DFB-Pokal: Wolfsburg und Freiburg komplettieren Halbfinale

Von am 13. März 2019 – 20.11 Uhr 32 Kommentare

Der VfL Wolfsburg und der SC Freiburg haben mit klaren Siegen mühelos das Halbfinale im DFB-Pokal erreicht.

VfL Wolfsburgs Alex Popp bejubelt einen ihrer Treffer gegen Turbine Potsdam

Alex Popp bejubelt einen ihrer zwei Treffer für den VfL Wolfsburg imago/foto2press

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Der VfL Wolfsburg gewann vor 1.347 Zuschauern im AOK-Stadion mit 4:0 (2:0) gegen den 1. FFC Turbine Potsdam.

Popp trifft doppelt

Alex Popp brachte die überlegenen Gastgeberinnen mit zwei Treffern auf die Siegerstraße (20., 26.), in der zweiten Halbzeit waren Pernille Harder (48.) und Pia-Sophie Wolter (75.) erfolgreich).

Freiburg souverän

Der SC Freiburg gewann bei Borussia Mönchengladbach vor 170 Zuschauern im Grenzlandstadion mit 6:1 (3:0). Die Gäste ließen sich auch von einer 15-minütigen Unterbrechung wegen eines Gewitters nicht aus der Spur bringen. Virginia Kirchberger hatte bereits vor der Unterbrechnung für die Führung gesorgt (13.). Sandra Starke (41.) und erneut Kirchberger (43.) erhöhten in der Wasserschlacht noch vor der Pause.

Stefanie Sanders treffsicher

In der zweiten Halbzeit schraubte Desiree van Lunteren (53.) das Ergebnis in die Höhe, ehe Chantal Reinier Baghuis der Ehrentreffer gelang (67.). Die Freiburgerinnen waren dann noch zweimal durch Stefanie Sanders erfolgreich (82., 87.).

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Halbfinal-Auslosung am Donnerstag

Bereits am Tag zuvor hatten die TSG 1899 Hoffenheim (7:1 bei Bayer 04 Leverkusen) und der FC Bayern München (3:1 beim 1. FFC Frankfurt) das Halbfinale erreicht. Die Auslosung wird bereits am Donnerstag, 14. März, 13 Uhr, durchgeführt (live auf DFB-TV).

DFB-Pokal, Viertelfinale, Ergebnisse

Bayer 04 Leverkusen – TSG 1899 Hoffenheim 1:7
1. FFC Frankfurt – FC Bayern München 1:3
Borussia Mönchengladbach – SC Freiburg 1:6
VfL Wolfsburg – 1. FFC Turbine Potsdam 4:0

Termine

Donnerstag, 14. März, 13 Uhr: Auslosung Halbfinale (live auf DFB-TV)
Sonntag, 31. März: Halbfinale
Mittwoch, 1. Mai, 17.15 Uhr: Finale

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

32 Kommentare »

  • SCF Klausi sagt:

    @ Sundermann , @ FFFan

    Danke für die Rückmeldung.Ich benutze auch den Fire Fox . Dann werde ich es das nächste mal mit dem IE probieren.Neustart hat bei mir beim FF keine Besserung gebracht und den Opera installiere ich nicht mehr weil ich mir beim letzten mal den kompletten PC zerschossen habe und danach das BS inclusive allen Programmen,darunter Firmensoftware neu installieren musste.Und das obwohl ich den Opera über Computer Bild installiert habe.

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  • Rudi sagt:

    Also ich benutze Google Chrome und bei mir hat der Livestream einwandfrei funktioniert.

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  • Fan2 sagt:

    @Altwolf/balea: Die Frage ist hier doch die nach dem großen Ganzen! Weißt du, es mag ja schön und gut sein, dass Wolfsburg das alles so macht, aber wenn man wirklich an der Entwicklung des ganzen Frauenfußballs interessiert ist, dann ist damit noch nichts gewonnen. Es ist nur die Entwicklung eines Teils des Ganzen, noch dazu in einer eigenen Blase, abgeschnitten von dem Rest des Ganzen. Und genau das ist unser Problem.

    Wolfsburg ist durch die Millionen von VW unabhängig vom Ganzen, ja sogar unabhängig von der eigenen Leistung. Für Wolfsburg spielt es keine Rolle, wie es den anderen Vereinen in der Liga geht, welche Entwicklung die Liga als Ganze nimmt. Jedenfalls ist das mein Eindruck. In Wolfsburg fließt das Geld, egal, wieviele Zuschauer kommen, egal, wie gut die Spiele sind, ja selbst egal, wie sportlich und wirtschaftlich erfolgreich das Team ist.

    Wenn, wie es aktuell passiert, die Liga sich in eine Richtung entwickelt, wo Wolfsburg jeden Gegner 4:0-10:0 weghaut, dann spielt das keine Rolle, denn Titel ist eben Titel und nur das zählt. Da ist es völlig egal, ob die Liga vom Niveau her so gut ist wie die in den USA, Frankreich oder England, oder eben eher wie in Rumänien.

    Es besteht auch keine Notwendigkeit, wirklich effektiv zu scouten, denn man kriegt ohnehin jede Spielerin, die man sich wünscht, wozu dann also noch anstrengende Arbeit in der Scoutingabteilung leisten?

    Das, ja genau das ist das Problem, dass zumindest ich mit diesen Klubs aus dem MF kommen, die zum FF kommen, das große Geld auspacken und meinen, dem FF damit einen Gefallen zu tun. Das ist übrigens auch das Problem, dass ich mit der Auflösung des 50+1 und den ganzen Abramoviches habe. Es entstehen einzelne, isolierte, von der Realität weit entfernte Zellen, die vom Ganzen unabhängig sind. Dadurch kommt das Ganze aus der Balance.

    Und das ist das ganze, was ich daran auszusetzen habe. Ja, es mag so sein, dass Vereine wie Wolfsburg oder Bayern dem FF kurzfristig gut tun mit all dem Geld, das sie in den FF pumpen! Langfristig sorgen sie aber dafür, dass das ganze System destabilisiert wird und aus der Balance kommt. Zumindest, wenn es keine generelle Strategie für den FF als solchen gibt.

    Das heißt, ja, in Ordnung, lasst uns Wolfsburg und Bayern ertragen, mit dem, wie sie den FF „gestalten“. Von mir aus.
    Aber: Wenn wir das wollen, brauchen wir eine Gesamtstrategie für die Entwicklung der ganzen Liga. Und das geht nur, wenn auch Mannschaften wie Wolfsburg und Bayern sich bereiterklären, daran zu halten und aktiv zum Wohle der ganzen Liga mitzugestalten.

    Das bedeutet: Wir brauchen eine DFL für mindestens die 1. und 2. Bundesliga, um die Balance wieder herzustellen. Eine Strategie, die alles mit berücksichtigt, nicht nur die wirtschaftlichen Interessen, sondern eben auch die Gestaltung der Nachwuchsarbeit, die Vermarktung, einen ausgewogenen Spielplan, die Stärkung der sportlichen Qualität der ganzen Liga, Transferregularien usw. Und diese Strategie muss in sich stimmig und mindestens auf 20 Jahre, wenn nicht sogar 50 Jahre angelegt sein. Es braucht eine Idee, wo wir den FF in Deutschland in 50 Jahren stehen sehen wollen, wie er sich entwickeln soll, und eine Strategie, wie man realistisch dorthin kommt.

    Und diese Bereitschaft sehe ich bei Wolfsburg nicht, und bei Bayern aktuell schon gar nicht. Ich sehe die Bereitschaft bei Ihnen, sich darüber Gedanken zu machen, wo der Club selbst steht. Aber ich sehe keine Bereitschaft, sich ernsthaft Gedanken zu machen, wie sich die Liga und der deutsche FF als Ganzes entwickelt.

    Und das ist eben genau der Punkt, der Potsdam, vor allem das Potsdam unter Schröder von diesen Clubs unterscheidet. Schröder war immer einer, der bei aller Konzentration auf die Entwicklung von Potsdam auch die Gesamtentwicklung des FFs im Blick hatte und sich dafür eingesetzt hat. Bis auf das eine Jahr mit den Transfers von Alushi und Keßler hat er nie Transfers vorgenommen, die bewusst Kontrahenten geschwächt oder Teams destabilisiert hat. Potsdam hat soviel für die Nachwuchsarbeit geleistet, dass es gereicht hat, um nicht nur regelmäßig eigene Lücken zu füllen, sondern auch andere Klubs zu beliefern und damit das Niveau in der Liga hochzuhalten bzw. hochzutreiben.

    Hier sehe ich den ultimativen Knackpunkt.

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  • Bernd sagt:

    @ Fan2
    „Es braucht eine Idee, wo wir den FF in Deutschland in 50 Jahren stehen sehen wollen“

    Keine Ahnung wie jung du bist, aber ein nicht geringer Teil von uns sieht in 50 Jahren nicht mehr allzu viel. Es ist noch keine 49 Jahre her, dass der DFB das Frauenfussballverbot aufhob. Smartphones, Internet, Computer usw. waren unbekannt und die BRD hatte noch ganz andere Grenzen. Keine Ahnung ob es Deutschland als Staat in 50 Jahren noch gibt. Gut möglich, dass sich längst internationale Ligen gebildet haben. Welchen Interessen die Menschen in 50 Jahren nachgehen, weiß ich beim besten Willen nicht vorherzusagen. Vor 50 Jahren hätte ich niemals gedacht, dass heute fast jeder so ein kleines rechteckiges Ding dabei hat und viel Zeit damit verbringt. Wenn ich in 50 Jahren im Himmel noch Frauenfussball sehen kann, dann gab es zumindest nochmal einen gewaltigen Entwicklungssprung. Zumindest hoffe ich, dass man auch in 50 Jahren noch keine genmanipulierten Sportler „herstellt“. Aber da wo es um viel Geld geht ist vieles möglich! Könnte meines Erachtens gut sein, dass du Fan2, dich in 50 Jahren (falls du dann noch lebst), dich nach der „guten alten Zeit“ von heute!, die du so schrecklich empfindest, noch „ultimativ“ zurück sehnen wirst!

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  • Altwolf sagt:

    @Sheldon/Fan2

    Wie stellst du dir denn den FF in Deutschland in der heutigen Zeit vor ?
    Ein „gallisches Dorf“ in der europäischen Fußballgemeinschaft, wo alle Clubs die „gleichen“ Gelder zur Verfügung haben, egal ob sie gut oder schlecht wirtschaften, egal ob sie gut oder schlecht ausbilden, egal ob engagierte oder nicht engagierte Menschen dort Verantwortung tragen ?

    Der Rest von Europa wird sich freuen die möglicherweise gut ausgebildeten Spielerinnen in ihren Teams aufzunehmen und sich über die fehlende Konkurenzfähigkeit deutscher „Einheitsteams“ freuen.
    Wenn die Rahmenbedingungen einzelner Clubs ausserhalb Deutschlands überzeugen, verbunden mit sportlichen Erfolgen, wird es einen Ausverkauf der Liga geben und Spielerinnen aus dem Ausland es hier nicht mehr herziehen, bzw. die heimischen Clubs keine Chance mehr zu Verpflichtungen haben.

    Wir leben nun mal in dieser sogg. Leistungsgesellschaft mit kapitalistischen Strukturen und das erfordert nun mal von allen Beteiligten gewisse Anstrengungen, wie sich auch der Sport, wenn er denn als Leistungssport ausgeübt wird, solche einfordert.

    Jede/Jeder hat die freie Entscheidung sich im sportlichen Bereich dem zu entziehen und am Breitensport teilzunehmen.

    So, wie zumindest über das Sponsoring der Allianz, die Teams der AFBL durch die DFB-Vereinbarung alle einen Betrag erhalten um sich Trainer, Infrastruktur u. Anderes damit zumindest entlastend mitfinanzieren zu können, sollten sicherlich weitere Maßnahmen zur Verbesserung der finanziellen Ausstattung aller Clubs ergriffen werden, so , wie du auch schon vorgeschlagen hast, z.B. über eine allgemeine Vermarktung der Liga selbst.

    Doch die individuellen Möglichkeiten der Clubs sich zu verbessern oder weiterzuentwickeln müssen erhalten bleiben, denn sonst sind sie nicht überlebensfähig.
    Von den Zuschauereinnahmen und evtl. gemeinnützigen Zuschüssen kann keiner der FF-Clubs in der AFBL existieren und somit ist das Sponsering heute für alle die entscheidende Finanzierungsquelle.

    Deine Pauschalbeurteilung zur finanziellen Ausstattung von WOB ist nun wirklich mehr als „abgedroschen“ und entspricht auch nicht den tatsächlichen Gegebenheiten.
    Auch die FF-Abteilung des VFL hat einen vorgegebenen Etat, der nicht zu überschreiten ist und auf ca. 5 Millionen € geschätzt wird. Das hat jedoch auch die Kosten aller Mädchen und FF-Teams mit ihren Trainern und Beteuern u. auch die Platzmieten abzudecken.
    Auch wenn es dir nicht bekannt sein sollte bzw. du es gerne unterschlägst, betreibt der VFL inzwischen eine sehr intensive Nachwuchsarbeit in allen Jahrgängen.

    Gerade auch die Wölfinnen mußten sich durch Leistung und Erfolge diesen höheren Etat erst verdienen und der Etat richtet sich auch hier nach wirtschaftlichen Gesichtpunkten und nicht wie du es so gern gegenüber WOB formulierst “ unreflektiert hineingepumpt“.

    Gerade die Wölfinnen sind inzwischen auch international ein sehr bedeutender Werbe- und Sympathieträger für die Stadt WOB und auch für den Eigner VW geworden und auch in der Wertschätzung dort erheblich gestiegen.

    Beende endlich auch die ständigen Anwerfungen mit denen du ohne Fakten und unbewiesen behauptest hier würden im FF Millionen versenkt worden sein.
    Wo sollen die den geblieben sein ?
    Ablösesummen hat R.Kellermann bis auf die 20 o. 25.000 DM für A.Blässe nach meiner Kenntnis nie gezahlt.

    Warum attackierst du in deiner FF-Vorstellung ständig nur WOB u. Bayern, während die Teams von OL , einem hochverschuldetem Verein, PSG oder die englischen o. spanischen Clubs bei dir im Vergleich völlig unerwähnt bleiben, die jedoch aber genau die internationale Konkurenz darstellen – falls man mal über den deutschen Tellerrand hinausschauen möchte und kann.

    Dann belege doch mal deine Behauptung, wer all diese Millionen nun bekommen hat.
    Da du die Nachwuchsarbeit von Turbine Portsdam so gerne als vorbildlich lobst, das ist sie sicherllich auch, erkläre mir doch mal, warum das in Potsdam so gut möglich ist und war.
    Warum konnten sich sowohl Potsdam als auch der 1.FFC u. z.T. auch Duisburg in den erfolgreichen Jahren so dominant darstellen ?
    Weil auch sie damals über genau das Mehr an finanziellen Mitteln verfügten als der Rest der Liga o. wie bei Potsdam ein Sportinternat zur Verfügung hatten – nicht selbst gebaut oder finanziert, sondern das Land es ihnen ermöglichte diese für ihre Talente zu nutzen und damit in e. Zeit, wo alle im FF noch Ausbildung o. Arbeit nebenher machen mußten, einen Riesenvorteil hatten.

    Warum hat dann Turbine in den erfolgreichen Jahren, trotz ihrer erfolgreichen Nachwuchsarbeit, Spielerinnen wie N.Keßler, J.Hennig oder auch später die Norwegerinnen verpflichtet ?

    B.Schröder hat zweifellos viel für den Frauenfußball in Deutschland getan und auch die hohe Qualität im deutschen FF mitgeprägt, aber das ihn die Liga selbst nun sehr am Herzen lag, das ist mir dann doch zu dick aufgetragen.
    Gedanken hat er sich hauptsächlich um die N-11 gemacht, denn die war bisher immer das Aushängeschild des FF in Deutschland und natürlich damit auch wichtig für die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.

    Es reicht sicherlich aus über die Entwicklungsmöglichkeiten des FF in den kommenden Jahren nachzudenken, aber perspektivisch über 50 Jahre nachzudenken ist sicherlich nicht zielführend.
    Da kann ich @Bernd nur beipflichten.

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  • Ritchie sagt:

    @Bernd und @Fan2
    „Es braucht eine Idee, wo wir den FF in Deutschland in 50 Jahren stehen sehen wollen“

    Visionen und Ideen sind immer gut. 50 Jahre lassen sich natürlich nicht seriös planen, aber z.B. die Entwicklung der nächsten 5 Jahre sollte angedacht werden.
    Und dann schaut man weiter, passt die weitere Planung entsprechend an.
    Ich denke, @Fan2 hat es eher in diese Richtung gemeint.

    Es sollte daran gearbeitet werden, dass der FF in Deutschland ein besseres Ansehen hat und weniger vom MF abhängig ist. Sonst ist oder bleibt es im Grunde ein (teures) Hobby, das zwar schön und interessant, aber nicht mehr, ist.

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  • Bernd sagt:

    @ Ritchie
    „Visionen und Ideen sind immer gut.“
    Das kann nicht dein Ernst sein. War letzte Woche noch auf einem Friedhof in Sankt Petersburg mit ca. einer halben Millionen Toten, weil einer eine „Vision“ hatte. Auch Ideen können genial, aber auch vollkommen deplaziert sein. Gibt es allein hier im Forum genügend Beispiele.
    Visionen und Ideen sind weder immer gut, noch immer schlecht!

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  • Ritchie sagt:

    @Bernd: Lege meine Worte doch nicht so aus…
    Das war doch von mir auf FF bezogen.

    Über den von dir angesprochenen „Visionär“ könnten wir uns evtl. mal privat unterhalten. Ich glaube hier im Forum bekäme ich Probleme. 🙂
    Ich habe da in meiner Kindheit von meinen Eltern, speziell meiner Mutter, einiges gehört. Die haben es ja miterlebt.

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  • Fan2 sagt:

    @Bernd/Altwolf: In der Tat, 50 Jahre mag vielleicht etwas übertrieben gewesen sein. Ich meinte damit auch nicht konkrete Pläne für 50 Jahre, sondern mehr um grobe Faktoren für eine langfristige Entwicklung. Die Welt mag schnelllebig sein, doch gerade da ist es wichtig, wenn man nicht durch die Schnelllebigkeit unter die Räder kommen will, frühzeitig die richtigen Voraussetzungen zu schaffen.

    Dazu braucht man kein gallisches Dorf zu sein. Auch bei den Männern wird immer wieder das Argument gegen 50+1 angeführt, dass man dadurch den Anschluss an die anderen Ligen verlieren würde, weil man finanziell deutlich schlechter da steht als andere Ligen. Dies wird schon seit den 90er Jahren immer wieder angeführt, und ist es wahr geworden? Teilweise ja, teilweise nein.
    Denn es ist nur die halbe Wahrheit. Trotz dem allen haben es zwei 50+1-Vereine 2013 in das CL-Finale geschafft. Woran liegt das?

    Zwei Gründe: 1. Nachwuchsarbeit – in der Tat mag es so sein, dass Teams wie Lyon, Paris, ManCity, Barca, Chelsea etc. immer einiges abschöpfen werden. Doch das braucht niemanden zu ängstigen. Zumindest, solange man eine exzellente, breit angelegte Nachwuchsarbeit besitzt. Es ist schlimm, wenn die Liga nur wenige Spielerinnen auf Top-Niveau hervorbringt, denn dann bricht die Qualität ziemlich schnell ein, wenn diese ins Ausland wechseln. Doch wenn die Liga den Markt mit Topspielerinnen auf ähnlichem Niveau überflutet, dann sind die Vereine von Lyon, ManCity, Paris etc. bald übersättigt, denn unendlich Spielerinnen können die auch nicht aufnehmen, und es blieben immer noch mehr als genug Spielerinnen für die heimische Liga. So haben wir es in der Bundesliga bei den Männern zwischen 2010 und 2014 erlebt. Ein Spieler ging zu einem der großen Klubs? Kein Problem, zack, stand schon das nächste Talent auf der Matte und etablierte sich. Im Tor sowieso, an Torwarttalenten war Deutschland fast immer übersättigt, so sehr, dass manche kaum zum Zuge gekommen wären, wäre nicht eine Verletzung eines anderen Torhüters gekommen, aber auch an anderen Spielern.
    Und so haben wir es auch in der Bundesliga lange erlebt, als die meisten Klubs noch stark auf den eigenen Nachwuchs gesetzt haben und im internationalen Vergleich weit vor allen anderen Nationen lagen.

    Große Klubs mit viel Geld, aber ohne eigenen starken Nachwuchs haben es nur dann gut, wenn es nur wenige Talente auf dem Markt gibt, denn diese können sie aufkaufen und so einen riesigen Spalt zwischen sich und die Konkurrenten legen.
    Wenn es aber viele ähnliche starke Talente auf dem Markt gibt, dann ist es für sie nicht so einfach, den Markt zu kontrollieren.
    Bei den Männern erleben wir es bei Ajax und Porto aktuell wieder, die nur auf eigene Talente setzen und aktuell wieder gute Jahrgänge haben.

    Für die großen Klubs dagegen ist es eigentlich sogar schädlich, auf Nachwuchsarbeit zu setzen. Für sie ist es sinnvoller, andere die Nachwuchsarbeit machen zu lassen, die wenigen Top-Spielerinnen loszueisen und den Markt nicht noch stärker aufzublähen.

    Soviel zum Allgemeinen. Wenn wir also ein Interesse an der langfristigen positiven Entwicklung des FFs haben, benötigen wir eine Strategie, in der es zu einer wirklich guten Nachwuchsarbeit in der Breite kommt. Das heißt, alles, was der Nachwuchsarbeit hilft, muss massiv subventioniert werden. Denn dann sind all die Argumente hinfällig. Wenn Deutschland jedes Jahr aufs Neue 10-15 absolute Topspielerinnen auf den Markt bringt, kommen die Klubs gar nicht mehr hinterher mit dem Einkaufen und Deutschland hätte überhaupt keinen Problem, den Anschluss zu halten!

    2. Scouting – Deutschland müsste ein Interesse daran haben, massiv in das Scouting zu investieren. Aktuell ist die Scoutingpraxis wie folgt bei den großen Klubs: Jung, Nationalspielerinnen, ein paar gute Spiele gemacht, gehypt in der Öffentlichkeit – verpflichtet. Dieses Scouting ist offensichtlich bis zum Gehtnichtmehr. Doch bei diesem Scouting geht es vor allem darum, wie eine Spielerin bisher gespielt hat, mit der impliziten Voraussetzung, dass diese Leistung stabil bleibt. Das hat noch nicht viel mit professionellem Scouting zu tun. Professionelles Scouting checkt vor allen Dingen die Entwicklungsmöglichkeiten einer Spielerin in einem konkreten, bestimmten Umfeld (dazu gehört Soziales, Sportliches etc.). Gerade, wenn der Markt immer voller wird, wird das immer wichtiger. Denn dass eine Spielerin bei einem Verein gut spielt, bedeutet noch nicht, dass sie dies auch in Zukunft tun wird bei einem anderen Verein. Und dass eine Spielerin bei einem Verein nicht gut spielt, heißt nicht, dass sie bei einem anderen gleich guten Klub ebenso schlecht sein wird. Das heißt, wenn der Markt immer stärker in die Rotation kommt, bedeutet das, dass auch Spielerinnen frei werden, die bei ihrem Verein auf das Abstellgleis geraten sind.

    Das ist das zweite Mittel gegen das große Geld. Nicht nur, dass sie gar nicht so schnell nachkaufen können, wie produziert wird, nein, es werden dadurch auch Spielerinnen frei, die bei diesen Clubs durch andere ersetzt werden, und wo unter Umständen viel Qualität zu einem günstigen Preis zu haben ist.

    Bei den Männern ist Max Kruse ein gutes Beispiel dafür. Er wurde von Wolfsburg für viel Geld geholt in der Meinung, er würde dort genauso gut spielen wie in Freiburg und Gladbach. Doch das bewahrheitete sich nicht, weil das Umfeld ihm nicht zusagte. Sein Marktwert fiel daraufhin radikal, er wurde aussortiert und am Ende für kleines Geld nach Bremen transferiert, wo er wieder wie eine Rakete durchstartete. Hier sieht man, was Scouting ausmachen kann.

    Allein in dieser Hinsicht könnte man seitens des DFB bzw. einer eigenständigen DFL viel, sehr viel bewegen.

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  • Bernd sagt:

    @ Ritchie
    Klaro, habe ich schon verstanden.
    War von mir auch auf den Frauenfussball bezogen:
    Visionen und Ideen sind weder immer gut, noch immer schlecht!

    Ein Punktgewinn wäre heute für den SC Freiburg absolut verdient gewesen, aber Wolfsburg war am Ende deutlich effektiver in der Chancenverwertung.

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  • Ritchie sagt:

    @Bernd
    Deine Worte mit dem Friedhof in Sankt Petersburg passten da nicht zu…, ich meine zum FF. Ich war beim Lesen aber in Gedanken bei einer anderen südlicheren russischen Stadt.
    Ist aber ein anderes Thema.

    Natürlich müssen Visionen und Ideen immer wieder hinterfragt und gegebenenfalls geändert werden. Was ich heute plane oder möchte, kann schon morgen die gegenteilige Wirkung haben.
    Es macht mMn aber trotzdem Sinn, sich zu überlegen, was für die Zukunft sinnvoll sein kann.

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  • Bernd sagt:

    @ Ritchie
    „Natürlich müssen Visionen und Ideen immer wieder hinterfragt und gegebenenfalls geändert werden. Was ich heute plane oder möchte, kann schon morgen die gegenteilige Wirkung haben.
    Es macht mMn aber trotzdem Sinn, sich zu überlegen, was für die Zukunft sinnvoll sein kann.“

    Da bin ich ganz Deiner Meinung!

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