Champions League: Wolfsburg ausgeschieden, Bayern im Halbfinale

Von am 27. März 2019 – 21.53 Uhr 38 Kommentare

Der VfL Wolfsburg hat nach einer neuerlichen Niederlage gegen Olympique Lyon den Einzug ins Halbfinale der Champions League verpasst. Dort steht aber erstmals der FC Bayern München nach einem klaren Sieg gegen Slavia Prag.

Spielszene VfL Wolfsburg gegen Olympique Lyon

Lyons Dzsenifer Marozsán (li.) im Duell mit Wolfsburgs Nilla Fischer © imago/foto2press

Anzeige

Der VfL Wolfsburg unterlag vor 4.445 Zuschauern im erstmals ausverkauften heimischen AOK-Stadion mit 2:4 (0:2), nachdem bereits das Hinspiel mit 1:2 verloren wurde.

Wolfsburg besiegt sich selbst

Die Wolfsburgerinnen brachten sich durch individuelle Fehler selbst um die Chance aufs Weiterkommen. Dzsenifer Marozsán sorgte per Freistoß ins von Almuth Schult vernachlässigte kurze Eck für die frühe Gästeführung (8.). Wendie Renard erhöhte per Foulelfmeter auf 2:0 (25.), Schult hatte nach einem Missverständnis mit Lena Goeßling Ada Hegerberg von den Beinen geholt.

Harder sorgt nur kurz für Hoffnung

Die Wolfsburgerinnen schöpften nach einem Doppelschlag von Pernille Harder anfangs der zweiten Halbzeit noch einmal kurz Hoffnung (53., 56.) und waren nun kurzzeitig überlegen, doch Le Sommer erwies sich schnell als Spielverderberin (60.). Mit ihrem zweiten Treffer setzte Le Sommer dann auch den Schlusspunkt (80.) für den insgesamt verdienten Einzug der Französinnen ins Halbfinale.

Bayern locker weiter

Der FC Bayern München gewann nach dem 1:1 im Hinspiel das Rückspiel gegen Slavia Prag vor 1.040 Zuschauern am Bayern-Campus mit 5:1 (3:0). Fridolina Rolfö (24.), Melanie Leupolz (33.) und Mandy Islacker (41.) sorgten bereits in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse. Islacker schraubte das Ergebnis weiter in die Höhe (55.), ehe Kateřina Svitková, bereits Torschützin im Hinspiel, der Ehrentreffer gelang (77.). In der Schlussphase war dann noch einmal Bayern durch Jill Roord erfolgreich (83.).

Jetzt lesen
Bayern München holt Carina Schlüter - Manuela Zinsberger geht

Barcelona ohne Mühe

Im Halbfinale treffen die Münchenerinnen nun auf den FC Barcelona, der bei Lillestrøm SK mit 1:0 (1:0) gewann, nachdem die Katalaninnen bereits das Hinspiel mit 3:0 für sich entschieden hatten. Lieke Martens erzielte früh den einzigen Treffer der Partie (7.).

Chelsea zittert sich ins Halbfinale

Chelsea Women steht trotz einer 1:2 (0:0)-Niederlage bei Paris Saint-Germain im Halbfinale und wird dort auf Olympique Lyon treffen. Dabei hatten die Pariserinnen durch Treffer von Kadidiatou Diani (47.) und ein Eigentor von Chelsea-Torhüterin Ann-Katrin Berger die 0:2-Hinspielniederlage egalisiert, doch in der Nachspielzeit sorgte der Auswärtstreffer von Maren Mjelde (90.+1) für das Weiterkommen der Engländerinnen.

Termine

Halbfinale (20./21. und 27./28. April 2019)

Halbfinale 1: Olympique Lyon – Chelsea Women
Halbfinale 2: FC Bayern München – FC Barcelona

Finale: 18 Mai 2019, Ferencváros Stadion, Budapest
Sieger Halbfinale 1 – Sieger Halbfinale 2

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

38 Kommentare »

  • Bernd sagt:

    @ Fan2 schreibt:
    „Der FF hat ein flächendeckendes Problem, das an dem Szenario in der CL deutlich wird, und dieses Problem heißt: Es gibt viel zu wenig gute Nachwuchsarbeit in Europa. Lyons Dominanz kommt doch nicht von ihrem vielen Geld, sondern einfach von der Tatsache, dass es in Europa nur so viele Topspielerinnen gibt, dass Lyon den Markt faktisch leer kaufen kann… Geld spielt nur dann eine Rolle, wenn das Angebot klein ist und die Nachfrage groß. Wenn das Angebot dagegen riesig wäre, dann würde Lyons und Wolfsburgs Geld keine Rolle mehr spielen, weil sie sich keinen nennenswerten Vorteil damit verschaffen könnten, weil es noch mehr als genug gleichwertige Spielerinnen auf dem Markt gäbe, die sie gar nicht alle auf kaufen könnten.“

    Da hast du ja mal wieder eine Theorie aus dem Hut gezaubert! Allerdings sieht es in der Praxis komplett anders aus! Im Männerbereich ist die Nachwuchsarbeit in Europa sicherlich nicht schlecht und es werden viele Spieler ausgebildet. Hat dies dazu geführt, „dass es mehr als genug gleichwertige Spieler gibt“?
    Oder hat es dazu geführt, dass Geld keine Rolle mehr spielt?
    Fan2 merkst du was? Bei uns nennt man sowas eine „Milchmädchenrechnung“! Das ist eine Logik nach dem Motto, gib der Kuh das dreifache an Futter und sie gibt drei Mal soviel Milch.
    Tolle Theorie, wenn die Welt nur so einfach wäre! Erfolg, gerade wenn er über einen längeren Zeitraum anhält, ist nie monokausal zu erklären. Da muss schon vieles stimmen. Natürlich muss Geld da sein, das Team muss aber auch zusammen passen. Streit über längere Zeit und Gruppen im Team die gegeneinander arbeiten, sind z.B. fatal. Das Management und die Betreuung müssen gute Arbeit machen. Gutes Training, passende Taktik und vieles, vieles mehr braucht es für anhaltenden Erfolg. Ein „riesiges Angebot an gleichwertigen Spielerinnen“ bleibt eine Utopie, solange Sportler nicht geklont werden und das möchte wohl keiner von uns erleben!

    (8) 14 Gesamt – 11 hoch – 3 runter
  • never-rest sagt:

    Bei solchen Schnitzern wie von A. Schuldt schon nach 8 Minuten ist gegen OL kein Kraut gewachsen. Ein geschenktes Freistosstor aus „unmöglichen“ Winkel in das kurze Torwarteck. Maroszan wird selbst überrascht gbewesen sein, dass so ein Ding rein geht. Für eine N11-Torhüterin sollte so ein Schuss kein Problem sein. Auch bei dem verschuldeten Elfer sah Schuldt mit gütiger Mithilfe von Goeßling – nach dem Motto: Nimm Du ihn – nicht gerade glücklich aus. Danach war das Spiel trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs mit zwei schön heraus gespielten Treffern von Harder längst gelaufen. OL war über beide Spiele gesehen die eindeutig bessere Mannschaft.

    In der Offensive hat WOB ausreichend internationale Klasse. Aber in der Abwehr und im MF fehlt es an einer vergleichbaren Qualität wie bei OL. N. Fischer wird leider auch nicht jünger und schneller, genauso wie L. Goeßling, die vielleicht besser im MF gegen OL aufgehoben wäre. Ich habe übrigens Doorsoun in der Startelf vermisst. L. Dickenmann ist bei WOB gegen ein aboslutes Topteam auch nicht zu ersetzen.

    Aber auch dem MF fehlt eine kreative und strategische Spitzenkraft wie einst N. Keßler. Zuviele gute Abräumer und Dauerläufer, aber zuwenig Ballsicherheit und Spielwitz bei den Wolfsburger MF-Akteuren. Hier stimmt die Mischung bei WOB einfach nicht. Allerdings ist auf dem deutschen Markt aktuell auch keine Akteuerin in Sicht, die diese Leerstelle besetzen könnte. Die Besten spielen ja entweder bei OL oder treten sich bei den Bayern zukünftig auf die Füße. Hochtalentierter Nachwuchs hierzulande fällt mir gerade nicht ein. Einer Klara Brühl wäre dies vielleicht zuzutrauen, wenn sie beim SC Freiburg heraus wächst, ist die erste Adresse wohl eher der FCB, wo schon ihre alten Manschaftkameradinnen die Schuhe schnüren.

    Damit ich nicht falsch verstanden werde: WOB ist eine absolute Spitzenmannschaft nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa gehört WOB m.E. zu den Top 4 oder 5. Es reicht aber eben (noch) nicht (ganz) für OL.

    (14) 16 Gesamt – 15 hoch – 1 runter
  • Rudi sagt:

    Zu meinen Kritikern wegen der Teilnahme von Teams aus einzelnen Ländern sei gesagt, bei den Männern gibt es doch diese unterschiedlichen Teilnehmerzahlen in der CL und auch EL. Und zwar genau aus diesen von mir genannten Gründen. Deshalb frage ich mich warum wird hier bei den Frauen in der UEFA mit zweierlei Mass gemessen? Ich habe nichts gegen Tschechien, ich habe Sie nur als ein Beispiel genannt. Sicher hat sich Prag vielleicht mal bis zum Viertelfinale gespielt, aber dann war immer Schluss. Letztes Jahr gegen WOB und dieses Jahr gegen Bayern und zwar mit jeweils deutlichen Ergebnissen im Rückspiel. Die Nationalmannschaft habe ich auch genannt, weil die Spielerinnen ja von den Vereinen gestellt werden. Die gesamte CL der Frauen gehört reformiert und in etwa so gespielt wie bei den Männern, mit Gruppenphase usw.! Und um es in der Bundesliga spannender zu machen würde ich z. B. die ersten drei der Liga
    an der CL teilnehmen lassen bzw. dem Drittplatzierten die Möglichkeit zur Qualifikation dazu ermöglichen und im Abstiegskampf eventuell durch eine Relegation des 9.Platzierten mit dem 3. Aufstiegsberechtigten spielen lassen. Da wäre mehr Spannung in der Liga und vielleicht kommen dann auch ein paar Zuschauer mehr in die Stadien ?!

    (13) 29 Gesamt – 21 hoch – 8 runter
  • Altwolf sagt:

    @Markus Juchem

    Ich vermisse meinen Post. Verloren gegangen ?
    War um den Post von Alex herum.

    (0) 0 Gesamt – 0 hoch – 0 runter
  • Ritchie sagt:

    Ja, bei den Männern gibt es solche Regelungen @Rudi. Und da finde ich sie auch nicht gut/gerecht.
    Ich bin auch kein Freund der Relegationsspiele. Okay, da kommen sicher etliche Zuschauer/innen und bei den Frauen hat dann wohl auch der 2.ligist noch eine echte Chance. Bei den Männern kaum noch…
    Letztlich muss/sollte „man“ sich etwas einfallen lassen, um das Interesse wieder ansteigen zu lassen.

    (3) 5 Gesamt – 4 hoch – 1 runter
  • Markus Juchem sagt:

    @Altwolf: Bei uns im System ist leider kein Post vorhanden, bitte nochmal einstellen.

    (1) 1 Gesamt – 1 hoch – 0 runter
  • fussballheini sagt:

    Nur am Rande bemerkt: Wer gern live das CL-Finale am 18.05.2019 in Budapest erleben möchte, sollte sich beeilen.

    Es gibt nur noch wenige Karten hinter den Toren im 22.000 Plätze fassenden Ferencváros Stadion:

    https://meccsjegy.mlsz.hu/eng/Event/57002753

    Die Preise sind günstig, umgerechnet ca. 2,- EURO …

    (2) 2 Gesamt – 2 hoch – 0 runter
  • Bernd sagt:

    @ Rudi Du schreibst:
    „Auch aus Ländern wie z.B. Tschechien dürfen 2 Vertreter teilnehmen, obwohl Vereine aus dieser Nation noch nie etwas international erreicht haben, auch deren Nationalmannschaft war noch nie bei einer EM oder gar WM dabei. Solch eine Ungerechtigkeit schreit einfach zum Himmel und gehört endlich mal korrigiert!“

    Wenn du alle Mannschaften aus internationalen Wettbewerben rausschmeißen willst, welche „nur“ bis ins Viertelfinale gekommen sind, hättest du aber viel zu tun. Das steht zudem im Widerspruch zu den von dir gewünschten Gruppenphasen, denn dort wären die Leistungsunterschiede der Vereine noch offensichtlicher. Zudem hat der Vereinsfussball mit den Nationalmannschaften wenig zu tun. Es gibt viele Länder bei denen fast alle Nationalspielerinnen im Ausland tätig sind. Eine „himmelschreiende Ungerechtigkeit“ wäre es eher, kleinere und weniger erfolgreiche Ligen und deren Vereine, wie z.B. aus Tschechien, vom internationalen Wettbewerb auszuschließen! Dann könntest du auch direkt die besten vier europäischen Teams den Wettbewerb unter sich ausspielen lassen, wenn du schwächere Vereine ausschließen willst. Einerseits willst du Gruppenphasen wie bei den Männern, andererseits keine schwächeren Teams im Wettbewerb. Wie soll das gehen?
    Die Gruppenphase bei den Männern, wurde übrigens nicht aus den von dir genannten Gründen eingeführt, sondern hauptsächlich aus kommerziellem Erwägungen, da mehr internat. Spiele bei den Männern mehr Einnahmen und mehr Vermarktungsmöglichkeiten mit sich bringen.
    Im Frauenfussball sind die Vermarktungsmöglichkeiten derzeit noch recht begrenzt. Für viele Frauenvereine aus diversen Ländern würde so eine Gruppenphase eher Mehrkosten verursachen. Einfach Dinge aus dem Männerfussball auf den Frauenfussball übertragen funktioniert nicht, da die Rahmenbedingungen nicht vergleichbar sind. Versuch mal, was internat. Wettbewerbe angeht, nicht alles nur aus deutscher Sicht zu sehen.

    (10) 20 Gesamt – 15 hoch – 5 runter
  • Rudi Pohlhammer sagt:

    @Bernd,

    ich sehe das gar nicht aus nationaler Brille. Ich hab doch auch nicht geschrieben dass ich schwächere Vereine rausschmeißen will, sondern nur dass die Spitzennationen wie z.B. Deutschland, Frankreich, England und vielleicht noch Schweden einen oder auch zwei Vertreter mehr in den Wettbewerb oder die Quali entsenden dürfen. In diesen Nationen sind der zweit- bzw. drittplatzierte Verein allein durch seinen Vereinsnamen international bekannter und auch sportlich stärker und geriert mehr Zuschauer als mancher Verein aus schwächeren Nationen. Auch in den nationalen Ligen der oben von mir als Beispiel genannten Ländern wäre mehr Spannung und Wettbewerb vorhanden da es ja um noch was geht. Schau dir doch zur Zeit die deutsche AFBL oder die französische Liga an, da weis man ja schon vor der Saison wer sich für die CL qualifiziert. Man muss ja auch nicht die jetzt vorhandene Gruppenphase der Männer mit 8 Vierergruppen so wie sie jetzt ist 1 zu 1 übernehmen. Es würden ja auch 4 Vierergruppen genügen, da würden schon in der Gruppenphase interessante Begegnungen stattfinden. Damit die finanziellen Belastungen für Vereine nicht zu hoch wären müsste die UEFA natürlich für den internationalen Frauenfußball wesentlich mehr Geld ausschütten. Auch der DFB müsste mal Geld in die Hand nehmen und die Vereine durch Prämien in der AFBL unterstützen. Ich weis jetzt nicht ob der DFB momentan überhaupt Prämien an die Vereine in der AFBL ausschüttet?! Auch die Nationalmannschaften haben durchaus damit etwas zu tun, denn die Spielerinnen der Vereine spielen doch in der Natio. Es spielen doch nicht so viele Spielerinnen dieser „schwächeren“ Nationen im Ausland. Um bei meinem Beispiel Tschechien zu bleiben, da weis ich auf Anhieb jetzt nur zwei Nationalspielerinnen die in der AFBL spielen. Eine bei Turbine und eine Spielerin beim FC Bayern. Außerdem muss auch mal ein Teil des Kommerzes im Frauenfußball den Einzug halten, sonst geht der Frauenfußball irgendwann mal vor die berühmten „Hunde“. Von den Einnahmen aus Zuschauerzahlen alleine kann doch kein Frauenfußball-Club in Europa leben, nicht mal so ein Club wie Lyon.
    Das geht dort auch nur mit Sponsoren. Wenn hier die UEFA mal wesentlich mehr Geld in die Hand nehmen würde, wie z.B. durch Startprämien, Erfolgsprämien und auch TV-Gelder wäre ein Anfang mal gemacht. Mehr Frauenfußball müsste im TV gezeigt werden. Im Verkauf der TV-Rechte des Männerfußball müssten die TV-Anstalten gezwungen werden Frauenfußballspiele zu zeigen ansonsten bekommen sie diese Rechte einfach nicht zugesprochen. Man redet immer davon dass man den Frauenfußball fördern will, nur was passiert denn von Seiten der UEFA und bei uns vom DFB?

    (7) 13 Gesamt – 10 hoch – 3 runter
  • Fan2 sagt:

    @Alex: Viele gute Fragen. Zunächst zu deiner Hauptfrage: Nein, ich glaube nicht, dass das in Hoffenheim oder Wolfsburg möglich wäre. Ich glaube nicht, dass das aktuell bei irgendeinem anderen Club in Europa so möglich wäre.

    Lyon ist anders als die anderen Clubs in Europa eine über Jahrzehnte gewachsene Marke mit allem, was dazu gehört. In Lyon ist dies nicht einfach aus dem Boden gestampft worden, es ist über jetzt schon 12 Jahre hinweg organisch gewachsen. Angefangen hat man als eine Art französische Nationalmannschaft, in der die größten Talente Frankreichs, die goldene Generation in sehr jungem Alter versammelt wurden:
    Abily kam mit 21 Jahren, Necib mit 20, Henry mit 18, Thomis mit 21, Bouhaddi mit 22, Cruz Trana, zwar keine Französin, aber integraler Bestandteil des Teams, mit 20, Le Sommer mit 21. Dazu hatte man mit Renard, Kaci, Dali und Majri immer schon hochtalentierte Talente, die aus der eigenen Jugend kamen und in sehr jungem Alter bereits zentrale Rollen in der 1. Mannschaft spielten. So gesehen war Lyon von Beginn an eine Symbiose aus Potsdams guter Jugendarbeit und Frankfurts Staraufgebot.
    Später kam dann das Geld hinzu, das man allerdings nur sehr ausgewählt und klug in einzelne internationale Topspielerinnen investierte, und zwar durchaus Spielerinnen, die jetzt nicht unbedingt immer ganz oben auf der Liste der Empfehlungen standen: Kumagai hätte jetzt bei Frankfurt nicht immer gut ausgesehen, Ada Hegerberg war in Potsdam gescheitert, Lara Dickenmann kannte noch niemand damals, Caroline Seger war schön über ihren Zenit, Josephine Henning nicht gerade in Topform.
    Und bei Simon und Weiß war man jetzt auch durchaus überrascht. Dafür hat man das große Geld dann wirklich in Spielerinnen investiert, die auch hielten, was sie versprachen bzw. das wirklich ganz große internationale Flair brachten: Rapinoe, Ohno, Morgan, Marozsan etc. Hier ist Lyon mit Wolfsburg vergleichbar, wenn auch ne ganze Ecke größer.
    Dazu kommt noch der gute Lyoner Name. Lyon ist eben nicht Paris. Lyon war lange Zeit bei den Männern die Nr.1 in Frankreich und anders als PSG nicht wirklich kontrovers. Lyon hat eine natürliche Popularität in Frankreich, was vieles leichter macht.

    Dazu kommen einige Dinge, die meines Erachtens in Frankreich etwas anders sind als in Deutschland: 1. In Frankreich gab und gibt es nicht wirklich ein Gegeneinander von Liga und N11/Verband, sondern ein respektierendes Miteinander. Auch bei kniffligen Entscheidungen wie Henry und Bouhaddi gab es keinen großen Eklat, sondern es wurde versucht, sachlich mit den Personalien umzugehen. Das war in Deutschland meist anders. 2. Frankreich wartet als Nation immer noch auf den großen Titel. Vermutlich auch ein Grund für das gute Verhältnis zwischen Liga und Verband. Man ist bemüht, alles zusammenzuhalten, um dieses Ziel irgendwann einmal zu realisieren. Der französische Fußball hat sein ultimatives Hoch noch nicht erreicht, und davon profitiert auch Lyon. Es gibt für alle französischen Spielerinnen noch den ultimativen Kick, sich weiter zu entwickeln, das zu erreichen, was noch keine französische Spielerin erreicht hat.

    Das alles ist gepaart mit einem Toptrainer, einer bis heute hervorragenden Nachwuchsarbeit (Cascarino und Bacha) und einem ausgezeichneten Auge für Spielerinnen. Während andere Clubs wie Wolfsburg oder Bayern Starspielerinnen auf dem Zenit ihrer Leistungsfähigkeit holen, schafft es Lyon immer wieder, Spielerinnen zu holen, die viele nicht unbedingt auf der Rechnung haben und sie zu Weltklassespielerinnen zu machen.
    Wenn man die Wahl zwischen Harder und van de Sanden hat, würden die meisten großen Clubs Harder holen. Lyon holt van de Sanden, und sie – und nicht Harder – entscheidet dann eben das CL-Finale.

    Dazu kommt, Lyon kauft klug ein. Nicht einfach das, was da ist, sondern gezielt nach Positionen.
    Sie haben zwei erstklassige Torhüterinnen, von denen eine sich ohne großes Tamtam auf die Bank setzt, aber so dort voll da ist, wenn sie spielen muss. Zusätzlich haben sie ein Talent mit Dupupet, das sie als Nachfolgerin von Bouhaddi aufbauen können.
    Sie haben mit Renard, Mbock, Buchanan und Bacha vier Verteidigerinnen fü drei Positionen. Renard als unangefochtene Abwehrchefin, dahinter mit Mbock und Buchanan zwei arrivierte und mit Bacha und auch Kouache zwei ganz junge Spielerinnen, die für die Zukunft aufgebaut werden.

    Auf den Außen hat man mit Bronze, Simon, Majri und van de Sanden die Creme de la Creme, zwei offensivere sowie zwei defensivere. Perfekt ausgewogen.

    Ebenso im MF: 6 handverlesene Spielerinnen für 3 Positionen.

    Und im Sturm haben sie Hegerberg und die mE beste und kompletteste Stürmerin Europas mit Le Sommer.

    Lyon ist einfach der Klub, der den FF lebt. Lyon ist eine Mischung aus Bayern, Barca und Real, und das in beliebt. Und Lyon ist einfach komplett anders als die ganzen Retortenklubs.

    (8) 26 Gesamt – 17 hoch – 9 runter
  • Fan2 sagt:

    @Bernd: Oh, Überraschung, das ist ja so im MF. Im MF hast du beides, sowohl eine viel größeres Nachfrage als auch ein viel größeres Angebot.
    Im MF kann sich schon lange keiner mehr den Erfolg einfach kaufen. Frag mal in Paris nach. Frag mal in ManCity nach. Oder auch in Leipzig oder Wolfsburg.

    Im MF ist gerade jetzt wieder super viel Bewerbung drin. Ein Ajax Amsterdam wirft mit einer Kindergartentruppe an Eigengewächsen Real aus der CL, ohne dafür auch nur einen Cent in Transfers investiert zu haben. Gleich zwei von diesen Spielerin gehören zu den kommenden Weltstars.
    Ein ManU, das das erste halbe Jahr grottenschlecht spielte, schafft es, mit der B-Elf Paris im eigenen Stadion zu besiegen, weil sie einen Toptrainer haben.
    Im MF sagt die Menge des investierten Geldes schon lange nichts mehr über den Erfolg aus, da sind ganz andere Dinge entscheidend. Mit dem Geld kommst du in der CL vllt relativ sicher unter die Top 16, aber danach zählen andere Dinge. Wieso? Weil es im MF so viele verhältnismäßig gleichwertige Spieler, dass die Unterschiede der Topklubs in den Details liegen.

    @Rudi: Relegation? Wozu? Letztlich tauscht du eh nur Schießbudenfiguren aus. Der Niveausturz zwischen 1. und 2. Liga ist ohnehin schon viel zu groß, wie soll das erst werden, wenn dann drei Zweitligisten aufsteigen?
    Was die CL betrifft, bei den Männern wurde die Quali zuletzt gerade deswegen geteilt, um zu verhindern, dass die Teilnehmer nur aus den immer gleichen 10 Ländern kommen und auch die kleineren Nationen explizit eine Chance haben. Natürlich könnte man ein bisschen dran schrauben, ob damit aber viel erreicht wird, weiß ich nicht.

    @never-rest: Für WOB reicht es nicht noch nicht für OL, im Gegenteil, der Graben zwischen Wolfsburg und Lyon wird immer größer. Wolfsburg fällt auseinander, Lyon wird immer stärker. Die einzige Spielerin, die ernsthaft auf dem Niveau von Lyon mithalten kann, ist Harder, die gesamte restliche Offensive hat gegen die Abwehrreihe von Lyon keine Chance! Mal schauen, wie lange sich die Spielerinnen in Wolfsburg das noch antun, denn das sollte klar sein: International ist in den nächsten Jahren mit Wolfsburg kein Titel zu holen. Dafür ist Lyon auch langfristig viel zu solide aufgestellt.

    In beiden Spielen war die Startelf von Lyon im Schnitt 1 Jahr jünger. Gerade in der Abwehr fällt auf: Während in Wolfsburg die Abwehr faktisch durch die Bank über 30 ist, spielt in Lyon eine 18-jährige Selma Bacha aus der eigenen Jugendarbeit Stammspielerinnen, und die Abwehrchefin ist gerade mal 28. Und neben Bacha spielt sich auch die 19-jährige Kouache immer weiter fest.
    Im Sturm sollte man sich vor Augen führen, dass Hegerberg immer noch erst 23 ist. Zum Vergleich: Shootingstar Pajor ist bereits 22. Und mit Laurent steht eine 20-jährige bereit, die in die Mannschaft drängen wird. Genauso wie Cascarino im Mittelfeld trotz hochklassiger Konkurrenz immer mehr Spielzeit bekommt.

    Die Zukunft ist in Lyon bereits jetzt auf mind ein Jahrzehnt gesichert, während in Wolfsburg ein riesiger Umbruch bevorsteht.
    Ein Umbruch, bei dem jetzt eine bereits 28-jährige die große Verstärkung sein soll…

    (6) 20 Gesamt – 13 hoch – 7 runter
  • Altwolf sagt:

    @Sheldon/Fan2

    Über soviel Einfühlungsvermögen eines „Users“ in die Fußball-Philosophie der Clubs kann sich das Forum hier nur „glücklich“ schätzen, denn nun hast Du uns auch nach der Philosophie und dem „behutsamen“ Aufbau des FC Bayern, dann des 1.FFC Frankfurt und des SC Freiburg, der Ankündigung des „Höhenfluges“ von Manchester City nun endlich auch Olympic Lyon nähergebracht. Jetzt erst verstehen wir, wie perfekt das dort in deiner Vorstellung alles läuft, wo man natürlich nur ganz behutsam und mit viel Fingespitzengefühl mal nach Bedarf für 6 Monate amerikanische Top-Spielerinnen verpflichtet, obwohl man ja eigentlich nur gegen WOB spielen sollte, die deinem „Fußballverstand“ entsprechend, sowieso keine Chance gegen die „Creme de la creme“ in der Abwehr haben.
    Wenn Du wenigstens die Spiele seit 2013/14 gesehen hättest, wüsstest Du auch, was für einen „Mist“ du dir da wieder zusammenreimst.

    Da ist es doch schon verwunderlich, daß bei all der von dir aufgezählten Klasse und Überlegenheit OLs doch die Ergebnisse der zurückliegenden Spiele mit deutlicher „Hilfe“ der Wölfinnen recht knapp ausgefallen sind.

    Und laß es doch einfach sein, Du „verstehst“ alle Clubs, selbst die, die deiner sonstigen Meinung nach den FF durch ihre Geldmittel „kaputt“ machen.
    Warum setzt du dich überhaupt mit dem VFL WOB, der doch international sowieso keine bedeutende Rolle spielen wird, auseinander ?

    (-1) 25 Gesamt – 12 hoch – 13 runter
  • Altwolf sagt:

    @Sheldon/Fan2

    „Und Lyon ist einfach komplett anders als die ganzen Retortenklubs.“
    Wir hätten nicht ahnen können, daß Du in dem Verein lebst, den Alltag dort miterlebst und dich offenbar dort „zu Hause“ fühlst.

    Nur mal zum Vergleich, da du aus deinen Internet-Recherchen nur das wiedergibst was die in den „Kram“ passt.

    OL gegründet 1950 /VFL WOB 1945
    Wechsel u.Gründung Frauenfußball zu OL 2004 / zum VFL WOB 2003
    Etat FF-OL 2012/13 ca. 3.5 Mill / VFL WOB 2012/13 ca. 1.8 Mill

    OL Besitzer u. Präsident J-M. Aulas / VFL WOB Fußball GmbH d.VW-AG

    (0) 18 Gesamt – 9 hoch – 9 runter
  • Fan2 sagt:

    @Altwolf: Um mal deine Statistik etwas zu vervollständigen:
    OL 2012/13 6 (10 mit Vorgängerteam), nationale Meisterschaften, 2 (4) Pokalsiege, 2 CL-Siege
    Wolfsburg 2012/13 0 Meisterschaften, 0 Pokalsiege, 0 CL-Siege

    Die Alibigründung von Wolfsburg kannst du mal schön außen vorlassen. Lyon war schon immer eine Marke im Fußball, Wolfsburg ist halt bloß Provinzclub.

    Was den „Mist“ betrifft, der zusammengespielt wurde, sei gesagt: Ein gutes Pferd springt halt nur so hoch wie es muss. Sehe ich das nicht richtig, dass sich Wolfsburg gegen Lyon bisher überhaupt nur einmal behaupten konnte, und das auch nur durch einen geschenkten Handelfmeter? Ansonsten war gegen Lyon, ja generell gegen französische Clubs immer Endstation. Bei dem Titel 2013/14 hatte man schlicht und ergreifend Glück, dass andere Teams die französischen Mannschaften vorher aus dem Weg geräumt haben.

    Was die US-Girls betrifft: Wieso sollte ich damit ein Problem haben? Lyon hat nie einen großen Hehl daraus gemacht, dass es hierbei eher um PR ging als um das Sportliche, und es hat auch nicht dazu geführt, dass ihr eigener Nachwuchs dadurch ins Hintertreffen geriet. Überhaupt hat Lyon lange Zeit überhaupt verhältnismäßig wenig überhaupt eingekauft.

    Bei all dem möchte ich nochmal daran erinnern: Beim Spiel gegen Wolfsburg standen bei Lyon mit Bacha, Majri, Renard und Cascarino insgesamt am Ende 4 Eigengewächse auf dem Platz, bei Wolfsburg keine einzige! Henry und Hegerberg kamen zusätzlich bereits im zarten Alter von 18 zu Lyon und wurden dort erst zu den Spielerinnen, die sie heute sind.

    Natürlich ist auch Lyon nicht der perfekte Verein, aber das war hier nicht die Frage. Die Frage war, ob es irgendein Club in Deutschland Lyon nachtun könnte. Und das sehe ich nicht so. Dazu bräuchte es einen Club mit der herausragenden Nachwuchsarbeit von Potsdam, dem Managementvermögen eines Siggi Dietrich, der Kohle von Wolfsburg, dem Namen und die Tradition von Bayern (oder besser noch Dortmund), einen Toptrainer sowie ein ausgewogenes Verhältnis von Liga und Verband.

    (7) 23 Gesamt – 15 hoch – 8 runter
  • bale sagt:

    HALLO SCHALKE UND BVB; WIE WÄRS DENN MIT FRAUENFUSSBALL; WIR HABEN DAS jAHR 2019!!!!!!!!und was mir noch einfällt Herr Grindel, sie haben doch auch die Verantwortung, Geld haben sie auch

    (0) 4 Gesamt – 2 hoch – 2 runter
  • SCF Klausi sagt:

    Vielleicht bin ich einer der wenigen die so denken,aber ich bin gegen eine aufgeblähte CL mit den Tabellenzweiten und Dritten nach Vorbild der Herren.Für mich gehören in die CL nur die jeweiligen Landesmeister und vielleicht,wenn man keinen gesonderten Wettbewerb dafür schaffen will,noch die jeweiligen Pokalsieger.Sind Meister und Pokalsieger identisch,dann der unterlegene Pokalfinalist.

    Das hätte dann noch den Charakter einer CL wo nur die Meister und Pokalsieger vertreten sind,aber nicht die Tabellen Zweiten und Dritten die nichts im jeweiligen Landeswettbewerb gewonnen haben.

    Meinetwegen könnte man,um den Frauenfußball etwas interessanter zu gestalten auch eine Art WEL einführen,wo dann die zweiten und Dritten eines Lades antreten und ihnen so die Möglichkeit geben sich international zu messen.

    (-1) 5 Gesamt – 2 hoch – 3 runter
  • Rudi sagt:

    @SCF Klausi,

    ich nehme jetzt mal an dass du Fan der Mädels des SC Freiburg bist?! Durch deine Meinung zur wie du schreibst „aufgeblähten“ CL beraubst du deinem eigenen Verein die Teilnahme an der CL nach jetzigem sportlichen Stand.Es ist doch interessant gegen Teams aus anderen Ländern unter Wettbewerbsbedingungen zu spielen. Sicher ist die CL der Männer etwas zu aufgebläht mit bis zu 4 Teilnehmern und 8 Gruppen aus einzelnen Ländern. Was du mit einer WEL meinst, versehe ich nicht. Mich würde auch interessieren wie die Bundesligavereine das sehen. Leider hört man aus der Vereinsecke gar nichts.

    (1) 1 Gesamt – 1 hoch – 0 runter
  • Ritchie sagt:

    @Rudi: SCF Klausi ist SC Freiburg-Fan…

    WCL = Woman Champions League
    WEL = Woman European League

    Ich spreche mich ja auch dagegen aus, Vereine in einen „Landesmeisterpokal“ zu schicken, die mit der Landesmeisterschaft nichts, aber auch gar nichts, zu tun haben.Finde dass auch bei den Männern nicht gut/ nicht in Ordnung.
    Eine WEL wäre eine Alternative.

    (0) 0 Gesamt – 0 hoch – 0 runter

Kommentar schreiben