch die Zeiteinteilung der FIFA in Koordination mit den Spielen der Nachwuchsmannschaften bei den Herren kann man wohl kaum als gelungen bezeichnen.
    Und gar nicht gelungen ist eben das Videobeweissystem. Was wird da bei den letzten Gruppenspielen wieder auf Spielerinnen, Schiedsrichterinnen und Zuschauer zukommen. Der gestrige Tag war ja wieder ein Graus. Glücklicherweise hatten diese Entscheidungen diesmal keinen großen Einfluss auf die klaren Resultate.
    Schweden gegen Thailand: Wieder einer dieser unmöglichen Handelfmeter nach VAR wegen dieser idiotischen Vorgabe der FIFA, auf Handspiel zu entscheiden, wenn die Hände über Schulterhöhe sind. Wo sollen denn die Hände hin, wenn man sich in so einer Bewegung zum Kopfball befindet? Im Stehen lässt es sich ja bewerkstelligen, was einige Spielerinnen ja machen, dass sie die Arme auf den Rücken nehmen. Aber doch nicht in einer Laufbewegung!
    Und die Schiedsrichterinnen trauen sich ja gar nicht mehr, gegen diese VAR-Anweisungen zu stimmen. Sie könnten ja eine Negativbewertung durch den Verband erhalten.
    So auch bei der Elfmeterentscheidung im Spiel USA gegen Chile, obwohl das Foul wohl vor dem Strafraum stattfand. Das hätte sich mit der Technik, die beim Abseits angewendet wurde, leicht nachweisen lassen.
    Ähnlich verhält es sich bei dem Ball, der laut Kommentator im Toraus gewesen sein soll. Da hätte man aufzeigen können, ob das Schiedsrichtergespann richtig gelegen hat; schließlich sollte sich die Linienrichterin auf Höhe der Torauslinie befunden haben. Aus der Perspektive der Kamera lässt es sich absolut nicht belegen, ob der Ball im Aus war, denn der befand sich in der Luft, kann also über der Line gewesen sein. Aber wie gesagt, VAR = Fehlanzeige.
    Übrigens zum Thema Perspektive: Auch das Standfoto, welches das Handspiel der Nigerianerin im Spiel gegen Südkorea beweisen soll, ist nur ein zweidimensionales Bild, das eine Hand vor dem Ball zeigt. Aus dieser Sichtlinie ist absolut nicht erkennbar, dass die Hand den Ball berührt. Da hatte die Schiedsrichterin wohl die bessere Perspektive.
    Sollte sich dieser Wirrwarr auch in der letzten Gruppenrunde fortsetzen, werde ich mir schwer überlegen müssen, die WM noch weiter zu verfolgen. Eigentlich sind mir da meine Nerven zu schade dafür.
    Und damit ist dann auch Ruhe von mir. Habe keine Lust mehr zu schreiben.

    (6) 6 Gesamt – 6 hoch – 0 runter
  • Bernd sagt:

    @ Schicke 17.19 Uhr
    Da stimme ich Dir absolut zu!

    Es gibt für mich Vereinsmannschaften, sowohl bei den Männern, wie bei den Frauen die stärker besetzt sind als Nationalteams. Die Vereinsteams können ja auch mit internationalen Stars besetzt werden. Neben der Eingespieltheit, sicherlich auch ein nicht unwesentlicher Grund!
    Die USA sind auch für mich hoher WM-Favorit aus multiplen Gründen.
    In einem K.O.-Spiel kann es aber immer mal einen unerwarteten Spielausgang geben. Mit dem Ausgang der Gruppenphase in der Gruppe B bin ich sehr zufrieden. Vor der WM habe ich nicht erwartet, dass der Gruppensieg so klar erreicht wird. Spielerisch darf sich das deutsche Team allerdings gerne noch steigern! In der Abwehr ist man nicht immer so aufmerksam wie gewünscht. Die vor der WM umstrittene A. Schult nehme ich davon ausdrücklich aus! Sie steht zu Recht im Tor, sage ich als Freiburger!

    (0) 0 Gesamt – 0 hoch – 0 runter

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